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| E-Mail-Knigge - oder was man
bei dem Medium beachten sollte |
| (März
2006) |
| Inhalt dieses Artikels:
Betreffzeile | Schnelligkeit
ist gefragt | Anreden und
Verabschiedung | Signatur
| Die Form der E-Mail | An,
cc und bcc | Anhänge |
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Nicht nur im IT-Projektmarkt hat die elektronische
Post (E-Mail) heutzutage die klassische Variante der Geschäftskorrespondenz
per Brief in weiten Teilen abgelöst. Doch während es für
die Gestaltung von Geschäftsbriefen umfassende Regelwerke bis
hin zu einer DIN-Norm gibt, werden E-Mails meist völlig frank
und frei verfasst. Aber auch für den Umgang mit E-Mails gibt
es Regeln, die in der Praxis nur allzu oft ignoriert werden - sei
es aufgrund der Schnelligkeit des Mediums oder purer Gedankenlosigkeit.
Es kann also nicht schaden, sich diese Regeln – auch wenn
man sie vermeintlich kennt - immer mal wieder ins Gedächtnis
zu rufen, denn auch eine E-Mail ist Teil der Unternehmenskommunikation
und spiegelt das Firmenimage wider. Nachlässig verfassten und
gestalteten E-Mails haftet schnell der Hauch von Unprofessionalität
an und sie hinterlassen einen schlechten Eindruck. Für GULP
haben die beiden Business-Knigge-Expertinnen Anke Quittschau und
Christina Tabernig die wichtigsten Grundsätze zur E-Mail-Kommunikation
zusammengefasst. |
| Betreffzeile |
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| Zu Anfang einer E-Mail ist gefragt,
welches Stichwort die E-Mail am besten beschreibt. Für ein,
zwei Worte in der Betreffzeile sollte man sich auch ein, zwei Gedanken
machen. Ein sinnvoller Betrefftitel hilft, die E-Mail schnell wieder
zu finden. Und gerade bei Empfängern, die täglich sehr
viele E-Mails erhalten, erhöht ein aussagekräftiger Betreff
die Wahrscheinlichkeit, überhaupt gelesen und nicht sofort
"entsorgt" zu werden.
Sind E-Mails hin und hergeschickt worden, ist oft der ursprüngliche
Betreff nicht mehr mit dem Text übereinstimmend. Nach dreimaligem
E-Mail-Abtausch sollte deshalb eine neue E-Mail mit einem neuen
Titel und neuem Inhalt gestartet werden. All zu leicht könnte
der gesamte "Rattenschwanz" an E-Mail-Ping-Pong an Dritte
weitergeschickt werden. Und ab und zu verbergen sich darin Dinge,
die ein Dritter vielleicht gar nicht lesen sollte.
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| Schnelligkeit
ist gefragt |
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| E-Mail ist ein schnelles Medium und
verlangt dementsprechende Behandlung. Auf eine E-Mail sollte möglichst
am selben, spätestens jedoch am zweiten, Tag geantwortet werden.
Auch wenn die Mail noch nicht vollständig beantwortet werden
kann, sollte zumindest einen Zwischenbescheid mit dem Hinweis, bis
wann mit einer Klärung des Sachverhalts zu rechnen ist, versandt
werden. So weiß der Sender, dass die E-Mail gelesen wurde
und auch in Bearbeitung ist.
Tipp: Bevor Sie einem verärgerten Absender rasch und ebenso
ärgerlich antworten, schließen Sie die Mails erst einmal
und entspannen Sie sich. Mit einem kühlen Kopf lässt sich
leichter eine angemessene Antwort finden.
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| Anreden
und Verabschiedung |
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Allzu oft stellt man fest, dass E-Mails
anders benutzt werden als früher die Korrespondenz per Brief.
