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Verhandlungstechniken:
Positive Gesprächseröffnung

Teil 1: Unterstützung der Überzeugungskraft durch Sprache | Teil 2 |
Teil 3: Erfolgreiche Einwandbehandlung
(September 2006)
 

Während bei Verhandlungen sprachliche Äußerungen durchaus anhand einiger Tricks beeinflusst werden können, kann der Mensch seine Körpersprache nur schwer verstellen. Auch die besten Schauspieler wirken nur dann überzeugend, wenn Sie sich zuvor mit Ihrer Rolle intensiv beschäftigt haben und "eins werden mit der Rolle". Durch die Körpersprache drücken Sie Ihre innere Einstellung aus. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass diese innere Einstellung positiv ist. Sollten Sie diese Positiv-Einstellung vor einer Verhandlung noch nicht haben, so müssen Sie daran arbeiten, denn die Einstellung bestimmt den ersten Eindruck und hierfür gilt: Der erste Eindruck kann den gesamten Verhandlungsverlauf entscheiden.


Es ist nur schwer möglich, einen ersten negativen Eindruck im Laufe der Verhandlung wieder auszugleichen. Deshalb folgen hier einige Empfehlungen, wie Sie den Gesprächseinstieg positiv gestalten:

o Begrüßen Sie Ihren Verhandlungspartner freundlich. Hier spielt Ihre Körpersprache eine entscheidende Rolle: Zeigen Sie mit einem freundlichen Gesicht, offenem Blickkontakt und einer offenen Gestik, dass Sie sich über und auf das Gespräch freuen.
o Sprechen Sie Ihren Gesprächspartner mit Namen an.
o Betonen Sie Gemeinsamkeiten.
o Erwähnen Sie den Vorteil und Nutzen, den Ihr Gesprächspartner von dem Gespräch mit Ihnen haben kann.
o Strahlen Sie Zuversicht aus.
o Achten Sie sowohl zu Beginn als auch während des Gesprächs immer auf die Stimmung Ihres Verhandlungspartners. Beobachten Sie auch seine Körpersprache:
- Wirkt Ihr Verhandlungspartner Ihnen gegenüber freundlich und offen?
- Kann die derzeitige Stimmung genutzt werden?
- Hat es eine Änderung in seiner Einstellung zu der Verhandlung gegeben und kann sie genutzt werden?
- Versucht Ihr Verhandlungspartner Sie auf einen ganz bestimmten Weg zu führen?
o Hören Sie aktiv zu, wenn Ihr Verhandlungspartner redet, und überprüfen Sie Ihre Einschätzungen hinsichtlich Zielen und Bedürfnissen des Partners:
- Wo liegen seine Ziele und seine verborgenen Interessen?
- Wie ist seine Persönlichkeit? Worauf legt er großen Wert?
- Wie groß ist das Interesse Ihres Verhandlungspartners an einer Einigung?
- Wie zufrieden war er mit einer bisherigen Kooperation?
- Was sagt er über seine eigene Konkurrenz und über Ihre Konkurrenz?
- Wo genau liegt sein Bedarf?

In Verhandlungen ist es wichtiger, Fragen zu stellen und gut zuzuhören, als selbst zu reden. Die Regel lautet: Rund zwei Drittel des Gesprächs redet Ihr Verhandlungspartner und nur ein Drittel bestreiten Sie. Alle so gewonnenen Informationen können für das aktuelle Gespräch, aber auch für alle später folgenden Verhandlungen nützlich sein.

 

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Verhandlungstechniken" von Astrid Heeper und Michael Schmidt, erschienen im Cornelsen Verlagextern.
Die Autoren und der Verlag behalten sich alle Rechte am Artikel vor. © 2006 Cornelsen Verlag.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Meine Devise ist natürlich Offenheit und Zuhören - manche hören sich gerne reden ... vielleicht sollte man im heutigen Lärm eine 3/3-Regel aufstellen: 1/3 Reden, 1/3 Zuhören und 1/3 Denken! (September 2006)"

"Sehr gut, hilfreich. (September 2006)"


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