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| Vorwand
vs. Einwand |
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| Vorwände und Einwände sind
Aussagen Ihres Gesprächspartners, die den Widerstand zum Ausdruck
bringen, dass Ihre Konditionen nicht ohne weiteres akzeptiert werden.
Häufige Gründe für Widerstände sind:
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Zweifel an Ihren Argumenten |
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Nichtgefallen Ihres Angebotes, Ihrer Konditionen, Ihrer Forderungen
nach Zugeständnissen |
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Zweifel an Ihrer Person |
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Die Vorteile oder der Bedarf wurden noch nicht erkannt |
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Wenig Interesse an einem Gespräch |
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Kein Interesse an einer Zusammenarbeit |
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Falscher Moment |
Mit Vorwänden und Einwänden müssen Sie während
des gesamten Verhandlungsgesprächs rechnen. Die Grundregel
lautet hier: Hören Sie aktiv zu, wenn Sie mit einem Vorwand
oder Einwand konfrontiert werden. Nur, wenn Sie den Grund für
den Widerstand erkennen, können Sie richtig darauf reagieren
und einen Einwand ausräumen.
Es ist für Ihre Verhandlung wichtig, dass Sie einen Einwand
von einem Vorwand unterscheiden können:
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Ein Einwand bedeutet, dass Ihre Bedingungen nicht ohne weitere
Informationen und/oder Argumente akzeptiert werden. |
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Ein Vorwand hingegen ist ein Abwehrmechanismus. Die wahren
Gründe für diese Abwehr sollen Ihnen nicht bekannt
gegeben werden, sie sollen verdeckt bleiben, stattdessen werden
andere Gründe vorgeschoben. |
Es kann unterschiedliche Gründe geben, warum Sie mit einem
Vorwand konfrontiert werden.
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Ein Verhandlungspartner, der kurz vor der Insolvenz steht,
wird Ihnen das vielleicht nicht gern mitteilen und versteckt
den wahren Grund hinter der Aussage, dass er kein Interesse
an einer Verhandlung hat. |
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Wenn Sie Ihren Verhandlungspartner während der Verhandlung
verletzt oder gekränkt haben, wird er die Verhandlung
wahrscheinlich eher unter einem Vorwand abbrechen als offen
mit Ihnen darüber sprechen. Menschen, die einen anderen
nicht mögen, sprechen diese Tatsache selten offen aus. |
Einwände lassen sich ausräumen, Vorwände hingegen
nicht, da Sie den wahren Grund hierfür nicht kennen. Vorwände
können Sie jedoch dann daran erkennen, dass sie bei dem Versuch,
sie wie einen Einwand auszuräumen, wiederholt werden bzw. dass
ein anderer Vorwand folgt. Nachfolgend einige Regeln, wie Sie erfolgreich
mit Einwänden umgehen.
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| Aufmerksam
zuhören |
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| Einwände können Sie vermeiden
oder einschränken, indem Sie sich optimal auf die Bedürfnisse
Ihres Verhandlungspartners einstellen. Je besser Sie mit offenen
Fragen die Bedürfnisse Ihres Verhandlungspartners ermittelt
haben, desto gezielter und treffender wird Ihre Argumentation ausfallen.
Ein überzeugter Verhandlungspartner hat keine oder zumindest
weniger Einwände. Je besser Sie bei einem Einwand zuhören,
umso besser können Sie analysieren, warum er vorgebracht wird.
Stehen Sie Einwänden grundsätzlich positiv gegenüber.
