Die Tricks der Personalagenturen ...
... und nützliche Tipps für Freiberufler
(Januar 2009)
Wenn es in der Freiberufler-Theorie auch schön wäre, direkt und ohne Vermittler beim Endkunden ins Projekt zu kommen - es funktioniert in
der Praxis nur bedingt. Personalagenturen bringen Kunden und Freiberufler zusammen und nehmen ihnen Arbeit ab. Beide können sich dadurch auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Agentur und Freiberufler
sind im Idealfall symbiotische Partner. Hin und wieder aber gibt es Situationen, in denen etwas schief läuft: Einer der Partner begeht einen Fehler. Das kann der IT-Experte sein, das kann die Personalagentur
sein. Wenn ein Fehler von mehreren Agenturen und mehrmals begangen wird, verschwimmt die Grenze zum Trick. Absicht oder Versehen - was auch immer der Grund für diese häufigen Fehler sein
mag, Freiberufler können ihnen aus dem Weg gehen. Dafür müssen sie die Fehler aber kennen - vor allem für Neueinsteiger auf dem IT-Projektmarkt ist das schwierig. Als kleine
Hilfe hat GULP eine Auswahl zusammengestellt.
| Profilesammler und Projektmärchen |
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Profile guter Freiberufler sind das Kapital der Personalagenturen. Über viele Profile zu verfügen ist kein Trick. Je größer die Auswahl, desto höher
die Wahrscheinlichkeit, dass die Agentur den passenden Freiberufler an Kunden vermitteln kann. Eine solche Agentur ist attraktiv für Kunden und Freiberufler.
Zweifelhaft wird es, wenn die Personalagentur Scheinprojekte verbreitet, die nicht existieren - in der Hoffnung, dass sich viele Selbstständige mit ihrem Profil darauf bewerben. Ein
Freiberufler berichtete uns: "Die haben sicherlich Projekte für Entwickler, aber nicht für Projektmanager/System Business Analysts. Sie tun aber so, als ob sie hoch brisante Projekte
auf diesem Gebiet hätten. Ich kenne ein Projekt, das die Agentur seit zwei Jahren anbietet, obwohl es nicht relevant ist!"
Ähnlich verhält es sich manchmal mit Referenzen: Sie werten Ihr Freiberufler-Profil auf, weil Ihre Qualifikation von neutraler Stelle bestätigt wird. Wenn
aber eine Agentur auffällig
oft direkte Referenzen verlangt, geht es ihr eher um die Kontaktdaten von Ansprechpartnern bei Kunden als um das Wohl des Freiberuflers.
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Tipp:
Wägen Sie ab: Einerseits wollen Sie bestimmt nicht, dass Ihre Daten lediglich als "Akquise-Futter" dienen. Andererseits sind Sie als selbstständiger Geschäftsmann
ständig um Kundenwerbung bemüht. Wer mit seinem Profil in die Datenbank eines Projektvermittlers eingetragen ist, erhält Projektangebote. Verlangen Sie eindeutige, ausgeschriebene
Projekte, auf die Sie sich bewerben können. Fragen Sie nach dem genauen Startdatum und den exakten Inhalten. Beobachten Sie das Projekt: Verschiebt sich der Termin unverhältnismäßig
oft nach hinten? Hat die Agentur dasselbe oder ein sehr ähnliches Projekt schon seit Jahren im Angebot? Wurde die Ausschreibung bereits allen Ihren Kollegen mit ähnlichem Schwerpunkt
angeboten? |
Endgültig fragwürdig wird es, wenn Projektmärchen erzählt werden. Angenommen, eine Personalagentur hat für einen Kunden den passenden Freiberufler gefunden; die Vermittlung
verspricht noch dazu eine hohe Marge. Dann möchte sie diesen Kandidaten natürlich unbedingt ins Projekt bringen. Deswegen kontaktiert sie gleichzeitig weitere Selbstständige, die
Top-Kandidaten für dieses Projekt wären, bindet diesen einen Projekt-Bären auf und schließt mit ihnen eine vorvertragliche Sperrung ab - obwohl sie sie gar nicht beim
Kunden vorstellen wird. So verhindert die Agentur, dass diese ebenso guten Freiberufler von Konkurrenten angeboten werden.
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Tipp:
Personalagenturen schließen Vorverträge mit Freiberuflern, um ihr "Angebot" zu schützen. Wenn Sie diese nicht akzeptieren, wird keine Zusammenarbeit entstehen.
