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Schwarze Schafe, weiße Schafe

Teil 6: Eine Partnerschaft oder nur eine Affäre

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(März 2003)
Inhalt dieses Artikels:
Mit Erwartungen | Über Entscheidungen | Vom Wollen | Am Ende die abschließende Bewertung |
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Die Vergabe von Noten geht weiter, nach knapp einem Jahr war es nun Zeit für ein Zwischenzeugnis. Seit Juli 2001 gibt es die GULP Weiße Liste; seitdem haben hier IT-Freiberufler die Möglichkeit, Projektanbieter zu bewerten. Mittlerweile wurden über 4.000 Zeugnisse ausgestellt.

Der sechste und (vorerst) letzte Teil der Serie "Schwarze Schafe, weiße Schafe" wirft einen kritischen Blick auf die generelle Beziehung von Projektanbieter und IT-Freiberufler. War es der Beginn einer dauerhaften Partnerschaft oder nur eine Affäre?

 

Mit Erwartungen
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Für eine zufriedene Beziehung ist es entscheidend, dass die Erwartungen erfüllt werden. Und so konnten in der GULP Weißen Liste die IT-Freiberufler angeben, wie wichtig ihnen die Betreuung ist.

Abbildung 1: Betreuung ist mir ...

Abbildung 1: Betreuung ist mir ...

Ist es erstaunlich oder nicht, dass immerhin 20 Prozent der Teilnehmer in der GULP Weißen Liste angaben, ihnen sei Betreuung unwichtig bzw. weniger wichtig? "Ich erwarte eine pünktliche Begleichung meiner Rechnungen durch den Vermittler. Alles andere ist Schnick-Schnack", meinte ein IT-Freiberufler dazu - vielleicht ein Indiz für den vorherrschenden Pragmatismus. Dem widersprechen auch nicht die 28 Prozent, die nur für "durchschnittlich wichtig" votierten.

Auf ein hinreichend gutes Klima legen dagegen 36 Prozent der Freiberufler wert - und für 17 Prozent ist es schließlich "sehr wichtig", dass die Betreuung stimmt.

 

 

Über Entscheidungen
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Das Ende eines Projektes ist gekommen, wie geht es nun weiter?

Abbildung 2: Weitere Angebote von diesem Anbieter

Abbildung 2: Weitere Angebote von diesem Anbieter

Aus welchen Gründen auch immer - 39 Prozent der IT-Spezialisten erhielten von den Projektanbietern keine weiteren Offerten.

Dem gegenüber waren es 61 Prozent, die nach Projektende, früher oder später, noch ein Angebot bekommen haben. Aber: Bei 35 Prozent hat es nicht geklappt.

Schließlich waren 18 Prozent der Freiberufler direkt danach für den Projektanbieter tätig; neun Prozent mussten etwas warten, bis sie in einem weiteren Projekt desselben Anbieters zum Zuge kamen.

 

 

Vom Wollen
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Ungeachtet dessen, ob ein Folgeprojekt tatsächlich auch zustande kam, konnten in der GULP Weißen Liste die IT-Freiberufler Stellung nehmen, ob sie "denn gerne wollen würden, wenn sie dürfen hätten".

Abbildung 3: Für diesen Anbieter würde ich ...

Abbildung 3: Für diesen Anbieter würde ich ...

Die Auswertung ist konkret, die Kommentare dazu sind durchaus differenziert. So betonte ein IT-Spezialist, der zur 34-Prozent-Gruppe der "sehr gerne wieder tätig Werdenden" gehört, dass er "mit der Agentur alt werden" möchte, sofern es ausreichend Projekte geben würde.

Ein anderer ist grundsätzlich sehr interessiert, macht es aber am Monetären fest: "Der Stundensatz war nicht o.k., aber bei mehr Geld würde ich sofort wieder für den Projektanbieter arbeiten." Er stimmte deshalb für "gerne wieder tätig werden", wie insgesamt 23 Prozent.

