Trash Poll der Woche

(Februar 2010)
Die wöchentliche GULP Kurzumfrage rund um Leben, Liebe, Alltag & Beruf - nicht immer ganz ernst gemeint, sondern mit einem Augenzwinkern.

Das Ergebnis der Kalenderwoche 06/2010:
Ein Projekt wird Ihnen angeboten: Wann sagen Sie auf jeden Fall ab?
Laufzeit zu kurz 6%
Geringeres Honorar als im letzten Projekt 6%
Ungünstiger Einsatzort 29%
Zwischen Kunde und Freiberufler steht mehr
als ein Vermittler
24%
Kein Lerneffekt dabei 3%
Nichts davon ist ein absolutes K.O.-Kriterium 32%
Teilnehmerzahl: 226
Kettengeschäfte sind bei fast einem Viertel der Teilnehmer an dieser Trash Poll ein absolutes K.O.-Kriterium. 29 Prozent nehmen das Projekt nicht an, wenn der Einsatzort ungünstig ist. Überraschend ist, dass das Honorar im Vergleich dazu keine große Rolle spielt: Nur sechs Prozent sagen einen Auftrag ab, wenn der Stundensatz geringer ist als im letzten Projekt. Mangelnder Lerneffekt ist noch seltener ein Absagegrund. Dabei könnten Freiberufler für ein Projekt, in dem der Lerneffekt groß ist, doch auch mal einen ungünstigen Einsatzort in Kauf nehmen, oder? Neu erworbenes, aufgefrischtes oder vertieftes Know-how hilft doch ungemein bei der Suche nach dem nächsten Auftrag. Je überzeugender und aktueller seine Skills und Qualifikationen, desto besser ist die Verhandlungsposition eines Selbstständigen – und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, an neue Aufträge zu kommen oder sich sogar aus einer Reihe Projekte eines aussuchen zu können.
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Kommentare zu diesem Artikel:

"Da sich hier doch einige Gedanken über das Für und Wider von Kettengeschäften machen, ein kleiner Einwurf meinerseits: Kettengeschäfte sind für mich kein Ablehnungsgrund. Da ich den Kundenendpreis meistens in Erfahrung bringen kann und an Provisionen ca. 15% akzeptiere, bekomme ich solche Verträge niemals angeboten, bzw. ich frage maximal höflich nach, warum der entsprechende Vermittler halbstündliche Abrechnung will. Fazit: Kettenverträge sind bezüglich Stundensatz immer eine Lachnummer, werden aber ausschliesslich deswegen von mir nicht ernst genommen. (März 2010)"

"Da in der Statistik der wesentlichste Punkt 'Honorarangebot ist ein Witz' fehlt, ist sie leider überhaupt nicht aussagekräftig. Das wäre mein einziger Ablehnungsgrund.  Der Punkt 'Geringeres Honorar als im letzten Projekt' ist dafür nicht heranzuziehen, da dies für mich kein Ablehnungsgrund ist. (März 2010)"

"Ich akzeptiere grundsätzlich keine Kettengeschäfte. max. 1 Vermittler. Ist der angebotene Stundesatz sehr niedrig frage ich nach dem Kunden. Wird dieser nicht genannt, lehne ich ab. (März 2010)"

"Zum Kollegen, der im Kommentar ein Kettengeschäft akzeptiert, wenn der Stundensatz stimmt: 1) Haben Sie nicht bereits schon einmal erlebt, daß Sie beim Angebot beim Endkunden rausgeflogen sind, da 2-3 VM die Marge aufschlagen, und Sie damit viel zu teuer wurden? 2) Hat noch nie Kettenvermittler 2/3 fristlos (gegenüber Ihrem VM 1) einen Vertrag gekündigt, weil er einen eigenen MA ins Projekt schicken konnte ('Ihr' Kettenvermittler 1 reicht dies natürlich an Sie weiter - oder Sie dürfen dann vor Gericht streiten) 3) Ist es noch nie vorgekommen, daß Endkunde oder einer der Zwischenvermittler auf einmal nicht zahlen? Da mag der beste Vertrag mit VM1 bestehen, Sie werden bei 2-3 Kettengliedern eher leer ausgehen! 4) Völlige Vertragsintransparent der weiteren VM. Wenn Sie Pech haben, haben VM 2/3 einen Werkvertrag mit dem Endkunden abgeschlossen. Da nützt auch Ihr Dienstleistungsvertrag mit VM1 wenig, wenn Stunden nicht abgenommen werden (gegenüber dem Endkunden bzw. VM2 kriegen Sie keine Abnahme hin) -> deutlich erhöhtes vertragliches Risiko bei Kettengeschäften! (März 2010)"

"Kettengeschäfte sind nicht immer und grundsätzlich 'böse', bringen aber fast immer einen Aspekt, der bei der Fragestellung scheinbar bewusst ausgeklammert wurde ins Spiel. Wenn der Stunden oder Tagessatz nicht mehr stimmt, weil zu viele mitverdienen, dann ist das der effektiv einzige wirkliche Grund ein Projekt abzulehnen. Wenn ein Projekt spannend, mit einem hohen Lerneffekt und/oder an einem günstigen Ort ist, so ist es doch immer möglich, auch beim Stundensatz Zugeständnisse zu machen. Wenn nichts davon oder nur eins auf das Projekt zutrifft, dann muss halt das 'Schmerzensgeld' stimmen. Es gibt viele Dinge, die ich kann und auch machen würde, wenn der Preis stimmt, sogar COBOL. Es gibt aber noch mehr Dinge, die ich mir zutraue und gerne vertiefen oder überhaupt lernen bzw. einen Einstieg bekommen wollte, für die ich auch mal mit dem Stunden/Tagessatz runter gehen würde. Was im Letzten Projekt als Satz gezahlt wurde spielt dann keine Rolle. Es ist die HÖHE des Schmerzensgeldes nicht mehr und nicht weniger, die Ausschlag gibt. (März 2010)"

"Der Absagegrund 'Kein Lerneffekt dabei' weist mit Abstand den geringsten Prozentsatz aus. Der ganze zweite Teil des Kommentars geht an der Aussage der Statistik vorbei. Ansonsten ist die Statistik selbst, interessant und spiegelt auch meine Erfahrung wieder. (März 2010)"

"Der einzige regelmäßige Grund für mich, mit einem Projektanbieter/-vermittler nicht einig zu werden, ist das Honorar. Mein Maßstab ist aber nicht der Tagessatz des Vorprojekts. Vielmehr habe ich für verschiedene Typen von Aufträgen (Beratung, Projektmanagement, Interimsmanagement) bestimmte Limits, die ich nicht unterschreite. Würde ich einen Bezug zum Vorprojekt herstellen, weil die Frage unbedacht formuliert war, ergäbe das über mich als Freelancer einen völlig falschen Eindrück, den ich auch nicht würde erwecken wollen. Es ist nicht so, daß Honorare grundsätzlich nur steigen müssen, sondern daß man Projektanbietern, die einen Senior-Berater oder erfahrenen Projektmanager für EUR 60 pro Stunde (all-in selbstverständlich) suchen, sagen muß, daß es sowas nicht geben kann. Daher empfinde ich Punkt B 'geringeres Honorar als im letzten Projekt' als manipulativ formuliert - 'zu geringes Honorar' wäre korrekt gewesen. (März 2010)"