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Die eigene Qualifizierung
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(Januar 2001)
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Selbstständige haben oft ein gespaltenes Verhältnis zur eigenen
Fortbildung.
Die Gründe:
- Zeitnot
- kein Geld
- mangelnde Organisation
- keine Vorstellung über die vielseitigen Möglichkeiten
der Weiterbildung
- der Gedanke, dass man keine Fortbildung braucht
Die Zeit bleibt jedoch nicht stehen. Die fachliche und
persönliche Fortbildung ist ein wichtiges Kriterium, wettbewerbsfähig
zu sein und zu bleiben.
Beispiel Computerbranche: Der technische Fortschritt
ist wahnsinnig schnell. Um technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben,
heißt es, kontinuierlich am Ball zu bleiben. Nicht nur, was den
eigenen Fachbereich betrifft: die verschiedenen Entwicklungen Software/Hardware
greifen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig.
Für jeden Selbstständigen ein Muss: Die persönliche
Fortbildung zu elementaren Themen, wie Kundenakquise/-umgang/-bindung,
Telefontraining, Reklamationsmanagement, Selbstorganisation. Denn
nur fachlich gut zu sein, reicht nicht aus, um bleibend eine gute
Auftragslage zu garantieren.
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| viele Arten von
Fortbildung |
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Meist wird Fortbildung nur als Synonym von „Kurs" gesehen. Dabei
ist Fortbildung ein großer Begriff mit vielen Möglichkeiten:
Neben Seminaren gibt es beispielsweise Coachings, Fachliteratur,
Internet, computer based trainings, ja sogar von Fernsehen/Video/Kino
kann man lernen.
Lösen Sie sich von dem Gedanken, dass Fortbildung ausschließlich
mit der Anmeldung zu einem Seminar gleichzusetzen ist.
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| das Wichtigste:
herausfinden, was wichtig und richtig ist |
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Wenn Sie Ihre eigene Qualifizierung planen, haben Sie zwei wichtige
Entscheidungen zu treffen:
- in welchem Bereich will oder muss ich mich weiterbilden?
- welche Art von Training ist das richtige für mich
In welchem Bereich will oder muß ich mich weiterbilden?
Diese Frage sollten Sie sich beantworten, ohne weitere Schritte
zur Realisierung zu überlegen. Schreiben Sie einfach auf ein Blatt
Papier die Bereiche, in denen Sie glauben, noch besser werden zu
möchten oder zu müssen.
Überlegen Sie an dieser Stelle noch nicht, ob Ihnen das Thema wirklich
gefällt und ob Sie wissen, wie und wo Sie sich weitere Kenntnisse
darüber aneignen können. Es ist momentan auch noch nicht das Thema,
ob Sie die nötige Zeit aufbringen, ob Sie das Geld dafür haben –
und ob es statt dessen nicht etwas Wichtigeres gibt.
Momentan möchten Sie möglichst objektiv herausfinden, was Sie brauchen.
Ein Tipp: Es gibt manchmal Themen, an die denkt man nicht oder
verwirft sie gleich wieder. Manchmal sogar mit dem Gedanken „Ach,
das brauch ich eh nicht". Schauen Sie sich solche Themen weiter
an. Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Selbstständige zum Beispiel
vor dem Thema Akquise zurückschrecken. Sie wissen, dass sie in irgendeiner
Form potenzielle neue Kunden suchen und gewinnen sollten, haben
aber ein flaues Gefühl im Magen, so dass sie sich dauernd davor
drücken.
Doch selbst wenn Sie momentan volle Auftragsbücher haben, heißt
das nicht, dass das immer so bleiben wird. Um erfolgreich zu werden,
zu sein oder zu bleiben, müssen Sie sich kontinuierlich um neue
und bestehende Kunden kümmern. Und dazu gehört besonders auch die
rechtzeitige Akquise von Neugeschäft.
Sie haben jetzt also notiert, welche Themen Sie brauchen könnten.
Am besten ist es, wenn Sie diese Liste noch einige Tage auf Ihrem
Tisch liegen lassen und sie immer wieder, wenn Sie daran vorbeigehen,
ergänzen. Fragen Sie vielleicht auch Kollegen oder Geschäftsfreunde,
was ihnen noch einfällt.
