 |
|
Bluetooth
Die Zukunft kabelloser
Kommunikation
|
|
(Juli 2001)
|
Inhalt dieses Artikels:
Bluetooth - Was ist das? |
Einsatzgebiete | Aller
Anfang ist schwer | Die Kontaktaufnahme
| Funkfeuer | Geschwindigkeit
ist alles | Stromverbrauch/Verbindungsmodi
| Das Sicherheitssystem |
Learning by doing |
Der Bluetooth-TÜV | Quo
vadis Bluetooth | Bluetooth
kurz gefasst | Bluetooth
Pro & Contra |
|
| |
|
Bluetooth kommt zwar deutlich langsamer in die Gänge, als
zunächst von den Entwicklern erhofft, aber spätestens
im nächsten Jahr will sich der Blauzahn zu einer der führenden
kabellosen Übertragungsformen mausern. Dank Bluetooth
können Sie demnächst via Handy Ihren Laptop nach E-Mails
durchforsten, mit Ihren Geschäftspartnern per direktem PDA-Datentransfer
Termine vereinbaren und Konferenz-Rechner blitzschnell in ein Mini-Netzwerk
verwandeln.
In grauer Vorzeit, sprich vor knapp 1000 Jahren, regierte im hohen
Norden König Harald II. Dem gelang das Kunststück, Dänemark
und Norwegen unter einer einheitlichen Führung zu vereinigen.
Einer der Ehrennamen des besagten Blaublüters war Bluetooth
und in Würdigung an diese frühkommunikative Großtat
benannte die schwedische Firma Ericsson ihre neue kabellose Übertragungstechnik
nach ihm. Bereits 1984 wurde das Verfahren von zwei Telefonmitarbeitern
der Firma Ericsson entwickelt, aber erst 1998 gründete der
Handy-Hersteller zusammen mit IBM, Intel, Nokia und Toshiba die
Bluetooth-Initiative. Mittlerweile hat sich dieser Interessenverband
zur Bluetooth
Special Interest Group S.I.G.
zusammengeschlossen. Inzwischen beabsichtigen mehr als 2500 Unternehmen,
die aus so unterschiedlichen Branchen wie der Telekommunikation,
der Informationstechnik und dem Fahrzeugbau stammen, Bluetooth-kompatible
Geräte zu entwickeln.
|
| Bluetooth
- Was ist das? |
 |
|
IrDA, IEEE 802.11, HiperLAN, HomeRF, WAP, es gibt bereits eine
Reihe kabelloser Datenübertragungsformen, die schneller sind
oder größere Strecken überbrücken können
als Bluetooth (BT). Keine davon soll allerdings so universell einsetzbar,
bedienerfreundlich und zugleich auch noch kostengünstig sein
wie besagter Blauzahn. Mit BT wird der schnurlose Zugang zum Internet
ermöglicht, vor allem aber lassen sich bislang inkompatibel
erscheinende mobile und stationäre Geräte wie Handy, Organizer,
PC oder PDA kabellos per Funkübertragung miteinander koppeln.
Dabei müssen die Geräte keinen Sichtkontakt haben, der
Funksstrahl hat derzeit eine maximale Reichweite von zehn Metern
und durchdringt selbst Wände. Damit unterscheidet sich BT grundsätzlich
von der derzeit gebräuchlichen kabellosen Übertragungsform
IrDA. Bis zu acht BT-kompatible Geräte lassen sich zu einem
Netzwerk (Piconet) zusammenschließen, maximal zehn solcher
Piconets können zu einem sogenannten Scatternet vereinigt werden.
|
|
| Einsatzgebiete |
 |
|
Dank BT kann etwa das Kabelgewirr zwischen Maus, Tastatur, Drucker
und Rechner entfallen. Die schnelle Installation von Netzwerken,
beispielsweise zur Vorführung einer Powerpoint-Präsentation
bei Geschäftskonferenzen ist ebenso machbar wie der Austausch
virtueller Visitenkarten (cCards), die Steuerung eines Beamers via
Laptop, die kabellose Kontaktaufnahme eines Notebooks mit dem Internet
oder das schnelle Einloggen des mitgebrachten Rechners in ein Firmen-Netzwerk
- und das alles ohne sich mit inkompatiblen Steckverbindungen herumärgern
zu müssen.
