Viel Arbeit und wenig Urlaub bei gelegentlichem
Beziehungsstreß. So lässt sich kurz das Ergebnis einer
Umfrage zusammenfassen, in der GULP wissen wollte, welche Folgen
die freiberufliche Tätigkeit haben kann. Zwischen dem 10. Oktober
und dem 10. November gaben uns 482 Teilnehmer dazu Auskunft.
Wie viele Stunden arbeiten Sie bei normaler
Auslastung pro Woche?
Weniger als 20 Stunden. 3%
20 bis 40 Stunden. 20%
40 bis 60 Stunden. 70%
Mehr als 60 Stunden. 7%
Normale Auslastung: Das ist natürlich eine Frage der Definition
- und damit eine Frage des persönlichen Leistungsvermögens.
Bei einer Arbeitszeit von weniger als 20 Stunden pro Woche ist anzunehmen,
dass diese drei Prozent der Befragten nur nebenberuflich im Projektgeschäft
tätig sind - eventuell neben einer auslastenden Festanstellung.
Eine "normale" Auslastung von 20 bis 40 Stunden pro Woche
fahren 20 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Die Mehrheit der Freiberufler
arbeitet jedoch wesentlich länger. Nach den Antworten zu urteilen,
scheint eine Auslastung von 40 bis 60 Stunden pro Woche die Norm
zu sein: Ganze 70 Prozent der Befragten stufen ihr wöchentliches
Arbeitspensum in diesem Bereich ein.
Die Workaholics unter den IT-Freiberuflern gönnen sich kaum
Freizeit und arbeiten länger als 60 Stunden in der Woche. Das
sind mindestens 10 Stunden pro Tag, wenn der Sonntag heilig bleiben
soll. Immerhin 7 Prozent der Umfrage-Teilnehmer geben an, dass dieses
Maß an Arbeit eine normale Auslastung für sie darstellt.
Wie viel Urlaub gönnen Sie sich im
Jahr?
Kein Urlaub. 14%
Ein bis zwei Wochen. 28%
Zwei bis vier Wochen. 43%
Mehr als vier Wochen. 19%
Wer viel Arbeit, soll sich auch erholen dürfen. Der gesetzliche
Urlaubsanspruch für Arbeitnehmer beträgt mindestens 24
Werktage – also vier Wochen pro Jahr. Meist sind in Arbeitsverträgen
aber längere Urlaubsansprüche vereinbart. Nur 19 Prozent
der freiberuflichen Umfrage-Teilnehmer gönnen sich ebensoviel
Urlaub. Die relative Mehrheit der Befragten (43 Prozent) nimmt sich
zwei bis vier Wochen im Jahr eine Auszeit.
Für 28 Prozent der IT-Freiberufler scheint zur Freiheit der
Selbstständigkeit aber auch eingeschränkte Freizeit zu
gehören: Sie nehmen sich maximal ein bis zwei Wochen Urlaub
im Jahr.
Offenbar verzichten viele Freiberufler für ein interessantes
Projekt auch gänzlich auf Urlaub. 14 Prozent der Teilnehmer
geben an, sich überhaupt keinen Urlaub zu gönnen.
Belastet die Freiberuflichkeit Ihre Beziehung?
Habe keine Beziehung. 12%
Nein. 29%
Hin und wieder. 49%
Sehr. 10%
Selbstständige muten sich oft mehr zu, als sie und ihr Familienleben
verkraften können. So klagen 10 Prozent der Umfrage-Teilnehmer
darüber, dass die Freiberuflichkeit ihre Partnerbeziehung sehr
belastet. Fast jeder Zweite (49 Prozent) kennt den gelegentlichen
Beziehungsstress aufgrund des harten Freiberufler-Daseins. Hingegen
geben 29 Prozent der Befragten an, dass durch Projektarbeit die
Beziehung nicht eigens belastet wird.
Interessant: 12 Prozent der Umfrage-Teilnehmer leben - aus welchen
Gründen auch immer - in keiner Beziehung und können sich
so voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren.
Kommentare zu diesem Artikel:
"Super Artikel, weiter so !
Mir geht es allerdings auch nicht besser was die Arbeitsstunden, Reisezeiten, Freizeit, Beziehung usw. angeht, obwohl ich als Angestellter (IT-Beratung) unterwegs bin. (Oktober 2004)"
"Interessant wäre hier die Frage gewesen, wieviele WEGEN Ihrer Freiberuflichkeit NICHT MEHR in einer Beziehung leben.
Scheidungsrate? Zeit für Kindererziehung? (November 2003)"
"Sehr aufschlussreich. Die Beziehungsproblematik hat gerade einen jungen Kollegen von uns betroffen. Ich habe den Artikel als EMail-link weitergeleitet. (November 2003)"
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