Das Forrest-Gump-Prinzip
Oder die Wiederentdeckung der Einfachheit
(August 2009)
1994 strömten Menschen zu Hunderttausenden in die Kinos, um sich den Film "Forrest Gump" anzusehen. Alle waren begeistert von diesem Menschen mit kleinem IQ und großem Herzen. Seine Welt, sein Denken und Handeln waren einfach und genau das war sein Glück. Rund 15 Jahre später macht die Unternehmensberaterin und Autorin Renate Schmidt das Forrest Gump‘sche Verhalten zum Prinzip.
"Von diesem schlichten Menschen können wir so viel lernen, was dem Erfolg zuträglich ist", sagt Renate Schmidt und leitet vom Verhalten der Filmfigur gleich ein Prinzip ab, über das Sie das Buch "Das Forrest-Gump-Prinzip oder die Wiederentdeckung der Einfachheit" geschrieben hat. Ihrer Meinung nach können alle Menschen ihr Leben durch einfaches Denken, Sprechen und Handeln vereinfachen und dadurch erfolgreicher und erfüllter werden. Für GULP fasst sie die wichtigsten Erfolgsgrundsätze zusammen, die sie aus dem Verhalten des Protagonisten ableitet:
| Einfachheit des Denkens |
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| Forrest Gump macht die Dinge nicht unnötig kompliziert oder komplex. Er macht sich keine Gedanken über das Gestern und Morgen, sondern lebt im Hier und Jetzt. Er hadert nicht mit dem Schicksal, das ihn mit einem so geringen IQ ausgestattet hat, sondern macht zu jeder Zeit das Beste aus dem, was er an Stärken hat und aus dem, was das Leben ihm an Möglichkeiten bietet. Dabei steht er sich nicht mit selbstblockierenden oder selbstzerstörerischen Zweifeln im Weg. Er sagt nie: "Das schaffe ich nicht...", "Damit kenne ich mich ja gar nicht aus..." oder "Viele andere sind sicher besser als ich...". Er überschätzt sich nicht, aber er zögert auch nicht. Er handelt – einfach und entschlossen. |
| Durchhaltevermögen |
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| Forrest Gump führt zu Ende, was er einmal begonnen hat. Er lässt sich durch nichts davon abbringen und damit ist er vielen von uns einen entscheidenden Schritt voraus. Wenn wir nicht den schnellen Erfolg sehen, verlieren wir die Geduld und stellen unser Vorhaben sehr schnell in Frage. Manchmal brechen wir – vielleicht kurz vor dem Ziel – einmal Begonnenes ab, weil unsere vielfältigen Gedanken uns vorgaukeln, es hätte ja doch keinen Sinn. Dann nehmen wir den Fuß vom Gaspedal und kriegen natürlich gleich die Bestätigung dafür, dass wir Recht haben und dieses Vorhaben eben nicht erfolgreich werden kann. Zum Erfolg gehört aber nicht nur der Mut zum ersten, sondern auch der Langmut zum letzten Schritt. |
| Klarheit des Handelns |
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| Forrest Gump lässt in seinem Verhalten keine Zweifel offen, er ist transparent und für andere durchschaubar. Man unterstellt ihm keine Arglist, keinen Eigennutz und dadurch vertraut man ihm. Er lässt sich nie ein Hintertürchen offen, sondern handelt gradlinig und an seinem Vorhaben orientiert. Dabei vergleicht er sich nie mit anderen. Selbst bei seinen Tischtennis-Turnieren spielt er nicht des Siegens willen, sondern er spielt einfach Tischtennis, so gut er eben kann. |
| Konzentration auf eine Sache |
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| "Ohne Fleiß kein Preis", haben viele von uns gelernt, und das ist sicher auch in weiten Teilen richtig. Auch Forrest Gump arbeitet oder trainiert fleißig und hart, aber – und das unterscheidet ihn wieder von vielen anderen Menschen – er bleibt dabei gelassen und wird nie verbissen in seinem Handeln. Er macht nur Eines, er konzentriert sich immer nur auf eine einzige Sache. Wenn er läuft, dann läuft er. Wenn er fischt, dann fischt er und wenn er Tischtennis spielt, dann tut er nur das. Das wissen wir letztlich alle: Wenn wir in einem Bereich trainieren, trainieren und noch einmal trainieren, dann sind wir – ohne große Mühe – irgendwann in genau diesem Bereich besser als andere. Diese Möglichkeit nutzen wir nicht immer, sondern wandern mit einem Gemischtwarenladen durchs Leben, können überall mitreden, können vieles ein bisschen, aber bringen es durch die mangelnde Konzentration eben nicht zur Meisterschaft. |
| Motivation von innen heraus |
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| Forrest Gump braucht niemanden, der ihm sagt: "Komm, jetzt spiel mal ordentlich Tischtennis, und wenn du gewinnst, kriegst du ein schönes Preisgeld". Nein, er begeistert sich selbst für das, was er tut. Er handelt auch nicht aus sogenannten Prestige-Gründen oder um anderen zu beweisen: "Guckt mal, aus mir ist doch noch was geworden". Auch als reicher, erfolgreicher Mann bleibt er immer ein Stück weit der Junge aus Alabama: bescheiden und mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Ruhm und Ehre werden ihm fast beiläufig zuteil, aber er hat damit einen selbstverständlichen Umgang und wird auch darüber nie käuflich. |
| Klare, einfache Sprache |
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| Forrest Gump spricht in einfachen Sätzen, benutzt einfache, eindeutige Worte. Er verwendet weder Fremdwörter, noch macht er sich durch aufgeblähte Formulierungen wichtig. Seine Sprache ist immer vollkommen unbewertend und frei von Vorurteilen und Vorverurteilungen. Selbst als seine Freundin Jenny Steine in das Haus ihres Vaters, der sie als Kind missbraucht hat, wirft, sagt er nur: "Ich glaube, manchmal gibt es nicht genug Steine." Über seine Sprache offenbart er sein – trotz aller schmerzhaften Erfahrungen in der Kindheit – positives Menschenbild. Er interpretiert nichts Negatives oder Verletzendes in die Sprache anderer hinein. Wenn er etwas nicht versteht, geniert er sich nicht zu fragen. |
| Loyalität |
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Er bleibt nicht nur sich selbst, sondern auch den Menschen treu, denen er verbunden ist. Er redet nie negativ über andere Menschen,
sondern schenkt ihnen sein Vertrauen. Er setzt sein eigenes Leben aufs Spiel, um anderen zu helfen. Im Vietnamkrieg rettet er seinen Freund Bubba und setzt sich gegen den Befehl seines Vorgesetzten
durch. Auf ihn kann man sich, auch ohne Vertrag, blind verlassen. Er denkt nicht über Moral nach, er spricht nicht über Werte, aber er lebt sie.
Nun mag man vielleicht sagen: "Der
hat es ja auch leicht, weil er gar nicht komplex denken kann, die Risiken nicht sieht, die Arglist anderer nicht spürt...". Aber vielleicht ist es auch möglich, mit einem deutlich
höheren IQ ähnlich einfach durchs Leben zu gehen, wenn wir nicht alles über den Verstand klären, sondern ein bisschen mehr der Intuition, unserem Gefühl trauen. |
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Renate Schmidt 
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Sie ist als Personalentwicklerin und Coach selbstständig.
Die Autorin behält sich alle Rechte am Artikel vor. © 2009 Renate Schmidt
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