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| Verhandlungstechniken:
Unterstützung der Überzeugungskraft durch Sprache
Teil 1 | Teil
2: Positive Gesprächseröffnung | Teil
3: Erfolgreiche Einwandbehandlung |
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(September 2006)
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Inhalt dieses Artikels:
Sie-, Man-, Ich- oder Wir-Form |
Positivformulierung |
Vermeidung von Reizwörtern |
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| Wir alle stehen häufig vor der Situation
verhandeln zu müssen. Verhandlungen fangen schon bei einfachen,
alltäglichen Dingen z.B. im Privatleben an und führen
bis hin zu schwierigen Honorar- und Geschäftsverhandlungen.
Gerade bei letzteren sind eine gute Planung und strategisches Vorgehen
erforderlich.
Nur, wenn Ihr Verhandlungspartner seinen eigenen Nutzen auch erkennt,
wird er Ihnen zustimmen. Mit einigen sprachlichen Techniken können
Sie Verhandlungen zu Ihrem eigenen Vorteil steuern. Zum Beispiel,
wenn Sie die Vorteil- und Nutzenargumente so vortragen, dass sich
Ihr Verhandlungspartner persönlich angesprochen fühlt.
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| Sie-,
Man-, Ich- oder Wir-Form |
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| Sprechen Sie bei Argumentationen in
der "Sie-Form". Die "Sie-Form" hat die Vorteile,
dass sie
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die direkte Nutzendarstellung fördert, |
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eine individuelle auf den Partner bezogene Ansprache ist, |
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kurz und einprägsam ist. |
Die "Man-Form" sollten Sie hingegen bei einer Argumentation
vermeiden. Einerseits klingt diese so, als ob Sie sich von einer
Aussage eher distanzieren wollen, andererseits ist sie sehr unverbindlich.
Wenn Sie z.B. sagen: "Man sagt, schriftliche Vereinbarungen
sind auf jeden Fall zu empfehlen", erweckt dies leicht den
Eindruck, als seien Sie selbst gar nicht davon überzeugt. Und
die Aussage: "Man sollte auch eine Kündigungsfrist für
die Zusammenarbeit berücksichtigen ..." wird ihr Verhandlungspartner
gerne überhören, wenn er anderer Meinung ist. Die "Man-Form"
ist also immer dann richtig, wenn Sie absichtlich "schwammig"
reden möchten. Politiker benutzen diese Form gern. Dem Satz
"In Regierungskreisen ist man der Meinung, man sollte die Gesetze
verschärfen" ist z.B. nicht zu entnehmen, ob der Sprecher
dieser Meinung ist oder nicht.
Die "Ich-Form" kann in Argumentationen zu egozentrisch
wirken und dazu führen, dass Sie es vernachlässigen, den
Vorteil für Ihren Verhandlungspartner deutlich herauszustellen.
Sie mindern also Ihre Überzeugungskraft. Hingegen gilt: Wenn
Probleme oder Konflikte vorhanden sind, ist die "Ich-Form"
am besten geeignet. Wenn z.B. während der Verhandlung Ihr Verhandlungspartner
Grund hatte, sich zu ärgern, dann ist es sinnvoll, mit Ich-Botschaften
zu antworten: "Es tut mir Leid, da habe ich mich vielleicht
nicht ganz eindeutig ausgedrückt." Ich-Botschaften sind
auch dann optimal, wenn Sie die eigene Verstimmung oder Verärgerung
zum Ausdruck bringen wollen: "Ich bin enttäuscht, dass
Sie so wenig auf meinen Vorschlag eingehen wollen." Ich-Aussagen
sind auch in Diskussionen gut geeignet um eine Lösung zu finden
und um zu verdeutlichen, dass Sie auch für andere Meinungen
offen sind. Mit der Aussage "Ich bin der Meinung, dass ..."
bringen Sie zum Ausdruck, dass es sich um Ihre Meinung handelt und
Sie weiteren Meinungen offen gegenüberstehen.