Jetzt geht es ans Priorisieren:
Da die meisten Selbstständigen, weil ihnen besonders aus Zeitmangel
der Kopf schwirrt, dazu tendieren, fachliche Weiterbildungen an
erste Stelle zu setzen – und dann ist das Zeit- und Geldbudget erschöpft,
bitte ich Sie im eigenen Interesse: Ermitteln Sie aus Ihrer Liste
jeweils die „Top 3": aus Ihrem Fachbereich und den weiteren Themen,
die ich hier mit „persönlicher Fortbildung" umschrieben habe.
Welche Art von Training ist das richtige für mich?
Bevor Sie sich auf die Trainingsangebote verschiedener Anbieter
stürzen, sollten Sie sich erst einmal darüber klar werden, welcher
Lerntyp Sie sind: Sind Sie einer, der eher praktisch-bezogen lernt,
also durch erleben und selbst ausprobieren? Oder sind Sie jemand,
der sich lieber theoretisch an Themen herantastet und erst einmal
die Zusammenhänge verstehen möchte, bevor es ans Umsetzen geht?
Sind Sie überhaupt jemand, der gern in ein Gruppentraining geht?
Oder fühlen Sie sich ungut unter fremden Leuten? Oder gar gehemmt,
wenn es darum geht, vor anderen Fragen zu stellen oder Rollenspiele
zu machen?
Noch immer ist weder Zeit noch Geld das Thema. Dazu kommen wir
gleich.
Es ist sehr wichtig, dass Sie sich über die Art des Trainings klar
werden. Sonst setzen Sie ständig Zeit, Geld und Energien in den
Sand. Wer in einer Gruppe von Menschen nur passiv ist und seine
individuellen Fragen und Probleme nicht einbringt, der wird ein
Training nicht gut genug für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse
nutzen.
In so einem Fall macht es sicherlich mehr Sinn, in ein Coaching
zu investieren: eine Einzelperson zu finden, die Ihnen 1:1 neue
Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt und Sie bei der erfolgreichen
Umsetzung unterstützt.
Denken Sie daran, dass Sie natürlich die Themen und die Trainingsarten
mischen können. Dazu jetzt auch etwas mehr beim Thema „Zeit und
Geld".
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| zum Thema Zeit
und Geld |
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Wann soll ich das denn machen? Und: Was das wieder kostet!
Wichtig ist, dass Sie von vornherein Zeit und Geld für Ihre eigene
Fortbildung fest einplanen. Machen Sie nicht den Fehler, den viele
machen: ein eigenes Training dann zu machen, wenn Sie Zeit und Geld
übrig haben. Das passiert doch ohnehin nicht!
Diese Freiräume müssen Sie sich schon aktiv schaffen.
die Zeit
Für ein eigenes Training müssen Sie sich aktiv Zeit nehmen. Sie
haben bereits die Themen und die Art des Trainings für sich herausgefunden.
Jetzt können Sie den Faktor Zeit aktiv mit einfließen lassen: Wenn
Sie ein „offenes Training" besuchen möchten – prüfen Sie verschiedene
Anbieter. Wie lange dauert das jeweilige Training bei dem einen,
wie lange bei dem anderen. Checken Sie die Inhalte ab. Sie können
auch den Trainer anrufen, wenn Sie Fragen zu Inhalten haben, die
Ihnen der Anbieter selbst nicht beantworten kann.
Bei vielen Kursen, nehmen wir noch einmal Computerkurse als Beispiel,
machen die Anbieter oft einen Rundumschlag. Da wird dann in zwei-drei
Tagen eine Übersicht über eine Software vermittelt. Sehen Sie sich
die Inhalte genau an – vielleicht wissen Sie zwei Drittel der Themen
bereits. Dann fragen Sie gezielt nach einem anderen Kurs oder Anbieter.
Wenn Sie sich vorher nicht detailliert über die Kursinhalte informieren,
passiert es Ihnen vielleicht, dass Sie in einem Kurs sitzen und
permanent denken: „Da hätte ich besser meine Projekte weitergemacht."
Dadurch werden Sie auch die interessanten Teile des Trainings verpassen,
weil Sie innerlich verärgert sind.
Vielleicht gibt es einige Themen, die Sie sich durch Lesen aneignen
möchten. Dann finden Sie heraus, wann Sie dazu am aufnahmefähigsten
sind. Zu versuchen, nach einem langen Arbeitstag, abends erschöpft
sich noch ein Fachbuch reinzudrücken, ist bei den meisten Menschen
nur eine Farce. Irgendwann macht der Kopf zu. Dann ist es nur noch
wie früher in der Schule: das Buch ist pro forma mit dabei.
