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Damit der PC nicht krank macht

Gesund bleiben am Arbeitsplatz, Teil 4: Der Bildschirmarbeitsplatz

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(September 2005)

Inhalt dieses Artikels:
Monitor | Drucker | Tastatur | Maus | Strahlung!

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Ob im Projekt vor Ort oder im Homeoffice - auch für IT-Experten ist der PC unverzichtbares Arbeitsmittel. Und so ist es nur konsequent, dass sich der vierte Teil der GULP Serie "Gesund bleiben am Arbeitsplatz" um den so genannten Bildschirmarbeitsplatz dreht: Worauf ist bei Monitor, Tastatur, Maus und Drucker zu achten?

IT-Freiberufler beschäftigen sich berufsmäßig mit Soft- und Hardware. Dies ist eine banale Feststellung – ebenso scheinen viele der "Gesundheits-Hinweise" rund um den Bildschirmarbeitsplatz selbstverständlich. Tatsächlich aber machen sich selbst IT-Experten in der Praxis wenig Gedanken darüber, ob die Hardware des benutzten Computers den Anforderungen entspricht, um ohne Beeinträchtigungen oder gar gesundheitlichen Folgeschäden der täglichen Arbeit nachgehen zu können.

Alarmsignale: Häufige Kopfschmerzen und/oder tränende Augen und/oder das wiederkehrende Gefühl, dass das Bild vor den Augen flimmert. Dann tut man gut daran, einmal den Monitor genauer unter die Lupe zu nehmen, denn die Beschwerden deuten auf ihn als Hauptursache hin.

 

Monitor
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Die tägliche Bildschirmarbeit erfordert vor allem von den Augen Höchstleistungen: Im Laufe eines Arbeitstages müssen diese nicht nur bis zu 30.000 Blickwechsel zwischen Monitor, Tastatur und Schreibtisch verkraften, sondern sich fortwährend unterschiedlichen Helligkeiten und Kontrasten anpassen. Um die Augen nicht noch zusätzlich zu belasten, sollte der Monitor bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Bildschirmarten - den CRT-Monitor und den LCD-TFT-Monitor - die beide ihre Fangemeinde haben:

A) CRT-Monitore (CRT = Cathode Ray Tube). Obwohl sie immer noch häufig anzutreffen sind, geht die Zeit der großkalibrigen Geräte mit Kathodenstrahlröhre langsam vorbei. Hier wird die Monitorgröße durch die Diagonale der Bildröhre bestimmt, was heißt: Im Allgemeinen ist die Größe des sichtbaren Bildes um 5 Zentimeter kleiner.

B) LCD-TFT-Monitore (LCD = Liquid Crystal Display, TFT = Thin Film Transistor). Der jüngere und flachere Bildschirmtyp punktet durch das Fehlen von Flimmern und Bildverzerrungen, geringerem Energieverbrauch, modernerem Design und der Tatsache, dass Monitorgröße und Größe des sichtbaren Bildes identisch sind. Im Unterschied zum Bildröhren-Monitor ist er nahezu strahlungsfrei.

Unabhängig davon, welcher Monitor auf dem Schreibtisch steht – diese Eigenschaften sind für ein gesundes Arbeiten Pflichtvoraussetzungen:

o ein helles, nicht spiegelndes Gehäuse, das sich leicht drehen und neigen lässt – bis es die für den Benutzer optimale Position hat;
o eine entspiegelte Bildschirmoberfläche;
o eine scharfe Darstellung der Zeichen, ausreichend groß und ohne Flimmern (bei 15 Zoll-Monitoren mindestens 73 Hertz, bei 17 Zoll-Monitoren mindestens 85 Hertz Bildwiederholungsfrequenz);
o dunkle Zeichen auf hellem Hintergrund.

Zwischen Monitor und Augen sollte ein Mindestabstand von einem halben Meter eingehalten werden; die Oberkante des Bildschirms sollte sich in Augenhöhe befinden. Das Gerät sollte so positioniert werden, dass der Blick leicht abfallend, in einem Winkel von 15 bis 30 Grad, auf die Bildschirm-Oberfläche fällt.