Nicht zu unterschreiben ist deswegen keine Lösung. Wird Ihnen ein Vorvertrag angeboten, sammeln Sie Informationen: Wie viele Selbstständige hat die Agentur bei diesem Kunden
bereits zum Einsatz gebracht? Ist sie sein Preferred Supplier? Arbeitet die Personalagentur direkt mit dem Endkunden zusammen oder ist ein weiteres Kettenglied dazwischengeschaltet? So
können Sie beurteilen, wie hoch Ihre Chance auf einen Projekteinsatz ist, wenn Sie sich durch diesen Anbieter sperren lassen.
Wenn Sie schon länger auf dem Markt sind, können Sie zudem über die Projektangebote einer Agentur Buch führen. Hat sie Sie häufig einen Vorvertrag unterschreiben
lassen, ohne dass es zum Kontakt mit dem Kunden gekommen ist? Dann ist es vielleicht besser, zukünftig auf diese Agentur zu verzichten. |
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| Ach so, ich bin Testspezialist? |
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Es gibt Personalagenturen, die verändern Freiberufler-Profile, bevor sie sie an potentielle Kunden weitergeben. Manchmal werden nur die vom Kunden gewünschten Fähigkeiten
hervorgehoben und in ein anderes Licht gerückt. Inwieweit der Spagat zwischen Anpassung und Veränderung akzeptabel ist, muss jeder für sich entscheiden. Wie formulierte es ein
Freiberufler im GULP Forum: "Wenn der Vermittler etwas "aufhübscht" (...) oder ein bestimmtes Buzzwort vorschlägt, habe ich damit auch kein Problem - solange
es eben keine Lüge ist." Die Agentur kennt den Stil des Kunden und weiß, was ihn anspricht. Mit diesem fremden "Selbstmarketing" kann die Wahrscheinlichkeit für
eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und letztendlich für einen Projekteinsatz steigen.
Manche Projektvermittler gehen allerdings so weit, dass von Verfälschungen gesprochen werden kann. Ein Freiberufler berichtete uns: "Ich habe mein Profil nicht wiedererkannt und gestaunt,
was ich plötzlich angeblich können soll. Meine tatsächliche Qualifikation fehlte dafür zum Teil." Das ist nicht akzeptabel - selbst wenn es "nur" aus
(fachlichem) Unwissen seitens der Personalagentur heraus passiert.
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Tipp:
Nehmen Sie zum Vorstellungsgespräch Ihr ausgedrucktes Original-Profil mit und übergeben Sie es dem Kunden. |
Mitarbeiter bei Personalagenturen glänzen manchmal nicht mit IT-Fachwissen, das betrifft nicht nur Freiberufler-Profile, sondern auch Vorstellungsgespräche. Ein
Selbstständiger
erzählte uns von einem Interview, das der Projektvermittler mit folgenden Worten eröffnete: "Dann fangen Sie mal an, ich habe sowieso keine Ahnung, wovon Sie sprechen." Agentur-Mitarbeiter
müssen keine IT-Cracks sein - im Gegenteil zu den IT-Freiberuflern, die sie ins Projekt bringen. Aber ihr Fachwissen sollte ausreichen, um die Fähigkeiten des Freiberuflers und die
Anforderungen des Kunden einschätzen zu können. Was uns ein Freiberufler berichtete, sollte also nicht passieren: "Der Vermittler hatte keine Ahnung, um was es in dem Projekt ging.
Dass der Skill trotzdem passte, war Zufall."
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Tipp:
Sprechen Sie im Interview mit dem Kunden genau über die Projektinhalte. Sollte der Vermittler sich getäuscht haben und das Projekt passt nicht zu Ihnen, haben Sie zwar
eine Stunde Ihrer Zeit verloren. Aber Sie haben Kontakte geknüpft und einen Kunden kennen gelernt, der vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt den passenden Auftrag für
Sie hat. |
Ebenso sollte es nicht vorkommen, dass Freiberufler von Personalagenturen Projektanfragen erhalten, die nicht im Geringsten zu ihren Qualifikationen passen. Das allerdings
ist in den seltensten Fällen ein Trick, denn es ist ärgerlich für beide Seiten und macht unnötig Arbeit. Überdenken
Sie Ihre Erwartungen: Ein Recruiter kann nie über dasselbe tiefe Know-how in Ihrem Bereich verfügen. Schließlich sind Sie der Experte.
