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"Rapport" - Grundlage für
jede Kommunikation
Körpersprache, Teil 3: Eine funktionierende
Gesprächsbeziehung schaffen
Teil 1 |
Teil 2 | Teil 3 |
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(Februar
2005)
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Inhalt dieses Artikels:
Den Gegenüber einschätzen können | Atmosphärisches | Vertrauen
aufbauen mit "Rapport" | Pacing | Leading | Kleine
Signale, große
Wirkung |
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Den Gegenüber richtig einzuschätzen, ist die eine
Sache. Die andere liegt in der Kunst, adäquat zu reagieren
und selbst Initiative zu ergreifen. Im dritten und letzten Teil
der GULP Serie "Körpersprache" befasst sich Rhetorik-Experte
Peter Edwin Brandt mit dem Aufbau von Gesprächsbeziehungen,
die über Erfolg und Misserfolg von Verhandlungen entscheiden:
"Ihre wichtige Verhandlung mit einem ebenso wichtigen Kunden
steht kurz bevor. Über das Telefon haben Sie einen ersten
Eindruck von Ihrem Gesprächspartner gewinnen können -
der allerdings macht Sie nicht gelassener. Denn Ihr Verhandlungspartner,
den Sie jeden Moment treffen werden (hoffentlich erkennen Sie sich
gleich), wirkte für Sie am Telefon sachlich-nüchtern
und sehr knapp.
Ihre Versuche, ihm noch ein paar Informationen zu entlocken, um
ihn selbst und die gesamte Verhandlungssituation im Voraus etwas
besser einschätzen zu können, schlugen fehl. Jeder Versuch
Ihrerseits, so etwas wie Small
Talk
zumindest für einen Moment aufkommen zu lassen, wurde am anderen
Ende höflich-korrekt aber bestimmt vereitelt - man blieb
bei den Fakten.
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| Den Gegenüber
einschätzen können |
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Jetzt - kurz vor dem vis-à-vis-Gespräch – fragen
Sie sich: Wird es Ihnen gelingen, Ihr Gegenüber gleich besser
einschätzen zu können, wenn Sie ihn leibhaftig vor sich
sehen? Was, wenn ein "Pokerface" vor Ihnen sitzt, aus
dessen erstarrtem, scheinbar unbeweglichem Gesicht Sie genauso
wenig "herauszulesen" imstande sind wie aus der zunächst
aalglatt wirkenden Sitz- und Körperhaltung?
Ist es mit Hilfe eines geschulten Blickes möglich, auch hier
Botschaften des Körpers wahrzunehmen, die ungeschulte Menschen
nicht registrieren?
Ist dann das vermeintliche "Pokerface" am Ende gar
keines (so viel Mühe der Gegenüber sich auch geben mag),
weil ich hinter die Fassade zu sehen in der Lage bin? |
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| Atmosphärisches |
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Sie wissen, dass eine gute Gesprächsatmosphäre die grundlegende
Voraussetzung für eine erfolgreiche Einigung auf sachlicher,
geschäftlicher Ebene darstellt. Wenn es auf der Beziehungsebene
zwischen Ihnen und Ihrem Kunden nicht funktioniert, wenn Sie sich
unsympathisch sind, wenn die Brücke zum Gegenüber einfach
nicht trägt, dann ist ein Weiterkommen in der Sache ziemlich
aussichtslos.
Deshalb ist eine gute Gesprächsbeziehung zu Ihrem Kunden
das A und O für erfolgreiche Gespräche. Wir reden hier
von einem "guten Rapport".
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| Vertrauen aufbauen
im "Rapport" |
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"Rapport", verstanden als ein unmittelbarer Kontakt zwischen Personen, baut eine Atmosphäre von Vertrauen auf
und ist damit eine Grundvoraussetzung für gelungene Kommunikation.
1. Grundgedanke:
Zu Beginn einer Kommunikation passe ich mich an meinen Gesprächspartner
an (Pacing= Folgen). Sobald eine Basis für das Gespräch
geschaffen ist, kann ich versuchen, zu lenken (Leading = Führen).