Für das Schreiben eines Briefes hat man sich viel Zeit genommen
und diesen dann auch Korrektur gelesen. Bei E-Mails hingegen beobachtet
man häufig, dass Anreden weggelassen werden oder sogar die
Verabschiedung nur mit "mfg" unterschrieben wird. Aber
eine E-Mail bedarf genau der gleichen Aufmerksamkeit wie früher
der Brief. E-Mails sind Schriftstücke, die das Image einer
Firma prägen und ausgedruckt werden können. Denken Sie
deshalb daran, immer eine vollständige Anrede und eine komplette
Verabschiedung einzufügen. So viel Zeit muss sein.
Abgesehen von Anrede und Abschied sollte natürlich auch der
gesamte Text korrekt geschrieben sein. Es kann nicht sein, dass
eine E-Mail vor Fehlern nur so strotzt. Daran ist heute auch nicht
die neue Rechtschreibreform schuld. Alles kann man nicht auf dieses
Phänomen schieben. Es gibt Rechtschreibprogramme, die automatisch
mitlaufen. Die Zeichensetzung sollte aber weitestgehend beherrscht
werden.
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| Signatur |
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Um dem Empfänger die Kontaktaufnahme
zu erleichtern, sollte der E-Mail eine Signatur angefügt werden,
die folgende Daten enthält: Name, Firma, Anschrift, Telefon-
und Faxnummer. Zudem kann in diese gleich die Verabschiedungsfloskel
mit aufgenommen werden, dann wird sie nicht vergessen. Die Signatur
sollte nicht nur beim Senden, sondern auch beim Antworten auf E-Mails
eingebettet werden. So kann der Empfänger den Antwortweg frei
wählen und damit schneller und ohne großen Aufwand auf
Ihre Kontaktdaten zugreifen.
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| Die
Form der E-Mail |
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Neben der Rechtschreibung sollte auch
eine gewisse Form im E-Mail-Verkehr eingehalten werden. Groß-
und Kleinschreibung sind ein Muss. Sie erleichtert das Lesen, da
wir beim Lesen nicht die einzelnen Buchstaben zusammenbauen, sondern
die Worte als Bilder wahrnehmen. Wird also das Wort "Haus"
klein geschrieben "haus", wird deutlich mehr Zeit benötigt,
das Wort auch zu verstehen. Also bitte immer Groß- und Kleinschreibung
beachten. Alle Buchstaben nur groß zu schreiben, ist zudem
auch nicht freundlich, denn das wird mit BRÜLLEN gleichgesetzt.
Und den gesamten Text in kleinen Buchstaben zu verfassen, ist schlichtweg
unhöflich.
Schreiben Sie auch alle Worte aus. Nicht jeder kennt die Bedeutung
von "asap", "fyi", "btw", "eta"
und was es da noch so alles an Abkürzungen gibt. Auch auf Emoticons
sollte man in Business E-Mails verzichten. Die Worte sollten so
klar gewählt sein, dass auch ohne Augenzwinkern oder Smiley
klar wird, wie etwas gemeint ist.
Für das menschliche Auge ist es sehr viel anstrengender, Texte
am Bildschirm zu lesen. Durch Absätze wird der Lesefluss in
E-Mail-Texten erleichtert. Die Absätze sollten sinnvoll gewählt
und der Text nicht ohne Punkt und Komma in eine Zeile gepresst werden.
Andersfarbige Hintergründe oder Bordüren, die es als Briefpapier-Templates
in einigen E-Mail-Programmen gibt, sollten Sie vermeiden. Sie nehmen
unnötig Speicherkapazität ein.
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| An, cc
und bcc |
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Bevor eine E-Mail versandt wird, sollte
geprüft werden, inwieweit diese auch tatsächlich für
alle Empfänger relevant ist. Welche Personen in welches Adressfeld
geschrieben werden, ist oftmals nicht allen E-Mail-Usern klar. Zudem
verführt das Medium dazu, mehr oder weniger wahllos alle möglichen
Personen auf "cc" zu setzen.
Untersuchungen zeigen, dass die Antwortrate auf E-Mails höher
ist, wenn weniger Personen im An-Feld stehen. Denn sobald mehrere
Personen in dem An-Feld erscheinen, denkt man wohl: "Ach, der
andere wird die E-Mail schon beantworten." Die Verantwortung
wird also an die anderen weitergegeben. Deshalb gilt, möglichst
wenig Personen in die An-Zeile einzufügen und vor allem auch
nur diejenigen, die mit der E-Mail eine Handlungsaufforderung bekommen.