Kleiner Aufwand, große Wirkung: Regelmäßige Pausen helfen den Augen zu entspannen. Deshalb muss nicht zwangsläufig eine Arbeitspause eingelegt werden. Schon die Erledigung von Aufgaben, die ohne PC auskommen (z.B. Telefonate), verschafft den Augen eine "Verschnaufpause". Auch ein gelegentlicher Blick in die Ferne beansprucht die Augen auf andere Weise; häufiges Augenblinzeln beugt brennenden und juckenden Augen vor.

 

 

Drucker
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Neben dem Bildschirm ist der Drucker der häufigste Verursacher von Beschwerden. So können Toner Schadstoffe wie z.B. Quecksilber oder Benzol enthalten, die schwere Gesundheitsschäden hervorrufen können. Meistens davon betroffen sind die Atemwege. Weit weniger gesundheitsschädlich, aber dennoch störend ist der vom Drucker erzeugte Geräuschpegel. Um ruhig arbeiten zu können, empfiehlt es sich, den Drucker in einem separaten Raum zu deponieren. Wem dies nicht möglich ist, der sollte darauf achten, dass der Drucker

o auf einem separatem Tisch aufgestellt ist,
o er leise ist, gegebenenfalls mit Hilfe einer Lärmschutzhaube,
o im Falle eines Laserdruckers zum Schutz vor Schadstoffen einen regelmäßig gewarteten Ozonfilter besitzt und hier die Toner-Kartuschen ohne Berührung des Toners ausgebaut werden können.

Ebenfalls wichtig: Der Abluftstrom des Gerätes sollte nicht direkt auf den Arbeitsplatz gerichtet sein.

 

 

Tastatur
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Vorab: Auch wenn Notebook bzw. Laptop nicht zuletzt wegen ausgefeilter Werbestrategien nach wie vor Karriere machen – aus ergonomischer Sicht sind sie nur die zweit- oder drittbeste Alternative. Und das liegt vor allem an der Tastatur, die gleich mehrere Kriterien für gesundes Arbeiten nicht erfüllt. Problematisch ist vor allem die Nähe zum Gerät und die starre Verbindung von Monitor und Tastatur. Folgen sind z.B. Haltungsschäden oder schmerzende Handgelenke.

Auch bei herkömmlichen Computern sollte an der Tastatur nicht unnötig gespart werden. Wer Probleme mit den Fingern und Unterarmen vermeiden und keine Sehnenscheidenentzündung riskieren will, dem seien folgende Punkte ans Herz gelegt:

o Grundsätzlich sollte die Tastatur getrennt vom Bildschirm aufgestellt sein – dabei einerseits mit rutschfesten Aufstellpunkten, andererseits aber verrückbar.
o Mal nachmessen: Die Tastatur sollte geneigt (nicht mehr als 15 Grad) und von geringer Bauhöhe
(bei der mittleren Buchstabenreihe unter 3 Zentimeter) sein.
o Die Handauflage sollte mindestens 5 Zentimeter tief sein.
o Vor der Tastatur sollte ausreichend Platz zum Auflegen der Hände und Arme vorhanden sein.
o Auch wenn eine schwarze Tastatur schicker erscheint, für die Augen besser ist die helle, seidenmatte Variante mit einer dunklen und gut lesbaren Beschriftung.
 

 

Maus
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Und die Maus? Das ständige Klicken auf die Computermaus kann zu einem "Maus-Arm", unter Medizinern "Repetitive Strain Injury" (RSI) genannt, führen. Durch die andauernd gleiche Klick-Bewegung, meist mit gestrecktem Zeigefinger und in einer verdrehten Handhaltung, werden Sehnen, Muskeln oder Gelenke einseitig belastet. Folgen: u.a. steife und schmerzende Gelenke in Schultern, Armen und Händen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Fingern und Händen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte folgendes beherzigt werden:

o möglichst oft zwischen Maus und Tastatur variieren, z.B. durch Nutzung der Tastenkombinationen (Short-Cuts);
o Maus entspannt und locker in die Hand nehmen;
o der Arm sollte bequem auf dem Tisch aufliegen und die Maus in gut erreichbarer Nähe sein;
o loslassen: wird die Maus nicht genutzt, dann hat die Hand auch nichts auf dieser zu suchen.