Haupteinsatzgebiet dürfte aber der Datentransfer zwischen
mobilen und stationären Geräten, etwa zwischen Handy und
Notebook sein um E Mails zu checken, kleine Datenmengen zu überspielen
und Termine abzustimmen. Ein ideales Werkzeug also für mobile
Freiberufler.
|
|
| Aller
Anfang ist schwer |
 |
 |
Definition: |
Kurzstreckenfunkbetriebene Netzwerk-Technologie |
 |
Geschützter
Markenname: |
Bluetooth ist ein rechtlich geschützter
Begriff. Auf den Markt kommende Produkte müssen ein
Qualifizierungsverfahren überstehen, bevor sie das
Bluetooth-Kompatibilitäts-Logo tragen dürfen.
|
 |
Offene Spezifikation: |
Die Standards sind genau wie beim GSM-Mobilfunknetz
nicht Hersteller-spezifisch. |
 |
Preis: |
Als Ziel werden 5 US-Dollar pro BT-Modul
angestrebt, der derzeitige Preis beträgt 20 und 30
Dollar |
 |
Verbindungsart: |
Point-to-Point, Point-to-Multipoint |
 |
Datenübertragungsrate: |
derzeit maximal 1 Mbps |
 |
Reichweite: |
10 Meter ohne Sichtkontakt |
 |
Maximal unterstützte Geräte: |
8 per Bluetooth-Netzwerk "Piconet"
(maximal zehn Piconets lassen sich zu einem Scatternet
zusammenschließen) |
 |
Sicherheitssystem: |
Beglaubigung und Verschlüsselung
sind auf Hardwareebene implementiert |
 |
Bidirektionalität: |
Symmetrisch und asymmetrisch |
 |
Protokoll: |
OBEX |
|
Eigentlich war der große BT-Durchbruch bereits für diesen
Sommer anberaumt, aber so recht in die Puschen gekommen ist die
neuartige Technik bislang noch nicht. Besonders peinlich wurde es
für BT auf der letzten CeBIT. Dort hatte die Firma Lesswire
mit mehr als 100 Basisstationen das bislang weltgrößte
BT-Funknetz aufgebaut. Massive technische Probleme verhinderten
allerdings den reibungslosen Betrieb der installierten Navigationssoftware.
Mangels Standards verweigerten viele BT-Produkte verschiedener Abstammung
die Zusammenarbeit, Mobiltelefone und sogar die Beleuchtung führten
zu massiven Störungen der Verbindungsstabilität.
Probleme bereitet auch der zur Zeit verwendete BT-Standard: Als
die Hardware-Entwickler erstmals die BT-Version 1.0 einsetzten zeigte
sich, dass diese an vielen Bugs krankte. Als Folge davon wurde ein
verbesserter Standard mit der Bezeichnung 1.0b entwickelt. Dieser
kommt auch in vielen der derzeit erhältlichen BT-Geräten
zum Einsatz. Mittlerweile gibt es allerdings mit der Version 1.1
einen neuen Standard und der ist leider nicht kompatibel zur Version
1.0b. Folge: Mit unterschiedlichen BT-Standards ausgerüstete
Geräte sind nicht in der Lage, miteinander zu kommunizieren.
Daher wird derzeit in Fachkreisen bereits über eine neue BT-Version
mit Namen 2.0 diskutiert.
Kein Wunder also, dass sich viele potenzielle Hersteller BT-kompatibler
Geräte bislang noch vornehm zurückhalten. Zur Zeit sind
gerade mal eine Handvoll BT-kompatibler Geräte, vornehmlich
Handys, Headsets, Drucker und PC-Karten erhältlich. Laut US-Marktforschungsstudien
wird der Markt für BT-Geräte denn auch um ein rundes Drittel
langsamer anwachsen als ursprünglich erwartet. Man rechnet
nun mit rund 15 Millionen Einheiten in diesem Jahr, 100 Millionen
im nächsten Jahr und ca. 955 Millionen BT-kompatibler Geräte
im Jahr 2005.
|
|
| Die
Kontaktaufnahme |
 |
|
BT verbindet mobile und stationäre Geräte mit Sendeleistungen
zwischen 1 mW und 100 mW im Zehnmeter-Umkreis zu individuellen Piconets.