2. Ziel:
Eine Verstehensbasis (Rapport) zu schaffen, auf der dann Angebote
(Termine, Verhaltensregeln, Vorschläge allgemein) leichter von
meinem Gegenüber akzeptiert werden können.
3. Ablauf:
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Das Gesprächsverhalten der anderen Person wahrnehmen,
neben Modulation und Tempo der Stimme insbesondere die
Körpersprache (Haltung, Gestik, Mimik).
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Einzelne Elemente des beobachteten nonverbalen Gesprächsverhaltens
widerspiegeln.
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Die Führung im Gespräch übernehmen.
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Überlässt mir die andere Person die Führung?
Wenn nicht, dann zurück zum Anfang (Erneut wahrnehmen!).
Wenn ja, dann geht es weiter mit dem folgenden Punkt:
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Dem Gesprächspartner einen Vorschlag, eine Verhaltensanweisung
etc. unterbreiten.
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| Pacing |
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Ihr Gesprächspartner betritt federnden Schrittes den Verhandlungsraum,
begrüßt Sie mit fester und lauter Stimme und erzählt
lebhaft gestikulierend von der Anfahrt.
Wie schaffen Sie mit Hilfe der Körpersprache einen guten
Gesprächskontakt?
Sicherlich nicht, indem Sie das Gegenteil tun, d.h. steif stehend
ihm die Hand entgegen strecken ohne diese starre Haltung zu verändern
und dabei mit leiser, brüchiger Stimme fragen, ob Ihr Gast
einen Kaffee möchte. Um den "guten Draht" zum
Kunden zu finden, werden Sie also körpersprachlich ihm folgen
(pacing), indem Sie – freilich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten – auf
Ihre Weise(!) auch etwas lebhafter gestikulieren und mit der Stimme
etwas aufdrehen.
Nehmen wir an, Ihr Gegenüber sitzt Ihnen vornüber gebeugt,
beide Arme auf den Tisch gestützt und liest konzentriert die
vor ihm liegenden Unterlagen, dann bauen Sie die Beziehungsbrücke
zu ihm, indem Sie sich ähnlich aktiv an den Verhandlungstisch
setzen. Wollen Sie umgekehrt den guten Gesprächskontakt unterbrechen,
z.B. weil Sie das Gespräch gerne beenden wollen, dann können
Sie sich lässig zurücklehnen und sind damit weit weg
vom Kunden.
Ihr sachlich-nüchterner Kunde, der sich wortkarg nur die
Zahlen, Daten und Fakten aus der Nase ziehen lässt, die unvermeidbar
sind, wird Sie dann sympathischer finden, wenn Sie Ihre ansonsten
eher ausschmückende Redeweise etwas bändigen und im Kontakt
mit diesem Kundentyp Ihre Neigung zurückstellen, hier und
da einen Scherz mit ein zu bauen, über den Sie dann natürlich
selber am meisten lachen. Denn ob es uns gefällt oder nicht – die
Geschäfte laufen einfach besser mit Geschäftspartnern,
die mir sympathisch sind.
Nutzen wir dieses Potenzial?
Eine wichtige Grundvoraussetzung für den gelingenden Aufbau
von Rapport ist, dass wir das Pacing im Sinne von Angleichen verstehen,
von vorsichtigem Angleichen und nicht im Sinne von rasantem, papageienartigem
Nachäffen. Hier hilft uns aber in der Regel unsere Intuition,
das richtige Maß im Pacing zu finden. Überlegen Sie
einmal, was Sie körpersprachlich tun, wenn ein kleines Kind
auf Sie zukommt und mit Ihnen redet. Vermutlich beugen Sie sich
etwas zu dem Kind herunter, vielleicht gehen Sie sogar in die Knie,
um auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Oder wie laut sprechen Sie mit einem Menschen, der sich vertraulich
zu Ihnen beugt und leise seine Frage zu Ihnen ´rüberraunt?
