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| Gut gekleidet ist halb
gewonnen
So hinterlässt man(n) einen guten Eindruck
Teil 1 |
Teil 2
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(November 2005)
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Inhalt dieses Artikels:
Der gute erste Eindruck | Kleidung
transportiert Image | Der Anzug
als Mittel zum Zweck | Business-Hemden
sind langärmlig | Mit
Krawatten zeigt man Stil | Schuhe
und Strümpfe | Overdressing
gibt es nicht | Kundenstandard
beachten | Nur gut aussehen
reicht nicht
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Vor kurzem bewegte die IT-Freiberufler im
GULP Forum die Frage "Was zieht man so an, wenn man vor Ort
beim Kunden arbeitet?". Die Beantwortung zog eine rege Diskussion
nach sich und zeigte vor allem eines: Die Wahl der richtigen Business-Kleidung
ist gar nicht so einfach. GULP wollte deshalb von professioneller
Seite wissen, wie man sowohl beim Erstkontakt mit Kunden und/oder
Vermittlern als auch am Arbeitsplatz richtig gekleidet ist. Und
wer könnte dies besser beantworten als die Business-Stil-Expertinnen
Anke Quittschau und Christina Tabernig. Aus ihrer langjährigen
Berufspraxis im Umgang mit Entscheidungsträgern, u.a. auch
aus der IT-Branche, wissen sie genau, mit welcher Kleidung man(n)
im Geschäftsleben einen guten ersten Eindruck hinterlässt.
Da es unter den IT-Freiberuflern aber nicht nur Männer gibt,
wird sich der zweite Teil von "Gut gekleidet ist halb gewonnen"
dem korrekten Business-Outfit der IT-Kolleginnen widmen.
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| Der
gute erste Eindruck |
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| Was ziehe ich an? Diese Frage stellen
sich nicht nur Frauen jeden Tag, sondern auch die Herren der Schöpfung
haben ab und zu dieses Problem. Ist es denn so wichtig, was ich
anziehe? Die Aussage "Es gibt keine zweite Chance für
einen ersten guten Eindruck" kennen wir alle. An dieser Stelle
sollten wir uns die Frage stellen, warum wir uns so wenig mit unserem
ersten Eindruck beschäftigen.
Fakt ist, dass sich andere Menschen innerhalb der ersten acht Sekunden
einen ersten Eindruck von uns verschaffen und dieser dann an entscheidenden
Stellen des Lebens bestimmend für unsere Chancen sein kann.
Angenommen, das erste Treffen mit einem potenziellen neuen Kunden
oder Vermittler steht an. Damit verbunden - ein lukrativer Auftrag,
der den Broterwerb für die nächsten Monate sichert. Also,
auf welche Zeichen wird mein Gegenüber achten, wenn ich ihm
das erste Mal unter die Augen trete? Da gibt es Signale, die mein
Auftreten gestalten:
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Das Bild, das ich abgebe – sprich
die Kleidung. |
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Das Wesen, also meine Mimik und Gestik. |
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Die Sprache: deutliche und klare Worte, schnelle oder
langsame Aussprache, Dialekt, Sprachmelodie. |
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Mein Geruch/Duft, also die Reaktion meiner Haut mit
Parfüm. |
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Und zu guter Letzt die Haut: kalte, warme, trockene
oder feuchte Hände. |
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| Kleidung
transportiert Image |
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| An ordentlicher Kleidung führt
also kein Weg vorbei. Nur, worin fühle ich mich wohl und welches
Outfit verkörpert mein Image? Wichtig ist: Wenn ich den Zuschlag
für einen 100.000 Euro Auftrag erhalten möchte, muss ich
auch nach 100.000 Euro aussehen. Sonst wirke ich unglaubwürdig.
Einen Oberklassewagen im Discount-Anzug zu verkaufen ist schlichtweg
unmöglich.
Was sollte man also beachten? Lieber konservativer als zu leger
anziehen, denn klassische Kleidung wird verbunden mit Seriosität,
Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz.