Für den Projektanbieter "wieder tätig werden" würden 21 Prozent der Freiberufler; einer von ihnen brachte es auf den Punkt: "Es spricht nichts Gravierendes dagegen, allerdings auch nichts Gravierendes dafür."

11 Prozent hatten offensichtlich so ihre Probleme und würden nur "ungern wieder tätig werden". Was in der Praxis wiederum bedeutet: Nur in Ermangelung von Alternativen würde man eine Offerte in Erwägung ziehen - oder, wie ein Freiberufler meint: "Bei anderen Angeboten lieber einen anderen Projektanbieter."

Schluss. Aus. Definitiv nein. Es muss gute Gründe geben für endgültige Entscheidungen - 11 Prozent der IT-Spezialisten hatten diese, denn sie schlossen kategorisch eine weitere Zusammenarbeit aus. Es blieb bei einer IT-Affäre ohne Zukunft, ein "One-project-stand" ohne Folgen also.

 

 

Am Ende die abschließende Bewertung
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Und wenn der IT-Freiberufler den Fragenkatalog der Weißen Liste bis unten durchgearbeitet hat (wofür ihm GULP dankt), dann ist die Zeit gekommen für die Gesamtnote:

Abbildung 4: Gesamtbewertung

Abbildung 4: Gesamtbewertung

"Unbedingt empfehlenswert" kreuzten 19 Prozent der IT-Freiberufler an, 37 Prozent waren es bei "empfehlenswert". Mit begleitendem Lob wurde dabei nicht gegeizt - zu sehen an "eine unkomplizierte und selbstständige Verbindung zweier Partner", "Mehr dieser Anbieter und der Markt wäre in Ordnung" oder "kompetent und seriös".

Auch Emotionen kamen vor, die Palette reichte von "Spitzen-Team!!!" (man beachte: drei Ausrufezeichen) bis "Spiiiiiitze!!!!!" (sechs i und fünf Ausrufezeichen). Und das rührendste aller Statements: "Ich mag die."

Übersetzt in die Schule vergaben 19 Prozent der Freiberufler eine 3 bzw. in der GULP Weißen Liste ein "mittel", was bei einem IT-Spezialisten daran lag, dass der Projektanbieter "gut war, aber zu groß geworden ist".

17 Prozent schließlich hielten den bewerteten Projektanbieter für "nicht empfehlenswert"; immerhin acht Prozent sagten ganz klar: Finger weg!

Warum die schlechten Noten? Hier fielen von Seiten der IT-Freiberufler harte Worte. Von "Haustür-Geschäftsmanieren" wurde berichtet, "reine Luftprojekte" beklagt und beobachtet, dass sich ein Projektanbieter "vorne und hinten nicht auskennt". Weiter moniert wurden ein "wertloser Vertrag", "absolut unfaires Verhalten" sowie die "schlechte Betreuung". Und ein Freiberufler musste sich mit einer für ihn überraschenden Entwicklung abfinden: "Ich wurde erst hofiert und dann wie ein unliebsamer Zeitgenosse behandelt."

Apropos Entwicklung: Dem Gesetz des Wachsens folgt auch die GULP Weiße Liste. Täglich füllen IT-Freiberufler den Fragebogen aus und tragen dazu bei, dass die weißen von den schwarzen Schafen getrennt werden.

Und in einem Jahr gibt es dann das nächste Gesamt-Zeugnis.

 

 

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel  Sehr geehrte Gulp, also die Bewertung entspricht genau meinen Erfahrungen. Ich bin jetzt seit einem Jahr als Freiberuflerin tätig und habe gleich die Erfahrung von nur einer It-Affäre oder one-Projekt-stand gemacht. Nun suche ich nach einem neuen seriösen Geschäftspartner. Ich betone, Geschäftspartner und nicht ein Anbieter, welcher Freiberufler als Angestellte behandelt! (März 2003)"

"Eins steht jedenfalls fest: Eine Menge Freiberufler haben einen guten schwarzen Humor! (März 2003)"


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