Vermutlich wenden auch Sie sich ihm näher zu und sprechen
leise, oder? Bei einem Gegenüber, das völlig aufgelöst,
begeistert und wild gestikulierend seiner Freude Ausdruck gibt – ich
bin sicher, Sie werden nicht mit unbewegter Miene steif dastehen
und leise tonlos vor sich hin sagen "ja, echt toll." Mehr
oder weniger deutlich wird auch Ihre Körpersprache diese Begeisterung
des anderen aufnehmen. |
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| Leading |
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Ist über Ihr körpersprachliches Folgen, Ihr Pacing ein
guter Gesprächskontakt zustande gekommen, dann können
Sie auf dieser gesicherten Basis eines guten Rapports in die Führung
(Leading) übergehen und Ihre Körperhaltung ändern – in
der Hoffnung, dass Ihr Kunde jetzt Ihnen folgt und Ihre Haltung über
kurz oder lang einnimmt.
Ein Beispiel auch hier: Zu Beginn der Verhandlung sitzt Ihr Gegenüber
lässig im Stuhl zurückgelehnt und hört Ihren Ausführungen
zu. Um eine gute Gesprächsebene körpersprachlich herstellen
zu können, sitzen Sie also in der Anfangsphase auch etwas "relaxed" auf
Ihrem Stuhl. Im weiteren Verlauf des Gesprächs ändern
Sie Ihre Haltung, Sie gehen in die Führung (Leading), indem
Sie sich mit Ihrem Oberkörper über den Tisch beugen und
mit der rechten Hand Ihre Unterlagen aufschlagen.
Wenn Sie jetzt noch mit der Hand auf einen konkreten Punkt weisen,
dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann auch Ihr Kunde zu
Ihnen an den Tisch und damit an das konkrete Angebot heranrückt …
Aber Achtung: Sollte er es wider Erwarten nicht tun, d.h. folgt
er Ihrer Führung nicht, dann haben Sie einen ernstzunehmenden
Anhaltspunkt dafür, dass Ihre Gesprächsbeziehung noch
nicht tragfähig genug ist für das, was noch aussteht.
In diesem Fall heißt es für Sie: Folgen Sie dem körpersprachlichen
Ausdruck Ihres Kunden eine zweite Runde – passen Sie sich
seiner Körpersprache an und starten Sie dann einen zweiten
Versuch, ob sich Ihr Gegenüber körpersprachlich dann
an Ihre Haltung angleicht.
Geschieht das, also nimmt er Ihre Körperhaltung, Gestik oder
Mimik an, dann ist Ihr "Führungsanspruch" akzeptiert
- und auf dieser Grundlage wagen Sie nun z.B. einen konkreten Vorschlag
in der Sache oder eine Bitte zur Vorgehensweise usw.
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| Kleine Signale,
große Wirkung |
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(Kleinste) nonverbale Signale beim Aufbau von “Rapport”.
Es lohnt sich, sie zu beachten:
| Atem: |
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Stärke, Rhythmus, Frequenz, Lokalität? |
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| Ton: |
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Höhe, Stärke, Intonation, Melodie, Rhythmus, Tempo? |
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| Haltung: |
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Körperspannung, offen, geschlossen, gerade, nach hinten,
vornüber? |
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| Bewegung: |
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Groß, klein, flüssig, unterbrochen? |
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| Kopfhaltung: |
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Gerade, geneigt, entspannt, verkrampft? |
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| Gestik: |
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Groß, klein, einheitlich, inkongruent? |
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| Mimik: |
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Stirn, Augen, Blinzeln, Mund, Wangen, Schläfen, Nasenflügel? |
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| Haut: |
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Farbe, Spannung, Blutgefäße? |
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Nähere Informationen zum Thema und zum Autor bei study & train .
Dort gibt es auch eine Übersicht seiner Seminare und Bücher
( u. a. "Rhetorik – Wirkungsvoll und glaubwürdig
reden"). |
Kommentare zu diesem Artikel:
"Standard Tips, komprimiert, aber durchaus gut aufbereitet. (März 2005)"
"Sehr interessant. Dieses Wissen ist leider weder nach bloßem Lesen noch einer einfachen Schulung einsatzbereit und abrufbar. Dafür ist es zu komplex! ... schließlich muss man die sachliche Ebene der Kommunikation gleichzeitig auch noch im Griff haben. Jedoch ist selbst schon das Erkennen dieses Vorgehens bei anderen Personen sicher gelegentlich hilfreich. (März 2005)"
"Ausgezeichnet *** (März 2005)"
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