Die beste Vorbeugung sind regelmäßige Pausen, in denen Handmuskulatur und Finger durch kleine Gymnastikübungen gedehnt und gelockert werden.

Bei der Wahl der PC-Maus sollte man zuallererst auf sein Gefühl vertrauen, denn schon beim ersten Test ist gut zu erkennen, ob sie gut in der Hand liegt. Ferner gilt es zu prüfen:

o Bei vorhandenem Kabel: Kann es flexibel und frei geführt werden?
o Bei vorhandenem Mousepad: Ist die Maus darauf leicht zu bewegen?
o Bei vorhandener Rollkugel: Ist sie im vorderen unteren Gehäusebereich untergebracht und leicht
zu reinigen?
 

 

Strahlung!
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(Fast) jeder ist schon einmal einem Kollegen begegnet, der über Kopfschmerzen aufgrund der Strahlenbelastung durch den Monitor geklagt hat. Aber stimmt dies auch?

Wer sich generell dem Thema "Strahlung im Büro" nähert, stößt theoretisch auf drei verschiedene Strahlungsarten:

A) Elektrostatische Felder: Sie entstehen durch die elektrische Spannung, die auf der Phosphorschicht der Monitoroberfläche die Buchstaben zum Leuchten bringt. Abhilfe schafft hier die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Büro – zum Beispiel verringert ein Wert von über 50 Prozent die elektrostatische Belastung auf beinahe Null.

B) Elektromagnetische Felder werden erzeugt von den Spulen, welche die Röhren umgeben, die wiederum im Bildschirm für die Ablenkung und Streuung des Elektronenstrahls verantwortlich sind. Vor modernen Monitoren ist man heutzutage kaum mehr elektromagnetischen Feldern ausgesetzt – am 27. Juli 1998 hat dazu auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bekannt gegeben, dass die Strahlung an Bildschirmarbeitsplätzen selbst für schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder keine Gefahr darstellt.

C) Röntgenstrahlung: Sie entsteht durch den Elektronenstrahl, der über die Phosphorschicht des Monitors streicht und Buchstaben zum Leuchten bringt. Es handelt sich hierbei um eine "weiche" Röntgenstrahlung, die zum einen sehr gering im Vergleich zur natürlichen Erd- und Höhenstrahlung ist, zum anderen vollständig im Glas des Gerätes absorbiert wird.

Fazit: Auch wenn Strahlung am ehesten die Ängste der Menschen weckt und gerade hier immer wieder Vermutungen von Gesundheitsschädigungen auftauchen – der Bildschirmarbeitsplatz in modernen Büros gibt dabei den geringsten Anlass zur Sorge.

Wer die Strahlenbelastung am Arbeitsplatz so gering wie möglich halten will, dem bleibt nur, sämtliche Geräte wie Drucker oder Kopierer aus dem Arbeitszimmer zu verbannen und in einem gesonderten Raum unterzubringen. Zusätzlicher Vorteil: Durch längere Wege bekommt man zwangsläufig mehr Bewegung! Wem dies aus Platzgründen nicht möglich ist, für den gilt: Auf ausreichend Abstand zu elektrischen Geräten achten und diese ausschalten, wenn sie nicht benötigt werden.

 

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"zu allgemein, keine skizzen, keine arbeitsplatzlösungen (Februar 2009)"

"Sehr aufschlussreich und hilfreich für jeden, der am PC gesund arbeiten will. Sie haben hier einen wichtigen Aspekt der PC-Arbeit professionell angesprochen. Ich bin Ihnen für diesen Artikel dankbar. Es gibt so wenige Notebooks mit einer hellen Tastatur. Ich habe ein solches gefunden und Sie bestätigend da, dass helle Tastatur mit dunkler lesbarer Beschriftung ergonomischer ist. Vielen Dank! (Dezember 2008)"

"Gut zu wissen. (Oktober 2005)"


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