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Tipp:
Optimieren Sie laufend die Inhalte (und damit die Suchmaschinentauglichkeit) Ihres Profils und tragen Sie Ihre Projekterfahrung immer aktuell ein. Be- und umschreiben Sie Ihr
wichtigstes Know-how mit Synonymen, damit Sie besser gefunden werden. Machen Sie den Agenturen das automatische Matching und die persönliche Beurteilung Ihrer Fähigkeiten so
leicht wie möglich. |
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| Worte geschickt einsetzen? |
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"Das ist allein Ihre Entscheidung, ob Sie das tägliche Pendeln von Augsburg nach Stuttgart in Kauf nehmen, aber ich muss Ihnen sagen, dass wir im Moment nichts anderes
für Sie haben. Nehmen Sie doch erst einmal an und suchen Sie sich dann etwas anderes in Ihrer Nähe." Projektvermittler sind oft wortgewandte, kommunikationsstarke Menschen. Lassen
Sie sich nicht unterbuttern, auch wenn überzeugende, prägnante Reden nicht gerade Ihre Spezialität sind. Verhandeln ist nicht einfach, kann aber gelernt und geübt werden.
Auch bei der Diskussion über den Preis kommt Ihnen Verhandlungsgeschick zugute: "Was ist denn der niedrigste Stundensatz, den Sie akzeptieren würden?" Wer hier die Wahrheit
sagt, kann davon ausgehen, dass er auch nicht mehr bekommt.
Ein paar gute Tipps für (Stundensatz-) Verhandlungen:
- Bereiten Sie sich vor. Überlegen Sie sich Ihre Ziele. Sie müssen wissen (aber nicht sagen), welches der niedrigste für Sie akzeptable Stundensatz ist.
Ihre Untergrenze liegt da, wo Sie für sich sagen: Nein, unter diesen Bedingungen ist mir ein Scheitern der Verhandlungen lieber als der Abschluss des Vertrages. Machen Sie sich klar: Was
passiert schlimmstenfalls, wenn der Vertrag nicht zustande kommt? Das stärkt Ihr Selbstvertrauen während der Verhandlung.
- Machen Sie sich Gedanken über Ihre eigenen Stärken. Dazu können neben Ihrer fachlichen Qualifikation oder Berufserfahrung zum Beispiel auch Ihre Flexibilität, Mobilität,
Zuverlässigkeit oder sofortige Verfügbarkeit zählen. Was ist das Besondere an Ihnen? Was unterscheidet Sie von anderen IT-Freiberuflern? Entwickeln Sie daraus Argumente für
Ihre Ziele.
- Sie sollten alle Konditionen rund um den Stundensatz genau kennen und vorher durchrechnen: zum Beispiel Preise, Rabatte (Projektlaufzeit!), Zahlungsfristen oder zusätzliche Leistungen
wie Reisekosten.
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| Der Stundensatz sinkt und sinkt |
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Die Stundensätze, Thema Nummer eins bei den Teilnehmern am IT-Projektmarkt, bleiben von Tricks nicht verschont. Bei langfristigen Projekten ist die Laufzeit ein
durchaus valides Argument, um den Stundensatz des Freiberuflers zu senken. An sich ist das Verhandlungssache. Es gibt aber Personalagenturen, die kurzerhand eine viel längere Projektlaufzeit
angeben als ihnen vom Kunden zugesagt wurde und Kunde und Freiberufler täuschen.
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Tipp:
Fragen Sie den Kunden unbedingt direkt nach der Projektlaufzeit, zum Beispiel im Vorstellungsgespräch. |
Einmal im Projekt, können sich Freiberufler oft nicht auf dem ausgehandelten Stundensatz ausruhen. Ein Beispiel: Ein Selbstständiger hat uns berichtet, dass er am vorletzten Tag des
ersten Monats im Projekt vor die Wahl gestellt wurde: Entweder das Projekt zum Monatsende beenden oder zu einem um sechs Euro reduzierten Stundensatz weiterarbeiten. Er hat die niedrigere Bezahlung
(die zehn Euro unter seinem Wunschhonorar lag) akzeptiert, weil das Projekt nur noch zwei Monate lief. Sonst hätte er sich nach einem anderen Projekt umsehen müssen.
Um ihre Einnahmen zu erhöhen, tricksen Personalagenturen bisweilen. Entweder der Freiberufler wird von der Agentur nur mit dem halben Stundensatz (oder gar nicht)
vergütet, während der Vermittler vom Endkunden bezahlt wird. Oder die Agentur verlangt vom Freiberufler eine Kick-back-Zahlung, wenn der Umsatz des Selbstständigen einen gewissen,
vorher festgelegten Betrag überschreitet - zum Beispiel durch Überstunden.
