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Freiberufler in schlechter Stimmung?

(November 2003)
Inhalt dieses Artikels:
Sind nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten? | These 1 | These 2 | These 3 | These 4 | Die Stellen hinter dem Komma dominieren die Entwicklung
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schlecht
 

Spiegelt die „gefühlte Stimmung“ im Verhältnis Freiberufler-Projektanbieter die breite Meinung der Externen? Oder ist sie das Resultat einiger weniger extremen Erfahrungen? Ein Vergleich der aktuell vorherrschenden Aussagen mit den Bewertungen der Freiberufler in der Weißen Liste untersucht, ob diese auch für die Allgemeinheit repräsentativ sind.

GULP stellt den Teilnehmern im IT-Projektmarkt mit Marktstudien, Service Tools und diversen Datenbankauswertungen objektive Informationen zur Verfügung. Es sind jedoch nicht nur die eindeutig belegbaren Zahlen und Fakten, die das Geschäft bestimmen. Wie jeder Markt wird auch das Projektgeschäft von Psychologie - Meinungen und Stimmungen - bestimmt und gelenkt.

GULP berücksichtigt diesen Faktor und bietet auch der Meinung eine neutrale Plattform: Neben den Umfragen und dem GULP Forum hat sich die Weiße Liste (Zugang über Profil-Login) als Plattform für den Erfahrungsaustausch der IT-Freiberufler zum Thema Projektanbieter etabliert. Die Bewertungen stammen ausschließlich von den externen IT-Experten, weder GULP selbst noch die Unternehmen können Einfluss nehmen. Seit der Freischaltung im Juli 2001 haben 2.115 externe IT-Spezialisten über 5.000 Bewertungen zu über 1.000 Unternehmen eingetragen.

 

Sind nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten?
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Grundlage genug, um der Frage nachzugehen, ob getreu dem Motto „bad news is good news“ vor allem negative Informationen nachhaltig erinnert werden. Hierzu hat GULP (pünktlich 486 Jahre nach Luther ;-) einige Thesen über die allgemeine Lage im IT-Projektmarkt destilliert und geprüft, ob sich diese durch die Bewertungen der Weißen Liste belegen lassen.

Untersucht wurden die Monate Januar bis September 2002 zum Vergleichszeitraum in 2003. Eine Gegenüberstellung mit den „fetten“ Jahren vor 2002 ist nicht aussagekräftig, da dies per se ausschließlich negative Bewertungen zur Folge hätte.

 

 

These 1
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Da kein Mangel an IT-Experten mehr besteht, sind die Projektanbieter nicht auf die Freiberufler angewiesen und zeigen jetzt ein dementsprechend schlechtes Geschäftsgebaren.

Die Projektanbieter sind ...
Jan.-Sept. 2002
Jan.-Sept. 2003
... unbedingt empfehlenswert
19,46 %

20,69 %

... empfehlenswert
36,11 %
36,14 %
... mittel
18,54 %

19,96 %

... nicht empfehlenswert
17,76 %
15,65 %
Finger weg!
8,13 %

7,56 %

Ein Blick auf das Gesamturteil der Weißen Liste, mit dem die Freiberufler die Projektanbieter zusammenfassend bewerten, zeigt eine leicht positive Tendenz, wenngleich sich das Verhältnis nicht wirklich spürbar bewegt. Dies ist vor allem an den beiden extremen Aussagen abzulesen, die rein statistisch gesehen generell selten gewählt werden. Somit ist eine Zunahme in der besten Note umso erfreulicher.

 

 

These 2
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Die Projektanbieter nutzen den neuen Konkurrenzdruck unter Freiberuflern generell dazu, hart zu verhandeln und die Stundensätze zu drücken.

Die Stundensatzverhandlungen waren ...
Jan.-Sept. 2002
Jan.-Sept. 2003
... sehr fair
21,80 %
24,09%
... fair
36,78 %
34,44 %
... normal
29,27 %

30,19 %

... hart
9,31 %
8,49 %
... extrem hart
2,83 %

2,78 %

Noch eine These, die durch die Bewertungen in der Weißen Liste nicht bestätigt wird und auch hier die selbe Tendenz: Keine spürbaren Veränderungen im Mittelfeld, eine leicht positive Entwicklung bei den Extremen.

Eine interessante Zusatzinformation zum Thema Stundensatz liefert das Ergebnis der Umfrage „Wie liegt Ihr Stundensatz heute im Vergleich zu dem vor genau einem Jahr?“ Hier wollte GULP wissen, wie sich die persönlichen und allgemeinen Stundensätze der freiberuflichen IT-Experten laut deren Selbsteinschätzung entwickelt haben. Überraschend ist, dass 89 Prozent der Umfrageteilnehmer der Meinung sind, dass die Stundensätze aller Freiberufler im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben oder gefallen sind, im Gegenzug konnten jedoch über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) ihren persönlichen Stundensatz halten oder sogar steigern. Die generelle ökonomische Situation im IT-Projektmarkt wird also negativer eingeschätzt als die persönliche.

