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Die richtige Übersetzung im passenden Kontext

Von den Tücken auf dem Weg ins Englische

(Februar 2005)
Inhalt dieses Artikels:
Befruchtung oder Konzeption? | Ausbildung und Stellung | Und zum Schluss
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Wer in der IT tätig ist, verfügt in der Regel über gute Englisch-Kenntnisse. Muss er auch, schon wegen der vorherrschenden Terminologie seiner Branche. Allerdings zeigt sich schnell, dass gutes Englisch nicht automatisch richtige Grammatik und sicherer Stil bedeutet. Wie schnell man den Tücken einer Übersetzung aufsitzen kann, zeigt ein GULP Beitrag von Fachübersetzerin Jacqueline Berndt.

Die Situation: Kompetente Fachübersetzungen werden in der heutigen Zeit der zunehmenden Globalisierung immer noch unterbewertet. Fachübersetzungen setzen voraus, das ein Übersetzer nicht nur die zu übersetzenden Sprachen perfekt beherrscht, sondern auch über das Wissen aus dem entsprechenden Fachgebiet verfügt.

Es gibt zahlreiche professionelle Vokabularhilfen im Internet, auch einschlägige Fachlexika - allein: ohne das notwendige Grundwissen der Fremdsprache ist es einem Sprachlaien fast nicht möglich, aus einem Lexikon das dem Kontext entsprechende Wort auszuwählen und korrekt einzusetzen. Die Folge sind gravierende Fehler mit kaum abzuschätzenden Konsequenzen im Hinblick auf eine reibungslose Kommunikation.

Das gilt auch für den unkritischen Einsatz von Übersetzungssoftware. Sie mag zwar Vielseitigkeit versprechen, doch erkennt keine Software den Kontext eines Satzes, sondern immer nur einzelne Wörter. Dies führt dazu, dass die Software Wörter beliebig übersetzt - und heraus kommen mitunter Texte, die bereits ganze Programme und Bücher von Humoristen füllen.

 

Befruchtung oder Konzeption?
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Einige häufige Fehler bei der Übersetzung von IT-technischen Dokumenten Deutsch-Englisch – und wie man sie vermeidet:

Konzeption: Das Problem der Vieldeutigkeit.
Allzu gerne greift man in der Übersetzung ganz schnell zu "conception" - und lässt dabei außer Acht, dass "conception" im Englischen auch "Befruchtung, Empfängnis" bedeutet. Um Missverständnisse und ungewolltes Amüsement beim Gegenüber zu vermeiden, ist "conceptual design" als Übersetzung angeraten - ein Begriff, der auch der eigentlichen Aktion näher kommt.
Einführung: Implementation oder Introduction?
"Implementation" wird nur dann benutzt, wenn ein Produkt oder ein neues System/Software eingeführt wird. Belegt man jedoch einen Kurs um sein Wissen in einem Fachbereich zu bereichern, spricht man von "Einführung in eine Materie" - und dies wird in der englischen Sprache mit "introduction" übersetzt.
Projektleiter: Project manager oder project leader?
Im Allgemeinen sollte man den Begriff "project manager" verwenden, da der "project leader" eine kaum noch gebrauchte Form darstellt. Es sei denn, man hat ein komplettes Team in seiner Verantwortung - dann ist der "project leader" durchaus eine angemessene Bezeichnung.
Mitarbeiter: Freiberufler oder Festangestellter?
Was für den einen gilt, muss nicht auf den anderen zutreffen. Und so ist "employee" als Bezeichnung für den Freiberufler eine unzulässige Übertragung vom Mitarbeiter in einer fest angestellten Position, der genau so bezeichnet wird. Ein freiberuflicher Mitarbeiter ist jedoch ein "contractor" oder "collaborator", wobei letzterer Begriff sowohl einen freien als auch einen Festangestellten meint.
Ausführung in Form von einer Modelloption.
Häufig wird an dieser Stelle das Wort "execution" als Übersetzung verwendet. Richtig ist jedoch "version" oder "model"; auch "type" oder "design" kann man dem Kontext entsprechend einsetzen.

 

Ausbildung und Stellung
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In der Bewerbung um eine freie Projektposition haben Ausbildung und Positionen bei vorangegangenen Projekten eine besondere Bedeutung. Entsprechend wichtig sind bei Bedarf die passenden Übersetzungen dazu.

