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Besonders positiv bei Stundensatzverhandlungen wurden von den Freiberuflern
realistische Stundensätze ("Bodenhaftung"), Schnelligkeit
und Unkompliziertheit gewertet. Projektanbieter, die nicht feilschen
und faire Margen für sich einstreichen (wobei "fair"
sich von Fall zu Fall anders definieren kann) sind besonders beliebt.
Sowohl Freiberufler als auch Projektanbieter sollten sich zu gut
sein, um in "Kuhhandelmanier" zu feilschen, sollten fair
mit dem Vertragspartner verhandeln und wo Forderung und Angebot
auseinandergehen, nach einer für beide Seiten akzeptablen Kompromisslösung
suchen.
Wie man es nicht machen sollte, beschreibt der Kommentar eines Freiberuflers:
"Die Verhandlungen zum Stundensatz verliefen so, dass stets
über die Marktlage gejammert wurde und die Qualifikation bzw.
Berufserfahrung des Freiberuflers in Frage gestellt wurde. Der Stundensatz
wurde am Ende gedrückt."
Projektanbieter sollten Stundensätze so offen wie möglich
gestalten, um IT-Experten nicht den Eindruck zu vermitteln, sie
zu übervorteilen. Sofern Freiberufler interessante oder besonders
lange Projekte angeboten bekommen, sind sie nach eigener Aussage
gerne bereit, ihre Stundensatzforderungen zu reduzieren. Überraschend
für Außenstehende: einzelne Projektanbieter bemühen
sich sogar darum, dass die gebotenen Stundensätze wenn möglich
die geforderten übersteigen und dass Mehreinnahmen im laufenden
Projekt unaufgefordert auf das Honorar umgelegt werden. Sofern exzellente
Arbeit beim Endkunden geleistet wird, sind Projektvermittler auch
mal bereit, ihre Margen zu kürzen, um die betreffenden Spezialisten
im Projekt zu halten. Einige Freiberufler erwähnen auch lobend
freiwillige Mehrleistungen von Projektanbietern, wie die Zahlung
von nicht ausdrücklich vereinbarten Übernachtungspauschalen
usw.
Was bei Stundensatzverhandlungen mit Freiberufler gar nicht gut
ankommt, sind eine unfreundliche Atmosphäre, Kompromisslosigkeit
bzw. regelrechtes Diktat des Stundensatzes, psychologischer Druck
(a lá "der von Ihnen geforderte Stundensatz ist doch
Abzocke - wegen Ihnen werden wir am Bettelstab gehen"). Auch
falsche Angaben zum vom Kunden gezahlten Stundensatz hinterlassen
bei den Freelancern einen unangenehmen Nachgeschmack. Oft bemängeln
Freelancer speziell an Projektvermittlern die unkritische Auswahl
von Kunden oder externen Mitarbeitern, die dann entsprechend auf
die Preise drückt und zu "Billigpreis-Projekten"
führt. Gelegentlich geschieht es, dass Projektvermittler spontan
den zuvor (meist mündlich) mit dem ihnen vereinbarten Stundensatz
im Gespräch mit dem Endkunden kürzen und so den Eindruck
erwecken, unseriös zu sein. Auch Recruiter, die Preisnachlässe
nicht weitergeben, die sie beim Kunden erzielen, gelten als unseriös.
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