 

 

These 3
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Die Zahlungsmoral verfällt. Der Freiberufler bekommt das ihm zustehende Geld nur unter größten Problemen.

Rechnungsbegleichung ...
Jan.-Sept. 2002
Jan.-Sept. 2003
... durchschnittlich innerhalb von x Wochen
3,68 Wochen

3,54 Wochen

Der Durchschnittswert für die Rechnungsbegleichung entwickelt sich im Durchschnitt weiter positiv. Das Verhältnis weißer zu schwarzer Schafe entwickelt sich zugunsten der Firmen, die den Freiberuflern das ihnen zustehende Geld sogar vor dem automatischen gesetzlichen Verzug überweisen.

 
   
Rechnungsbegleichung
Rechnungsbegleichung
Wie schnell zahlen Projektanbieter die Honorare?
 
   
Bei der Bezahlung gab es ...
Jan.-Sept. 2002
Jan.-Sept. 2003
... keinerlei Probleme.
66,00%
71,07%
... kaum Probleme.
19,35%
16,00%
... Probleme.
6,03%

4,97%

... gravierende Probleme.
3,72%
3,48%
Ich habe mein Geld nur teilweise bekommen.
3,87%

2,98%

Ich habe überhaupt nichts bekommen.
1,04%
1,49%

Auch die subjektive Meinung gibt zu Hoffen: Die Summe der Positiv-Optionen „keinerlei“ und „kaum Probleme“ steigt auf 87,07 %, der Mittelwert „Probleme“ und die „schwarze Seite“ von den „gravierenden Problemen“ abwärts fallen. Das werden die 1,49 % und damit leider in der Anzahl gestiegenen Freiberufler, die überhaupt nichts von dem ihnen zustehendem Geld gesehen haben, leider verbittert zur Kenntnis nehmen.

 

 

These 4
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Es gibt immer mehr Scheinprojekte, weil die Projektanbieter ihren Unternehmenswert mit wertvollem Datenmaterial der Freiberufler erhöhen.

Das Projektangebot war ...
Jan.-Sept. 2002
Jan.-Sept. 2003
... ein real zu besetzendes Projekt.
81,22 %

83,29 %

... nicht eindeutig zu beurteilen.
14,80 %
13,73 %
... ein Scheinprojekt.
3,98 %

2,98 %

Die Bewertungen der Weißen Liste fügen sich in den verhaltenen Trend zum Guten: Über 83 % der Projekte werden von den Freiberuflern als real zu besetzendes Projekt eingestuft. Das ist umso besser, da es in den schwierigen Zeiten mit einer größeren Auswahl an Freiberuflern häufiger zu schnellen Absagen seitens der Unternehmen kommt, die häufig als "Scheinprojekt" wahrgenommen werden.

 

 

Die Stellen hinter dem Komma dominieren die Entwicklung
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„Kritisieren ist leichter als Loben“ gilt also auch für den IT-Projektmarkt. Die negativen Thesen können von der Allgemeinheit nicht bestätigt werden. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es diese Negativbeispiele gibt und dass sie Freiberuflern passieren.

Der generelle Trend lässt jedoch hoffen: Hat die allgemeine Lage auch bei weitem noch nicht das zufriedene Niveau der Boomzeiten erreicht, so nehmen doch auch die extrem positiven Aussagen langsam wieder zu. Hierbei sind sich der IT-Projektmarkt und die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland einig: Aussagen müssen sich auf die Stellen hinter dem Komma konzentrieren.

Der Schwung geht vor allem in eine Richtung: Seitwärts. Diese Stagnation bedeutet aber auch, dass es nicht schlechter wird! Und das ist doch schon mal was.

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Ein pointierter und doch ausreichend ausführlicher Artikel zu einem allseits interessantem Thema, das gar nicht so einfach abzuhandeln ist. Dazu mit Auswertung, Ausblick auf künftige Entwicklungen und Zusammenfassungen, prima ! (Juni 2004)"

"Ein wichtiger Beitrag gegen das Raubrittertum einiger Vermittler, die als 'Leistung' das weiterreichen von Namen betrachten und sich selbst als großzügig betrachten, wenn sie nach 30 Tagen bezahlen, wobei sie keine noch sonfadenscheinige Gelegenheit auslassen um den Fälligkeitstermin zu verzögern. (Mai 2004)"

"sehr motivierend in diesem berufsstand weiterzumachen! danke (Februar 2004)"

" Ich führe die schlechte Stimmung auf folgendes zurück: In 6 Monaten 600 mal Gesucht, 30 mal Angezeigt, 16 mal auf Platz 1, 20% weniger Honorar gefordert als Gulp Durschnitt. Kein Auftrag über Gulp in während eines halben Jahres. Nur selbst aquirierte, obwohl kein Zwischenverdiener, schlecht bezahlte Minijobs (Zeitraum immer so zwei Wochen) Manchmal habe ich das Gefühl, auf einer Schwarzen Liste zu sein, weil politisch etwas aktiv. Wie ist bei Euch der Durchnitt in 6 Monaten? (November 2003)"


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