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| Die eigene Glaubwürdigkeit
steigern durch gekonnte Rhetorik
Mehr Chancen auf Erfolg: Überzeugend auftreten und reden im Projekt
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(Mai 2004)
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Inhalt dieses Artikels:
Der Bekanntheitsgrad macht`s
| Rhetorik kann man lernen |
Im Vordergrund: der Nutzen der Zuhörer
| Lebendig und spannend | Mit
Persönlichkeit überzeugen | Den
Pfeilen nachblicken |
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| "Wissen ist Macht". Den Spruch kennt jeder, doch stimmt er wirklich? Wissen ist, so die namhafte Rhetoriktrainerin Dr. Gudrun Fey, nämlich erst dann Macht, wenn man es anderen überzeugend präsentiert. Für GULP erläutert sie Hintergründe und zeigt die Möglichkeiten für IT-Freiberufler auf:
Zahlen einer IBM-Untersuchung zeigen, wie wichtig die Darstellung
und Vermarktung des eigenen Wissens ist. Danach ist die persönliche
Leistung am Arbeitsplatz nur zu 10 Prozent für die Karriere
ausschlaggebend. Warum? Meist ist sie nur den Kollegen und dem Vorgesetzten
bekannt. Und da nicht jeder Vorgesetzte seine Mitarbeiter fördert
- er hätte ja sonst eine gute Fachkraft weniger -, nützt
manchem die fachliche Kompetenz relativ wenig.
Das Image, das man im Unternehmen genießt, trägt hingegen
schon zu 30 Prozent zum beruflichen Aufstieg bei. Natürlich
muss es ein positives Image sein; denn wenn jemand das Image eines
Schlampers oder gar Faulenzers hat, wirkt sich das negativ aus,
egal wie hoch der dritte und letzte Faktor für die Karriere
ist. Das ist nämlich der Bekanntheitsgrad, den man im Unternehmen
hat. Dieser ist zu 60 Prozent für den beruflichen Aufstieg
verantwortlich.
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| Der
Bekanntheitsgrad macht`s |
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| Selbst wenn man diese Zahlen anzweifelt,
genügt ein kurzes Nachdenken über Menschen, deren Karriere
man verfolgen konnte, um meist zu dem Schluss zu kommen, dass es
eben leider weder das persönliche Fachwissen noch die Leistung
am Arbeitsplatz sind, die einen voran bringen. Man mag dies bedauern,
ändern lässt es sich nicht.
Diese Erkenntnis des „Eigen-Marketings“ trifft natürlich
auch grundsätzlich für IT-Freiberufler zu: Für sie
geht es zwar nicht um die Karriere in dem Unternehmen, aber für
sie geht es um eine Verlängerung des Projekts bzw. um ein Nachfolgeprojekt.
Und dafür sind Bekanntheitsgrad bei den entscheidenden Leuten
ebenso wichtig wie das Image, das man im Unternehmen genießt.
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| Rhetorik
kann man lernen |
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| Eine entscheidende Möglichkeit,
den Bekanntheitsgrad zu steigern und das Image eines kompetenten
Fachmannes zu erwerben, bieten z. B. Präsentationen in Projektbesprechungen
oder interne Kurzschulungen von festangestellten Projektkollegen.
Leider glauben viele IT-Freiberufler, sie seien rhetorisch unbegabt.
Das stimmt nicht! Jeder Mensch verfügt über rhetorische
und dialektische Fähigkeiten. Das erkannte nicht nur Aristoteles,
der griechische Philosoph, der die Grundlagen der Rhetorik als Kunst
schuf; das kann jeder bei sich selbst beobachten. Rhetorik ist eine
lehrbare und vor allem erlernbare Kunst ist: poeta nascit, rhetor
facit ("Zum Dichter wird man geboren, zum Redner wird man gemacht".
Cicero)
Wenn man meint, Kaufleute, Betriebswirte und Juristen könnten
besser reden als man selbst, dann ist es notwendig, vor dem Erlernen
des rhetorischen Handwerkszeugs die Einstellung zu seinen eigenen
rhetorischen Fähigkeiten zu ändern. Es ist nämlich
nicht die verbale Gewandtheit oder der große Wortschatz, mit
dem man überzeugt, sondern die Glaubwürdigkeit. Und hier
haben IT-Spezialisten oft das bessere Image – gerade weil
sie sich manchmal nicht so rhetorisch geschliffen ausdrücken.
Deshalb tut man gut daran, sich nicht an Rednern zu orientieren,
die einem imponieren, sondern daran, wie man selbst sein Wissen
einem größeren Kreis optimal vermitteln kann.
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| Im
Vordergrund: der Nutzen der Zuhörer |
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Das Wichtigste bei der Vorbereitung ist, sich zu
überlegen: „Welchen Nutzen biete ich den Hörern?“
Je nützlicher der Vortrag nämlich für den Hörerkreis
ist, desto aufmerksamer wird zugehört, auch wenn er vom Rhetorischen
her nicht so brillant sein sollte.
Mit der klaren Struktur eines Vortrages haben IT-Spezialisten selten
Probleme, weil sie schon von Haus aus gewohnt sind, logisch zu denken.
