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| GULP Weiße
Liste: Leistungsschau mit über 6.000 Zeugnissen
Positive und negative Kritik für 1.024
Agenturen / Ernsthafte Projektangebote oder nicht? |
| (Juli
2004) |
| Inhalt dieses
Artikels:
Sind die Projektangebote ernst gemeint?
| Sind die Projektangebote
interessant? | Sind die Verträge
fair? | Trend oder Tendenz?
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| Mit 6.087 Zeugnissen (Stand
4. Juli 2004) hat sich die GULP Weiße Liste im IT-Projektmarkt
als verlässliche Auskunftsdatei etabliert, wenn es um die Leistung
und die Qualität der Agenturen geht. Seit Juli 2001 haben 2.457
IT-Freiberufler Bewertungen für insgesamt 1.024 Agenturen abgegeben
– ein Blick auf die Entwicklung der Noten zeigt: Das Verhältnis
zwischen den beiden Seiten ist gut, kann sich aber auch ändern.
Von den Erfahrungen der Freiberuflerkollegen profitieren –
das einfache Mehrwert-Prinzip der GULP Weißen Liste führt
auch noch drei Jahre nach Start dazu, dass monatlich durchschnittlich
171 Zeugnisse ausgestellt werden. Dabei werden jeweils 25 Noten
(von Betreuung über Stundensatzverhandlung bis zur Zahlungsmoral)
vergeben, im Monatsranking können die IT-Freiberufler die zehn
besten Agenturen (für GULP
Member 50 Agenturen) einsehen.
Daneben werden in der GULP Knowledge Base regelmäßig
die einzelnen
Rubriken analysiert sowie zu Jahresbeginn die besten
Agenturen ermittelt.
Es ist also jede Menge los in der GULP Weißen Liste. Anlässlich
des dritten Geburtstages und dem Sprung über die 6.000 Einträge
gibt es diesmal einen genaueren Blick auf die Rubriken „Ernsthaftigkeit
der Projektangebote“, „Fairness der Verträge“
und „Attraktivität der Projektangebote“. Zum Vergleich
empfiehlt es sich, die Auswertungen vom Juli
2002 und vom November
2002 heranzuziehen. |
| Sind
die Projektangebote ernst gemeint? |
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Mit der Verlässlichkeit eines Schweizer
Uhrwerks taucht er regelmäßig im GULP Forum auf: Der
Verdacht eines IT-Freiberuflers, dass er sich auf ein Scheinprojekt
hin beworben hat und einem „Profilesammler“ aufgesessen
ist. Ein Kommentar folgt dem nächsten – und schnell kann
ein wenig schmeichelhafter Eindruck von gegenwärtiger Projektangebotspraxis
entstehen.
Tatsächlich aber entspricht solch ein Eindruck kaum den Ergebnissen
aus der GULP Weißen Liste:
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Rund 80 Prozent der über 6.000 Einträge
berichten über ein „real zu besetzendes Projekt“
und lassen kaum Zweifel daran, dass die überwältigende
Mehrheit der Agenturen bei den Projektangeboten absolut seriöse
Partner sind. Und das wissen die IT-Freiberufler zu schätzen
und sparen auch nicht mit lobenden Worten in ihren Kommentaren:
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„Die Angebotsphase lief sehr transparent ab. Ich wurde
immer über den aktuellen Stand beim Kunden informiert!“ |
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„Ich bekam konkrete Informationen zum Projekt inklusive
Auftraggeber.“ |
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„Permanente Kommunikation, sehr hilfsbereit.“ |
Sichtbar, aber noch kein Trend. Bei der detaillierten Betrachtung
der Neueintragungen im Vergleich zur Gesamtheit der Zeugnisse fällt
auf, dass der Anteil der Scheinprojekte (5,06 zu 3,91 Prozent) leicht
zugenommen hat. Nur eine kurzfristige Tendenz oder erste Anzeichen
für eine zunehmende Unart? In jedem Fall sind es die fehlenden
Rückmeldungen, die den Boden für Ärger und Gerüchte
bereiten:
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„Keine Rückmeldung erhalten, weder telefonisch
noch per eMail.“ |
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„Keine Reaktion auf meine Bewerbung.“ |
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„Leider musste ich immer wieder selbst nachhaken ...
auch für die Absage.“ |
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| Sind
die Projektangebote interessant? |
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| Einen Beleg dafür, ob Projektanbieter
effizient und zielgerichtet suchen, liefern die Einschätzungen
der IT-Freiberufler über interessante Projekte:
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| Der fachliche Anspruch muss stimmen. Die Projektanfrage
passt auf die Qualifikation – und ist damit in der Regel auch
interessant für den IT-Freiberufler. Es lohnt sich für ihn,
dem Angebot nachzugehen und auch eine längere Anreise zu dem
Vorstellungsgespräch in Kauf zu nehmen.
