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| Jeder
kann verkaufen |
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| Erstaunlich viele Menschen behaupten
von sich, kein guter Verkäufer zu sein. Zu dieser Selbsteinschätzung
kommt es, weil das Bild vom guten Verkaufen verzerrt ist. Jeder
von uns kennt Verkäufer und mischt die Eindrücke dieser
Erfahrungen mit der eigenen Persönlichkeit und Vorlieben.
Gut verkaufen heißt:
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am Gegenüber und dessen Bedürfnissen interessiert
zu sein |
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gern mit Menschen zu tun zu haben |
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Lösungen zu haben |
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das Produkt/die Leistung wirklich gut zu kennen |
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die eigenen Grenzen zu wissen und auch aufzuzeigen |
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zuzugeben, wenn man etwas nicht weiß, sich aber um die
Beschaffung der Antwort zu bemühen |
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abzusagen, wenn man nicht das Gewünschte bieten kann,
und idealerweise jemanden empfehlen, der es kann oder der weitere
Informationen dazu bietet |
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gut beraten zu können und sich Zeit dafür zu nehmen
[...] |
Für Ihre Akquise steht Ihnen ein breites Spektrum an Werkzeugen
zur Verfügung, beispielsweise Telefonakquise ("Kaltakquise"
zur Neukundengewinnung/Akquise zur Intensivierung bestehender Kundenbeziehungen),
Werbeanzeigen, Mailings, Kundenbindungsprogramme/Aktionen, PR/Öffentlichkeitsarbeit,
persönliches Kontaktknüpfen auf Messen/Veranstaltungen,
Vorträge, persönliche Besuche bei Interessenten (Präsentationen,
Angebote ...). Auf die wichtigsten gehen wir in den Kapiteln 5-8
ausführlicher ein.
Die Auswahl der jeweils sinnvollen Akquisewerkzeuge hängt
davon ab:
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was Sie erreichen wollen |
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welche Zielgruppe Sie ansprechen und auf welche Art diese
am besten zu erreichen ist |
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wie Ihr Budget aussieht (und damit ist nicht nur das finanzielle
Budget, sondern auch Zeit und Energie gemeint) |
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was Ihnen am besten liegt (ein wichtiger Aspekt, der jedoch
nicht nur auf "mag ich/mag ich nicht" zu begrenzen
ist, wie wir gleich sehen werden) |
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| Akquise,
die zu Ihnen passt |
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| Ganz klar: Wenn man etwas nicht gern
macht, dann wird man es auch auf ein Minimum reduzieren oder versuchen,
es ganz zu vermeiden. Wenn man etwas jedoch gern macht, kann man
es jederzeit mühelos unterbringen und hängt sich voll
rein. Genauso ist es mit der Akquise.
Nun ist es jedoch nicht damit getan, einfach seine Vorlieben auszuloten
und sich das herauszupicken, was man für Rosinen hält.
Denn nur weil Ihnen eine Form der Akquise nicht besonders liegt,
heißt das nicht, dass sie nicht sinnvoll ist. Gerade das,
was Sie meiden, könnte genau der richtige Weg sein, um Ihr
Geschäft auf Touren zu bringen.
Ausschlaggebend für die Art der Akquise sollte in erster Linie
der Aufwand im Verhältnis zum zu erwartenden Ergebnis sein.
[...]
| Ideal: Weiterempfehlung & Co.
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| Eine Empfehlung ist das Beste, was Ihnen passieren
kann. Sie können sehr viel dazu beitragen: |
| 1. |
Bitten Sie aktiv um Weiterempfehlung: Warten Sie nicht darauf,
dass Sie weiterempfohlen werden, sondern sprechen Sie Ihre Kunden
und Geschäftspartner aktiv darauf an, mündlich oder
schriftlich. Nach Abschluss eines Auftrages können Sie
im Begleitbrief oder auch auf der Rechnung schreiben: "Herzlichen
Dank für die nette Zusammenarbeit! Ich freue mich, wenn
Sie mich weiterempfehlen." |
| 2. |
Fragen Sie Ihre privaten und geschäftlichen Kontakte
nach Personen und Unternehmen, die Ihre Leistung/Ihr Produkt
brauchen können. Viele Menschen geben Ihnen – wenn
sie zufrieden mit Ihnen waren und ein guter persönlicher
Draht vorhanden ist – gern weitere Kontaktadressen. Wichtig:
Erkundigen Sie sich bei einer Empfehlung danach, ob Sie als
Türöffner den Namen Ihres Kontaktes nennen dürfen.
