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| Die Kunst höflich
NEIN zu sagen
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(Mai 2007)
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Inhalt dieses Artikels:
Lächeln Sie, bevor Sie ablehnen
| Drücken Sie sich deutlich aus |
Punkten Sie mit Verständnis |
Verdichten Sie Ihre Aussage |
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| Autoren: Christina Tabernig & Anke Quittschau,
Business-Knigge-Expertinnen
Sicher ist es Ihnen auch schon so ergangen, dass Sie Dinge
getan haben, für die Sie eigentlich gar keine Zeit oder nur
wenig Lust hatten oder eventuell gar nicht geeignet waren. Letztendlich
haben Sie dann doch in den sauren Apfel gebissen, um einem Kollegen,
Freund oder Bekannten einen Gefallen zu tun und gut da zu stehen.
Aber wie kommt man höflich aus einer solchen Nummer raus? Und
darf bzw. sollte man seinem Auftraggeber oder Chef überhaupt
einen Gefallen ablehnen? Diese und andere Fragen
beantworten die beiden Business-Stil-Expertinnen Christina Tabernig
& Anke Quittschau im vorliegendem Artikel.
Nicht zu allem Ja und Amen sagen, zeugt in mancher Situation von
Selbstbewusstsein. Der Weg des geringsten Widerstandes ist nicht
immer der richtige Weg. Und auf Dauer gesehen, wird er Sie wahrscheinlich
auch krank machen. Wir können nicht immer und in jeder Situation
"everybody’s darling" sein, auch wenn wir es manchmal
gerne wären. Menschen zu helfen und in Notsituationen unter
die Arme zu greifen, stellt uns als sympathisch dar und nur zu viele
Menschen fühlen sich dabei gebraucht und wichtig. Aber es gibt
Situationen, in denen selbst der zuvorkommendste IT-Freiberufler
keine Zeit hat oder selbst im Stress ist und zuerst an sich denken
sollte. |
| Lächeln
Sie, bevor Sie ablehnen |
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| Gerade in Stresssituationen nett und
freundlich zu bleiben und eine Bitte auszuschlagen gelingt nicht
jedem. Sollten Sie nicht wissen, wo Ihnen der Kopf steht und Ihr
Kunde kommt mit einer für Sie schier unmöglichen Bitte,
atmen Sie erstmal tief durch. Setzen Sie vor Ihre Absage ein Lächeln,
aber bitte ein ehrlich gemeintes Lächeln. Sagen Sie im ruhigen
Ton, dass es Ihnen Leid tut, aber unter dem derzeitigen Aspekt können
Sie dies oder jenes jetzt leider nicht erledigen. Wenn es nicht
zeitkritisch ist, können Sie gerne einen Alternativtermin anbieten.
Das ist zwar keine definitive Ablehnung, aber Sie verschaffen sich
auf jeden Fall Zeit.
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| Drücken
Sie sich deutlich aus |
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| Seien Sie in Ihren Aussagen klar.
Schweifen Sie nicht ab und lassen Sie in Ihrer Absage keine Interpretationsmöglichkeiten
zu wie in folgenden Beispielen: "Tut mir leid, aber jetzt gerade
geht es nicht". Das heißt für mich soviel wie: "O.k.,
jetzt nicht, aber später". Sagen Sie lieber gleich: "Tut
mir leid, ich bereite gerade die Präsentation für das
Kick-off am Donnerstag vor. Danach können Sie mich aber gerne
noch mal fragen."
Wollen Sie die Aufgabe überhaupt nicht erledigen, können
Sie die Bitte mit einer Schmeichelei oder Dank abtun: "Vielen
Dank, dass Sie mir die Aufgabe zutrauen, leider bin ich derzeit
so tief in das Projekt eingebunden, dass mir keine Zeit für
andere Aufgaben bleibt."