Ein Einwand ist nichts Negatives und er besagt noch lange nicht,
dass Ihr Verhandlungspartner Ihnen nicht zustimmen wird, im Gegenteil:
Bringt Ihr Verhandlungspartner einen Einwand vor, dann heißt
das, dass er sich in Gedanken schon mit einem Abschluss beschäftigt
hat. Er äußert einen Zweifel und möchte weitere
Informationen oder vielleicht auch ein Zugeständnis. Für
Sie ist das eine Chance, Ihr Angebot, Ihre Konditionen mit allen
Vorteilen noch einmal genau zu erklären. Nehmen Sie deshalb
jeden Einwand als positives Signal. Würde Ihr Verhandlungspartner
den Zweifel nicht äußern, dann hätten Sie diese
Chance nicht. |
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| Nie
widersprechen |
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| Viele Menschen neigen dazu, bei einem
Einwand sofort zu widersprechen. Damit nehmen Sie sich in den meisten
Fällen die Chance, den Einwand auszuräumen. Mit Widerspruch,
der z.B. durch Äußerungen gekennzeichnet ist, wie "Nein,
das stimmt nicht..." oder "So ist das nicht gemeint..."
verärgern Sie in der Regel Ihren Verhandlungspartner. Zu Recht,
denn mit solchen Äußerungen bringen Sie zum Ausdruck,
dass Sie seine Sachkompetenz anzweifeln. Sie verletzen das Selbstwertgefühl
Ihres Gesprächspartners. Verhandlungserfolge erzielen Sie nicht.
Auch wenn Ihnen ein Einwand überflüssig oder gar dumm
erscheinen mag: Achten Sie immer darauf, ihn sein Gesicht wahren
zu lassen.
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| Hintergründe
in Erfahrung bringen |
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| Um einen Einwand mit weiteren Argumenten
ausräumen zu können, müssen Sie erst einmal wissen,
warum der Einwand vorgebracht wurde. Ansonsten ist es möglich,
dass Sie daran vorbei argumentieren. Nur, wenn Sie die Hintergründe
des Einwandes kennen, können Sie richtig auf ihn reagieren
und ihn anschließend ausräumen. Sagt Ihnen Ihr Verhandlungspartner
zum Beispiel, er finde Ihr Angebot zu teuer, kann dies unterschiedliche
Gründe haben. Vielleicht ist er vom Preis-Leistungs-Verhältnis
nicht überzeugt, vielleicht liegt ein günstigeres Angebot
von der Konkurrenz vor, vielleicht reicht sein Budget dafür
einfach nicht aus. Stellen Sie deshalb – nachdem Sie aktiv
zugehört haben – offene Fragen, um die Hintergründe
für den Einwand zu erfahren.
Beispiel
Einwand: "Zu teuer"
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"Womit vergleichen Sie den Preis?" |
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"Was meinen Sie genau mit 'zu teuer'?" |
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"Wie teuer dürfte es denn Ihrer Meinung nach
sein?" |
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"Wonach beurteilen Sie den Preis des Produktes xy?" |
| Einwand: "Kein Bedarf"/"Kein Interesse" |
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"Woran haben Sie keinen Bedarf?" |
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"Wo liegt denn Ihr besonderes Interesse?" |
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| Überzeugen
durch Argumente |
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| Wenn Sie den Einwand genau analysiert
haben, können Sie entscheiden, wie Sie weiter vorgehen wollen.
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Hat Ihr Verhandlungspartner zum Beispiel noch Zweifel an Ihrem
Preis-Leistungs-Verhältnis, können Sie ihn mit weiteren
Argumenten von der Qualität Ihres Angebotes überzeugen.
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Liegt ein günstigeres Angebot der Konkurrenz vor, ist
es ratsam, zunächst die Leistungen des Konkurrenzangebots
mit Ihren Konditionen zu vergleichen. Es ist möglich. dass
der Preis zwar günstiger ist, die Leistungen aber nicht
vergleichbar sind. Sie können danach immer noch entscheiden,
ob es sinnvoller ist, Ihren Verhandlungspartner mit weiteren
Informationen und Argumenten von Ihrem Angebot zu überzeugen,
oder ob Sie ein Preiszugeständnis machen möchten.
