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| Geschäftsessen – eine Herausforderung mit Tücken
Damit der Kunde nur den besten Eindruck gewinnt
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(April 2004)
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Inhalt dieses Artikels:
Fettnäpfchen gibt es genug | Der Regisseur bestimmt den Erfolg | Die Etikette bei Tisch |
Souverän in der Krise |
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| Der externe IT-Spezialist als Unternehmer - ob
allein oder mit einem Geschäftspartner - steht eines Tages vielleicht
vor einer Herausforderung, auf die er nicht vorbereitet war: Er
hat Kunden zum Geschäftsessen geladen. Und dann merkt er schmerzlich,
dass das richtige Auftreten im Business nicht immer angeboren ist,
sondern erlernt werden muss. Und da einmal gemachte Fehler beim
Kunden nur schwer korrigierbar sind, haben die Stil-Expertinnen
Christina Tabernig und Anke Quittschau für GULP die wichtigsten
Regeln für ein gelungenes Geschäftsessen zusammengestellt:
Das hatte sich der IT-Spezialist anders vorgestellt. Abgehetzt
kam er zwei Minuten zu spät ins Restaurant, seine Gäste
warteten schon auf ihn. Er musste beobachten, wie sein Partner in
dem gerade im Aufbau befindlichen Netzwerk nur schwer mit dem Programmierer
des Kunden ins Gespräch kam. Und die Frau des potenziellen
Auftraggebers stellte sich als Vegetarierin heraus. Und das im Steakhouse
– na toll!
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| Fettnäpfchen gibt es genug |
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| Der Brotkorb war nach drei Minuten leergefegt, lange bevor die Vorspeisen kamen. Hatten etwa alle so einen Hunger? Die Gerichte wurden im Fünf-Minuten-Abstand serviert. Das Filet des Kunden wurde eiskalt, weil er gewartet hatte, bis alle Speisen serviert waren. Super!
Der selbstständige IT-Spezialist hatte Mühe seine Serviette auf dem Schoß zu behalten. Der Partner benutzte sie gar nicht erst. Hoffentlich hatte es der Kunde nicht bemerkt. Die „Zwei vom Netzwerk“ hangelten sich von einem Fettnäpfchen zum anderen. Hoffentlich wird was aus dem Geschäft....
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| Der
Regisseur bestimmt den Erfolg |
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| Damit das Geschäftsessen ein Erfolg
wird, einige sehr nützliche Tipps:
| 1. |
Überlegen Sie, welche Zielsetzung sich aus
Ihrer Restaurantwahl ablesen lässt. Teures Sterne-Restaurant
kann bedeuten, dass sich die Wahl in Ihren Preisen niederschlägt. |
| 2. |
Prüfen Sie (eventuell über die Sekretärin),
in welchem Umfeld Ihr Gast sich wohlfühlt. Lassen Sie sich
auch über die Lieblingsspeisen informieren. Ist Ihr Kunde
eventuell Vegetarier oder Diabetiker? |
| 3. |
Besuchen Sie mit wichtigen Kunden nur Lokalitäten, die
Sie kennen und auf die Sie sich hundertprozentig verlassen können. |
| 4. |
Wählen Sie einen für beide zentral gelegenen Ort
und eine für den Gast günstige Zeit. |
| 5. |
Stellen Sie eindeutig klar, dass Sie der Gastgeber sind und
bezahlen. |
| 6. |
Erscheinen Sie 10 Minuten vor dem vereinbarten Termin und
prüfen Sie die Tischreservierung. |
| 7. |
Machen Sie sich bei einer größeren Runde im Vorfeld
Gedanken über die Sitzordnung. Ihr Ehrengast sitzt rechts
von Ihnen oder Ihnen gegenüber. Die Mitarbeiter beider
Seiten sollten so platziert werden, dass fachbezogene Gespräche
möglich sind – also nicht den Buchhalter zum Programmierer
setzen. |
| 8. |
Denken Sie daran: als Gastgeber sind Sie Regisseur. Bei einer
Gruppe von mehr als sechs Personen bestellen Sie das Essen vor,
im kleineren Kreis geben Sie Ihren Gästen Empfehlungen
für die Menüwahl. |
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| Die
Etikette bei Tisch |
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Beherrscht man die Regeln und Sitten bei Tisch,
ist es ein Leichtes, sich auf den Inhalt des Geschäftstermins
zu konzentrieren, und allemal effektiver, als sich Gedanken über
die Kartoffeln auf dem Teller zu machen.
Die wichtigsten Etikette-Regeln am Tisch: |
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| 1. |
Legen Sie die Serviette auf den Schoß, bevor
Sie die Speisekarte zur Hand nehmen. Bei einem vorbestellten
Menü in größerer Runde nehmen Sie die Serviette
erst, wenn der erste Gang serviert wird. |
| 2. |
Auch wenn der Hunger noch so groß ist: der Brotkorb
sollte nicht schon vor der Weinbestellung leer gegessen sein.
Grundsätzlich sind Brot und Butter Beilagen zur Vorspeise.
Nach dem ersten Schluck Wein kann man aber schon mal zugreifen. |
| 3. |
Ganz wichtig: Brot wird gebrochen, nicht geschnitten. Brechen
Sie mundgerechte Stücke ab und bestreichen Sie diese dann
mit der Butter. Das kleine Buttermesser bleibt übrigens
immer auf dem Brotteller. |
| 4. |
Das bekannte "Guten Appetit!" ist out. |
| 5. |
Ob Sie bestimmte Speisen mit den Fingern essen dürfen
erkennen Sie daran, dass eine Fingerschale zur Verfügung
steht. Wenn nicht, müssen Sie Messer und Gabel einsetzen.
Haben Sie das Besteck erst mal benutzt, darf es den Tisch nicht
mehr berühren – auch nicht auf dem Tellerrand abgestützt.
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| 6. |
Wird Ihnen z.B. ein Krabbencocktail oder ein Eis auf einem
Unterteller serviert, legen Sie später das benutzte Besteck
auf dem Teller ab. Bitte lassen Sie auch den Suppen-, Kaffee-
oder Teelöffel nicht in der Tasse. |
| 7. |
Probieren Sie erst die Speisen, bevor Sie würzen. Ob
es sich beim Würzen um Salz, Pfeffer oder anderes handelt,
ist gleichermaßen stillos. |
und
| 8. |
Üben Sie diese Dinge ruhig auch mal im privaten
Umfeld, denn je öfter Sie diese kleinen Details trainieren,
desto leichter fällt Ihnen ein offizielles Essen. |
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| Souverän
in der Krise |
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| Kommt es trotz größter Vorsicht
zu einem Malheur, sollte man souverän bleiben und tunlichst
keinen großen Wirbel darum machen. Bei einer runtergefallenen
Gabel vom Kellner einfach eine Neue bringen lassen – und sollte
das umgestoßene Glas den Anzug des Tischnachbarn treffen,
ist neben einer Entschuldigung auch die Übernahme der Reinigung
geboten.
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| Nähere Informationen zum Thema bei Anke Quittschau und Christina
Tabernig unter www.korrekt.de.
Die Autorinnen behalten sich alle Rechte am Artikel vor. © 2004
korrekt |
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