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Umfrage-Ergebnis

Die Chance „Soft Skill“ verbessern und nutzen

 
(August 2004)
 

Eine These vorab: Hätte man vor geraumer Zeit in IT-Freiberuflerkreisen nach Soft Skills gefragt, wären Unverständnis und Ablehnung die vornehmliche Reaktion gewesen. Die Fachlichkeit zählte und nur Fachlichkeit. Und die Geschäfte liefen gut.

Ob zum Guten oder Schlechten, in jedem Fall haben sich die Zeiten geändert und mit ihnen Selbstvermarktung und so genannte Soft Skills an Bedeutung gewonnen. Und so wurde es Zeit für die GULP Umfrage zum Thema „Fortbildung jenseits der IT-Qualifikation“.

Mit 372 Teilnehmern platzierte sich die Umfrage im Mittelfeld der nach oben offenen Resonanz-Skala – das Thema, so scheint´s, ist bei den IT-Freiberuflern in langsam wachsendem Interesse begriffen: Nicht mehr „out“, aber noch nicht „absolut in“.



Neben dem alltäglichen Lernen: Mit welcher Methode würden Sie bevorzugt Ihre Soft Skills verbessern?

Selbststudium via Fachbuch. 28 %

Seminarbesuch. 24 %
Selbst am PC mit E-Learning. 15 %
Persönlichen Coach beauftragen. 20 %
Andere Methode. 7 %
Überhaupt nicht. 6 %

„Habe nun, ach, Java, SAP und Linux, und auch Oracle durchaus studiert mit heißem Bemühn.“ Wenn es um IT im engeren und weiteren Sinne geht, greifen IT-Freiberufler meist zum Fachbuch, wenn sie sich fortbilden wollen. Das liegt durchaus nahe, denn diese Art der fachlichen Fortbildung ist kostengünstig, zeitlich flexibel und bei entsprechenden Grundkenntnissen auch sehr effizient.

Ebenfalls auf den ersten Blick nahe liegend: Was in dem einen Fach funktioniert, sollte auch im anderen Fach die beste Methode sein – und so gab etwa jeder vierte (28 Prozent) der Teilnehmer an, dass er seine Soft Skills am liebsten mit dem Studium eines Fachbuches verbessern würde. Vier Prozent weniger (24 Prozent) glauben dagegen, dass die persönliche Wissensvermittlung im Seminar samt Erfahrungsaustausch mit anderen Teilnehmern der richtige Weg wäre um seine Soft Skills zu verbessern.

Noch „persönlicher“ mit einem eigenen Coach – der Vormarsch dieser gegenwärtig sehr angesagten Variante persönlicher Weiterbildung hat auch die IT-Freiberufler erreicht. 20 Prozent von ihnen würden ihre Soft Skills in diese etwas kostspieligere Hände legen.

Nur an vierter Stelle der bevorzugten Methoden landete E-Learning mit 15 Prozent aller Antworten. Das mag angesichts der PC-Affinität der Teilnehmer etwas verwundern, andererseits erklärt ein Blick auf das magere Angebot in diesem Bereich die mangelnde Attraktivität von E-Learning.



In welchen Bereichen möchten Sie besser werden?

Verhandlungsführung. 51 %

Souverän telefonieren. 23 %

Umgang mit Konflikten. 34 %

Generelle Rhetorik. 40 %

Präsentation. 34 %

Zeit und Ziele planen. 31 %

Business-Knigge. 27 %

Small Talk und Networking. 44 %


„Honorarverhandlung, ick hör´ Dir trapsen – und ein Schelm, der Berechnung dabei denkt.“ Knapp mehr als die Hälfte der Freiberufler konstatiert bei sich ein verbesserungswürdiges Verhandlungsgeschick und denkt dabei wohl an so manches Ringen um den Stundensatz, bei dem er seiner Meinung nach keine so gute Figur abgegeben hat.

Überhaupt untermauert die Antwortverteilung auf diese Frage die These, dass bei den Freiberuflern gerade hinsichtlich der eigenen Kommunikationsfähigkeiten und deren Bedeutung für den geschäftlichen Erfolg ein Umdenken stattgefunden hat. Und so gaben 44 Prozent der Freiberufler an, dass sie gerne in „Small Talk und Networking“ besser werden möchten – und 40 Prozent sehen die „generelle Rhetorik“ als Bereich lohnenswerter Fortbildung.

Am unteren Ende der Notwendigkeits-Skala stehen bei den IT-Freiberufler mit 23 bzw. 27 Prozent die Bereiche „Souverän telefonieren“ und „Business-Knigge“. Das sind jeweils immerhin rund ein Viertel der Teilnehmer, für eine breite Zustimmung fehlt diesen beiden Bereichen aber offensichtlich der sichtbare Mehrwert für das Geschäft des IT-Freiberuflers: Seine Leistung „verkauft“ er selten über das Telefon und der Business-Knigge hat im nüchternen IT-Projektmarkt sicherlich keine Top-Priorität.



Würden Sie ein Soft Skill Seminar besuchen?

Ich suche gerade. 3 %

Ja, wenn das Angebot passt. 38 %

Vielleicht. 33 %
Derzeit kein Interesse. 20 %
Auf keinen Fall. 7 %


„Halb zog es ihn, halb sank er hin.“ Das Verhältnis der IT-Freiberufler zu seinen Soft Skills ist nach wie vor ambivalent – entsprechend ist auch die Einstellung zu Seminaren in diesem Bereich noch etwas zögerlich.

Es ist aber auch unverkennbar, dass eine breite Verweigerungshaltung definitiv nicht mehr vorhanden ist. Im Gegenteil: Nur noch 27 Prozent der Freiberufler haben aktuell bzw. überhaupt kein Interesse an Soft Skill Seminaren, dagegen stehen knapp drei Viertel einem solchen Angebot aufgeschlossen bis sehr interessiert gegenüber.

 

 

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Ein hohes Maß an sozialer, methodisch-didaktischer Kompetenz und emotionaler Intelligenz wird heute in vielen Unternehmen als Wettbewerbsfaktor betrachtet. Fachwissen, Qualität und Service werden als gegeben vorausgesetzt. Darüber muss nicht diskutiert werden. Da gibt es noch viel Nachholbedarf unter der IT-lern. (Januar 2006)"

""Was man nicht weiß, das eben brauchte man. Und was man weiß, kann man nicht brauchen." Auch Freelancer kennen ihren Goethe und fragen sich nach Faust: Welches Wissen bringt uns nun wirklich Projekte? (August 2004)"

"geiler beitrag. (August 2004)"


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