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Einen Messebesuch unter "Gewinn" verbuchen

Selbstmarketing: Informieren und Kontakte knüpfen

(Juli 2004)
Inhalt dieses Artikels:
Tipp 1: Strukturieren Sie Ihre Vorbereitung! | Tipp 2: Arbeiten Sie an Ihrer persönlichen Wirkung! | Tipp 3: Stellen Sie eine Mappe zusammen! | Tipp 4: Bedanken Sie sich danach!

 

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Orientierungslos herumlaufen oder sich gezielt informieren über das Angebot und die Unternehmen. Oder sogar im Rahmen der Möglichkeiten etwas für die Selbstvermarktung tun. Wenn IT-Freiberufler Fachmessen besuchen, bleiben viele Möglichkeiten oftmals ungenutzt. Wie man einen Messebesuch unter „Gewinn“ verbuchen kann – für GULP haben Anke Quittschau und Christina Tabernig die wichtigsten Tipps zusammen gestellt:

Leicht war der Job des IT-Freiberuflers noch nie, denn die Anforderungen an Flexibilität, Geschwindigkeit und Fachwissen verlangen ein Höchstmaß an Professionalität. Seit der Wettbewerb jedoch größer und härter geworden ist, steht diese Gruppe vor einer weiteren Herausforderung, die rasant an Bedeutung gewinnt: Der Selbstvermarktung.

Immer mehr selbstständige IT-Experten machen sich Gedanken um ihr Selbstmarketing und überprüfen ihre Vertriebsfähigkeiten. Seine Kompetenzen persönlich an den potenziellen Kunden zu bringen, der Besuch von Fachmessen kann hierfür eine wichtige Vorarbeit sein – und gegebenenfalls sogar die Chance auf eine entscheidende Kontaktaufnahme.

Aber wie bereitet man sich denn nun professionell auf einen Messebesuch vor?

 

Tipp 1: Strukturieren Sie Ihre Vorbereitung!
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Seien Sie sich bewusst, dass auf Messen das Standpersonal in der Regel verkaufen will – und nicht kaufen. Das bedeutet: Wenn Sie sich auf einer Messe nicht nur „einfach so“ informieren, sondern auch gezielt Kontakte knüpfen wollen, kommen Sie um intensive Vorarbeiten nicht herum.

Sammeln Sie zunächst Informationen über die ausstellenden Unternehmen, die für Ihr Angebot von Interesse sind. Bauen Sie sich eine Datenbank auf. Erfassen Sie darin Informationen zu Umsatz, Produkten, Ansprechpartner, Entscheider- und Kommunikationsdaten. Jeder Eintrag in Ihre Datenbank ist Betriebskapital.

Vier Wochen vor Beginn der Messe senden Sie ein Anschreiben mit Ihren Kompetenzen, Referenzprojekten sowie dem Terminwunsch für die Messe an die ausgewählten Unternehmen. Den richtigen Ansprechpartner (ob Projektleiter oder Einkäufer oder gar Geschäftsführer) haben Sie natürlich vorab am Telefon ermittelt. Spätestens eine Woche nach Versand rufen Sie den Ansprechpartner an – und wenn der Ansprechpartner auch auf der Messe ist, vereinbaren Sie einen Termin auf dem Messestand.

 

 

Tipp 2: Arbeiten Sie an Ihrer persönlichen Wirkung!
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Nochmals: Auf Messen will das Standpersonal in der Regel verkaufen – und nicht kaufen. Nerven Sie also nicht die Leute und vermeiden Sie eine offensive Kaltakquise! Zeigen Sie vielmehr Fingerspitzengefühl, bitten Sie um Informationen über das Unternehmen samt dessen IT-Struktur und fragen Sie höflich nach, ob ein entsprechender Ansprechpartner vor Ort ist bzw. ob Sie für jenen Ihre Unterlagen hinterlassen dürfen.

Übrigens: Regionalmessen in Ihrer Nähe, auf denen der Mittelstand zuhause ist, sind zum Knüpfen von ersten Kontakten mit großer Wahrscheinlichkeit besser geeignet als internationale Messen – denn hier sind die Entscheider der Firmen oft selbst an den Ständen anzutreffen.

Wenn schon große Messen, dann suchen Sie vor allem Foren und Fachvorträge auf. Hier finden sich bevorzugt die Fachleute und Führungskräfte, die sich über die neuesten Trends informieren wollen.

Und wenn es dann zur Kontaktaufnahme kommt: Ihr Erscheinungsbild, Auftreten und die Argumentationsfähigkeit entscheiden mit über Erfolg oder Misserfolg Ihres Vorhabens. Reines Sachwissen und fachliche Qualifikation allein genügen nicht mehr.

