|
Was ist der Schlüssel für ein überzeugendes Auftreten?
Wodurch überzeugt man im Umgang mit Kunden, Vorgesetzten,
Mitarbeitern oder Kollegen? Und woran liegt es, dass man manchmal
eben auch nicht überzeugt? Das Geheimnis überzeugenden
Auftretens liegt in der Stimmigkeit der drei Kommunikations-Kanäle:
- Verbale
Sprache
- Stimme und Tonfall
- Körpersprache inkl. Mimik
Überzeugend sind wir immer dann, wenn wir
kongruent, d.h. stimmig kommunizieren. Wenn also das, was man sagt,
zu dem passt, wie man es sagt, dann wirkt man überzeugend.
Ein Beispiel:
Der IT-Freiberufler sagt zum Kunden "Ich freue mich Sie
zu sehen!". Wenn jetzt seine Mimik und Körpersprache
auch Freude ausdrücken, dann wirkt er echt, authentisch und
damit überzeugend. Nehmen wir an, der IT-Freiberufler scheut
bei diesem Satz Blickkontakt und schaut grimmig – dann kommuniziert
er inkongruent, unstimmig und damit unglaubwürdig. Wenn eine
solche Inkongruenz im Verhalten auftritt, dann sieht die prozentuale
Verteilung der Wirkung folgendermaßen aus:
| Worte |
7 % |
| Tonfall |
38 % |
| Körpersprache/Mimik |
55 % |
Also: Bei Unstimmigkeit glaubt der Gesprächspartner
zunächst dem, was er sieht. Die entscheidende Orientierung findet über
Körpersprache und Mimik statt. Dann werden Stimme und Tonfall
relevant. Das, was man sagt, wirkt nur zu 7 Prozent. Wenn der Gegenüber
den Eindruck gewinnt, dass man irgendwie widersprüchlich kommuniziert,
dann ist der Faktor der Körpersprache und Mimik immer ausschlaggebend!
Unstimmigkeit weckt Misstrauen!
Selbst wenn der ungeschulte Mensch nicht bis ins Detail analysieren
und benennen kann, warum sein Gegenüber nicht überzeugend
wirkt – eines ist klar: jede und jeder hat dafür sehr
sensible Antennen und spürt die Unaufrichtigkeit, wird misstrauisch
und glaubt einem nicht, was er sagt, vielleicht sogar beteuert. Deshalb
ziehen wir eine Aussage in Zweifel, wenn das Gesicht dazu nicht passt
oder der Tonfall etwas anderes verlauten lässt. Der Faktor Körpersprache
ist entscheidend für überzeugendes, glaubwürdiges
Auftreten in dem Sinne, dass erst nonverbale Signale das gesprochene
Wort mit Glaubwürdigkeit beleben oder – im schlechten
Fall – das gesprochene Wort als unwahr entlarven.
Je nachdem, welche Wirkung man in welchem Rahmen mit welchen Inhalten
erreichen will, lohnt sich der Blick auf die begleitenden nonverbalen
Botschaften - die Hauptfrage: Wie kann ich körpersprachlich
z.B. in einer Verhandlungssituation auftreten, um nach außen
wirklich glaubwürdig die Wirkung zu erzielen, die ich den Gesprächspartnern
gegenüber gerne haben will?
Unser Ziel ist es, kongruent aufzutreten und jegliches Misstrauen
uns gegenüber zu vermeiden. Nun kann es allerdings sein, dass
wir an der einen oder anderen Stelle nach außen Unstimmigkeit
vermitteln, ohne das selbst zu merken. Oft liegt es dann am Auftreten
der Person, an Körpersprache und Mimik. Aus einer gewissen Unsicherheit
heraus wirkt die Person z.B. fahrig oder zerstreut, vielleicht sogar
unbeholfen. In solchen Fällen kann der Inhalt nicht so wirken,
wie er wirken könnte, weil uns die Begleiterscheinungen im gesamten
Auftreten der redenden Person davon mehr oder weniger stark ablenken.
Der Wirkungsfaktor Körpersprache also spielt in der Überlegung,
wie wir glaubwürdig und überzeugend reden können,
eine entscheidende Rolle.
Nach den grundsätzlichen Betrachtungen zu Beginn betrachten
wir in Teil 2 der Reihe, dass Wirkung auch immer eine Frage der Haltung
ist. |
|