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Frühzeitig erkennen, wenn Arbeit zur Sucht wird

(August 2004)
Inhalt dieses Artikels:
Die Sucht kommt schleichend | Erste Anzeichen erkennen | In sechs Schritten aus der Sucht | Selbsttest: Sind Sie ein Workaholic?
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Natürlich freut man sich als IT-Freiberufler über viele Projekte. Aber (nicht nur) bei all jenen, deren Geschäfte gut laufen, lauert auch die Gefahr der Arbeitssucht. Wie man die Sucht erkennt und was dagegen zu tun ist – dabei kann ein Beitrag aus dem Informationsdienst „Einfach sicher führen“ helfen, den der Fachverlag für Recht und Führung der GULP Knowledge Base zur Verfügung gestellt hat:

Sie sind selbst im Urlaub immer erreichbar und die Letzten, die abends das Licht ausmachen: Die Arbeit ist Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens – sie sind Workaholics. Diese Menschen sind süchtig nach Arbeit und können nie genug davon kriegen, bis sie völlig ausgebrannt zusammenbrechen.

Workaholism kann jeden treffen, der die Balance zwischen Arbeit und Entspannung verloren hat. Besonders gefährdet sind Menschen, die ein überdurchschnittliches Verantwortungsgefühl haben und meinen, alles selbst und tausendprozentig perfekt machen zu müssen, weiß Burnout-Experte Franz Theisen, Internist und Kardiologe. Die überperfektionistische Einstellung erklärt Theisen aus einer tief sitzenden Urangst, nur dann geliebt zu werden, wenn man etwas Außergewöhnliches leistet.

 

Die Sucht kommt schleichend
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Arbeitssucht beginnt wie die meisten anderen Süchte schleichend. Zunächst kreisen die Gedanken immer häufiger um die Arbeit, bis schließlich nichts anderes mehr zählt, was zu totaler Überforderung und schließlich zu Arbeitsunfähigkeit führen kann.

Wird die Krankheit nicht rechtzeitig behandelt, kann sie sogar zum Tode führen. So werden beispielsweise in den USA immer häufiger bei beruflich erfolgreichen Unter-30-Jährigen Herzinfarkte beobachtet. In Japan trägt die Todesursache „Überarbeitung“ einen eigenen Namen: Dort sterben jährlich schätzungsweise 20.000 Menschen an „Karoshi“.

 

Erste Anzeichen erkennen
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Damit Sie oder Ihre Mitarbeiter das gesunde Maß an Arbeit nicht aus dem Blick verlieren, sollten Sie die ersten Warnzeichen kennen und ernst nehmen:

1. Arbeitssucht zeigt sich anhand körperlicher und psychischer Symptome wie häufigen Kopfschmerzen, Antriebsschwäche, Konzentrationsproblemen oder starken Stimmungsschwankungen.

2. Workaholics verleugnen, dass sie überdurchschnittlich viel arbeiten. Sie arbeiten weiter, auch wenn sie Ihre Belastungsgrenze überschritten haben und steigern weiter die Dosis: Um Befriedigung durch die Menge der geleisteten Arbeit zu erhalten, müssen sie immer mehr arbeiten. Darüber hinaus erfinden sie Ausreden und versuchen, die Mehrarbeit zu begründen: "Das muss unbedingt heute erledigt werden."

3. Workaholics scheuen Teamarbeit. Sie empfinden sie als Ballast und Hindernis und meiden sie. Außerdem meinen sie, ständig erreichbar sein zu müssen, ob abends, im Urlaub oder am Wochenende. Sie delegieren nicht gern: Selbst banalste Aufgaben geben sie nicht aus der Hand. Und selbstverständlich muss alles perfekt sein. Dennoch sind Workaholics oft unzufrieden mit dem, was sie geschafft haben

 

In sechs Schritten aus der Sucht
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1. Schaffen Sie sich Ausgleich zur Arbeit. Treffen Sie sich mit Freunden, planen Sie Aktivitäten mit Ihrer Familie, treiben Sie Sport oder gehen ins Kino.

2.

Führen Sie Buch über Ihre Arbeitszeit. Schreiben Sie jeden Tag in Ihren Kalender, wann Sie morgens beginnen und abends aufhören.

3.