Die "Wir-Form" ist angebracht, wenn ein echtes Vertrauensverhältnis
hergestellt ist. Sie eignet sich besonders, um Gemeinsamkeiten zu
betonen: "Fassen wir die Ergebnisse wie folgt zusammen..."
In der Argumentation ist sie allerdings oft unangebracht. Sie kann
sogar zu Aggressionen führen, z.B. wenn Ihr Verhandlungspartner
sich vereinnahmt fühlt. |
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| Vermeidung
von Reizwörtern |
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| Es gibt Wörter, die Sie grundsätzlich
in Ihrer Argumentation vermeiden sollten. Das sind Wörter wie:
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eigentlich |
| - |
normalerweise |
| - |
im Grunde genommen |
| - |
vielleicht |
| - |
eventuell etc. |
Mit Aussagen, die diese Wörter enthalten, wirken Sie unsicher
und vermitteln den Eindruck, selbst nicht ganz überzeugt zu
sein:
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"Eigentlich sind unsere Kunden mit den Konditionen
immer zufrieden." |
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"Im Grunde genommen ist dieser Vorschlag doch sehr gewinnbringend
für Sie..." |
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"Eigentlich sollte mein Kollege heute mit Ihnen verhandeln..."
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In den meisten Verhandlungen empfiehlt es sich auch, den Konjunktiv
zu vermeiden:
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"Wenn Sie uns in Punkt 3 noch um 10 % entgegenkommen
würden, könnten wir den Vertrag heute unterschreiben." |
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"Sie hätten dann die Sicherheit, einen langfristigen
Partner gefunden zu haben." |
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"Wann wäre der beste Zeitpunkt für Sie..." |
Sie wirken sonst unsicher und wenig überzeugend, zudem verunsichern
Sie Ihren Verhandlungspartner. Viel überzeugender ist stattdessen
der eindeutige Satz:
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"Wenn Sie uns in Punkt 3 noch um 10 % entgegenkommen,
unterschreiben wir den Vertrag noch heute." |
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"Das bietet Ihnen den Vorteil einer langfristigen und
erfolgreichen Zusammenarbeit." |
Der Konjunktiv ist dann angebracht, wenn Sie ihn in Konfliktsituationen
(oder anderen schwierigen Situationen) einsetzen, um besondere Vorsicht
auszudrücken oder wenn Sie Reaktionen auf einen Vorschlag vorsichtig
antesten möchten: "Was würden Sie davon halten, wenn...".
Wenn Sie Ihren Verhandlungspartner überzeugen wollen, müssen
Sie selbst von Ihrer Argumentation überzeugt sein und das auch
sprachlich ausdrücken.
Auf den Punkt gebracht: |
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Der Mensch ist ein Gefühlswesen und will seinen Nutzen
erkennen, bevor er zu einer Handlung bereit ist. Stellen Sie
sich in Ihrer Sprache auf diese beiden Erkenntnisse ein. Mit
einer bildhaften Sprache, mit der Sie die Gefühle Ihres
Verhandlungspartners ansprechen, und einer Vorteil-Nutzen-Argumentation
aus der Sicht Ihres Gesprächspartners kommen Sie leichter
ans Ziel. |
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Sprechen Sie in der "Sie"-Form, wenn Sie argumentieren.
Die "Sie"-Form fördert die direkte Nutzendarstellung
und ist eine individuelle, auf den Partner bezogene Ansprache.
"Ich"-Botschaften sind geeignet, wenn es während
der Verhandlungen zu Konflikten und Verstimmungen kommt. Die
"Wir"-Form eignet sich zum Betonen von Gemeinsamkeiten.
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Drücken Sie sich positiv aus und vermeiden Sie negative
Denkvorgaben. Verbannen Sie generell negative Reizwörter
aus Ihrem Sprachschatz. |
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Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Verhandlungstechniken"
von Astrid Heeper und Michael Schmidt, erschienen im Cornelsen
Verlag .
Die Autoren und der Verlag behalten sich alle Rechte am Artikel
vor. © 2006 Cornelsen Verlag.
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