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Schwarze Schafe, weiße Schafe

Teil 5: Die Chemie muss stimmen

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(Februar 2003)
Inhalt dieses Artikels:
Persönliches Interview - wo und wann? | Atmosphärisches | Über die Fachlichkeit | Mitten im Projekt | Zwischenmenschliches | Fazit
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Seit Juli 2001 gibt es die GULP Weiße Liste; seitdem haben hier IT-Freiberufler die Möglichkeit, Projektanbieter zu bewerten. Und sie machen regen Gebrauch davon - über 3.600 Mal sind bereits Zeugnisse ausgestellt worden.

Im fünften Teil der Serie "Schwarze Schafe, weiße Schafe", in der die bisherigen Ergebnisse näher betrachtet werden, geht es diesmal um die viel beschworene "Chemie", die stimmen sollte. Neben den überwiegend guten Noten und Kommentaren interessieren dabei auch die Bereiche, wo es mitunter hakt.

 

Persönliches Interview - wo und wann?
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Zuerst bei der Agentur, danach beim Endkunden. Oder alle zusammen gleich beim Endkunden. Telefonisch oder persönlich, ein kurzes Gespräch eine halbe Stunde vor dem Endkundentermin oder ausführlich samt Test - wenn vom "Persönlichen Interview" die Rede ist, gibt es viele Varianten.

Insgesamt gaben 2206 IT-Freiberufler an, dass ein persönliches Interview mit der Agentur vor der Vorstellung beim Endkunden stattgefunden hat, 631 verneinten dies dagegen. Im Falle eines erfolgten Vorab-Gesprächs geschah dies nach Aussagen der IT-Freiberufler häufig telefonisch bzw. auf die Schnelle in einem nahe gelegenen Cafe oder Hotel. Es geht aber auch spannender, wie ein Freiberufler berichtete. Er wurde an einem Sonntagvormittag zu einer Autobahnraststätte bestellt - zum Informationsaustausch wohlgemerkt und nicht zur Übergabe eines schwarzen Koffers.

Nahende Schwierigkeiten ahnte schließlich ein IT-Freiberufler, als er in der alten Villa der Agentur ankam und eine Stehlampe sowie Doppelstecker aus dem Elektromarkt erblickte. Dazu blanke Drähte von der Decke - dass hier einiges nicht zusammenpasste, sollte sich laut der Erzählung sehr bald bestätigen: Aus dem Projekt wurde nichts, dafür herrschte wochenlanges Schweigen.

 

 

Atmosphärisches
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Fühl ich mich wohl oder unwohl oder ist es mir egal? Die Frage nach der Atmosphäre beim Persönlichen Interview wurde durchweg positiv beantwortet.

Atmosphäre im persönlichen Interview

Abbildung 1: Atmosphäre im persönlichen Interview

Die überwiegende Zahl der Projektanbieter sorgt sich beim Interview um das Wohlbefinden der IT-Freiberufler, von denen 34 Prozent die Atmosphäre als sehr angenehm und 47 Prozent als angenehm empfand. "Kompetent, sachlich, angenehm, kurz und knackig, schnell und unkompliziert, vorbildlich und fair" - mit Lob wurde nicht gespart, was viele Projektanbieter in ihren Bemühungen bestätigen wird.

Die Note "mittel" vergaben 15 Prozent der Freiberufler, die folglich zumindest nicht ganz unzufrieden waren. Bei drei Prozent war die Atmosphäre "weniger angenehm" und zwei Prozent empfanden sie gar als "unangenehm". Die wenigen Kritiker fanden auch deutliche Worte, stellten z. B. "peinliche Inkompetenz" fest, monierten "viele Sprüche und wenig Inhalte" oder urteilten "absolut unseriös".

Ein Freiberufler sei noch erwähnt, der nach dem Prinzip "Selbst ist der Mann" agierte. Er wartete nicht darauf, was von den Gesprächspartnern kam, sondern ergriff die Initiative: "Das Gespräch habe ich in die richtige Bahn gelenkt."

Entsprechend zur Bewertung der Atmosphäre fielen die Urteile über das Erscheinungsbild des Projektanbieters aus.

Erscheinungsbild Projektanbieter

seriös
schwer einzuordnen
unseriös
Abbildung 2: Erscheinungsbild Projektanbieter

80 Prozent der IT-Freiberufler schätzten den Projektanbieter, mit dem sie es zu tun hatten, als "seriös" ein, während 17 Prozent sich kein abschließendes Urteil erlauben wollten. Für drei Prozent schließlich war ihr Gegenüber schlichtweg "unseriös". Ob es am Anzug oder an der Krawatte lag?

 

 

Über die Fachlichkeit
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Glaubt man der These, dass Kritik schneller geschrieben ist als Lob, dann ist das gute Ergebnis hinsichtlich der Fachlichkeit des Projektes noch höher einzuschätzen.