In diesen kann man Daten und Sprache per Funk übertragen. Die
meisten Geräte werden der Leistungsklasse 1 entsprechen, die
mit einer Sendeleistung von 100 mW bei 20 dBm Signalabstand spezifiziert
sind.
Grundlage aller BT-Anwendungen sind so genannte Profile, die über
Herstellergrenzen hinweg definieren, wie sich die Geräte untereinander
erkennen. Sobald zwei oder maximal acht Geräte in Betrieb sind,
identifizieren sich die einzelnen BT-Geräte-Controller innerhalb
von zwei Sekunden über eine individuelle und unverwechselbare
48 Bit lange Seriennummer. Die Kommunikation zwischen den Geräten
erfolgt über das sogenannte Service Discovery Protocol (SDP).
Jedes Gerät besitzt dabei seine eigene Registry, welche die
allgemeinen Informationen zum Gerätetyp und spezielle Angaben
zu seinen Features enthält. Wenn etwa ein PDA und ein Mobiltelefon
miteinander Kontakt aufnehmen, dann geben sie ihre jeweiligen Fähigkeiten
preis. Dadurch werden mit BT nicht nur Daten transferiert, sondern
die individuellen Fähigkeiten der Geräte optimal genutzt.
Der Zugriff aufs Firmennetzwerk gelingt mit dem LAN Access Profile.
Über einen als Bridge fungierenden und mit einem Netzwerkanschluß
(LAP, LAN Access Point) ausgestatteten Rechner können BT-Geräte
so auf das Netz zugreifen.
|
|
| Funkfeuer |
 |
|
Die Datenübertragung erfolgt auf der Basis des vom Institute
of Electrical Electronics Engineering (IEEE) festgelegten 802.11-Standards
im 2,4 GHz-Band, das in den meisten Ländern Europas, in den
USA und in Japan lizenzfrei ist. Der Arbeits-Frequenzbereich für
BT beginnt bei 2,402 GHz und endet bei 2,480 GHz. In den selben
Frequenzen tummeln sich übrigens auch drahtlose lokale Netzwerke
(WLAN), Mikrowellenöfen, Baby-Überwachungsgeräte
und funkbetriebene Garagentore. Bei BT spricht man von einer "rude
radio technology", da sie zwar selber ziemlich robust gegen
Störungen ist, aber andere Funkquellen in diesem Frequenzband
empfindlich stören kann. Um dennoch potenziellen Datenstaus
und Störquellen auszuweichen sowie auch aus Sicherheitsaspekten
wurde für die BT- Kommunikation mittels FDM (Frequenzmultiplexing)
ein Frequenz-Hopping-Verfahren in 79 Schritten (=Kanälen) mit
je 1 MHz Abstand festgelegt. Das erste innerhalb des Piconets aktivierte
Gerät steuert das Frequenz-Hopping mit 1600 Hops je Sekunde,
wobei sämtliche Geräte eines Piconets mit derselben Hopping-Frequenz
synchronisiert werden. Dies funktioniert auf Distanzen von 10 Zentimetern
bis maximal 10 Metern. Zwar kann die maximale Reichweite theoretisch
dank eines mit FEC (Forward Error Correction) und 100mW Ausgangsleistung
bestückten Leistungsverstärkers auch auf 100 Meter erweitert
werden, aus Stromersparnisgründen begnügen sich die Piconets
allerdings mit der 10-Meter-Variante.
|
|
| Geschwindigkeit
ist alles |
 |
|
BT erlaubt nicht nur eine Datenübertragung pro Modul, sondern
mehrere parallel ausgeführte Datenübertragungen, und zwar
sowohl synchrone als auch asynchrone. Die synchronen Übertragungen
(Synchronous Connection Oriented SCO) werden normalerweise für
Stimmübertragungen benutzt, während die asynchronen Verbindungen
(Asynchronous Connectionless ACL) für Datentransfers eingesetzt
werden. Beide Varianten arbeiten übrigens mit einem Zeitmultiplexverfahren
im Vollduplex-Betrieb. Zwei oder mehr Informationskanäle können
so praktisch zeitgleich über die selbe Verbindung, aber jeweils
auf einer unterschiedlichen Hop-Frequenz laufen. Jedem Kanal wird
dabei ein eigener Zeitschlitz (Slot) zugeteilt, wobei ein Datenpaket
in der synchronen Übertragungform maximal 5 Slots belegen darf.