Und welche Farbe passt am besten? Die klassischen Farben sind:
Blau, dunkelgrau, Braun und heute inzwischen auch Schwarz –
obwohl diese Farbe eher eine Anlassfarbe ist, sprich Schwarz wurde
zu Beerdigungen, Abendveranstaltungen und festlichen Dinners angezogen. |
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| Der
Anzug als Mittel zum Zweck |
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| Mit einem schwarzen Anzug wirke ich
sicherlich beim Erstkontakt zu autoritär. Ich möchte,
dass mein Kontakt mich sympathisch findet, Vertrauen bekommt und
sich öffnet. Das werde ich mit einem strengen schwarzen Anzug
wohl nicht erreichen. Dunkelblau ist immer korrekt, konservativ
und vertrauenerweckend, wirkt aber oft etwas unkreativ. Dunkelgrau
wirkt zurückhaltend und stilvoll, ist auf jeden Fall weniger
autoritär als Schwarz und mein Kunde öffnet sich leichter.
Für das erste Gespräch ist also dunkelgrau die beste Wahl.
Respektvoll ist, das Sakko in Stehsituationen immer zu schließen.
Steht man also zur Verabschiedung auf, knöpft man das Sakko
zumindest mit einem Knopf zu. Der unterste Knopf bleibt stets offen. |
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| Business-Hemden
sind langärmlig |
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| Das richtige Business-Hemd ist auf
jeden Fall langärmlig – auch im Sommer. Weiß, Hellblau
oder Rosa sind die Farben, die im Job akzeptiert sind. Die zweifarbigen
Hemden, also hellblau mit weißem Kragen, sollte ich nun mal
endlich aussortieren. Sie sind genauso wenig aktuell, wie dunkle
Stoffe in Bordeaux oder Schwarz. Wichtig: Der oberste Knopf bleibt
geschlossen – auch wenn's mal hoch hergeht!
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| Mit
Krawatten zeigt man Stil |
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| Die Krawatte ist ein kleines Stoffstück
mit großer Wirkung. Bei der Krawattenwahl sollte man deshalb
auf einen seriösen Eindruck achten. Nilpferde oder Bärchen
bleiben im Schrank. Dezente Farben und unauffällige Muster
wirken kompetent.
Krawatten sind aus Seide und aus keinem anderen Material wie Holz,
Plastik oder Leder. Die Krawatte wird zurzeit wieder etwas schmaler
geschnitten und in voller Länge (bis in die Mitte der Gürtelschließe)
getragen. Vorbei sind kurz gebundene Binder mit dicken Windsorknoten:
sie verkürzen den Oberkörper nur unnötig. Auf den
Krawattenclip sollte ich verzichten bis er wieder modern ist. |
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| Schuhe
und Strümpfe |
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| Saubere und geputzte Schuhe sind ein
Muss. Viele Menschen schließen vom Zustand der Schuhe auf
die Arbeitsweise. Eine Investition in klassische Schuhe mit Ledersohlen
lohnt sich immer, denn sie halten bei guter Pflege viele Jahre.
Welche Schuhfarbe zum Anzug passt, ist relativ einfach. Ein schwarzer
Schuh passt zu grauen, blauen und schwarzen Anzügen. Nur beim
braunen Anzug sollte lieber ein dunkelbrauner Schuh getragen werden.
Die Kombination braun-schwarz sollte in möglichst allen Variationen
vermieden werden – auch wenn es manche Männer für
modisch halten.
Nun stellt sich noch die Frage der passenden Strümpfe. Hier
gilt die Regel, dass sie mit dem Schuh farblich abgestimmt sein
sollten. Unbedingt auf die Länge der Strümpfe achten:
niemand möchte bei übergeschlagenen Beinen eine stachelige
Männerwade sehen. |
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| Overdressing
gibt es nicht |
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| Und was ziehe ich nun an, wenn ich
den Projektzuschlag erhalten habe und das erste Mal meinen zukünftigen
Arbeitskollegen begegne? Die oberste Prämisse lautet auch hier:
Besser zu gut als zu schlecht gekleidet, denn ein Overdressing gibt
es nicht. Ein zu viel des Guten führt höchstens zu einem
Lächeln beim Gegenüber. Ein Underdressing dagegen kann
beleidigend sein.