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Tipp:
Wenn Sie aus dem Projekt ausscheiden, ist das nicht nur für Sie schlecht, sondern auch für Kunde und Personalagentur. Stehen Sie also selbstbewusst zu Ihrer Leistung. Hören
Sie sich die Gegenseite an, bringen Sie Verständnis auf und bleiben Sie fair! Sehen Sie sich die Regelungen im Vertrag genau an und schlagen Sie Zusatzkosten von vornherein auf den Stundensatz
auf. |
Um bei Projektverlängerungen den Stundensatz zu senken, greifen manche Projektvermittler oder auch Endkunden zu einem beliebten Argument, das sinngemäß so
lautet: "In schwierigen
Zeiten, so wie jetzt, müssen wir zusammenhalten und gemeinsam runter gehen." Ob das ernst gemeint oder geblufft ist, kann der Freiberufler am besten beurteilen, da er beim Kunden im
Projekt sitzt und sich dort die nötigen Informationen beschaffen kann. Falls es wirklich ernst ist und der Freiberufler sich auf den niedrigeren Stundensatz einlässt, sollte die Personalagentur
aber nicht davon profitieren.
Wenn Sie "in diesen schwierigen Zeiten" zehn Prozent von Ihrem Stundensatz nachlassen, darf die Marge der Agentur dadurch also nicht steigen. |
| Vertragliches |
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Jeder Vertragspartner sollte einen Vertrag verstehen, bevor er unterschreibt; so auch ein Freiberufler. Voraussetzung ist ein Grundwissen im Bereich Recht und Verträge - oder
rechtlicher Beistand.
Worauf müssen Freiberufler besonders achten? Es kommt vor, dass die im persönlichen Gespräch gemachten Zusagen - absichtlich oder aus Flüchtigkeit - nicht im
Vertrag wiederzufinden sind. Freiberufler sollten prüfen, dass zum Beispiel Projektdaten, Leistungsbeschreibung, Stundensatz, Übernahme der Reisekosten oder Zahlungsziel genau wie
verhandelt niedergeschrieben sind. Vergessen Sie nicht, alle Vertragsbedingungen, die sie gleichzeitig mitunterschreiben, zu lesen.
Achten sollten Sie außerdem auf die Kundenschutzklauseln. Laut Gesetz sind Bedingungen zum Kundenschutz bis zur Dauer von 24 Monaten nach Projektende zulässig, üblich sind aber
zwölf. Das heißt, im Normalfall sollte es dem Selbstständigen nach Ablauf der Jahresfrist wieder gestattet sein, direkte vertragliche Beziehungen zu den Kunden der Agentur einzugehen.
Ein Tipp: Bei großen Endkunden reicht es, nur diejenigen Abteilungen in die Schutzklausel aufzunehmen, die in das Projekt involviert sind.
Folgendes ist mit Sicherheit kein Trick, da ein Fehler für beide Seiten negative Auswirkungen hat: Achten Sie auf das Thema Scheinselbstständigkeit. Der Vertrag darf keinen Hinweis darauf
geben, dass ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vorliegen könnte. Auf Nummer sicher gehen die Vertragspartner, wenn ausdrücklich erwähnt ist, dass
der Freiberufler zum Beispiel seine Arbeitszeit selbst einteilen kann, dass er seinen Arbeitsort frei wählen kann oder dass weder Agentur noch Kunde ihm gegenüber weisungsbefugt sind.
Gefährlich wird es, wenn im Vertrag sinngemäß etwa steht, dass der Selbstständige nur nach vorheriger Zustimmung durch die Personalagentur auf dem Markt für seine Dienste
werben oder Vertragsverhältnisse mit mehreren verschiedenen Auftraggebern eingehen darf.
