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Umfrage-Ergebnis:

Umstieg auf Vista – ja oder nein?

(Juli 2007)
 

Nach langem Hin und Her ist Windows Vista nun seit geraumer Zeit auf dem Markt verfügbar. Der Nachfolger von Windows XP soll schneller, sicherer und grafisch ansprechender sein. GULP hat 109 Projektanbieter und 585 IT-Freiberufler befragt, ob sie auf Vista umsteigen werden oder lieber ihrem alten Betriebssystem treu bleiben.

Nach fünfjähriger Entwicklungszeit lockt die neue Software mit einer Reihe von Neuerungen und Funktionen. Microsoft verspricht mit Vista mehr Spaß bei der Arbeit, mehr Multimedia, eine schnelle Suchfunktion und deutlich mehr Sicherheit. Verschiedene Versionen sind auf die speziellen Bedürfnisse und Anforderungen im privaten wie geschäftlichen Umfeld zugeschnitten. Für die Akteure im IT-Projektmarkt alles Gründe, um sich von ihrem bisherigen System zu verabschieden? Derzeit arbeiten die meisten der Befragten noch mit Windows XP.

IT-Freiberufler
Projektanbieter

 

Mit welchem Betriebssystem arbeiten Sie?
Windows (NT, 2000) 7%
Windows (NT, 2000) 6%
Windows XP 69%
Windows XP 86%
Windows CE 0%
Windows CE 0%
Unix/Linux/Aix 17%
Unix/Linux/Aix 5%
Mac OS 4%
Mac OS 3%
SUN OS/Solaris 0%
SUN OS/Solaris 0%
Sonstige 2%
Sonstige 1%


Allerdings präferieren prozentual etwas weniger IT-Freiberufler (69 %) als Projektanbieter (86 %) die XP-Variante. Dafür setzt von ihnen noch fast jeder Fünfte (17 %) auf eine Open Source Lösung wie Linux oder Unix, womit die IT-Selbstständigen deutlich öfter lizenzfreie Betriebssysteme nutzen als die auftraggebenden Unternehmen (5 %).

Mit Sicherheit auf Vista umsteigen wird aber sowohl bei den Freiberuflern als auch Projektanbietern nur eine Minderheit. Jeder Zweite sieht keinen Grund, warum er auf das neue Microsoft Produkt umsatteln sollte. Ca. ein Drittel will erst mal abwarten und später umsteigen.

 

Werden Sie auf Windows Vista umsteigen?
Ja, mit Sicherheit. 9%
Ja, mit Sicherheit. 17%
Ja, aber erst später. 34%
Ja, aber erst später. 32%
Nein, warum sollte ich. 57%
Nein, warum sollte ich. 51%


Demnach stehen nicht wenige der Befragten dem neuen Betriebssystem offenbar noch kritisch gegenüber, möglicherweise aufgrund der langen Entwicklungszeit. Immerhin war die auch als Longhorn bekannte Windows-Version schon für das Jahr 2001 angekündigt. Unterstrichen wird diese Skepsis noch durch eine kürzlich bei GULP durchgeführte Umfrage, in der Vista speziell von den IT-Selbstständigen zur zweitgrößten IT-Luftblase 2007 gekürt wurde.

Hinzu kommt: Warum die Katze im Sack kaufen, wenn man mit Altbewährtem zufrieden ist? Immerhin ist ein Umstieg auch mit Anschaffungskosten verbunden. Je nach Edition betragen die Ausgaben zwischen 140 Euro bis 550 Euro. Außerdem ist es bei einigen Befragten allein mit dem Kauf des neuen Betriebssystems auch nicht getan, denn sie müssten zusätzlich in neue Hardware investieren.

