GULP Weiße Liste 2007:

IT-Freiberufler zu pingelig mit den Projektanbietern?

(Februar 2008)
So manchen IT-Freiberufler führt ein Projektangebot von einer ihm unbekannten Firma direkt in die GULP Weiße Liste. Hier kann er erfahren, ob es sich bei dem Projektanbieter um einen seriösen und verlässlichen Geschäftspartner handelt.
Die Bewertungen in der Weißen Liste stammen von IT-Selbstständigen, die mit dieser Firma bereits ein Projekt abgewickelt haben. Die Informationen reichen von der  Zusammenarbeit in der Angebots- über die Vertrags- und Projektphase bis hin zur Bezahlung. Jeden Monat veröffentlicht GULP die TOP-10 Projektanbieter namentlich; GULP Member haben zudem Einblick in die TOP-50. Welche Gesamtnoten die Projektanbieter im Jahr 2007 von den Freiberuflern erhielten, lesen Sie im Jahresrückblick.
Hinweis Hinweis:
Die Weiße Liste lebt von Ihren Beurteilungen. Welche Erfahrungen haben Sie mit welchen Projektanbietern gemacht? Geben Sie Ihre Bewertung in der Weißen Liste [Zugang mit Profil-Account] ab.
Extreme Meinungen
 
Im vergangenen Jahr kamen die Projektanbieter in der Gesamtbeurteilung weniger gut weg. So ist der Anteil der IT-Freiberufler, die gerne bis sehr gerne wieder für den gleichen Anbieter arbeiten würden, um rund zwei Prozentpunkte auf 59 Prozent gesunken. Sichtbar gewachsen ist dagegen der Anteil derer, die dies auf gar keinen Fall wieder tun würden.
Für den Projektanbieter wieder tätig werden?
Ca. jeder dritte bis vierte IT-Freiberufler (28,5 Prozent) hält eine weitere Zusammenarbeit mit dem gleichen Projektanbieter so gut wie ausgeschlossen. Die relative Mehrheit der Meinungen verteilt sich damit tendenziell immer mehr auf die beiden Extreme "sehr gerne wieder tätig werden" (42,5 Prozent) und "auf keinen Fall wieder" (16,5 Prozent).
Gesamturteil wenig schmeichelhaft
 
Insofern verwundert es nicht, dass auch wesentlich mehr IT-Freiberufler als noch 2006 ihren Projektanbieter nicht guten Gewissens weiterempfehlen würden. Etwa ein Drittel (32 Prozent) rät den Kollegen, besser die Finger von diesem Anbieter zu lassen.
Projektanbieter in der Gesamtbewertung
Die "Markenzeichen" nicht empfehlenswerter Anbieter sind z.B. hohe Margen, drücken des Stundensatzes, mangelhafte Betreuung, verspätete oder gar keine Bezahlung, unseriöse Vertragsgestaltung. Das Prädikat "empfehlenswerter Anbieter" vergaben die IT-Selbstständigen dagegen für eine zuverlässige, faire und seriöse Zusammenarbeit. Abgerundet wurde diese u.a. durch die Punkte hervorragende und kompetente Betreuung, Bemühung um Folgeaufträge oder nette Ansprechpartner. Immerhin blickt noch jeder zweite Freiberufler (56,4 Prozent) auf solche positiven Erfahrungen mit seinem Auftraggeber zurück.

Somit ist zwar insgesamt gesehen die Mehrheit der IT-Selbstständigen mit der Arbeit der Projektanbieter zufrieden. Allerdings nimmt der Anteil nicht empfehlenswerter Auftraggeber seit ca. drei Jahren stetig zu. Genau der Zeitraum, seit dem es den Freiberuflern wirtschaftlich wieder besser geht. Wie also lassen sich diese verstärkt negativen Tendenzen in der Zusammenarbeit von Auftraggebern und Freiberuflern erklären? Hat die Qualität der Projektanbieter tatsächlich nachgelassen oder sind einfach nur die Ansprüche der Freiberufler gestiegen? Was meinen Sie? Schreiben Sie uns ein Feedback.
 
GULP Membership Area
Wollen Sie mehr aus der GULP Weißen Liste wie die Infos zu "Gesamtbewertung der Projektanbieter"?
Als GULP Member haben Sie Einblick in die Top 50 Projektanbieter je Kategorie mit Durchschnittsnoten und Namen der Unternehmen.

