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| Professionell am Hörer
– die ersten Sekunden entscheiden
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(September 2004)
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Inhalt dieses Artikels:
Auf der Suche nach Signalen | Beim
Zahnarzt | Klingeln und grüßen
| Die richtige Reihenfolge für
ein besseres Verständnis | Entscheidende
Kleinigkeiten am Anfang |
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| "Telefonieren kann doch jeder. Einfach
Hörer in die Hand nehmen und wählen." Nicht selten
begegnet die Kommunikationsexpertin Johanna Schott solchen Aussagen
– und auch eine aktuelle
GULP Umfrage scheint diese weit verbreitete Ansicht zu bestätigen:
Nur 23 Prozent der befragten IT-Freiberufler gaben an, dass ihre
Fähigkeiten am Telefon verbesserungswürdig seien. Ein
möglicher Trugschluss, wie Johanna Schott für GULP darlegt:
Ein wichtiger Teil der Projektakquise geschieht über das Telefon.
Man hat sich z. B. über die GULP Profiledatenbank gefunden
und nun gilt es zu prüfen, ob man zusammenpasst.
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| Auf der Suche
nach Signalen |
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| Der potentielle Kunde steht vor der
Herausforderung zu erkennen, wer am besten die anstehende IT-Aufgabe
lösen kann. Das Dumme daran ist, dass er oftmals erst, nachdem
der Auftrag abgewickelt worden ist, weiß, ob er sich für
den richtigen Anbieter entschieden hatte. Wenn der IT-Freiberufler
samt Fähigkeiten nicht schon bekannt war, dann "kauft"
der Projektanbieter die sprichwörtliche "Katze im Sack".
Er wird letztlich nie wissen, ob es nicht jemand am Markt gegeben
hätte, der noch besser gewesen wäre.
Um für eine Dienstleistung eine Kaufentscheidung zu treffen,
sucht der Projektanbieter deshalb bewusst oder unbewusst nach Signalen,
die ihm helfen, "Gut von Böse" zu unterscheiden. |
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| Beim Zahnarzt |
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| Ein Beispiel aus einer neutralen Branche:
Ein Mann ist umgezogen und geht zum ersten Mal zu einem Zahnarzt
in der neuen Nachtbarschaft. Die Zahnarzthelferin am Empfang wirkt
ungepflegt und bittet ihn mürrisch, im Wartezimmer Platz zu
nehmen. Dort ist er der einzige Patient. Die Zeitschriften sind
zerfledert, ungeordnet und liegen teilweise auf dem Boden. Der Boden
ist schon lange nicht mehr gefegt worden, besonders hinter der Tür
liegt Staub mit erstaunlicher Vergangenheit. Bei einigen Wartestühlen
ist der Bezug ausgerissen und man kann den darrunterliegenden Schaustoff
sehen. Der Mann staunt und schluckt – und trifft eine Entscheidung.
Er steht auf, ruft in Richtung Empfang: "Entschuldigung, mir
ist ein Termin dazwischen gekommen", und geht.
Sagen die von dem Mann empfangenen Signale von Zahnarzthelferin,
Zeitschriften, Stühle und Boden etwas über die fachliche
Qualität des Zahnarztes aus? Nicht unbedingt – ebenso
wenig, wie ein glänzendes Wartezimmer keine Garantie dafür
ist, dass im Behandlungszimmer handwerklich gute Arbeit geleistet
wird. Aber: Die meisten Menschen werden die saubere und freundliche
Zahnarztpraxis der Alternative "Schmutz und Schmuddel"
vorziehen.
Das Aushängeschild des IT-Freiberuflers ist eventuell sein
Internetauftritt, in jedem Fall sein GULP Profil und schließlich
das gezeigte Telefonverhalten. Über sein Profil macht sich
der selbstständige IT-Experte sicher Gedanken, aber über
sein Telefonverhalten? Telefonieren kann man doch, oder? |
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| Klingeln
und grüßen |
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| Schon bevor das Telefon beantwortet wird,
werden Signale gesendet. Ein potenzieller Kunde ruft bei zwei in der
engeren Wahl stehenden Freiberuflern an. Beim Ersten muss er es acht
Mal klingeln lassen, bis endlich jemand am anderen Ende der Leitung
abhebt; der zweite Freiberufler ist nach zwei Klingeltönen am
Apparat. Wer von beiden macht den besseren Eindruck?
