 |
| Damit der PC nicht krank
macht
Gesund bleiben am Arbeitsplatz, Teil 4: Der
Bildschirmarbeitsplatz
Teil 1
| Teil 2
| Teil 3
| Teil 4 | Teil 5 |
|
|
| Inhalt dieses Artikels:
Monitor | Drucker
| Tastatur | Maus | Strahlung!
|
|
| |
| Ob im Projekt vor Ort oder im Homeoffice - auch
für IT-Experten ist der PC unverzichtbares Arbeitsmittel. Und
so ist es nur konsequent, dass sich der vierte Teil der GULP Serie
"Gesund bleiben am Arbeitsplatz" um den so genannten Bildschirmarbeitsplatz
dreht: Worauf ist bei Monitor, Tastatur, Maus und Drucker zu achten?
IT-Freiberufler beschäftigen sich berufsmäßig mit
Soft- und Hardware. Dies ist eine banale Feststellung – ebenso
scheinen viele der "Gesundheits-Hinweise" rund um den
Bildschirmarbeitsplatz selbstverständlich. Tatsächlich
aber machen sich selbst IT-Experten in der Praxis wenig Gedanken
darüber, ob die Hardware des benutzten Computers den Anforderungen
entspricht, um ohne Beeinträchtigungen oder gar gesundheitlichen
Folgeschäden der täglichen Arbeit nachgehen zu können.
Alarmsignale: Häufige Kopfschmerzen und/oder tränende
Augen und/oder das wiederkehrende Gefühl, dass das Bild vor
den Augen flimmert. Dann tut man gut daran, einmal den Monitor genauer
unter die Lupe zu nehmen, denn die Beschwerden deuten auf ihn als
Hauptursache hin.
|
| Monitor |
|
| |
|
| Die tägliche Bildschirmarbeit
erfordert vor allem von den Augen Höchstleistungen: Im Laufe
eines Arbeitstages müssen diese nicht nur bis zu 30.000 Blickwechsel
zwischen Monitor, Tastatur und Schreibtisch verkraften, sondern
sich fortwährend unterschiedlichen Helligkeiten und Kontrasten
anpassen. Um die Augen nicht noch zusätzlich zu belasten, sollte
der Monitor bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Bildschirmarten - den CRT-Monitor
und den LCD-TFT-Monitor - die beide ihre Fangemeinde haben:
A) CRT-Monitore (CRT = Cathode Ray Tube). Obwohl
sie immer noch häufig anzutreffen sind, geht die Zeit der großkalibrigen
Geräte mit Kathodenstrahlröhre langsam vorbei. Hier wird
die Monitorgröße durch die Diagonale der Bildröhre
bestimmt, was heißt: Im Allgemeinen ist die Größe
des sichtbaren Bildes um 5 Zentimeter kleiner.
B) LCD-TFT-Monitore (LCD = Liquid Crystal Display, TFT
= Thin Film Transistor). Der jüngere und flachere
Bildschirmtyp punktet durch das Fehlen von Flimmern und Bildverzerrungen,
geringerem Energieverbrauch, modernerem Design und der Tatsache,
dass Monitorgröße und Größe des sichtbaren
Bildes identisch sind. Im Unterschied zum Bildröhren-Monitor
ist er nahezu strahlungsfrei.
Unabhängig davon, welcher Monitor auf dem Schreibtisch steht
– diese Eigenschaften sind für ein gesundes Arbeiten
Pflichtvoraussetzungen:
 |
ein helles, nicht spiegelndes Gehäuse, das sich leicht
drehen und neigen lässt – bis es die für den
Benutzer optimale Position hat; |
 |
eine entspiegelte Bildschirmoberfläche; |
 |
eine scharfe Darstellung der Zeichen, ausreichend groß
und ohne Flimmern (bei 15 Zoll-Monitoren mindestens 73 Hertz,
bei 17 Zoll-Monitoren mindestens 85 Hertz Bildwiederholungsfrequenz); |
 |
dunkle Zeichen auf hellem Hintergrund. |
Zwischen Monitor und Augen sollte ein Mindestabstand von einem
halben Meter eingehalten werden; die Oberkante des Bildschirms sollte
sich in Augenhöhe befinden. Das Gerät sollte so positioniert
werden, dass der Blick leicht abfallend, in einem Winkel von 15
bis 30 Grad, auf die Bildschirm-Oberfläche fällt.
Kleiner Aufwand, große Wirkung: Regelmäßige Pausen
helfen den Augen zu entspannen. Deshalb muss nicht zwangsläufig
eine Arbeitspause eingelegt werden. Schon die Erledigung von Aufgaben,
die ohne PC auskommen (z.B. Telefonate), verschafft den Augen eine
"Verschnaufpause". Auch ein gelegentlicher Blick in die
Ferne beansprucht die Augen auf andere Weise; häufiges Augenblinzeln
beugt brennenden und juckenden Augen vor.
|
|
| Drucker |
|
| |
|
| Neben dem Bildschirm ist der Drucker
der häufigste Verursacher von Beschwerden. So können Toner
Schadstoffe wie z.B. Quecksilber oder Benzol enthalten, die schwere
Gesundheitsschäden hervorrufen können. Meistens davon
betroffen sind die Atemwege. Weit weniger gesundheitsschädlich,
aber dennoch störend ist der vom Drucker erzeugte Geräuschpegel.