 

Müssten Sie bei einem Umstieg auf Vista Ihre Hardware aufrüsten?
Ja. 40%
Ja. 57%
Nein. 43%
Nein. 27%
Weiß nicht. 18%
Weiß nicht. 17%


Mehr als die Hälfte der befragten Projektanbieter (57 %) müsste für den Betrieb von Windows Vista technisch aufrüsten. Bei den freiberuflichen IT-Experten sind es mit 40 % nicht ganz so viele. Offenbar sind ihre Rechner aktueller, so dass sie die von Microsoft empfohlenen Mindestanforderungen - Prozessor mit mindestens 800 MHz, 512 MByte Systemspeicher (RAM) und DirectX 9 fähige Grafikkarte - erfüllen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass mit dieser Ausstattung viele Extras von Vista nicht anwendbar seien. Sie empfehlen daher als Untergrenze einen Prozessor mit mindestens 1 GHz (32 Bit oder 64 Bit), 1 GByte Systemspeicher (RAM) und 3D-Grafikkarte mit 128 MByte RAM, 32 Bit pro Pixel. (Quelle: www.wdr.de, Wie viel PC braucht Vista? vom 26.01.2007)

Auf beiden Seiten weiß rund jeder fünfte Befragte nicht, ob er bei einem Umstieg auf Vista seinen Computer aufrüsten müsste. Für diejenigen, deren Rechner bereits älter als ein Jahr sind, ist Vista aus Expertensicht eher nicht zu empfehlen. Entweder funktioniere das neue Betriebssystem dann gar nicht oder nur sehr langsam. Mit hoher Wahrscheinlichkeit müsste in solchen Fällen in zusätzlichen Arbeitsspeicher, mehr Festplattenkapazität oder eine neue 3D-Grafikkarte investiert werden. (Quelle: www.wdr.de, Wie viel PC braucht Vista? vom 26.01.2007)

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Habe beim Kunden Vista Business installiert. Trotz ordentlichem System Intel Core 2 Duo 1,8 GHz und 2 GIG RAM hängt das System immer wieder, wenn ich Windows-interne Programme (z.B Explorer) aufrufe. Kann es nicht so recht deuten, ob es am PC, Netzwerk oder sonstwas liegt... aber was ich bisher gesehen habe (auch von der Oberfläche) reicht mir erstmal, dass ich Vista NICHT selbst einsetzen werde. (Dezember 2007)"

"Nein, ich steige nicht um auf Vista, als Java-Entwickler bin ich glücklicherweise etwas unabhängiger vom Desktop-OS. Unser Architektur-Beratur und Coach wollte auch nicht umsteigen und hat jetzt einen neuen Mac Pro mit Mac OS sowie XP unter VMWare. Was ich da bisher gesehen habe, lässt mich mit Bestimmtheit sagen, dass ich auch in den nächsten Jahren nicht auf Vista umsteigen werde: entweder Linux oder eben auch Mac OS. (August 2007)"

"Selbst wenn ich Vista kritisch gegenüber stehe, wird mir als Entwickler mittelfristig nichts anderes übrig bleiben, als mir Vista anzuschaffen. Kaum war Vista auf dem Markt, kamen die ersten Anfragen 'funktioniert Ihr Programm auch unter Vista?'. Ich wusste nur von einem Programmiererstammtisch, dass man ein paar kleine Programmänderungen machen musste und baute sie ein. Nachdem man keine unzureichend getesteten Programme in freier Wildbahn haben sollte, wird Vista bei Entwicklern bald kommen müssen. (Juli 2007)"

"Ich sehe mich in meiner abwartenden Haltung bestärkt. (Juli 2007)"

"Die Diskussion, ob ein neues Microsoft-Betriebssystems Sinn macht gibt es seit Windows 95! Durchgesetzt haben sich alle. Die geschäftlichen Nutzer warten i.d.R. etwas länger als die Privatnutzer (SP1-Deadline ;-) Ich persönlich arbeite seit 2 Monaten mit Vista auf meinem Notebook und bin bis dato sehr zufrieden. Meine Prämisse ist, dass man als IT-Freiberufler möglichst früh mit neuen Technologien arbeitet, um Kunden entsprechend gut beraten zu können. Im Bereich Softwareentwicklung ist es äußerst wertvoll, wenn die Applikationen auch auf den aktuellen Betriebssystemen getestet werden. Und außerdem: Features wie die Desktop-Suche z.B. mit vielen Fachliteratur-eBooks auf dem Rechner und die neuen Synch-Möglichkeiten .... Vista macht auch Spaß! (Juli 2007)"