Der Klassiker - Anzug, Hemd, Krawatte - passt also am ersten Arbeitstag
immer. Kennt man den Kunden noch nicht, weil alle Verhandlungen
über den Vermittler liefen, ist man mit einem Anzug garantiert
auf der sicheren Seite. Einen Gang zurückschrauben kann man
am nächsten Tag immer noch. Auf Aussagen Dritter, z.B. des
Vermittlers, über den gängigen Dresscode beim Kunden sollte
man sich dagegen eher nicht verlassen, um unangenehme Überraschungen
zu vermeiden. Besser ist es, sich einen eigenen Eindruck zu bilden,
z.B. mit einem Blick auf die Kundenwebsite. |
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| Kundenstandard
beachten |
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| Wichtig ist, dass das eigene Erscheinungsbild
der Kultur des Kunden entspricht und nicht über seinem Standard
liegt. Will heißen: Werde ich für ein mittelständisches
Unternehmen tätig, dann sollten Armani-Anzug, Manschetten-Knöpfe
und die Rolex besser zu Hause im Schrank bleiben. Das erweckt nur
den Eindruck von "der ist zu teuer" oder "hält
sich für was Besseres". Deshalb muss man aber keineswegs
unter seinem eigenen Niveau zurückbleiben und gegen Benimmregeln
verstoßen, nur, um mit dem Kunden gleichauf zu ziehen.
Am Arbeitsplatz merkt man meist schnell, was die Kollegen so tragen
und kann sich daran orientieren. Spätestens nach einer Woche
sollte ich mich dem üblichen Dresscode im Unternehmen angepasst
haben, will ich nicht als Außenseiter gelten. Oder wie es
ein IT-Freiberufler im GULP Forum treffend ausgedrückt hat:
" Ihr müsst bedenken, wenn ihr für eine Firma arbeitet,
bei der selbst Führungskräfte Jeans und Pullover tragen
und die Krawatte nur und ausschließlich angezogen wird bei
wichtigen Kundenterminen, dann fällt man eben auf. Das ist
so, als würde man seine E-klasse zwischen lauter alte Golfs
stellen. Man ist ein Alien." |
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| Nur
gut aussehen reicht nicht |
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| Grundsätzlich kann man ein korrektes
Business-Auftreten so zusammenfassen: Gepflegt aussehen, und zwar
von der geputzten Brille über gepflegte Haare und Fingernägel
bis zu den Schuhen. Natürlich reicht es im Beruf nicht, einfach
nur gut auszusehen. Aber wer einen schlechten optischen Eindruck
erzeugt, kann noch so fähig sein, der Erfolg wird ausbleiben.
Deshalb abschließend auf einen Blick noch einmal die wichtigsten
Grundregeln, die (nicht nur) IT-Freiberufler beim Business-Dresscode
beachten sollten:
| Business-Dresscode Die
Grundregeln: |
| 1. |
Lieber konservativer als zu leger anziehen. |
| 2. |
Ausschlaggebend ist immer die Bewertung durch den Betrachter
– nicht meine Stimmung. |
| 3. |
Das Business-Hemd ist auf jeden Fall langärmlig –
auch im Sommer. |
| 4. |
Der oberste Knopf bleibt unter der Krawatte geschlossen. |
| 5. |
Krawatten sind gestreift oder dezent gemustert. |
| 6. |
Krawattenclips sind out. |
| 7. |
Sakko im Stehen stets schließen. |
| 8. |
Der unterste Knopf von Sakko und Weste ist immer offen. |
| 9. |
Saubere und geputzte Schuhe sind ein Muss. |
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Nähere Informationen zum Thema bei Christina Tabernig und
Anke Quittschau unter www.korrekt.de
Die Autorinnen behalten sich alle Rechte am Artikel vor. ©
2005 korrekt |
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