Achten Sie auf Ihr Business-Outfit, denn viele Menschen schließen noch immer von Ihrer Kleidung auf Kompetenz und Seriosität. Tragen Sie als Mann einen Anzug mit Krawatte und gepflegte, geputzte Schuhe. Als Frau haben Sie mehr Freiheit bei der Kleiderwahl, empfohlen wird aber auch hier ein klassisches Business-Outfit. Denken Sie bei der Auswahl daran: Sie repräsentieren Ihr Unternehmen.

Üben Sie im Vorhinein Ihre Selbstvorstellung. Eröffnen Sie ein Gespräch immer mit der Namensnennung. Dabei verzichten Sie auf die Nennung akademischer Grade und auf „Herr“ oder „Frau“. Wenn Sie also „Dr. Matthias Müller“ heißen, stellen Sie sich mit den Worten „Schönen guten Tag, ich bin Matthias Müller“ vor.

Die Namensnennung fällt in den Sekundenbereich des ersten Eindrucks. Deshalb sollte die Selbstvorstellung positiv und sympathisch sein. Vermeiden Sie verstaubte Floskeln wie „Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle. Müller mein Name.“

Die Selbstvorstellung muss natürlich nicht alleine stehen. Nutzen Sie verfügbare Anknüpfungspunkte wie z.B.: „Ich freue mich, dass wir uns nach den vielen Telefonaten endlich persönlich kennen lernen. Ich bin Klaus Schneider. Guten Tag.“

Erwidern Sie eine Vorstellung ebenso mit einer Freundlichkeit wie „Wie schön Sie kennen zu lernen. Ich bin Herbert Möller.“

 

 

Tipp 3: Stellen Sie eine Mappe zusammen!
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Für Ihr Gespräch mit dem potentiellen Kunden haben Sie eine Mappe vorbereitet, in der alle Informationen zu Ihnen und Ihrem Angebot gebündelt sind. Der Kunde findet darin also eine ausführliche Darstellung Ihrer Kompetenzen, Referenzprojekte sowie Ihre Kontaktdaten. Diese Mappe sollte beim Kunden verbleiben.

Wichtig für das Gespräch ist auch, dass Sie einige Personen als Referenzen nennen können, bei dem sich das Unternehmen über Sie informieren kann. Und nicht vergessen: Um ein „schwammiges und diffuses Danach“ zu vermeiden, schließen Sie jedes Gespräch mit einer klar formulierten Zusammenfassung der weiteren Schritte!

Für eine spontane Kontaktaufnahme auf der Messe sollten Sie ein einseitiges Kurzprofil von sich verfügbar haben. Geben Sie das Kurzprofil zusammen mit einer Visitenkarte am Informationdesk des Unternehmens ab und bitten Sie um eine Terminvereinbarung mit dem von Ihnen benannten verantwortlichen Mitarbeiter.

Bei der Gestaltung Ihrer Präsentationsunterlagen sollten Sie auf professionelle Unterstützung bauen. Selbst gedruckte Flyer und unstrukturierte Präsentationen wirken wenig kompetent. Denken Sie daran: Sie haben nur eine Chance, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.

 

 

Tipp 4: Bedanken Sie sich danach!
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Nach der Messe bedanken Sie sich bei Ihren Gesprächspartnern per Email für das Gespräch. In dieser Email fassen Sie das Besprochene nochmals kurz zusammen und halten die vereinbarten Schritte zur weiteren Vorgehensweise fest.

 

 

Nähere Informationen zum Thema bei Anke Quittschau und Christina Tabernig unter www.korrekt.de. Die Expertinnen rund um ein gelungenes Auftreten unterstützen u. a. bei der Selektion potentieller Zielgruppen, Terminvereinbarungen mit gewünschten Kunden sowie bei Verfassung und Gestaltung von Präsentationsunterlagen.

Die Autorinnen behalten sich alle Rechte am Artikel vor. © 2004 korrekt

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Gerade vor der Systems war es für mich sehr interessant, die Ratschläge einmal in Ruhe durchzulesen und zu überlegen, was man auf der Messe tun will. Für mich schon ein positiver Effekt: Erstmalig bereite ich mich auf den Besuch vor. (September 2004)"

"Guter Artikel mit einer interessanten perspektive, wo man sonst noch als Freelancer tätig werden kann. (August 2004)"

"Ich mag, was die beiden Ladies hier immer schreiben. Sind zwar absolute Randthemen, machen die ganze Freiberuflersache aber angenehmer. Mehr davon. (Juli 2004)"

"Guter Artikel, der auf neue Wege hinweist ohne allzu große Hoffnungen zu machen. Man muss alles probieren, sollte aber tunlichst den allheilmachenden Lösungen sehr skeptisch gegenüberstehen. Ich denke, daß man auch als Freelancer sich über sein Marketing Gedanken machen muss anstatt immer nur darüber zu jammern, dass es keine Aufträge gibt. Auf meiner nächsten Messe werde ich die Gulp-tipps mal testen ;-). (Juli 2004)"


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