Bedenken Sie, dass oft nicht der Preis allein entscheidet. Sympathie
und Vertrauen spielen unter Umständen eine viel größere
Rolle. |
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Reicht das Budget Ihres Verhandlungspartners nicht aus, sollten
Sie überprüfen, ob Sie eventuell andere Leistungen
streichen können, um den Preis zu senken. Sie können
sich gegebenenfalls auch noch entscheiden, Ihrem Verhandlungspartner
im Preis entgegenzukommen. |
Nicht alle Einwände können Sie ausräumen. Es ist
durchaus möglich, dass es keine triftigen Gegenargumente gibt
und Sie dem Einwand nichts entgegnen können, da er den Tatsachen
entspricht. In diesem Fall sollten Sie den Einwand Ihres Verhandlungspartners
einfach akzeptieren und anschließend die Pluspunkte auf anderen
Gebieten sammeln.
Auf den Punkt gebracht: |
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Einwände und Vorwände sind Widerstände gegen
Ihr Angebot oder gegen Ihre Konditionen. |
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Vorwände sind Abwehrmechanismen, die den wahren Grund
für den Widerstand verdecken sollen. |
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Einwände können Sie ausräumen, Vorwände
können Sie nicht ausräumen, da Sie den wahren Grund
für den Widerstand nicht kennen. |
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Vorwände können Sie leicht daran identifizieren,
dass sie bei dem Versuch, sie wie einen Einwand auszuräumen,
wiederholt werden bzw. dass ein weiterer Vorwand folgt. |
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Hören Sie freundlich und aufmerksam zu, wenn Sie
mit einem Einwand konfrontiert werden. Widersprechen Sie nicht.
Versuchen Sie die Hintergründe für den Einwand durch
offene Fragen zu ermitteln. Überzeugen Sie anschließend
mit weiteren, treffenden Informationen und Argumenten. |
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Wenn Sie fest mit einem Einwand rechnen, können Sie
ihn auch vorwegnehmen und direkt mit guten Argumenten ausräumen. |
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Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch "Verhandlungstechniken"
von Astrid Heeper und Michael Schmidt, erschienen im Cornelsen
Verlag .
Die Autoren und der Verlag behalten sich alle Rechte am Artikel
vor. © 2006 Cornelsen Verlag.
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Kommentare zu diesem Artikel:
"Trifft voll ins Schwarze. Ist leider nicht immer einfach umzusetzten. Ich spreche aus 25 jähriger Berufserfahrung im Aussendienst. (November 2011)"
"Sehr professionell und als Einstieg absolut lesenswert. (Juli 2009)"
"Danke, sehr hilfreich. Für mich der wertvollste Teil dieser Reihe. Insbesondere die Fragen zum Thema 'Hintergründe in Erfahrung bringen' werde ich zukünftig anwenden. Das Argument 'zu teuer' ist ja immer wieder zu hören, aber so gut wie nie wird offen dargelegt, was die Hintergründe für diesen Einwand sind. (September 2006)"
"Vielen Dank für die Mühe der Autoren, uns aufmerksamer zu machen. Bei dem Punkt: 'niemals widersprechen' kann ich aber genau dieser Versuchung nicht widerstehen. Es ist manches Mal äußerst hilfreich zu widersprechen. Es geht dabei nicht um das plumpe Niederrennen des Gesprächspartners, sondern um das deutliche Aufzeigen von eigenen Grenzen. Ehe man dem Gesprächspartner die Möglichkeit gibt, einen 'durch die Blume' nicht zu verstehen, sollte man lieber offen, höflich und deutlich ein 'dem kann ich nicht zustimmen' äußern. (September 2006)"
"Danke. Zwar sind diese 'Techniken' den Auftraggebern bestens bekannt, doch ein guter Freiberufler muss sie auch beherrschen, um mit eben diesen Kunden auf einer Augenhöhe zu sprechen. Bei so einem Gespräch 'spürt' man gegenseitig den guten Gegner, akzeptiert ihn und wird auch selber akzeptiert. (September 2006)"
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