Ungefragt sollten Sie das niemals tun, denn nicht immer ist
es Leuten recht, dass man sie namentlich nennt. |
| 3. |
Bedanken Sie sich immer sofort, wenn Sie weiterempfohlen werden,
entweder mit ein paar freundlichen Worten oder auch mit einer
kleinen Aufmerksamkeit. Fragen Sie deshalb auch Interessenten,
die sich bei Ihnen melden, danach, wie sie auf Sie gekommen
sind und von wem Sie empfohlen worden sind. |
| 4. |
Überlegen Sie sich, inwiefern Sie Provisionsvereinbarungen
treffen möchten. Gerade unter Selbstständigen werden
oft Provisionsvereinbarungen getroffen, wenn erfolgreich Aufträge
vermittelt werden. Rechnen Sie durch, welche Form der Vereinbarung
sich für Sie lohnt, und vereinbaren Sie gemeinsam, worauf
sich die Provision genau bezieht, wenn ein neuer Kunde/Auftrag
über einen Geschäftskontakt zustande kommt. |
| 5. |
Geben Sie ausgewählten Multiplikatoren – privaten
wie geschäftlichen – Ihre Visitenkarten zum Weitergeben. |
| 6. |
Überlegen Sie, ob Sie Kontakte haben, bei denen sich
Synergien ergeben können: Vielleicht können Sie Ihre
Leistungen/Produkte so kombinieren, dass ein Zusatznutzen für
Ihre Kunden entsteht, oder Sie können Aktionen für
neue Zielgruppen gemeinsam durchführen. |
| 7. |
Testimonials: Als "passive Empfehlung" können
Sie Statements zufriedener Kunden in Ihre Werbemittel oder auf
Ihrer Internetseite einbauen. Wichtig: Fragen Sie immer nach,
ob Sie Testimonials (= Kundenaussagen) nutzen dürfen, ob
Sie den vollen Namen, Firma, Ort nennen dürfen, ansonsten
gefährden Sie eine bestehende Kundenbeziehung. Verwenden
Sie nur aufrichtiges Feedback und erfinden Sie nichts. |
| 8. |
Das Wichtigste: Kümmern Sie sich immer intensiv und
persönlich um Ihre Kunden. Die beste Voraussetzung für
aktive Empfehlung sind zufriedene Kunden, die aufrichtig begeistert
von Ihnen und Ihrem Unternehmen sind. In einem solchen Fall
ist man als Kunde froh und stolz, einen so guten Dienstleister
oder Lieferanten zu haben, dass man gern im eigenen Umfeld aktiv
darüber berichtet und gern weiterempfiehlt. |
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| Akquise-Aktionen
sinnvoll kombinieren und Ausdauer beweisen |
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| Da gute Akquise kontinuierlich erfolgen
muss, ist es sehr wichtig, dass Sie die verschiedenen Werkzeuge sinnvoll
miteinander kombinieren. Wählen Sie aus den verschiedenen Akquise-Werkzeugen
mehrere aus, die Sie für Ihre Zwecke nutzen können. Fahren
Sie immer mehrgleisig. Eine gute Planung ist auch eine flexible Planung,
die Ihnen jederzeit auch Kurskorrekturen erlaubt. Wichtig ist, dass
Sie keine vollständigen Akquisepausen einlegen. Sonst erleben
Sie, was leider viele Selbstständige erleben: das Ende aktueller
Aufträge und ein großes Loch, weil nicht rechtzeitig akquiriert
wurde.
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Akquise ist die Ausdauer.
Ausdauer ist hier in zweifacher Bedeutung gemeint: "Dranbleiben",
also niemals nur einen Akquise-Kontakt starten und bei Misserfolg
sofort zu immer neuen potenziellen Kunden übergehen.
Viele Selbstständige schicken einen Brief oder tätigen
einen einzigen Anruf. Wenn darauf keine Resonanz kommt oder abschlägig
reagiert wird, gehen sie davon aus, dass "man" dort
kein Interesse hat, und streichen dieses Unternehmen von ihrer Liste.
So wird nach dem Gießkannenprinzip immer nur ein Versuch unternommen,
anstatt zu versuchen, näher an die Empfänger heranzukommen,
um herauszufinden, was genau der Grund für die Absage war.
Oder auch, um das eigene Unternehmen dort bekannter zu machen und
Vertrauen aufzubauen.
Sich dessen bewusst sein, dass alle Akquise-Aktivitäten unterschiedliche
Reaktionen und Möglichkeiten hervorbringen.
Eine Trainerin bekommt telefonisch einen Großauftrag
auf Empfehlung einer freiberuflichen Texterin. Beim Zurückverfolgen
stellt die Trainerin fest, dass der Kontakt zu dieser Texterin aufgrund
einer Messe entstand, bei der sie vor zwei Jahren ausgestellt hatte.
Da sie unmittelbar nach der Messe keinen Auftrag darüber erhalten
hatte, dachte die Trainerin, dass der Messeauftritt seinerzeit herausgeworfenes
Geld war. Tatsächlich hat sich nach so langer Zeit ein lukrativer
Auftrag daraus ergeben.
