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Umfrage-Ergebnis: Erwartungen an die Politik
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(Juni 2005)
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Als die CDU am 22. Mai 2005 die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen gewonnen hatte, gehörten viele Schlagzeilen nicht dem triumphierenden neuen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, sondern dem Bundeskanzler mit seiner überraschenden Ankündigung:
Noch in diesem Sommer will Gerhard Schröder dem Bundestag die Vertrauensfrage stellen und somit den Weg frei machen für vorgezogene Neuwahlen im Herbst. Wer dann die Stimmen der selbstständigen IT-Experten bekommen wird – dies und mehr wollte die aktuelle GULP Umfrage wissen.
Bereits im April 2004 hatte GULP die "Sonntagsfrage" gestellt, das Ergebnis damals war sehr deutlich: Wenn es nach den IT-Freiberuflern gehen würde, bekäme eine Koalition aus CDU/CSU und FDP satte 67 Prozent.
Zur Stimmungslage 14 Monate später nahmen 457 IT-Freiberufler mit ihrer Teilnahme an der GULP Umfrage Stellung: |
Vorab: Die parteipolitische Vergangenheit zeigt, dass Oskar Lafontaine und Gregor Gysi immer für einen unerwarteten Coup gut sind. So auch diesmal, als sie kurzfristig verkündet haben, in einem Bündnis WASG und PDS eine "neue Linke" etablieren zu wollen. Da die Entscheidung erst nach Beginn der GULP Umfrage bekannt geworden ist, konnte sie dort auch nicht mehr berücksichtigt werden. Allerdings darf in diesem Zusammenhang auch die Frage gestellt werden, ob sich am Umfrageergebnis viel geändert hätte, denn allzu große Ressourcen, die man "abschöpfen" könnte, hat die SPD mit 11 Prozent Stimmenanteil bei den IT-Freiberuflern nicht mehr übrig.
Trotz magerer sozialdemokratischer Bilanz wird bei den Konservativen jedoch kaum Schadenfreude aufkommen: Gegenüber der Umfrage 2004, als sie genau 50 Prozent verbuchen konnten, müssen sie einen Verlust von 13 Prozentpunkten hinnehmen – größter Nutznießer dieses Einbruchs ist die FDP, die ihren Anteil von 17 auf 23 Prozent erhöhte.
Und trotzdem insgesamt immer noch 60 Prozent: Klarer Sieger einer Wahl unter IT-Freiberuflern wäre die Koalition von CDU/CSU und FDP. |
Das Urteil ist vernichtend. Knapp 60 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage sieht sich durch die Arbeit der gegenwärtigen Bundesregierung konkret benachteiligt. Mögliche Gründe für das desolate Ergebnis: Gewerbesteuer, Scheinselbstständigkeit, Green Card, EU-Osterweiterung, Softwarepatente – es gab in den vergangenen Jahren einige Themen, mit denen Schröder & Co den Zorn der Selbstständigen auf sich gezogen haben.
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Die Zeiten, in denen ein Regierungswechsel mit "Aufschwung" gleichgesetzt worden ist, sind längst vorbei – zum einen, weil der Einfluss der Politik auf die Wirtschaft in der öffentlichen Meinung stark geschrumpft ist, zum anderen, weil die vielen Krisen der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart wenig Stoff für Optimisten bereit halten.
So wenig überraschend ist deshalb auch der vergleichsweise hohe Anteil von 43 Prozent der IT-Freiberufler, die keinerlei Auswirkungen auf den IT-Projektmarkt bei einem möglichen Regierungswechsel im Herbst erwarten. Dem gegenüber steht etwas mehr als die Hälfte mit dem unmissverständlichen Votum: Wenn CDU/CSU und FDP wieder an die Regierung kommen, wird sich der Markt weiter beleben.
So oder so, Wahlergebnis und Folgen – entschieden ist aber noch nichts. |
Kommentare zu diesem Artikel:
"Mit Freiheit, Eigentum und Eigenverantwortung, mit Kapitalismus könnte unser Land eine Chance haben. Mit staatlicher Bevormundung, Unterdrückung und Enteigung, mit sozialer 'Gerechtigkeit' gibt es keine Chance, auch dann nicht, wenn es den Genossen gelingt, Millionärssteuer, Mauer und Schießbefehl für ganz Europa durchzusetzen. Entscheidend ist eben, dass die Könner, die Macher, die Millionäre bleiben und vollen Einsatz bringen! (Juli 2005)"
"Interessant, gerne regelmässig. (Juni 2005)"
"Die Meinungen drehen Sich jede Woche wie im Winde. Heute Freund, morgen Feind, wie auch immer; worauf es bei der nächsten Regierung wirklich ankommt ist, das sie es fertigbringt, innerhalb der nächsten 4 Jahre die Einigung in Europa auch politisch soweit voranzubringen, das man in Zukunft den wilden Lauf der freien Marktwirtschaft in vernünftige soziale Bahnen lenken kann und somit in Europa, und damit auch in Deutschland, wieder ein Stück vom globalen Wirtschaftswachstum mitbekommt. Nationale Regierungen sind aufgrund der Globalisierung Tag für Tag immer weniger im Stande dazu die Rahmenbedingungen für nationales Wirtschaftswachstum zu schaffen. (Juni 2005)"
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