Alle anderen Teilnehmer, die die E-Mail nur zur Info bekommen, gehören
in die carbon copy (cc)-Zeile. Aber auch hier sollte gelten, dass
wieder nicht zu viele Leute in der cc-Zeile stehen. Es geht nicht
darum, sich abzusichern, sondern die Personen, die wirklich etwas
mit dem Inhalt zu tun haben, zu informieren. Oder hätten Sie
früher zehn Kopien von einem Brief nur so zur Info verschickt?
Die blind carbon copy (bcc)-Zeile hat so ihre Tücken. Ihr
Name lässt schon darauf schließen, dass die anderen Empfänger
nicht sehen können, wer in dieser Zeile steht. Die bcc-Zeile
eignet sich dafür, E-Mails an große Verteiler zu senden.
Besonders dann, wenn die Empfänger nicht die E-Mail-Adressen
der anderen Empfänger sehen sollen. Bei Kundenveranstaltungen
ist dies die richtige Zeile für die E-Mail-Empfänger.
In die An-Zeile schreiben Sie dann am besten Ihre Adresse oder die
info@firma.de Adresse. Die bcc-Zeile als "Überprüfung"
zu nutzen, hat etwas spitzelhaftes an sich und ist nicht gerade
sehr freundlich.
Übrigens: Eine E-Mail ist genauso vertraulich wie ein Brief
zu behandeln; sie darf nur mit Zustimmung des Absenders an andere
weitergeleitet werden. Auch hier gilt das Postgeheimnis. Im Fall
der Abwesenheit eines Kollegen hat auch der EDV-Administrator
ohne entsprechende Erlaubnis nicht das Recht, dessen Posteingang
zu bearbeiten.
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| Anhänge |
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Werden den E-Mails Dateien angehängt,
sollte deren Inhalt kurz im E-Mail-Text beschrieben werden. Keiner
mag gerne fern von einem starken Netzwerk mit guter Bandbreite eine
Datei herunterladen, um dann festzustellen, dass er gerade zehn
Seiten Allgemeine Geschäftsbedingungen empfangen hat. Lassen
Sie den Empfänger entscheiden, ob und vor allem wann er die
Datei öffnen möchte.
| Die Regeln im Überblick
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Schreiben Sie einen Zwischenbescheid, wenn Sie die E-Mail
nicht sofort beantworten können. Nennen Sie einen
Termin für die ausführliche Antwort. |
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Bearbeiten Sie Ihre Mails täglich. Die Nutzer eines
schnellen Mediums erwarten auch eine schnelle Antwort. |
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Benutzen Sie keine Abkürzungen wie "mfG",
"fyi", "thx" oder "asap"
– sie sind nicht jedem bekannt. |
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Füllen Sie immer den "Betreff" mit einer
aussagekräftigen Beschreibung des Inhaltes der E-Mail
aus. |
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Verzichten Sie niemals auf eine korrekte Anrede und
Verabschiedung. |
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Nennen Sie immer die kompletten Absenderdaten (Anschrift,
Telefon, Fax) am Ende einer E-Mail. |
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Vermeiden Sie Emoticons. |
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Beschreiben Sie kurz angehängte Dateien. |
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Um die E-Mail-Flut in Griff zu bekommen, empfiehlt sich die Nutzung
von Spam-Filtern und der Einsatz des E-Mail-Assistenten, den viele
Programme mitliefern. So können die Massen von E-Mails vorsortiert
werden und ihre Abarbeitung ist erheblich schneller. Legen Sie verschiedene
Folder im persönlichen Posteingang an und differenzieren Sie
zwischen eiligen & wichtigen und delegierbaren Dingen.
Dieses Medium sollte unser Leben vereinfachen und nicht belasten.
Also sollten wir es auch so nutzen.
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| Nähere Informationen zum Thema bei Anke Quittschau und
Christina Tabernig unter www.korrekt.de
.