Nehmen Sie sich regelmäßig eine Auszeit. Genießen Sie Ihre Wochenenden und nutzen Sie diese Zeit, sich zu erholen.

4.

Sagen Sie Nein. Sie müssen nicht alle Arbeiten annehmen, die an Sie herangetragen werden.

5.

Dehnen Sie Ihre Arbeit nicht immer mehr aus. Denken Sie daran, dass Ihre Energiereserven nicht unbegrenzt sind.

6. Nehmen Sie professionelle Hilfe z. B. von einem Coach an, wenn Sie das Gefühl haben, Ihnen wächst die Arbeit über den Kopf.

 

Selbsttest: Sind Sie ein Workaholic?
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Vergeben Sie Punkte auf einer Skala von 1 bis 4:
1 = stimmt; 2 = stimmt meistens; 3 = stimmt selten; 4 = stimmt fast nie.

  Punkte (1 – 4)
Ich habe es immer eilig.  
Unterbrechungen machen mich wütend.  
Ich sehe ständig auf die Uhr.  
Enge Terminpläne sind eine Herausforderung.  
Ich versuche, alle Aufgaben selbst zu erledigen.  
Ich arbeite länger als andere Kollegen.  
Wenn ich fremde Hilfe brauche, fühle ich mich unwohl.  
Ich treffe wichtige Entscheidungen, auch wenn ich noch nicht alle Fakten kenne.  
Ich vergesse private Termine.  
Ich versuche, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen.  
Wenn ich nicht arbeite, habe ich ein schlechtes Gewissen.  
Die Zukunft interessiert mich mehr als die Gegenwart.  
Ich werde wütend, wenn ich mich nicht durchsetzen kann.  
Meine Arbeit ist mir wichtiger als persönliche Beziehungen.  
Ich rege mich über kleine Fehler sehr auf.  
Ich übernehme Aufgaben, für die ich keine Zeit habe.  
Ich arbeite am Wochenende.  
Ich verschiebe meinen Urlaub auf Grund meiner Arbeit.  
Gesamtpunktzahl:
 

Auswertung:

0–30 Punkte: Sie gehören zur Risikogruppe. Gehen Sie gezielt gegen Gefahren der Arbeitssucht vor.
30–60 Punkte: Sie sind möglicherweise gefährdet. Analysieren Sie, ob eine Arbeitssucht droht oder ob Sie nur engagiert arbeiten.
Über 60 Punkte: Sie sind nicht arbeitssüchtig.

 

Der Beitrag ist auch erschienen im Informationsdienst „Einfach sicher führen“, der vom Fachverlag für Recht und Führung extern herausgegeben wird.
Der Verlag behält sich alle Rechte am Artikel vor. © 2004 Fachverlag für Recht und Führung extern

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Vielen Dank! Der Artikel ist hilfreich, die Problematik wird kurz skizziert; auch die Testfragen sind eine Hilfe. Als Student werde ich noch nicht mal für meine Arbeit bezahlt; trotzdem kann man sich bei der Arbeitssucht ertappen... (Februar 2005)"

"Was soll man den machen, wenn man die miserablen Stundensätze nur mit Mehrarbeit ausgleichen kann. (September 2004)"

"Ich habe hier gefühlt knapp 30 Punkte. Trotzdem ein guter und unterhaltsamer Artikel! Welcher Freiberufler mag sich outen und einen Score von 60 oder mehr zugeben? Jaja - ist schon klar: Die Vertreter der Spaß- und Freizeitgeneration haben uns lange genug eingebläut, dass wir arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt. Ein Glück, dass unsere Vorfahren in der Steinzeit anders dachten, sonst wären wir wohl verhungert und ausgestorben. Viele Grüße von einen Workaholic. (August 2004)"

"Ein sehr guter Artikel! realistische und treffende Beschreibungen. Sehr gut ist vor allem auch der Auswertungs-Check! Hoffe noch mehr von solchen guten Artikeln! (August 2004)"

"Der Artikel ist sehr realistisch und die Auswertungsaufgabe ist sehr hilfsreich, mich bezüglich der Arbeitssucht zu erkennen. (August 2004)"

"25 Punkte sind definitiv zu viel. Ich muss was ändern ;-). (August 2004)"

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