Eine alltägliche Situation ist die Einladung zu einer Veranstaltung
oder einem Mittagessen mit Kollegen: "Kommst Du mit zum Mittagessen?".
Beim ersten Mal ist die Ausrede, man hätte noch so viel zu
tun, akzeptiert. Aber fragen Ihre Kollegen ein drittes Mal und Sie
bringen wieder die Arbeit als Vorwand, ist diese Ausrede fraglich.
Wenn Sie ein anderes Ritual über die Mittagszeit pflegen z.B.
Einkaufen oder mit Freunden essen, sagen Sie dies bei der ersten
Aufforderung. Im Grunde sollten Sie aber die Gelegenheit nutzen,
die Teamarbeit beim gemeinsamen Mittagessen zu fördern und
Ihre Kollegen oder Projektmitarbeiter kennenzulernen. |
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| Punkten
Sie mit Verständnis |
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| Zeigen Sie Verständnis für
die Situation Ihres Bittstellers. Wenn er Sie um eine Aufgabe bittet,
da sein Team auf Grund eines Krankheitsfalls unter Druck steht,
drücken Sie Ihr Bedauern aus: "Sie sind ja extrem unter
Druck, aber leider kann ich Ihnen da heute nicht helfen." Machen
Sie eventuell einen Gegenvorschlag. Geben Sie ihm eine Idee, wie
er die Aufgabe ohne Ihre Unterstützung lösen kann. Gibt
es andere Abteilungen, die gerade weniger ausgelastet sind oder
könnte man sich eventuell externe Hilfe besorgen? Dies zeigt
dem anderen, dass er und sein Problem Ihnen nicht egal sind.
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| Verdichten
Sie Ihre Aussage |
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| Diejenigen von Ihnen, die Kinder haben,
wissen, dass es sich auszeichnet, wenn Sie standhaft bleiben. Verdichten
Sie Ihre Aussage:
| A: |
"Können Sie mir noch diese Woche einen Termin geben?" |
| B: |
"Es tut mir leid, diese Woche geht es gar nicht mehr."
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| A: |
"Aber vielleicht doch noch am Donnerstag?" |
| B: |
"Wie gesagt, es sind keine Termine diese Woche mehr
verfügbar. Nächste Woche könnte ich Ihnen etwas
anbieten." |
| A: |
"Wenn ich aber kurz vorbei komme und Sie schauen, ob
ich nicht irgendwo dazwischen rein genommen werden kann?"
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| B: |
"Nein, es tut mir leid, diese Woche geht nichts mehr." |
| A: |
"Wirklich nicht?" |
| B: |
"Nein, tut mir leid." |
Am Ende des Gefechts steht ein klares "Nein", an dem
keiner vorbei kommt.
Gerade diejenigen, die dafür bekannt sind, immer auszuhelfen
oder Dinge für andere zu tun, sollten in der ein oder anderen
Situation hart bleiben. Eine freundliche Bemerkung wie "Ich
weiß, Sie möchten mich jetzt partout davon überzeugen,
dass ich das mache. Aber diesmal tut es mir leid. Es geht nicht."
nimmt den meisten schon den Wind aus den Segeln. Nach dem Motto:
Sie haben sein Spiel erkannt. Sie werden sehen, es tut Ihnen selber
auch mal ganz gut, nicht immer nachzugeben. Sofern Sie wirklich
keine Zeit oder selber genug auf dem Schreibtisch haben. Man sollte
auch ganz genau hinschauen, wer einem die Aufgaben übergeben
will. Die Jobs der anderen zu machen, ist nicht Sinn der Sache.
Ab und zu Mal auszuhelfen, oder wenn man Zeit hat Hilfe anzubieten,
ist freundlich; sich ausnutzen zu lassen dagegen dumm. |
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Nähere Informationen zum Thema bei Christina Tabernig und
Anke Quittschau unter www.korrekt.de
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Die Autorinnen behalten sich alle Rechte am Artikel vor. ©
2007 korrekt
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