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Tipp:
Informieren Sie sich bei selbstständigen Kollegen (zum Beispiel im GULP Forum für Freiberufler),
einem Rechtsberater oder stöbern Sie im Bereich "Law & Order" der GULP Knowledge Base. Warten Sie nicht auf den Vertrag,
um mit den Verhandlungen zu beginnen. Einigen Sie sich bereits im Gespräch mit dem Projektanbieter über die Vertragsdetails. Verträge können übrigens nicht
nur schriftlich
geschlossen werden, wie GULP im Artikel "Kein Warten auf den Projektvertrag" beschrieben hat. |
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| Reisekosten? Welche Reisekosten? |
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Manchmal passiert das: Leistungen, die vor dem Projekt zugesichert wurden, werden dann doch nicht übernommen. Der Freiberufler sieht gar nichts von seinem Geld, nicht einmal
verspätet. Betroffen sind zum Beispiel Reisekosten, Weiterbildungsmaßnahmen oder (Teile von) Rechnungen. Viele Freiberufler haben uns geschrieben, dass davon oft die letzte Forderung
betroffen ist. "Nach Beendigung des Projekts ist es sehr beliebt, die letzte Rechnung nicht zu bezahlen. Es bleibt einem nur der Gang zum Gericht, was mit Kosten und Ärger verbunden
ist", hat ein User ins GULP Forum gepostet. Die Bandbreite der "Ausreden" ist groß: "Sie hatten Ihre Verfügbarkeit falsch angegeben" oder "Wir waren
mit Ihrer Leistung nicht zufrieden" gehören zum Beispiel dazu, wie uns berichtet wurde. Ein weiterer uns häufig gemeldeter Trick: Wer mahnt, bekommt zwar sein Geld, aber nicht die
Mahnkosten.
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Tipp:
Wer sich nicht sicher ist, ob das Gedächtnis des Projektvermittlers ebenso gut ist wie das eigene, sollte sich alles schriftlich geben lassen. Im Fall der Fälle sollten Sie
sich selbstbewusst durchsetzen, aber je nach Fall auch kompromissbereit sein. Es ist preisgünstiger und weniger aufwändig, eine Einigung von Person zu Person zu erzielen, als
das Gericht entscheiden zu lassen. |
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| Rechnung? Tut uns leid, unser Buchhalter war im Urlaub |
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Es gibt Personalagenturen, die die vertraglich festgesetzte Frist zur Rechnungsbegleichung häufig nicht einhalten. Mehrere Freiberufler haben GULP davon berichtet, ein Beispiel: "Die
Rechnungsbegleichung erfolgte zeitweise erst nach fünf bis sechs Wochen. Nach einem klärenden Wort erfolgte sie jedoch wieder innerhalb des vertraglich festgelegten Zeitrahmens von
30 Tagen."
Wer nachfragt, hört oft Vorwände wie "Unser Buchhalter ist momentan im Urlaub" oder "Es war doch Freitag, aber gleich morgen werden wir es anweisen". Dazu gehört
auch das Argument, dass der Kunde noch nicht bezahlt hätte. Das kann stimmen, muss aber nicht. Freiberufler sollten immer genau ausmachen, zu welchem Tag das Geld wo sein soll - zum
Beispiel 30 Tage nach Rechnungseingang per Gutschrift auf dem Konto des Freiberuflers.
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Tipp:
Freiberufler sollten hartnäckig bleiben und die Personalagentur immer wieder an die offene Rechnung erinnern. Als nächster Schritt, wenn mildere Mittel gescheitert sind,
verleiht ein anwaltliches Mahnschreiben Ihrer Forderung Nachdruck. |
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| Der Kunden-Vorteil |
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| Manchmal haben Freiberufler das Gefühl, Personalagenturen halten bedingungslos zu ihren Kunden. Ein User erzählte im GULP Forum für Freiberufler von einem
solchen Erlebnis: Durch ein Missverständnis dachte der Kunde, dass der Freiberufler seine eigene Software mit Werbung für sich selbst in die Produkte für den Kunden integriert hatte.
Der Vermittler hat nicht noch einmal bei ihm nachgefragt, ob das stimmt, sondern dem Kunden geglaubt und sofort den Projekteinsatz beendet. So musste dann der juristische Weg gegangen werden, obwohl
das Missverständnis durch ein Gespräch aufzuklären gewesen wäre. Der IT-Experte hatte zuvor schon zwei Projekte über dieselbe Personalagentur durchgeführt - zur
Zufriedenheit des Kunden. Er ärgerte sich, dass der Vermittler nicht das Gespräch mit ihm gesucht, sondern dem Kunden blind vertraut hatte. |
| Trick 17: Den gesunden Mittelweg finden |
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Fehler können passieren, Dinge können vergessen oder verändert werden - und das ist auf keinen Fall immer vorsätzlich und absichtlich. Offene Worte und
ein gesundes Maß an Hartnäckigkeit reichen oft vollkommen aus, um Klarheit zu schaffen. Wer mit der Personalagentur fair von Geschäftspartner zu Geschäftspartner verhandelt,
riskiert auch nicht, sich den Zugang zu Folge-Aufträgen zu versperren. Dann klappt die Partnerschaft auch weiterhin.
Wie sind Ihre Erfahrungen? Verraten Sie sie uns! Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare. |
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