|
Die Projektanbieter kommen beruflich weit öfter an ihre physischen
und psychischen Grenzen als die IT-Freiberufler: Während jeder
zweite Auftaggeber (54 Prozent) seine Aufgaben derzeit als zu belastend
und anstrengend einstuft, trifft dies nur auf ein Drittel der externen
IT-Mitarbeiter (34 Prozent) zu. Offenbar ist bei den Projektanbietern
der Druck in der Arbeit höher, so dass ihnen ihre Aufgaben
häufiger über den Kopf wachsen. Dagegen scheint bei den
meisten IT-Selbstständigen ein entspanntes und stressfreies
Arbeiten möglich. Dennoch gibt es einige IT-Positionen, in
denen auch bei den Freiberuflern der Stresspegel steigt. Das betrifft
insbesondere Projektleiter und Software-Entwickler wie nachfolgende
Grafik zeigt:
|
|
Ursachen, die Arbeit zur Belastung machen, gibt
es viele. Speziell für die IT-Projektarbeit hat eine Studie
des Instituts Arbeit und Technik (IAT) folgende Stressoren ermittelt:
Zeitdruck, Komplexität und Unstrukturiertheit der Aufgaben,
ungeplante Zusatzaufgaben, Änderungswünsche, Behinderungen
durch unzureichende Arbeitsmittel, fehlende Entscheidungen aus dem
Management sowie mangelnde Kundenkooperation. Auch emotionale Belastungen
durch sich aufschaukelnde Konflikte mit Kunden, Vorgesetzten und
Kollegen, aber auch Vertragsprobleme mit dem Kunden, die auf das
Projektgeschehen durchschlagen, beeinflussen das Befinden der Mitarbeiter.
Ein weiterer negativer Verstärker sind fehlende Handlungs-
und Verhandlungsmöglichkeiten der Betroffenen wie z.B. flexible
Arbeitszeitarrangements, Kooperationsmöglichkeiten oder ein
hoher Anregungsgrad der Arbeitsaufgaben.
Möglicherweise ist aber gerade letzteres ein Grund dafür,
warum die IT-Freiberufler tendenziell gelassener im Job sind als
die Projektanbieter. Denn als freier Mitarbeiter ergeben sich –
wie der Name schon sagt – auch mehr Freiheitsgrade. Das beginnt
schon damit, dass diese sich – eine gute Auftragslage vorausgesetzt
– ihre Projekte selbst aussuchen. Bei jedem neuen Angebot
können sie abwägen, ob die Aufgaben fachlich und/oder
finanziell interessant sind oder sie lieber die Finger von dem Projekt
lassen. Festangestellte Mitarbeiter haben diesbezüglich weit
weniger die Wahl. Hinzu kommt, dass Externe einen anderen "Status"
im Unternehmen haben, der sie meist auch in günstigere Handlungs-
und Verhandlungspositionen bringt.
Dafür kommt gerade bei Einzelkämpfern häufig das
Privatleben zu kurz. Bei knapp jedem zweiten (48 Prozent) IT-Selbstständigen
bleibt neben der Arbeit nicht genügend Zeit für die Familie.
Doch die knappe Freizeit scheint kein klassisches Merkmal der Selbstständigkeit
zu sein: |
|