Trash Poll der Woche

(November 2008)
Die wöchentliche GULP Kurzumfrage rund um Leben, Liebe, Alltag & Beruf - nicht immer ganz ernst gemeint, sondern mit einem Augenzwinkern.

Das Ergebnis der Kalenderwoche 44/2008:
Haben Sie schon einmal in der Schweiz gearbeitet?
Nein, möchte aber gerne. 35%
Nein, will ich auch nicht. 34%
Ja, einmal. 24%
Ja, sehr häufig. 4%
Ich wohne in der Schweiz. 3%
Teilnehmerzahl: 113
Ein knappes Viertel der Trash Poll-Teilnehmer hat schon einmal in der Schweiz gearbeitet, vier Prozent sogar sehr häufig. Die größte Gruppe unserer Nutzer war zwar noch nicht zum Arbeiten bei den Eidgenossen, kann es sich aber gut vorstellen. Zusammengenommen ist das Thema Schweiz also für knapp zwei Drittel der GULP User interessant. Das bestätigt uns in unserem Vorhaben, hier in den Knowledge Base bald mehr Informationen zum Thema Schweiz zu veröffentlichen.

Interessant ist die Schweiz für deutsche oder österreichische Freiberufler meist wegen der höheren Stundensätze. Die GULP Stundensatz-Auswertung ergab im August folgende durchschnittlichen geforderten Stundensätze der IT-Selbstständigen: 71 Euro in Deutschland, 73 Euro in Österreich und 86 Euro in der Schweiz.

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Ich weiss gar nicht, warum alle immer meckern?  Leute, in der Schweiz verdient man so viel, weil man eben auch einen anderen Kurs hat und auch manchmal ein wenig mehr zahlt wie im übrigen Europa.  Aber trotz alledem kann man immer noch viel besser Leben wie in den EU Staaten und ich denke, dass Lebensqualität eben besser ist als ständig zu arbeiten. Und ehrlich mal Leute, wer arbeit in Deutschland schon weniger als 42 Std.??? Denke eher, dass viele mindestens 50Std. die Woche arbeiten mit Nebenjob, um überhaupt die Rechnungen zahlen zu können und dann reichts immer noch nicht aus. Ist das Schön jetzt oder Schlecht ??? Mal Ehrlich. In der Schweiz spricht man viele Sprachen und man sollte sich eben vorher überlegen in welchen Kanton man zieht und arbeitet oder es eben lassen oder die Sprache lernen. Ist doch wie immer beim Auswandern. Ohne Sprache geht eben nix. Zu dem was hier geschrieben wird muss ich in allen Punkten widersprechen. Schweizer sind sehr hilfsbereit und offen und in keinster Weise diskriminierent. Außer man ist eben DOOF - dagegen kann man eben nix machen und ich würde auch so reagieren. Es gibt viel mehr Freizeit und Vereinsaktivitäten und kulturelle Aspekte in der Schweiz zu leben als sonst irgendwo. Wie überall sollte man eben auch in der Schweiz schauen ob man für 25 CHF Franken eine PIZZA bestellt oder für 35 CHF und mehr. 6 Liter Wasser kosten nur 1CHF und bei Aldi und Co kann man zu den gleichen Preisen wie in Deutschland einkaufen. Genau so ist es eben auch bei allen anderen Dingen des Lebens. Wer vergleicht, spart eben und wer nicht, hats eben auch im Geldbeutel locker sitzen und muss sich keine Gedanken machen.  Die geschrieben Kommentare hier sind voller Blödsinn und viele Dinge sind total übertrieben oder Stimmen nicht.  Wer arbeiten will wird auf der ganzen Welt einen Job finden und gutes Geld verdienen - Steuern hin und her ist eh egal, da man so oder so immer Steuern zahlen muss ob in Schweiz oder Deutschland oder oder oder.  Also liebe Leute, keine Angst haben und am besten immer erst Arbeit suchen und die Gegend erkunden wo man hin zieht und Wohnung suchen und dann geht alles viel einfacher als mit dem Rucksack zu verreisen :-)))! (Juli 2010)"

"Ich würde ja gerne Kommentare lesen von Leuten, die bereits in der Schweiz gearbeitet haben: lohnt sich das, und wenn ja, ab welchem Stundensatz? Nach meinem bisherigen Eindruck lohnen sich die höheren Stundensätze ja nicht wirklich, weil zum einen die Lebenshaltungskosten deutlich höher liegen (Essen gehen in der Schweiz ist sehr teuer) und man zum anderen Schweizer Steuern und Krankenversicherung zahlen muß, die man bei der jährlichen Einkommensteuerberechnung nicht zurückbekommt. Oder habe ich das falsch verstanden? (November 2008)"

"Komme mit der Mentalität der Schweizer wirklich nicht klar. Urlaub ja - Arbeit nein danke... Die Stundensätze sind nicht so viel besser... und ob sich wirklich Steuervorteile ergeben, muss jeder für sich genau kalkulieren. (November 2008)"

"Ich habe in der Schweiz gearbeitet, möchte dort aber nicht wieder hin! Was etliche Freiberufler übersehen: Das Land hat eine sehr andere Kultur als in Deutschland. Hochdeutsch wird nicht sehr gern gehört und gesprochen, französisch schon eher, selbstbewusst als Deutscher aufzutreten kommt überhaupt nicht an. Das ist vielen Deutschen gar nicht bewusst. Pünktlichkeit ist extrem wichtig! Und das schließt selbst die akademische Virtelstunde aus. Am meisten hat mich gestört, dass man kein ehrliches Feedback bekommt! Der Schweizer ist dazu viel zu höflich und will ja niemanden verletzen, auch wenn er unzufrieden sein sollte. (November 2008)"