Dennoch wird beim Aufbau von Fachvorträgen und Präsentationen
oft ein typischer Fehler gemacht: Nach der Nennung des Themas wird
meist ein zentraler Begriff definiert. Dann wird die Theorie dargestellt
– und wenn die Zeit noch reicht, diese an ein oder zwei Beispielen
erläutert. Ein solcher Aufbau ist logisch und nachvollziehbar,
jedoch meist langweilig. Menschen fangen erst dann an zu denken,
wenn Sie ein Problem haben. Deshalb ist es günstig, mit dem
Problem anzufangen, das Sie inzwischen gelöst haben. Denn das
Lösen von Problemen ist der Ausgangspunkt jeder Theorie.
Nach der Darstellung des Problems anhand eines Falles aus der Praxis,
wird es analysiert, eine These, wie man es lösen könnte
aufgestellt und dann die Theorie vorgestellt und an der Praxis überprüft.
Ein solches Vorgehen ist nicht nur vom Didaktischen her sinnvoll,
sondern auch vom Rhetorischen. Ein solcher Aufbau erzeugt nämlich
Spannung.
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| Lebendig
und spannend |
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| Trotzdem kann der Vortrag einschläfernd
wirken, wenn die sprachlichen „Lebendigmacher“ fehlen.
Es ist deshalb ratsam, genau zu überprüfen, ob die folgenden
Punkte erfüllt werden:
| 1. |
Die persönliche Ansprache und das Einbeziehen
der Anwesenden, wie z. B: "Sie werden heute erfahren, dass...",
"Wir können an diesem Beispiel erkennen...",
"Ich selbst habe dieses Mittel ausprobiert...". |
| 2. |
Rhetorische und echte Fragen erzeugen Spannung und regen zum
Mitdenken an. Deshalb sind sie sind gut geeignet als Ohrenöffner
zu Beginn eines Vortrags oder um diesen anhand von Fragen zu
strukturieren. |
| 3. |
Eigene Erlebnisse/Beispiele/Schilderungen beleben und erzeugen
Bilder und Vorstellungen. Außerdem wecken und beeinflussen
sie Gefühle. So aktiviert man nicht nur die linke Gehirnhälfte
der Hörer, die für das logische Denken zuständig
ist, sondern auch die rechte. |
| 4. |
Einzelheiten veranschaulichen und verdeutlichen ebenfalls
die Rede und machen sie einmalig und unverwechselbar. |
| 5. |
Belebend wirkt schließlich das Zitieren von Aussagen/Gedanken/Sprüchen
anderer Menschen. |
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| Mit
Persönlichkeit überzeugen |
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| Die Person des Redners kommt zur Geltung
durch Körpersprache, Mimik, Tonfall und Sprechweise. Hier erkennen
die Hörer meist sehr schnell, wer Profi und wer Anfänger
ist. Ein selbstbewusstes Auftreten erzeugt man durch: Kopf gerade
und ruhig, leichte Schrittstellung, aufrechte Haltung, ein guter
Blickkontakt und ein gewinnendes Lächeln. Um das Gespür
für die persönliche Ausstrahlung zu bekommen, ist ein
Video-training von Vorteil. Nur dadurch hat man die Möglichkeit,
sich mit Zuschaueraugen zu beobachten, seine Stärken zu stärken,
seine Schwächen zu erkennen und gegebenenfalls abzulegen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Gestik. Jeder Mensch verfügt
über eine natürliche Gestik, doch bei Auftritten vor Publikum
weiß man oft nicht, wohin mit den Händen. Die Grundregel
lautet: Die Hände etwa in Gürtelhöhe halten, sie
nicht zusammennehmen, sondern mit brückenschlagenden und unterstreichenden
Handbewegungen den Kontakt zu den Hörern aufbauen und das Gesagte
dadurch unterstreichen und verstärken. Gerade, wenn einem eine
solche Gestik unnatürlich erscheint, sollte man dies anhand
einer Videoaufzeichnung von sich überprüfen. Empfindet
man dann die Gestik als ansprechend, sollte man sie beibehalten.
Nach einer gewissen Übergangszeit wird sie auch einem selbst
natürlich erscheinen. Durch den Einsatz der Hände kann
man außerdem selbst feststellen, wie die Sprechweise und der
Tonfall lebendiger und abwechslungsreicher werden.
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| Den
Pfeilen nachblicken |
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| Cicero fordert vom Redner, dass er
"auf Wirkung sprechen" solle. Um das zu illustrieren,
vergleicht er den Redner mit einem Pfeilschützen, der seinen
Pfeilen nachblickt, um zu schauen, ob er getroffen hat. Wenn Sie
nun als Redner Ihren Worten nachblicken, um abzuschätzen, welche
Wirkung zu erzielen, werden Sie zugleich mit Blickkontakt sprechen
und auch genügend lange Pausen machen.
Ob man ein gefragter Redner wird und damit seiner Karriere einen
entscheidenden Impuls verschafft, ist also keine Frage der Begabung
sondern des persönlichen Engagements, sich diese Fähigkeiten,
die in jedem Menschen schlummern, zum Leben zu erwecken und zu trainieren.
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& train . Dort gibt es auch eine Übersicht ihrer Seminare, Bücher
und Hörbücher.
Die Autorin behält sich alle Rechte am Artikel vor. © 2004 Dr.
Gudrun Fey
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