Fachlichkeit des Projektes

Abbildung 3: Fachlichkeit des Projektes

Immerhin 32 Prozent der IT-Freiberufler meinten, dass ihr Projekt fachlich "sehr gut" war. Zusammen mit den 46 Prozent bei "gut" und den 16 bei "mittel" sind dies 94 Prozent, die ein grundsätzlich positives Urteil abgaben. Angenehm überrascht war ein IT-Spezialist: "Das Projekt wurde weit interessanter als ursprünglich angenommen."

Vier Prozent bewerteten die Fachlichkeit immerhin mit "genügend", nur zwei Prozent waren offensichtlich unterfordert und stellten dem Projekt ein "fachlich nicht genügend" aus.

 

 

Mitten im Projekt
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Gute Nachrichten auch bei der Frage, wie denn das Umfeld während des Projektes war:

Umfeld

sehr gut
gut
mittel
Abbildung 4: Umfeld

Zahlen, die für sich sprechen und auf gelebte Harmonie in IT-Abteilungen schließen lassen. 36 Prozent der Freiberufler beurteilten das Umfeld im Projekt als "sehr gut", 46 Prozent als "gut" und 18 Prozent als "mittel". Die guten Noten bezogen sich dabei vor allem auf die Kollegen und auf den Führungsstil des Projektleiters - ein Freiberufler konnte sogar einer ihm ungeliebten Programmiersprache etwas Positives abgewinnen: "War trotz COBOL ganz witzig, weil der Projektleiter echt genial war."

 

 

Zwischenmenschliches
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"Von der Zusammenarbeit Projektanbieter - Agentur bekomme ich überhaupt nichts mit. Meiner Meinung nach eher ein gutes Zeichen", schrieb ein Freiberufler. Auch ein Grund für eine positive Bewertung, die dabei der grundsätzlichen Tendenz entspricht.

Zusammenarbeit zwischen Projektanbieter und Agentur

Abbildung 5: Zusammenarbeit zwischen Projektanbieter und Agentur

Ob "sehr gut" (23 Prozent), "gut" (46 Prozent), "mittel" (17 Prozent) oder zumindest "genügend" (sechs Prozent). Soweit es die IT-Freiberufler beurteilen konnten und wollten, sahen sie in der Zusammenarbeit von Projektanbieter und Agentur keine bzw. wenig Reibungsfläche - die in einem Fall sogar eine besonders einleuchtende Ursache hatte: "Der Vermittler kennt den Endkunden überhaupt nicht."

Acht Prozent der Freiberufler jedoch fühlten sich in ihrer Arbeit durch Probleme zwischen Agentur und Projektanbieter gestört, was laut einem Bericht zur Folge hat, dass "der Endkunde mit diesem Vermittler nie wieder zusammenarbeiten" werde. Aber auch manche Projektanbieter suchten Streit - und zwar, wenn es ums Zahlen ging.

Wenn es zwischen Agentur und Freiberufler kriselt, hält schließlich ein Teilnehmer der Umfrage einen Rat bereit: "Im Zweifel: Alles im Sinne des Kunden. Hier waren wir uns einig und kein Kunde hat je etwas von unseren Unstimmigkeiten mitbekommen."

 

 

Fazit
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Die Chemie stimmt. Meistens jedenfalls. Auch wenn es immer wieder menschelt und zuweilen das Wohlbefinden der Freiberufler nicht gerade gefördert wird, bleibt grundsätzlich festzustellen: Der IT-Projektmarkt wird bestimmt von einem hohen Maß an Professionalität, das die menschlichen und psychologischen Aspekte erfolgreicher Arbeit beinhaltet. Die nüchternen und gelassenen Kommentare zuhauf bestätigen: Es geht ums Geschäft, es geht um die Sache - für Streitereien fehlt da die Zeit und der Sinn.

So sei es.

 

 

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Kommentare zu diesem Artikel:

"witzig geschrieben und dennoch informativ (März 2003)"

"Natürlich 'geht es um das Geschäft' und 'um die Sache'. Es gibt auch viele kompetente Freiberufler und wenn sich die Richtigen finden, trifft dies bestimmt auch wie oben beschrieben zu. Es gibt aber auch viele Bewerber in meinen Projekten, die einfach überhaupt nicht das können, was sie angeben. Einfachste Fragen zu ihrem 'Spezialgebiet' können am Telefon nicht beantwortet werden. Ein großer Teil der Freiberufler sind Ungelernte, die von Hause aus einen völlig anderen Beruf erlernt haben und nun meinen, sie könnten programmieren oder einen Server einrichten. Ich lasse mich aber von solchen 'Blendern' nicht verwirren: Es gibt auch die anderen Freiberufler, deren Profil und Angaben stimmen. (März 2003)"

"Sehr interessant für jemanden, der überlegt ob er als Freiberufler tätig werden will. Vielen Dank. (März 2003)"


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