| Überraschend: Der größte Fauxpas für
einen Freiberufler ist nicht, das laufende Projekt einfach abzubrechen,
sondern nicht zum vereinbarten Interviewtermin zu erscheinen. 42 %
der Projektanbieter handeln bei einem solchen Verhalten rigoros und
berücksichtigen den Kandidaten nicht mehr für zukünftige
Projekte. Im Gegensatz dazu würden weitaus weniger von ihnen
nicht mehr mit dem Freiberufler zusammenarbeiten, wenn dieser das
laufende Projekt abbricht (31 %) oder gar nicht im Projekt (28 %)
erscheint. Bei einem solchem Verhalten zeigen die Befragten also deutlich
mehr Nachsicht.
Damit spielt der Interviewterminen für die Befragten offenbar
eine überaus wichtige Rolle. Was vielen Selbstständigen
vielleicht gar nicht so bewusst ist: Pünktlichkeit und Termineinhaltung
stehen ganz oben auf der Liste der Kaufauslöser.
Eine Umfrage aus dem Jahr 2005 ergab, dass für nahezu jeden
Projektanbieter das Interview
eine wesentliche Entscheidungshilfe für die Projektbesetzung
ist. Dem Auftreten
und Erscheinungsbild
des Kandidaten schenken sie dabei ebenso viel Beachtung wie seiner
fachlichen Qualifikation. Wer also von Anfang an einen seriösen,
zuverlässigen und damit guten ersten Eindruck beim Anbieter
hinterlassen möchte, sollte Interviewtermine entsprechend wichtig
nehmen.
Erweist sich der externe IT-Spezialist als zwischenmenschlich zu
kompliziert, dann haben 35 % Projektanbieter keine Lust, sich in
weiteren Projekten mit ihm auseinander zu setzen; und das trotz
fachlich hervorragender Qualifikation. Damit bewerten sie schwierige
Charaktereigenschaften als ebenso unangemessen wie dem Endkunden
die direkte Zusammenarbeit anzubieten. Während sich letzteres
mit einem guten Geschäftsverhältnis und Kundenschutzvereinbarungen
regeln lässt, dürfte mangelnde soziale
Kompetenz vom Freiberufler nicht so leicht abzustellen sein.
Zwar kann man soziales Verhalten lernen, dies ist jedoch ein längerer
Prozess und setzt voraus, dass man sein eigenes Verhalten reflektiert,
um es auch ändern zu können.
Als weitaus weniger schlimm beurteilen die Projektanbieter, wenn
der IT-Spezialist im Projekt den Stundensatz erhöhen möchte
oder es Probleme bei der Projektverlängerung gibt. Das ist
für die wenigsten ein Grund, gleich die komplette Geschäftsbeziehung
hinzuschmeißen. Offenbar haben die Projektanbieter durchaus
Verständnis dafür, dass der Freiberufler versucht, finanziell
noch mehr aus dem Projekt herauszuholen. Er ist ja immerhin Geschäftsmann.
Vielleicht auch deshalb, weil sich dieser Punkt in einem offenen
Gespräch klären lässt. Dagegen ist in den anderen
Fällen eine Gesprächsbasis für den Anbieter scheinbar
weniger gegeben.
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass sich die Gründe
für eine zukünftige Zusammenarbeit vor allem an einem
zuverlässigen, fairen und offenem Umgang miteinander orientieren.
Insgesamt sind die Einhaltung von Terminen und das Vorhandensein
sozialer Qualifikationen für den Auftraggeber entscheidende
Kriterien für den Projekteinsatz. Fehlen diese Merkmale bleiben
dem Freiberufler weitere Projektchancen schnell verschlossen.
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