Hochschulreife In Deutschland schlicht "Abitur" genannt, gibt es in der englischen Sprache eine Vielzahl von Begriffen, die dieses Bildungsstadium umschreiben. "General qualification for University entrance" oder "University entrance diploma" usw. Auch unterscheidet man das amerikanische vom britischen Englisch. Im britischen Englisch ist "A-levels" allgemein verbreitet als eine dem deutschen "Abitur" entsprechende Schulausbildung.
Studium der ... Studies in ...
Diplom-Ingenieur Graduate in civil engineering
Informatiker Computer Scientist
Kaufmännischer Angestellter Clerk
Diplom-Kaufmann Graduate in merchandising
Abteilungsleiter Head of department
Teamleiter Analog zum "Projektleiter" kann man sowohl "leader" als auch "manager" verwenden. Die Tendenz geht dabei zu "team leader".
Leiter EDV "Manager of computing department" oder "Manager of EDP department" - beide Übersetzungen sind möglich. Üblicherweise verwendet man EDP als direkte Übersetzung von EDV, wenn es um das eigentliche Medium geht. Bei EDV spricht man im Allgemeinen von Hardware/Software/Zubehör etc., also alles rund um den Computer (englisch "computing").
Geschäftsführer "Managing director" ist allgemein verbreitet. "Executive director" wird als das "leitende Ausführungsorgan" in einer Firma verwendet, während die Bezeichnung "business manager" eine eher informelle Form ist, die nicht in einem offiziellen Dokument vorkommen sollte.
Stellvertretender "Deputy" oder "representative"? Oder gar "substitute"? Der professionelle Tipp: "deputy"! Dies mag zunächst an den Wilden Westen, Rauchende Colts (Gunsmoke) und Festus Haggen erinnern, aber auch hier war der Deputy nur ein "Stellvertretender Sheriff". Dagegen wird als "representative" auch der Vertreter einer Firma genannt, der nicht automatisch der Stellvertreter einer anderen Person in leitender Position sein muss. Schließlich: "Substitute" ist eher der "Ersatz" - zum Beispiel im Sport der Spieler auf der Bank.

 

Und zum Schluss
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Bei offizieller fremdsprachiger Korrespondenz (hier speziell für die englische Sprache) gibt es einige Schlusssätze, mit denen man immer richtig liegt:

"Ich stehe Ihnen bei Fragen oder weiteren Informationen jederzeit zur Verfügung". Die passende englische Übersetzung hierzu lautet: "Please contact me for further information” oder "Please don’t hesitate to contact me for further information”.

Den Abschluss eines Briefes oder einer eMail markiert: "With kind Regards” oder "With Best Regards” - aber auch "Sincerely”, was soviel wie "Hochachtungsvoll” bedeutet.

Schließlich noch einige Tipps beim Erstellen von englischen Dokumenten:

1. Die Sätze kurz und simpel halten! Komplizierte und lange Sätze verwirren und führen zu inhaltlichen und grammatikalischen Fehlern.

2.

Außerdem Vokabular verwenden, das geläufig ist. Nicht jeder Leser des englischen Profils hat Englisch als Muttersprache - und hat deshalb vielleicht große Schwierigkeiten mit exotischen und seltenen Begriffen.

3.

Also: Keine Experimente mit neuen Wörtern aus Wörterbüchern! Lieber auf das Schul-Englisch verlassen und die Verständlichkeit als oberstes Gebot betrachten.

 

Please don’t hesitate to contact me for further information. Nähere Informationen zum Thema bei LinguaOne - translations & communications.
Die Autorin behält sich alle Rechte am Artikel vor. © 2005 Jacqueline Berndt

 



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Kommentare zu diesem Artikel:

"Wichtiges Thema, darf auch gerne weiter ausgebaut werden... (Mai 2010)"

"Gut. (Juni 2007)"

"Danke, hat mir geholfen... (März 2005)"

"Einfach genial und super hilfreich! (Februar 2005)"

"Kleine, feine Übersicht über die Grundregeln! Vielen Dank (Februar 2005)"

"Schöner Überblick - aus der praktischen Erfahrung sind allerdings gerade bei der Kommunikation mit Muttersprachlern weitergehende Kenntnisse durchaus von Vorteil... (Februar 2005)"

"Gut, aber manches kommt mir doch arg einfach vor (z.B. Ausführung). (Februar 2005)"

"Das Meiste war mir schon bekannt, aber diese konkrete Zusammenstellung hat mir gefallen. (Februar 2005)"

"Wie schwierig es doch ist, sich einem Geschäftspartner in der so "einfachen" englischen Sprache verständlich zu machen! Es ist wirklich wichtig, sich die eigenen Formulierungen zu vergegenwärtigen. Für Ihre Hinweise bin ich dankbar. (Februar 2005)"

"Sorry, aber die Kollegen, die diese grundsätzlichen Dinge nicht wissen, sollten von Arbeiten im englischsprachlichen Raum wirklich Abstand nehmen. (Februar 2005)"

"Sehr interessant. Nachdem ich bereits in vielen Projekten Englisch-Kenntnisse erworben und eingesetzt habe, bin ich froh, alles hier bestätigt zu finden. War mir nie ganz sicher, ob die Kollegas in den Projekten nicht nur zu höflich sind ;) (Februar 2005)"

"Erste Sahne! (Februar 2005)"

"Beim 'EDV Leiter' schlage ich als mögliche Alternative 'Head of EDP' vor. (Februar 2005)"

"Sehr schöner Artikel (Februar 2005)"

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