Kommentare zu diesem Artikel:

"Es mag wohl stimmen, dass es unter den Projektanbietern "schwarze Schafe" gibt. Aber dies sollte nicht dazu führen, dass deshalb seriös arbeitende Projektanbieter benachteiligt werden. Als Mitarbeiter eines IT-Unternehmens misfällt mir die fehlende Offenheit vieler Freiberufler. Zum Beispiel wenn ein Projektangebot K.O.-Kriterien beinhaltet oder man kurz davor ist, einen Projektauftrag zu erhalten, sollte man den Projektanbieter informieren. Das spart Zeit und Kosten auf beiden Seiten, die dann nicht beim nächsten Projekt draufgeschlagen werden müssen. (Februar 2008)"

"Die Meinungen beurteile ich noch als viel besser, da kann ich mich von der Freßkette bis zum Desinteresse der Vermittler-Vermittler nur anschließen. (Februar 2008)"

""Wir Freiberufler sind nicht 'pingeliger' als in der Vergangenheit...". Diese Aussage kann ich bestätigen. Keine Rückmeldung von ( Schein- )Projektangeboten. Man erfährt nicht einmal den Grund der Absage. (Februar 2008)"

"Wir Freiberufler sind nicht 'pingeliger' als in der Vergangenheit. Die Marktsituation lässt es nun zu, auch mal eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen, z.B. die Wahl des Einsatzortes in Heimatnähe. Ebenfalls können wir auf Grund unserer Erfahrungen schon relativ schnell erkennen, wie die Sitatution im angeboteten Projekt ist. Ist das Projektteam wirklich an der Beraterleistung interessiert oder wird mal wieder ein "Feuerwehrmann/-frau" gesucht, welche/r das Projekt retten soll und die Versäumnisse der Vergangenheit kompensieren muss. Oft ist das Verhalten der Anbieter zweifelhaft. Keine Rückmeldung über den Stand der Akquise oder Weitergabe von Absagen durch den Kunden. Teilweise agressives Verhalten, wenn man als Freiberufler ein Projekt ablehnt. Dieses trägt erheblich dazu bei, dass man mit den entsprechenden Anbietern nicht mehr in Kontakt treten will. (Februar 2008)"

"Ich denke mal, dass die Projektanbieter - wie andere Unternehmen auch - immer mehr Gewinnoptimierung betreiben. Dabei bleibt viel Menschliches auf der Strecke. Bei meinem aktuellen Projekt hielt es mein Projektvermittler bis heute nicht für nötig, mal eine Tasse Kaffee mit zu trinken und das, obwohl sie schon einige 100K Umsatz mit mir gemacht haben. Bei all der Betriebswirtschaftlichkeit bleibt die Menschlichkeit und das Persönliche auf der Strecke. Das ist sehr schade und besonders gebunden an den Vermittler fühle ich mich da auch nicht. (Februar 2008)"

"Ich glaube nicht, dass Freiberufler nun anfangen "pingelig" zu werden. Vielmehr haben sich in Zeiten, in denen der Freiberufler kaum eine andere Wahl hatte, als auch "unseriöse" Angebote anzunehmen, vielerlei Unarten eingeschlichen, die nun - da man wieder etwas mehr Wahlmöglichkeiten hat, auf diese Agenturen zurückschlagen. Grundsätzlich sollten sich die Anbieter, die negativ bewertet werden, mal überlegen, daß es sich hier um eine gegenseitige Geschäftsbeziehung handelt! Also sollten auch beide Seiten gleiche Rechte und Pflichten haben - dann klappt´s auch wieder mit dem Freiberufler! (Februar 2008)"

"Ich glaube, dass es zum einen wirklich an der Partnerschaftlichkeit zwischen Anbietern und Freiberuflern fehlt, Anbieterseitig - aber auch dass die Nachfrage an Freiberuflern steigt und sich für diese auch mehr Wahlmöglichkeiten bieten. (Februar 2008)"

"Mir scheint, es gibt auf dem Markt unter den Anbietern viele Neueinsteiger, die in Ermanglung eigner Kontakte die berüchtigten Freßketten bilden (mehrere Vermittler zwischen Freiberufler und Kunde). Zum anderen scheint für die etablierten Vermittler eine intensive Bearbeitung des einzelnen Projektes aufgrund knapper Ressourcen nicht möglich (unspezifische Aufgabenbeschreibung / Schrottschusssuche bei den Freiberuflern). So muss es nicht verwundern, dass die Zahl der unqualifizierten und unprofessionellen Kontakte zu Projektanbietern zunehmen. (Februar 2008)"

"Durch den Wandel im Markt ist das Selbstvertrauen der Freiberufler sicherlich gewachsen - so ist wohl auch zu erklären, dass sie stärker als bisher auf ihre eigenen Interessen achten. Viele haben zusätzlich in den letzten Jahren leider auch lernen müssen, dass der Abschluss eines Vertrages mit dem falschen Vertragspartner eine sehr teure Angelegenheit werden kann. Und soviel Schlechtes gönnt man den Kollegen trotz aller Konkurrenz und Individualität wohl auch nicht, dass man sie jeweils in das offene Messer laufen lässt. (Februar 2008)"

"Bestätigt meinen Eindruck vom Markt. - Es gibt eine Reihe von Anbietern die versuchen, hohe Margen zu realisieren ohne den Finger für den Consultant wirklich krumm zu machen. Daneben sind es wohl auch einige Consultants leid, in Kettengeschäften an x-ter Stelle ein Projekt zu bekommen. Marge ohne Service wird nicht akzeptiert. (Februar 2008)"