Auch aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen bestätigen, dass
viele gute Geschäftskontakte und Aufträge oft erst nach
dem dritten oder vierten Nachhaken zustande kamen. Teilweise hatte
ich es aufgegeben oder gar keine rechte Lust mehr, noch einmal nachzuhaken
oder einen neuen Versuch zu starten.
Mit Körben umgehen
Egal, in welcher Form Sie akquirieren: Sie werden immer auch Körbe
kassieren. Denn es kann sein, dass potenzielle Kunden
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Ihre Leistung/Ihr Produkt nicht oder momentan nicht brauchen, |
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bereits mit einem anderen Unternehmen gut zusammenarbeiten
und nicht wechseln möchten, |
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Ihre Leistung/Ihr Produkt nicht gut finden, |
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von Ihnen nicht überzeugt sind oder die Chemie nicht
stimmt, |
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momentan kein Budget für Ihre Leistung/Ihr Produkt haben, |
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gerade keine Zeit dafür haben, sich mit Ihrem Angebot
zu beschäftigen, weil wichtigere Dinge im Unternehmen anstehen
usw. |
Häufig sind auch schlechtes Timing oder mangelnde Informationen
dafür verantwortlich, wenn die Akquise nicht auf fruchtbaren
Boden fällt. Ihre Ansprechperson war vielleicht gerade mit
etwas anderem beschäftigt und Ihr Mailing ist daher in den
Papierkorb gewandert oder die Person, die Ihre Leistung abschmettert,
ist gar nicht verantwortlich für den Bereich und kann nicht
einschätzen, ob man Ihre Leistung/Ihr Produkt brauchen kann.
Erfolgreiche Selbstständige wissen, dass es zahlreiche Aspekte
dafür gibt, dass man eine Absage bekommt. Wichtig ist, dass
Sie:
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die Situation näher analysieren, |
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daraus lernen, |
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wenn Sie die Gründe sicher kennen: etwas in Ihrem Auftreten/der
Akquise verändern, so sich das anbietet, |
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nicht in die Pauschalisierungsfalle treten. |
Die Pauschalisierungsfalle
Damit ist ein Verallgemeinern einzelner Erfahrungen gemeint.
Sie richten beispielsweise ein Mailing an eine neue Branche,
zwei Empfänger sagen ihnen am Telefon ab, weil man Ihr Angebot
nicht braucht. Häufig tritt nun die Pauschalisierungsfalle
in Kraft mit Reaktionen wie: "Die Branche xy brauche ich gar
nicht mehr anzusprechen, weil MAN dort meine Leistung nicht braucht."
Oder auch konkret bezogen auf die Akquiseaktion: "Ich brauche
gar nicht mehr nachzutelefonieren, weil mir eh jeder absagt."
Alles, was mit "alle", "jeder", "niemand",
"immer", "keiner" und ähnlichen Verallgemeinerungen
zu tun hat, ist eine Pauschalaussage, die Ihnen mehr schadet als
nützt. Tun Sie sich den Gefallen und differenzieren Sie immer:
Sehen Sie sich konkret an, womit Sie es zu tun haben, und brechen
Sie einzelne Aussagen auf ihre Inhalte herunter. Bleiben Sie auf
jeden Fall am Ball! Das Wichtigste für Ihren Geschäftserfolg
ist Ausdauer.
| Auf den Punkt gebracht: |
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Es ist Ihre Verantwortung, "der Welt" zu sagen,
dass es Sie gibt, und ihr konkret mitzuteilen, was man von Ihrer
Leistung/ Ihrem Produkt hat. |
| - |
Gute Akquise muss nicht teuer sein, erfordert aber immer eine
Investition an Geld, Zeit und Energie – in welchem Maße,
das hängt vom gewählten Akquiseweg und Ihren Fähigkeiten
ab. |
| - |
Es stehen Ihnen vielfältige Akquisewerkzeuge zur Verfügung:
Wählen Sie sie besonnen aus im Hinblick auf Ihre Ziele,
die anzusprechende Zielgruppe und auch Ihre persönlichen
Fähigkeiten. |
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Setzen Sie sich konkret mit Ihren Vorlieben und Vorbehalten
auseinander, ergründen Sie sie näher und überlegen
Sie, was sein müsste, damit Sie diese verbessern bzw. meistern.
Gibt es Defizite, die Sie durch Trainings ausgleichen können? |
| - |
Kombinieren Sie verschiedene Akquise-Werkzeuge und fahren
Sie mehrgleisig. Gute Akquise zeichnet sich durch Kontinuität
aus. |
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Drei der wichtigsten persönlichen Eigenschaften für
Ihren Geschäftserfolg sind Ausdauer, Beweglichkeit und
konstruktive Selbstkritik. |
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Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Kundenakquise"
von Gitte Härter im Cornelsen
Verlag Scriptor .
Die Autorin und der Verlag behalten sich alle Rechte am Artikel vor.
© 2005 Cornelsen Verlag Scriptor. |
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