Die Autorinnen behalten sich alle Rechte am Artikel vor. ©
2006 korrekt
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 Kommentar zum Artikel"Danke für diese Hinweise ! (Dezember 2009)"
"Guter Artikel: mir persönlich fehlt noch eine wichtige Information im Klartext: Wer beatwortet eine email? An oder cc? bei uns gibt es leider immer wieder Leute die auf Mails antworten, obwohl sie auf cc sind. Gibt es hierfür eine Regel? Normalerweise wird ja die Aktion vom 'an' Ansprechpartner erwartet. (Juli 2009)"
"Vielen Dank, sehr hilfreich. (März 2008)"
"Ich finde den Inhalt sehr gelungen. Leider sind nicht jedem Verfasser einer E-Mail alle diese Grundsätze bewusst. (Juni 2007)"
"Sehr hilfreich! (März 2007)"
"Sehr gut. (Januar 2007)"
"Mit am schlimmsten finde ich persönlich auch die mehrfache Verwendung von Satzendezeichen (????, !!!!) (Januar 2007)"
"Im Prinzip eine gute Zusammenstellung. Ich tendiere außerdem dazu, noch strikter zu sein, was die Bekanntmachung fremder Email-Adressen im An- oder CC-Feld angeht. Man sollte bedenken, dass dieses immer auch Spam begünstigen kann. Denn selbst, wenn man den Empfängern vertraut, weiß man nie, wer die Email wohin weiterleitet - manchmal mit sämtlichen Empfängeradressen im Zitat. (März 2006)"
"Vielen Dank für die wichtigen Hinweise. (März 2006)"
"Sehr gut! Noch besser wäre es, wenn sich möglichst alle daran hielten! Das scheint aber (leider) eine Frage des persönlichen Stils zu sein und über den verfügt bekanntlich nicht jeder... (März 2006)"
"Der E-Mail-Knigge ist sehr gut dargestellt. Ich selber achte schon immer darauf, einen ordentlichen Geschäftsbrief auch in digitaler Form zu versenden und ärgere mich dann, wenn ich verstümmelte, unpassende Kurzantworten zurückbekomme. Hoffentlich erreicht Ihr Artikel noch weitere Personenkreise.
(März 2006)"
"Die Zusammenstellung der zu beachtenden Punkte ist beispielhaft. Auch ich schreibe grundsätzlich E-Mails in der einfachen Text-Form, selbst wenn ich ab und an das ungeliebte MS-Outlook verwenden muss. (März 2006)"
"Die Art und Weise, wie ich mit meinen Geschäftspartnern und Freunden kommuniziere, zeigt in erster Linie Respekt und Achtung. (März 2006)"
"Für geschäftliche Korrespondenz o.k. Bei anderer Korrespondenz richte ich mich nach dem Empfänger (Freunde und Bekannte schreibe ich anders an, als meinen Chef usw.)
...und wenns wirklich schnell gehen soll, greife ich zum Telefon. Es grassiert zunehmend die Unart, sich Mails zu schreiben, nur weil man fünf Meter auseinander oder im Büro nebenan sitzt..... (März 2006)"
"Ich finde den Artikel sehr gut. Er ist kurz und klar formuliert. Das Thema an sich halte ich ebenfalls für wichtig, da ich immer wieder festgestellt habe, das man E-Mails heute nicht, wie früher die Memos, zur Geschäftskorrespondenz ablegen kann, weil sie nicht geschäftsmäßig erstellt werden.
(März 2006)"
"Danke. Schön klar und knapp formuliert - nützlich. (März 2006)"
"Gute Zusammenstellung und Unterstreichung meiner bisherigen Vorgehensweise. (März 2006)"
"Auch html-E-Mails sollte man vermeiden, weil sie ein Sicherheitsrisiko darstellen. Viele Benutzer senden html-E-Mails aus Unwissenheit. (März 2006)"
"Ich hoffe, die Projektanbieter beherzigen das mit dem 'schnellen Antworten' auch. (März 2006)"
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