Trash Poll der Woche

(Oktober 2008)
Die wöchentliche GULP Kurzumfrage rund um Leben, Liebe, Alltag & Beruf - nicht immer ganz ernst gemeint, sondern mit einem Augenzwinkern.

Das Ergebnis der Kalenderwoche 40/2008:
Was ist der Hauptgrund für Burnout in der IT-Branche?
Ein dauerhafter Zustand totaler Erschöpfung - das ist häufigste Definition von Burnout. Wo genau das Burnout-Syndrom herkommt, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig. Eine Erklärung lautet - vereinfach gesagt - so: Jeder Mensch hat Ressourcen, körperliche und geistige. Im Arbeitsleben verbraucht er diese; durch Erholung, Entspannung oder Belohnung baut er sie wieder auf. Alles ist in Ordnung, solange das Geben und Nehmen im Gleichgewicht ist. Wenn die Waage langfristig schief steht, kann die totale Erschöpfung blühen.

Es gibt nicht eine Ursache für eine Schieflage, sondern viele. Das zeigt auch das Ergebnis unserer Trash Poll-Auswertung. Laut aktuellen Studien können alle Antwortmöglichkeiten, die wir vorgegeben haben, zu Ausgebranntheit führen. Allerdings: Fast die Hälfte unserer Nutzer sahen "Dauerhaft zu viel Arbeit in zu wenig Zeit" als den Hauptgrund für Burnout in der IT-Branche an. Arbeitsüberlastung ist in der IT wohl das brisanteste Thema.

Wenig Wertschätzung und die Unmöglichkeit, die eigenen Qualitätsansprüche einzuhalten folgen mit jeweils 20 Prozent auf den Plätzen zwei und drei. Wenn ein Arbeitender wenig Belohnung in Form von Wertschätzung durch Kunden oder Kollegen erfährt, verschiebt sich die Balance. Genauso, wenn IT-Freiberufler wegen Zeitdruck, schlechter Projektorganisation oder mangelnder technischer Voraussetzungen ihre eigenen Qualitätsstandards über den Haufen werfen müssen. Das frustriert auf Dauer.

Nur zwölf Prozent sehen in Isolation, dauernder Konkurrenz oder fehlendem Team-Rückhalt den Hauptgrund. Eine große Portion Eigenverantwortung hält fast keiner unserer User für gefährlich.

Was meinen Sie: Wie können IT-Freiberufler trotz dauerhafter Arbeitsüberlastung ihr Ressourcengleichgewicht erhalten? Wie laden Sie persönlich Ihre "Batterien" immer wieder auf?
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Kommentare zu diesem Artikel:

"trifft voll und ganz ins 'schwarze' (Oktober 2008)"

"'Verbrennen' kann nur derjenige, der für seinen Job auch brennt bzw. brannte. Daher um so bedauerlicher, dass es meistens die kreativsten und leidenschaftlichsten IT-ler als erstes trifft. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Lernen mit Schmerzen und hoffen, dass die eigenen Grenzen rechtzeitig erkannt werden und die Selbstheilungsmechanismen greifen...  (Oktober 2008)"

"Ich denke, dass der Burnout aus der Tatsache heraus entsteht, dass viele der Erkenntnis 'Alles geht gut bis es schief geht' folgen, ohne rechtzeitig Änderungen durchzuführen. Viele Freiberufler haben mehrere Baustellen oder führen 'nebenher' oft die eigene Firma.  Wenn man dann zu den Personen gehört, die fest davon überzeugt sind, dass ohne sie nichts läuft, es der Burnout nur eine Frage der Zeit. (Oktober 2008)"

"Ich denke ein Burnout-Syndrom bei Freiberuflern ist am wahrscheinlichsten wenn er es nicht schafft, auch mal NEIN zu sagen. Viele Tätigkeiten die im verborgenen (außerhalb der normalen Geschäftszeit des Kunden) stattfinden werden eh seltenst gewürdigt (außer finanziel natürlich), und sind wohl oft genug falsch verstandenes 'Heldentum' oder vielleicht doch nur 'Sklaventum'. Hier an paar Anregungen für die Zukunft um dem Burnout-Syndrom zu entgehen -> NEIN, ich bin im Urlaub nicht 24-Stunden erreichbar (genau wie die angestellten Kollegen des Kunden). NEIN (Ja), ich beende meinen Arbeitstag schon um 20:00 Uhr nach 12 Stunden. NEIN, ich werde die Aufgaben der angestellten Kollegen des Kunden nicht zusätzlich übernehmen, auch wenn es einen Tag länger dauert. Auch wenn der Spruch nur bedingt stimmt, aber 'in der Ruhe liegt die Kraft'. (Oktober 2008)"

"Das ist ein interessantes Thema. Da ließe sich sicherlich noch mehr draus machen. Ich war selbst auch betroffen und habe meine Batterien durch 2 Wochen Urlaub wieder aufgeladen. Was die Batterien wieder auflädt sind u.a. Dinge, welche man gerne tut und Spaß machen, z.B. Musik hören, Filme anschauen, fotografieren, Urlaub, Zeit mit dem Partner verbringen oder angenehme Kontakte pflegen, Bei häufiger Reisetätigkeit bleibt da in der täglichen Tretmühle ja so manches auf der Strecke. Wenn auch diese Interessen zu ihrem Recht kommen, dann tut das eine ganze Menge gutes. (Oktober 2008)"

"Ist ein superwichtiges Thema. Koennte noch ausfuehrlicher bearbeitet werden. (Oktober 2008)"

"Wie soll man Zeit haben, wenn man sich die Zeit nicht nimmt? Ich gönne mir einer Auszeit zwischen zwei stressigen Projekten Teilweise bis zu 6 Wochen um den Akku wieder aufzuladen. Neber der Erholung kann ich diese Zeit auch gut zur eigenen Weiterbildung nutzen. (Oktober 2008)"