Je nachdem, in welchem Bereich Sie tätig sind und welchen Rhythmus
Ihre Kunden haben, können Sie Ihren Arbeitstag einteilen: wählen
Sie die ruhigeren Zeiten um Termine, mit sich selbst zu machen.
Tragen Sie alle Zeiten, die Sie für Fortbildung reservieren, in
Ihren Kalender fest ein – und teilen Sie diese auch den Leuten mit,
die mit über Ihre Zeit bestimmen.
Sofern Sie eine mehrtägige Abwesenheit planen, planen Sie weiter
im voraus und sorgen Sie gegebenenfalls für eine Vertretung, die
für Ihre Kunden da ist, wenn ein Problem auftaucht.
Tipp: Viele Selbstständige versuchen, ihre Weiterbildung ausschließlich
in Wochenenden zu quetschen. Hören Sie auf damit! Es ist klar, dass
Sie als Selbstständiger keine streng geregelten Arbeitszeiten haben.
Dass Sie auch abends und am Wochenende etwas für Ihre Firma tun.
Als Ihr eigener Chef ist es jedoch auch Ihre Pflicht, sich um sich
selbst zu kümmern: aktiv für Ihre Weiterbildung zu sorgen – und
generell ein Auge auf sich selbst zu haben. Denn erfolgreich ist
und bleibt nur, wer für das richtige Maß zwischen Anspannung und
Entspannung sorgt.
das Geld
Geld „für mich selbst" auszugeben, ist ein weiteres Problem, das
Selbstständige oft haben. Zum Teil, weil es andere „wichtigere"
Anschaffungen gibt, zum Teil, weil schlichtweg kein Geld vorhanden
ist. Gerade, wer sich frisch selbstständig gemacht hat, könnte guten
fachlichen Rat oft gebrauchen, kann ihn sich aber nicht leisten.
Das wird leicht zum Teufelskreis.
Nehmen wir noch mal das Stichwort Akquise. Wer fachlich noch so
gut ist, aber keine Kunden hat, wird mit seiner Firma scheitern.
Oder endlos dahin krebsen.
Wer dieses Manko aber erkennt und rechtzeitig darin investiert,
für den amortisiert sich diese Investition sehr schnell.
Wenn Sie also ein Training besuchen möchten, erkundigen Sie sich
– wie oben bereits erwähnt – genau nach den Inhalten, damit Sie
auch das Richtige buchen und sich das Geld lohnt.
kreativ sein: ein paar Anregungen für noch günstigere Fortbildung
- schließen Sie sich mit anderen Selbstständigen zusammen und
buchen Sie sich gemeinsam einen Trainer für genau die Inhalte,
die Sie interessieren
- sehen Sie sich um, ob Sie nicht unter Ihren Geschäftspartnern
jemand haben, der das Thema, in dem Sie sich weiterbilden möchten,
beherrscht und machen Sie ein privates Arrangement
- machen Sie Tauschgeschäfte und bezahlen Sie sich gegenseitig
in „Naturalien" (der Grafiker macht Ihnen ein Logo und Sie richtigen
seinen Computer)
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| Tipp: |
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Das Wichtigste an einer Fortbildung kommt immer danach – die Umsetzung
des Gelernten in Ihre tägliche Praxis. Deshalb ist es wichtig, dass
Sie sich auch um die Nachbereitung aktiv kümmern. Schließen Sie
mit anderen Teilnehmern des Trainings, mit dem Trainer, mit Ihrem
Coach eine Abmachung: machen Sie Intervalle für die Erfolgskontrolle.
Das muss weder viel Zeit noch Geld kosten: Alleine das wissen,
dass jemand anders nachhaken wird, wie weit Sie mit Ihren Zielen
sind, motiviert oft zum Durchhalten.
Viel Erfolg!
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Gitte Härter war viele Jahre im Management eines internationalen Medienunternehmens tätig, bevor sie sich als Business-Coach und -Trainerin selbstständig gemacht hat. Außerdem hat sie über zwei Dutzend Ratgeber in namhaften Verlagen veröffentlicht. Auf ihrer Website www.unternehmenskick.de finden Selbstständige und Freiberufler Hunderte von kostenfreien Online-Tipps.
(c) Gitte Härter, schreibnudel.de
E-Mail: info@schreibnudel.de, Tel. 089 36107847
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