Um ruhig arbeiten zu können, empfiehlt es sich, den Drucker
in einem separaten Raum zu deponieren. Wem dies nicht möglich
ist, der sollte darauf achten, dass der Drucker
 |
auf einem separatem Tisch aufgestellt ist, |
 |
er leise ist, gegebenenfalls mit Hilfe einer Lärmschutzhaube, |
 |
im Falle eines Laserdruckers zum Schutz vor Schadstoffen
einen regelmäßig gewarteten Ozonfilter besitzt und
hier die Toner-Kartuschen ohne Berührung des Toners ausgebaut
werden können. |
Ebenfalls wichtig: Der Abluftstrom des Gerätes sollte nicht
direkt auf den Arbeitsplatz gerichtet sein. |
|
| Maus |
|
| |
|
| Und die Maus? Das ständige Klicken
auf die Computermaus kann zu einem "Maus-Arm", unter Medizinern
"Repetitive Strain Injury" (RSI) genannt, führen.
Durch die andauernd gleiche Klick-Bewegung, meist mit gestrecktem
Zeigefinger und in einer verdrehten Handhaltung, werden Sehnen,
Muskeln oder Gelenke einseitig belastet. Folgen: u.a. steife und
schmerzende Gelenke in Schultern, Armen und Händen, Taubheitsgefühl
oder Kribbeln in Fingern und Händen.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte folgendes beherzigt
werden:
 |
möglichst oft zwischen Maus und Tastatur variieren,
z.B. durch Nutzung der Tastenkombinationen (Short-Cuts); |
 |
Maus entspannt und locker in die Hand nehmen; |
 |
der Arm sollte bequem auf dem Tisch aufliegen und die Maus
in gut erreichbarer Nähe sein; |
 |
loslassen: wird die Maus nicht genutzt, dann hat die Hand
auch nichts auf dieser zu suchen. |
Die beste Vorbeugung sind regelmäßige Pausen, in denen
Handmuskulatur und Finger durch kleine Gymnastikübungen gedehnt
und gelockert werden.
Bei der Wahl der PC-Maus sollte man zuallererst auf sein Gefühl
vertrauen, denn schon beim ersten Test ist gut zu erkennen, ob sie
gut in der Hand liegt. Ferner gilt es zu prüfen:
 |
Bei vorhandenem Kabel: Kann es flexibel und frei geführt
werden? |
 |
Bei vorhandenem Mousepad: Ist die Maus darauf leicht zu bewegen? |
 |
Bei vorhandener Rollkugel: Ist sie im vorderen unteren Gehäusebereich
untergebracht und leicht
zu reinigen? |
|
|
| Strahlung! |
|
| |
|
| (Fast) jeder ist schon einmal einem
Kollegen begegnet, der über Kopfschmerzen aufgrund der Strahlenbelastung
durch den Monitor geklagt hat. Aber stimmt dies auch?
Wer sich generell dem Thema "Strahlung im Büro"
nähert, stößt theoretisch auf drei verschiedene
Strahlungsarten:
A) Elektrostatische Felder: Sie entstehen durch
die elektrische Spannung, die auf der Phosphorschicht der Monitoroberfläche
die Buchstaben zum Leuchten bringt. Abhilfe schafft hier die Erhöhung
der Luftfeuchtigkeit im Büro – zum Beispiel verringert
ein Wert von über 50 Prozent die elektrostatische Belastung
auf beinahe Null.
B) Elektromagnetische Felder werden erzeugt von
den Spulen, welche die Röhren umgeben, die wiederum im Bildschirm
für die Ablenkung und Streuung des Elektronenstrahls verantwortlich
sind. Vor modernen Monitoren ist man heutzutage kaum mehr elektromagnetischen
Feldern ausgesetzt – am 27. Juli 1998 hat dazu auch die Weltgesundheitsorganisation
WHO bekannt gegeben, dass die Strahlung an Bildschirmarbeitsplätzen
selbst für schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder keine
Gefahr darstellt.
C) Röntgenstrahlung: Sie entsteht durch den
Elektronenstrahl, der über die Phosphorschicht des Monitors
streicht und Buchstaben zum Leuchten bringt. Es handelt sich hierbei
um eine "weiche" Röntgenstrahlung, die zum einen
sehr gering im Vergleich zur natürlichen Erd- und Höhenstrahlung
ist, zum anderen vollständig im Glas des Gerätes absorbiert
wird.
Fazit: Auch wenn Strahlung am ehesten die Ängste der Menschen
weckt und gerade hier immer wieder Vermutungen von Gesundheitsschädigungen
auftauchen – der Bildschirmarbeitsplatz in modernen Büros
gibt dabei den geringsten Anlass zur Sorge.
Wer die Strahlenbelastung am Arbeitsplatz so gering wie möglich
halten will, dem bleibt nur, sämtliche Geräte wie Drucker
oder Kopierer aus dem Arbeitszimmer zu verbannen und in einem gesonderten
Raum unterzubringen. Zusätzlicher Vorteil: Durch längere
Wege bekommt man zwangsläufig mehr Bewegung!
Wem dies aus Platzgründen nicht möglich ist, für
den gilt: Auf ausreichend Abstand zu elektrischen Geräten achten
und diese ausschalten, wenn sie nicht benötigt werden.
|
|
Kommentare zu diesem Artikel:
"zu allgemein, keine skizzen, keine arbeitsplatzlösungen (Februar 2009)"
"Sehr aufschlussreich und hilfreich für jeden, der am PC gesund arbeiten will. Sie haben hier einen wichtigen Aspekt der PC-Arbeit professionell angesprochen. Ich bin Ihnen für diesen Artikel dankbar. Es gibt so wenige Notebooks mit einer hellen Tastatur. Ich habe ein solches gefunden und Sie bestätigend da, dass helle Tastatur mit dunkler lesbarer Beschriftung ergonomischer ist. Vielen Dank! (Dezember 2008)"
"Gut zu wissen. (Oktober 2005)"
|