Nur für 4,47 Prozent (alle Einträge) bzw. 3,66 Prozent
(Neueintragungen) sind die Projektangebote nicht interessant genug,
ergo: Der IT-Projektmarkt baut bei der Akquisition auf Professionalität
und ein eingespieltes Miteinander, nur selten gelangt ein Projektangebot
an den völlig falschen IT-Experten.
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| Sind
die Verträge fair? |
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Ein fairer Vertrag ist das Fundament und die Absicherung
gedeihlicher Zusammenarbeit. Und nicht selten ist Vertragliches
verbunden mit dem zähen Ringen der Interessen – je nachdem,
wer am längeren Hebel sitzt, wird häufig den Kompromiss
zu seinen Gunsten beeinflussen. Und dann gibt es unter Umständen
Ärger, wie nicht nur die Diskussionen über Stundensätze,
sondern auch über Kundenschutz und Wettbewerbsverbot zeigen.
Vor einer Einzelbeauftragung kommt oft der Rahmenvertrag:
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Die Tendenz bei den neuen Zeugnissen: Während
der Anteil bei „gut“ deutlich abgenommen hat, legte
der andere bei „nicht genügend“ kräftig zu:
Einer von zehn IT-Freiberuflern, die seit Januar 2004 Noten vergeben
haben, hat also von einem fairen Rahmenvertrag offensichtlich eine
gänzlich andere Meinung als der Projektanbieter.
Aber Vorsicht bei der Interpretation: Die Verträge müssen
sich nicht generell geändert (und eventuell verschlechtert)
haben – ein Grund für die etwas schlechtere Benotung
kann einfach an dem Umstand liegen, dass sich seit geraumer Zeit
die IT-Freiberufler intensiver mit Verträgen auseinandersetzen.
Diskussionen im GULP Forum jedenfalls bekräftigen diese Vermutung.
Die Verteilung der Antworten sieht dem Ergebnis beim Werkvertrag
durchaus ähnlich:
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Bereits in der Auswertung von November
2002 wurde festgestellt: „Als zunehmende Tendenz ist erkennbar,
dass der Freiberufler einen Werkvertrag unterzeichnen soll.“
Der wiederum hat damit offensichtlich wenig Probleme, zumal die
benoteten Werkverträge in weit über 80 Prozent der Fälle
zumindest „genügend“sind.
Auch die Noten für den Dienstleistungsvertrag entsprechen
der generellen Vertragsnote:
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Rund die Hälfte verleiht ein „gut“.
Auch bei den Dienstleistungsverträgen wird deutlich, dass dem
Juristisch-Formalen das Potenzial für Begeisterung (und damit
die Note „sehr gut“) fehlt, andererseits die rechtsstaatlichen
Rahmenbedingungen auch wenig Platz für grobe Vertragsentgleisungen
lassen. Die Kommentare der Freiberufler sind in der Konsequenz auch
von gelassenem Pragmatismus geprägt:
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„Keine Haken, keine Ösen, für beide Seiten
OK.“ |
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„Am Rahmenvertrag gab es nichts zu beanstanden.“ |
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„Wurde wenig TamTam darum gemacht.“ |
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| Tendenz
oder Trend? |
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| Diese aktuelle Analyse von drei Rubriken
der GULP Weißen Liste zeigt einmal mehr, dass der IT-Projektmarkt
von professioneller Nüchternheit geprägt ist. Das Zusammenspiel
der Beteiligten ist in der Gänze weit weniger dramatisch, als
manche Kritik vermuten lässt.
Das Zwischenzeugnis lässt jedoch eine wichtige Frage noch
unbeantwortet: Ist die (noch geringe) Zunahme der schlechteren Noten
nur eine Tendenz des ersten Halbjahres 2004? Oder ist es der Beginn
eines Trends?
Eine Antwort wird die nächste Auswertung geben – die
jedoch nur dann eine hohe Aussagekraft besitzt, wenn möglichst
viele IT-Freiberufler sich nach dem Profil-Login etwas Zeit nehmen
und den Fragebogen der GULP Weißen Liste ausfüllen. |
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