Umfrage-Ergebnis:

Was halten Sie von Networking?

(April 2008)
Beziehungen zu anderen Menschen prägen unser Leben. Im Berufsleben sind sie mitentscheidend für den Erfolg. Für viele Unternehmer und Unternehmen spielt die strategische Kontaktpflege durch Networking deshalb eine große Rolle. Auch die Protagonisten im IT-Projektmarkt sehen dieses Thema positiv, ergab eine GULP Umfrage unter 34 Projektanbietern und 226 IT-Freiberuflern.
Über die Relevanz von Networking sind sich beide Seiten weitgehend einig. Vom positiven Nutzen des Netzwerkens sind etwa vier Fünftel der Befragten überzeugt. Ein Drittel von ihnen hält das kontinuierliche Knüpfen und Pflegen von Kontakten im Geschäftsleben gar für unverzichtbar.
Was halten Sie von Networking?
Etwa jeder fünfte IT-Freiberufler und Projektanbieter meint jedoch, das Thema werde total überwertet. Tatsächlich sind allein Kontakte nicht alles. Vielmehr baut geschäftlicher Erfolg auf einem guten Mix aus Können, Selbstdarstellung und Beziehungen auf. Letztere sind aber meist der Schlüssel, um das Know-how entsprechend zu transportieren. Gerade  bei Dienstleistungen, die nicht auf der Sach-, sondern der Beziehungsebene (z.B. Beratung, Training) gekauft werden, können gute Beziehungen essentiell sein.

Obwohl IT-Freiberufler und Projektanbieter dem Networking eine ähnlich hohe Relevanz beimessen, setzen sie dieses in der Praxis doch recht unterschiedlich um. Während zwei Drittel der Projektanbieter (65 Prozent) regelmäßig netzwerken, macht dies nur jeder zweite IT-Freiberufler (51 Prozent). Die IT-Selbstständigen networken dagegen häufiger nur ab und zu, in Abhängigkeit vom Projekt. Rund jeder Siebte von ihnen (15 Prozent) lebt die Rolle als Einzelkämpfer wortwörtlich: Sie kommen auch ohne Unterstützung gut alleine klar. Bei den Projektanbietern betrifft diese nur sechs Prozent.
Netzwerken Sie regelmäßig?
Zusammengefasst scheint es ganz so, als netzwerkten die IT-Spezialisten öfter aus einem konkreten Bedarf heraus, die Projektanbieter dagegen mehr strategisch. So betreiben sie Networking anteilsmäßig etwas häufiger, um interessante Kontakte zu knüpfen und neue Geschäftschancen zu erschließen.

Damit Networking auch zum Erfolg führt, gilt es auch hier einige Regeln zu beachten. Die wichtigste lautet: "Erst geben, dann nehmen. Wenn Sie andere unterstützen, werden diese Ihnen auch helfen", weist Svenja Hofert in ihrem Buch zum Thema hin. Die Business-Trainerin Gitte Härter sieht das ähnlich. Ihrer Meinung nach funktionieren Netzwerke dann, wenn ein aktives Geben und Nehmen ohne gegenseitiges Aufrechnen entsteht, das Interesse aneinander ehrlich und der Austausch offen ist. Dabei sei es nicht erforderlich, ständig in Kontakt zu stehen. Wenn eine gute gemeinsame Basis geschaffen wurde, bestehe das "Band" zwischeneinander auch dann, wenn man ein Dreivierteljahr nichts voneinander höre.

In den Augen der meisten Befragten (über 60 Prozent) erweist sich die virtuelle Beziehungspflege mittels Online-Plattformen wie z.B. Xing als besonders vielversprechend. Auf diese kann unabhängig von Raum und Zeit jederzeit zugegriffen werden. Zusätzlich ermöglichen sie schnelle Reaktionszeiten. Bei anderen Netzwerkformen gehen die Meinungen von IT-Freiberuflern und Projektanbietern dagegen auseinander.
Vielversprechende Netzwerkformen sind ...
So bewerten IT-Freiberufler vor allem Stammtische (28 Prozent) und Alumninetzwerke (13 %) wesentlich erfolgversprechender als die Projektanbieter. Diese sehen dagegen bei Messen und Veranstaltungen (50 %) sowie bei Berufs-, Wirtschafts- und Interessenverbänden (47 %) größere Vorteile, um interessante Kontakten zu knüpfen bzw. bestehende zu vertiefen. Die Präferenz für bestimmte Netzwerke orientiert sich also stark daran, welche Zielgruppen, Unternehmen und/oder Branchen sich in diesen tummeln.

Dennoch gibt Business-Coach Härter zu bedenken: "Wichtig sind nicht nur einschlägige Kontakte, etwa zu Entscheidern aus der von Ihnen angestrebten Branche: jeder Kontakt, ob privat oder geschäftlich, kann hilfreich sein."

Kommentare zu diesem Artikel:

"Von der Studie war ich insofern überrascht, dass doch insgesamt relativ wenig NETWORKING betrieben wird. (April 2008)"