Das nächste Signal ist, wie das Telefon beantwortet wird: Hört man
nur ein barsches und unverständliches "WRÖLLER"
vom IT-Freiberufler – oder wird man freundlich und knapp begrüßt
und versteht gleich auf Anhieb den Namen des Gegenübers? Oder
wird man von einer zu lange Begrüßungsformeln abgeschreckt
– schließlich sucht der Projektanbieter einen Spezialisten,
der konzentriert arbeitet und nicht lange um den heißen Brei
redet.
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| Die richtige
Reihenfolge für ein besseres Verständnis |
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Eine gute Grußformel besteht aus
zwei oder drei Teilen. Wenn es einen Firmennamen gibt, hört man
die Grußformel meist in dieser Reihenfolge:
| 1. |
Firmenname: "study & train," |
| 2. |
Persönlicher Name: "Johanna Schott," |
| 3. |
Begrüßung: "guten Tag." |
Besser ist es jedoch, die Begrüßung voranzustellen. Die
Argumente dafür:
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Der Gegenüber hat mehr Zeit sich auf das Gespräch
einzustellen, um die nachfolgenden Sachinformationen besser
zu verstehen. |
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Das Letztgesagte bleibt am frischesten im Ohr. Wenn die Meldung
mit "guten Tag" endet, ist das zwar freundlich –
doch ist es vor allem auch bei aktiver Akquise wichtiger, dass
potenzielle Kunden den Namen verstehen und ihn sich einprägen. |
Die meisten Menschen empfinden es als peinlich, noch einmal nach
dem Namen des Telefonpartners zu fragen und machen dies erst, wenn
es nicht mehr ohne Namen geht. Gerade Freiberufler, die aktiv beim
Projektanbieter anrufen, tun gut daran, diesen nicht gleich in eine
solch unangenehme Lage zu bringen.
Hier ist es einfach sich von der Masse abzusetzen, indem man seinen
eigenen Namen gleich von Anfang an deutlich und verständlich
nennt. Die Verständlichkeit und Eindeutigkeit ist höher,
wenn man vor den Nachnamen den Vornamen stellt. Es gibt der Meldung
eine persönliche Note, macht sie modern und ist in den meisten
Fällen verständlicher. Einzuschränken ist diese Regel
für Vornamen, die als solche nicht erkennbar sind. So wird ein
Kraft Rudolf eher verwirren, wenn Kraft der Vorname und Rudolf der
Nachname ist. Als günstige Reihenfolge ergibt sich:
| 1. |
Begrüßung: "Guten Tag," |
| 2. |
Firmennamen: "study & train," |
| 3. |
Persönlicher Name: "Johanna Schott” |
Übrigens: Die Frage "Was kann ich für Sie tun?"
hat in der Meldung nichts zu suchen. Sie macht die Meldung nur unnötig
lang. |
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| Entscheidende
Kleinigkeiten am Anfang |
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Nicht nur aber insbesondere auch am Telefon
sind es meist die Kleinigkeiten, die eine große Wirkung bringen.
Und wie generell gilt auch hier, dass die ersten Sekunden entscheidend
sind für den ersten Eindruck.
Vermittelt man bereits von Beginn an am Telefon einen guten Eindruck,
prägt man nicht nur den Stil des weiteren Telefonates, sondern
legt vielleicht sogar ein tragfähiges Fundament für eine
erfolgreiche geschäftliche Beziehung.
Es kann sich also durchaus lohnen, einmal intensiver über
das eigene Telefonverhalten nachzudenken.
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Nähere Informationen zum Thema und zur Autorin bei study
& train .
Dort finden Sie Informationen zu weiterführenden Veröffentlichungen
(u. a. das Trainingsbuch "Souverän telefonieren"
und die Audio-CD "Kompetent und kundenfreundlich telefonieren").
Die Autorin behält sich alle Rechte am Artikel vor. ©
2004 Schott.
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