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| Branchen im Vergleich:
Zusammenarbeit mit Agenturen
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(Juli 2006)
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Inhalt dieses Artikels:
Projektvermittlung dominiert |
Wohin geht der Trend? |
Direkt tätige Freiberufler erhalten nicht immer höhere Honorare |
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| Für IT-Freiberufler gibt es zwei klassische
Wege, um in Lohn und Brot zu kommen. Entweder akquirieren sie ihre
Kunden und Projekte selbst oder sie nutzen die Dienste einer Agentur,
die für sie die Projektvermittlung übernimmt. Doch welche
Form der Projektbesetzung bevorzugen ihre Kunden? Suchen diese den
direkten Draht zum Freiberufler oder überlassen sie die Beschaffung
lieber einer Agentur? Und was bedeutet die Wahl des jeweiligen Vertragspartners
für die Höhe des gezahlten Stundensatz? Etwas Licht ins
Dunkel bringt ein neuer Teil der Serie "Branchen im Vergleich".
Datenbasis des Branchenvergleichs sind die Einträge
freiberuflicher IT-Experten in die Liste "Stundensätze
in der Praxis" [Zugriff nur mit Profil-Account].
Für die aktuelle Auswertung wurden ca. 2.200 Angaben
von IT-Spezialisten zu ihren Projekten in den Jahren
2000 bis 2006 untersucht. |
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| Projektvermittlung
dominiert |
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| Die Statistik spricht eine deutliche
Sprache, wie freiberufliche IT-Spezialisten, vor allem in größeren
Unternehmen, an ihre Projektaufträge kommen: Über alle
Branchen hinweg betrachtet, sind drei Viertel von ihnen über
eine Vermittlungsagentur beim Kunden tätig. Der Rest (25 %)
arbeitet direkt für diesen. Unabhängig von der Branche
dominiert demnach das Recruiting über Agenturen. Dennoch finden
sich auch Wirtschaftszweige, in denen die Direktbeschäftigung
von IT-Freiberuflern einen etwas höheren Stellenwert hat. Dies
betrifft besonders die Industrie (32,9 %) und die IT/EDV (34,1 %). |
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| Das Auslagern der Mitarbeiterbeschaffung an einen externen
Dienstleister kann für Unternehmen verschiedene Vorteile haben
- u.a. Prozessoptimierung, höhere Vertragssicherheit, schnelle
Reaktionszeiten bei Lastspitzen - die vor allem Zeit und eigene Ressourcen
sparen. Insofern hängt die Entscheidung für eine Agentur
oder den direkten Einsatz von IT-Freiberuflern weniger von der Branche
ab, sondern orientiert sich vielmehr an Unternehmensgröße,
dem benötigten Bedarf sowie den intern vorhandenen (Personal-)Ressourcen.
Laut vorliegender Auswertung rekrutieren Banken und Finanzinstitute
am häufigsten ihre externen IT-Spezialisten über Agenturen,
gefolgt von der Automotive- und Logistikbranche. |
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| Wohin
geht der Trend? |
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| Vermittlungsagenturen haben sich also
offenbar als feste Institution bei der Besetzung von IT-Projekten
etabliert. In den vergangenen zwei Jahren konnten sie ihren Vorsprung
im Vergleich zum Direkteinsatz wieder weiter ausbauen. |
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| Der Zusammenbruch der New Economy ist auch an den Agenturen
nicht spurlos vorübergegangen. Ihre Dienste wurden in den Krisenzeiten
nach dem Jahr 2001 weniger in Anspruch genommen, wohingegen die direkte
Beschäftigung von IT-Freiberuflern in dieser Zeit stärker
praktiziert wurde. Seit dem Jahr 2004 werden aber wieder zunehmend
mehr Projekte über Agenturen abgewickelt. Diese Tendenzen lassen
vermuten, dass es für Kunden leichter und attraktiver ist, bei
vorhandenem Überangebot direkt mit IT-Spezialisten zusammenzuarbeiten.
Zieht die Nachfrage jedoch wieder an, wie seit ca.
drei Jahren zu beobachten ist, werden Agenturdienste interessanter,
da es aufgrund des verknappten Angebotes für Unternehmen schwieriger
wird, geeignete Fachleute selbst zu rekrutieren. |
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| Direkt
tätige Freiberufler erhalten nicht immer höhere Honorare |
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| Eine Dienstleistung kostet,
so auch die Projektvermittlung. Deshalb können bei einem Direkteinsatz
aufgrund der wegfallenden Vermittlungsgebühr höhere Stundensätze
erzielt werden. Es können, müssen aber nicht, wie der
Blick auf einzelne Branchen beweist: |
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Lesebeispiel:
IT-Freiberufler, die in der Branche "Versicherung" direkt
im Projekt eingesetzt sind, erhalten im Schnitt 8,3 % höhere
Stundensätze als ihre über eine Agentur vermittelten Kollegen.
(Hinweis: Die Auswertung basiert auf dem Stundensatz, den die Freiberufler
tatsächlich erhalten haben.) |
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Nach dieser Grafik können externe
Mitarbeiter je nach Branche bis zu zehn Prozent höhere Stundensätze
erzielen, wenn sie direkt für den Kunden tätig sind. Da
aber in bestimmten Branchen die Direktakquise ein zähes Unterfangen
ist, ist fraglich, ob sich der damit verbundene Aufwand tatsächlich
immer rechnet. Denn auch Zeit ist ja bekanntlich Geld. Eine Agentur
dagegen erledigt für den Freiberufler nicht nur die Projektbeschaffung,
sondern nimmt ihm auch administrative Tätigkeiten ab, so dass
z.B. Verträge und Zahlungseingänge schneller realisiert
werden können. Dass sich die Inanspruchnahme einer Agentur
für den Freiberufler auch in barer Münze auszahlen kann,
zeigen die beiden Branchen Logistik und IT/EDV.
Letztendlich muss jeder Freiberufler für sich selbst entscheiden,
welchen Weg er einschlägt, um seine Projektauslastung optimal
zu gestalten. Ohne Vermittlungsagenturen wird es aber auch in Zukunft
nicht gehen, denn die Chancen, direkt an Aufträge zu kommen,
fallen laut dieser Untersuchung zunehmend geringer aus.
Lesen Sie auch die bisher veröffentlichten Branchenauswertungen
zu Stundensatzzahlungen,
Vermittlungsprovisionen,
Projektdauer,
Altkunde,
Neukunde und Verlängerung und Alter
der IT-Spezialisten.
| Waren Sie in Ihrem
letzten Projekt über einen Vermittler oder direkt
tätig? Welchen Stundensatz haben Sie erzielt? Dokumentieren
auch Sie Ihre Projektdaten für zukünftige
Branchenauswertungen in der Liste
"Stundensätze in der Praxis". [Zugriff
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Kommentare zu diesem Artikel:
"Die 10% mehr zeigen mir nur eines --> die Freiberufler holen bei einer gefühlten Marge von 20% genau die Hälfte heraus. Es wäre schön und fair wenn es die Hälfte wäre... (Juli 2006)"
"Meine Erfahrungen im Bankensektor stimmen voll und ganz mit den Aussagen Ihrer Analyse überein. (Juli 2006)"
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