"Ich habe in meiner Firma mehrere Rechner und Betriebssystemvarianten und meinen neuesten habe ich mit Vista Ultimate bestellt. Nach einigen Kämpfen und Udates läuft es auch vernünftig und immerhin habe ich es durch die Tüfteleien auch ganz gut kennengelernt. Meine eigene Software läuft anstandslos darauf. Und wenn ich zum Kunden gehe und dessen Vista Rechner vernünftig bedienen kann, macht das doch einen weitaus professionelleren Eindruck, als wenn ich nur dumm aus der Wäsche gucke und sage: 'Aha, das ist also das Neue, hmmmm ...' (Juli 2007)"

"'Never change a running system' und niemals ein OS vor dem erstem Servicepack! Es macht doch keinen Sinn, einen Rechner umzurüsten ( außer der Kunde verlangt es). Die Zeit dafür ist teurer als ein neuer Rechner. Ich werde Vista erst auf meinem nächsten Rechner einsetzen ( den aus diesem Jahr habe ich noch mit XP gekauft). (Juli 2007)"

"Die Zurückhaltung bei der Einführung von Vista ist verständlich, denn der Nutzen der neuen Technik ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Aber ein guter IT-Spezialist sollte vor allem neugierig und technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen sein. Für mich war vor allem die 64-Bit-Version von Interesse, und die werde ich in der Praxis zusammen mit Office 2007 auf Herz und Nieren testen. Man kann übrigens die neue Software auch preisgünstig erwerben, z.B. eine Systembuilder-Version von Vista und ein Upgrade von Office 2007. Für einen erfolgreich tätigen Freiberufler sollten diese Anschaffungen keine Hürde sein. (Juli 2007)"

"Schade, dass ich an dieser Umfrage nicht teilnehmen konnte, denn ich setze Vista schon seit dem Erscheinungsdatum ein. Meine Kunden sehen es gerne, wenn ich mich als Dienstleister frühzeitig mit den neuesten Technologien beschäftige. Daher werde ich auch gerne bei strategischen Themen beauftragt. Jeden Schnick-Schnack mache ich allerdings auch nicht mit. (Juli 2007)"

"Was noch fehlt: Kosten für OS-SW Vista und neue HW ist ja nicht alles, viel teurer ist, dass man alle Tools wieder installieren muss und sich die Oberfläche passend einstellen will - diese Zeit ist für mich ein Werteverlust von mehreren Tausend EUR, übersteigt also die obrigen Kosten bei weitem => das hätten Sie mit abfragen müssen!  ... und Vista wird nicht fehlerfrei sein: das kostet auch wieder extra Zeit = Geld und Nerven! (Juli 2007)"

"> Werden Sie auf Windows Vista umsteigen? Über die Hälfte antwortet mit Nein. Reines Wunschdenken... und Microsoft-Bashing ist ja so cool. In den nächsten Jahren wird Vista das führende Betriebssystem sein - und diese Träumer werden alle darauf umsteigen müssen. Sonst wären sie beruflich weg vom Fenster. (Juli 2007)"

"Leider diskutiert der Artikel ein Problem nicht: über Kurz oder Lang wird der Umstieg wohl wieder durch nicht vernünftig integrierbare neue HW-Komponenten erzwungen (so wie USB der Todesstoß für NT war...). Weiterhin wird Vista über die OEM-Bundles bei neuen Rechnern Einzug halten. Und da kein Netzwerk / 1st-Level-Support dauerhaft beides unterstützen möchte, kommt der Umstieg irgendwann zwangsläufig - nur wann, das ist die Frage...  Wie man sieht, hat sich XP zwar durchgesetzt, aber 2000 ist immer noch nicht tot, der Prozess kann also dauern. Über kurz oder lang werden viele Projektanbieter umschwenken und kaum ein Freiberufler drum herum kommen, für Vista zu arbeiten. (Juli 2007)"


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