Trash Poll der Woche

(Januar 2010)
Die wöchentliche GULP Kurzumfrage rund um Leben, Liebe, Alltag & Beruf - nicht immer ganz ernst gemeint, sondern mit einem Augenzwinkern.

Das Ergebnis der Kalenderwoche 03/2010:
Arbeiten Sie auch ohne schriftlichen Vertrag?
Ja, akzeptiere auch einen mündlich geschlossenen Vertrag.   18%
Nur wenn ich den Kunden gut kenne.   53%
Nein, ich muss einen Vertrag in der Hand halten.   29%
Teilnehmerzahl: 136
Ein Projektvertrag kommt nicht erst zustande, wenn Freiberufler und Projektanbieter ihre Unterschrift unter das ausgedruckte Dokument setzen - er kann ebenso mündlich oder durch konkludentes Handeln geschlossen werden. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer an dieser GULP Trash Poll arbeitet deswegen ohne schriftlichen Vertrag, wenn sie den Kunden gut kennen. 18 Prozent akzeptieren mündlich geschlossene Verträge in jedem Fall.

Konkludentes Handeln kann hier zum Beispiel bedeuten, dass der IT-Freiberufler eben die Arbeit aufnimmt, nachdem er sich mit dem Projektanbieter über den notwendigen Mindestinhalt einig geworden ist. Was ist dieser Mindestinhalt? Das hängt vor allem vom Vertragstyp ab. Bei einem Dienstvertrag sind das in der Regel zum Beispiel die Leistungen ("Was ist zu tun?") und der Leistungszeitraum ("Wann ist das zu tun?").

Ein paar Dinge gibt es beim mündlich geschlossenen Vertrag schon zu beachten, schließlich liegt kein Schriftstück vor, das das einmal Ausgemachte bestätigt. Zeugen, unterzeichnete Protokolle, eine E-Mail mit den Rahmenbedingungen oder ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben helfen bei Unklarheiten im Nachhinein. Genauer werden diese Tipps im Artikel "Kein Warten auf den Projektvertrag" erläutert.

Was sind Ihre Erfahrungen mit mündlich geschlossenen Projektverträgen?
 
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Kommentare zu diesem Artikel:

"Bin seit vielen Jahren freiberuflich tätig und habe bieher nie einen schriftlichen Projektvertrag geschlossen! (Februar 2010)"

"Der Vertrag muß immer VOR dem Projektstart vorliegen und unterschrieben sein (mind. per FAX). Wie soll man sonst anderen Kunden für 3-6 Monatsprojekte absagen (im Worst-Case startet das zugesagte Erstprojekt nicht?!) Bin einmal einem Direktkunden x-Monate einem Vertrag "hinterhergerannt" - der Kunde hatte einfach "keinen Bock" im Projekt mir den noch zu unterschreiben (lag ihm bereits unterschriftsreif vor). Never ever! Zudem schickt das FA die Außenprüfer los und scannt Vertrags-/Projektinhalte auf den Status Freiberufler vs. Gewerbe. Da MUSS man was schriftlich in der Hand haben. (Februar 2010)"

"Vielleicht muss man unterscheiden zwischen: - ich würde anfangen ohne Vertrag für max. 4 Wochen - nur mit erster Vertragsversion, aber noch nicht in allen Punkten geklärt (Finanzen aber schon) und deshalb ohne Unterschrift - das ganze Projekt ohne Vertrag? Das ganze Projekt ohne Vertrag? Wer entscheidet dann über die Ziele? Klar schießen einige Verträge über das Ziel hinaus und müssen geändert werden. Aber wer entscheidet in zwei Jahren, was mündlich vereinbart wurde. Ohne schriftlichen Vertrag, nie! (Februar 2010)"

"Seit mich ein nett wirkender Kerl mündlich und mit ein paar Mailzeilen beauftragt hat - und dann die 3.000 € Rechnung nicht bezahlt hat, akzeptiere ich nur noch schriftliche Beauftragungen (oder sehr sehr detaillierte Mail-Beauftragungen). Eine Beauftragung muss absolut gerichtsfest sein - sonst hat man im Zweifel keine Chance. PS. Der Auftraggeber hat nachträglich sogar vor Zeugen per Handschlag die Bezahlung der Rechnung versprochen - aber wer klagt auf so einer Basis? (Januar 2010)"

"Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie blauäugig hier die Mehrheit (der Teilnehmer der Umfrage) am Markt auftritt, wenn man bedenkt, dass das Volumen eines Auftrags die 100.000 EUR in den meissten Fällen locker übersteigt. Bei solchen Summen keinen konkreten Vertrag in den Händen zu haben ist einfach Unvermögen in Reinform. (Januar 2010)"

"Nach meiner Erfahrung funktionierten mündliche Vereinbarungen bzw. Zusagen per Mail zuverlässiger als aufwändige schriftliche Verträge. Vielleicht liegt es daran, dass eine Vereinbarungen per Handschlag in Hinterkopf mit einer höheren moralischen Verpflichtung verbunden wird. - Der Handel wird persönlicher... (Januar 2010)"