"Meine ersten Recherchen zeigen, daß man mal eben neben der Auftragserfüllung auch damit zu tun hat, notwendigem Papierkram hinterherzurennen. Die Schweiz gehört nunmal nicht zur EU.  Das fängt mit der Krankenversicherung an, die neben der Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung in der CH Pflicht ist. Die deutsche Krankenversicherung ist nicht einfach so in der CH gültig. Man muß bei seiner Krankenkasse prüfen lassen, inwieweit man für den befristeten arbeitsbedingten Aufenthalt in der Schweiz die Versicherung erweitern lassen kann und einen entsprechenden Aufschlag hinnehmen muß. Das nennt sich erweiterter Versicherungsschutz für arbeitsbedingten befristeten Aufenthalt in CH hinsichtlich des neuen Versicherungsvertragsgesetzes mit EU-Gleichstellung der Schweiz. Bei meiner Versicherung macht das 40% Zuschlag (ca. 100 EUR) für die Ausgleichung der in der Schweiz deutlich höheren medizinischen Kosten aus.   Auch steuerlich ist Einiges zu beachten. Es ist möglich sich anstellen zu lassen oder auf freier Basis tätig zu werden. Die Abrechnung erfolgt z.B. in CH Franken (ob das immer so ist/sein muß oder ob man auch in EUR abrechnen kann wäre zu klären). Die Eröffnung eines Schweizer Kontos kann Sinn machen.  In die Preisverhandlungen sollten Wechselkursschwankungen berücksichtigt werden. Zudem ist nicht zu übersehen, dass man in der Schweiz zwar höhere Stundensätze als in Deutschland heraushandeln kann, jedoch die Lebenshaltungskosten deutlich teurer sind, als in Deutschland. So ist es z.B. in Zürich oder Genf schwierig günstige Hotels (60 - 90 EUR die Nacht sind selten, dann ab 150 EUR aufwärts) oder für die Langzeitmiete geeignete und günstige Wohnungen oder möblierte Studios zu finden. Bei Langzeitanmietung liegen die Preise monatlich zwischen 350 - 100 EUR. Bed & Breakfast könnte eine Alternative sein, die man jedoch erstmal recherchieren muß. Zu sehen sind hier auch die mehr oder weniger teuren Zug- oder Flugkosten.   Wird man auf freier Basis tätig, ist auch das Abkommen der Doppelbesteuerung zu berücksichtigen, welches bei einem Verdienst über 75.000 SFR die MwSt-Pflicht vorsieht und bei einem arbeitsbedingten Aufenthalt in der Schweiz mit länger als 120 Tagen die Quellensteuer-Pflicht. Am Ende des Jahres ist der die Arbeit in der Schweiz betreffende Steuerauszug für die Einkommensteuererklärung in Deutschland von Bedeutung. Vorerst erhält man eine befristete Aufenthaltsbewilligung von 120 Tagen. Nach Ablauf dieser Zeit hat man dann Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung von fünf Jahren, sofern man nachweisen kann, dass man einer selbständigen Tätigkeit nachgeht.   Arbeitet man in der Schweiz als Angestellter muß der Arbeitgeber bei der kantonalen Behörde ein Gesuch für eine Arbeitsbewilligung einreichen, bevor man die Arbeit tatsächlich beginnt (und zwar genau in dieser Reihenfolge, da man sich sonst strafbar machen kann). Diese berechtigt zum Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung für 5 Jahre. Liegt nur die Arbeitsstelle in der Schweiz, aber die Wohnung nicht, dann benötigt man eine Grenzgängerbewilligung, die einer Arbeitsbewilligung gleich kommt. Auch diese muss vom Arbeitgeber bei der kantonalen Behörde vor Arbeitsbeginn beantragt werden. Bei einem Arbeitsvertrag von mindestens einjähriger Dauer erhält man die Grenzgängerbewilligung für fünf Jahre. (November 2008)"

"Beim Arbeiten in der Schweiz muss man beachten, dass man nach einem anderen Schema Steuern zahlt als gedacht. Wenn man nur temporär dort arbeitet, werden die Steuern monatlich gezahlt ohne Jahresausgleich. Außerdem werden anfallende Abgaben, die bei uns unter Steuern fallen, in der Schweiz gesondert gerechnet. Immer eine Beispielrechnung geben lassen und die Links auf die relevanten Steuertabellen! (November 2008)"

"Kleiner aber interessanter Trash Poll. Was mich persönlich schweizbezogen sehr interessiert sind die eventuellen Hürden für eine Zusammenarbeit. Welche Besonderheiten gilt es bezüglich Arbeitserlaubnis, Steuern (außerhalb EU), bis hin zur Überweisung des Honorars (Bankgebühren, Tipps etc.) zu beachten? Gibt es solche Hürden überhaupt noch? (November 2008)"

"-Mit welchen Stundensatz kann man in der Schweiz/Österreich   als SAP-Entwickler rechnen  - Was ist zu beachten (Krankenversicherung, Arbeitserlaubnis usw.) - Wie verhält es sich mit den Steuern? (November 2008)"