Aus den beschriebenen Übertragungsdaten ergeben sich 5 verschiedene
Übertragungsmodi mit den folgenden maximalen Transfergeschwindigkeiten:
|
Asymmetrische, asynchrone Datenübertragung:
|
 |
57.6 kBit/s |
 |
721 kBit/s |
|
|
Symmetrische, asynchrone Datenübertragung: |
 |
57.6 kBit/s |
 |
721 kBit/s |
|
 |
Symmetrische, synchrone Voiceübertragungen: |
 |
57.6 kBit/s |
 |
721 kBit/s |
|
 |
Asymmetrische, synchrone und asynchrone Daten- und Voiceübertragungen: |
 |
57.6 kBit/s |
 |
721 kBit/s |
|
 |
Asymmetrische, synchrone und asynchrone Daten- und Voiceübertragungen: |
 |
57.6 kBit/s |
 |
721 kBit/s |
|
Erklärung:
= Download
= Upload |
|
| Bluetooth
Pro & Contra |
| Pro |
 |
Kabellose Datenübertragung |
 |
Erlaubt die Kommunikation sehr unterschiedlicher
Geräte wie Handy, PC, PDA |
 |
Einfache Handhabung |
 |
Kommunizierende Geräte benötigen
keinen Sichtkontakt |
 |
Geringer Stromverbrauch |
 |
Günstiger angestrebter Preis
von 5 Dollar pro BT-Modul |
| Contra |
 |
Maximale Reichweite beträgt
derzeit nur 10 Meter |
 |
Dürftige Übertragungsgeschwindigkeit
mit maximal 1 Mbit/s |
 |
Der große Durchbruch lässt
noch auf sich warten |
 |
Windows XP soll vorerst nicht Bluetooth-fähig
sein |
 |
Trotz Hardware-gestützter
Sicherheitssysteme existieren Sicherheitsbedenken |
 |
Inkompatibilitäten und Funkübertragungsstörungen
sind zu befürchten |
 |
Mit ca. 25 Dollar pro BT-Modul
derzeit noch recht teuer |
|
|
|
|
| Ein Nachteil von BT besteht sicherlich
in diesen relativ mageren Übertragungsgeschwindigkeiten, denn
damit lassen sich große Datenmengen wohl kaum sinnvoll übertragen.
Zwar ist der Datenfluss hier bis zu zehnmal schneller als bei einem
Analog-Modem und die synchronen Sprachverbindungen entsprechen mit
64 kBit/s der Leistung einer ISDN-Verbindung, aber mit DSL oder Kabelmodems
kann BT nicht konkurrieren - ganz zu schweigen von Netzwerken. Auch
die vom BT-Konsortium bereits angedachte Verdoppelung der Übertragungsrate
auf 2 Mbps wird dieses Grundproblem nicht lösen. |
|
| Stromverbrauch/Verbindungsmodi |
 |
|
Einer der wichtigsten Punkte betrifft den Stromverbrauch, denn
jedes kabellose Gerät muss natürlich über eine autarke
Energiequelle, sprich Batterie oder Akku verfügen. Um den Stromverbrauch
auf das unbedingt notwendige Minimum zu beschränken, existieren
vier Betriebsmodi, die allesamt parallel in einem Piconet aktiv
sein können und einen jeweils unterschiedlichen Energiebedarf
haben:
| Modus |
Verbrauch |
| Sleep/Park |
30 Mikroampere |
| Hold |
60 Mikroampere |
| Sniff/Bereitschaft |
300 Mikroampere |
| Senden/Empfangen |
3-30 Milliampere. |
Im Park-Modus wird das Gerät mit den anderen synchronisiert,
es wechselt auch zusammen mit den aktiven Geräten die Frequenzen
(Hopping), nimmt jedoch nicht am Datenverkehr teil. Im Hold-Modus
ist das Gerät theoretisch verbindungsbereit, braucht aber nicht
soviel Strom. Der Normalzustand für das BT-Interface ist der
Sniff-Modus. Dort hört es in periodischen Abständen von
etwa 1.28 Sekunden jeweils 32 verschiedene Frequenzen ab.
Will ein Gerät eine Verbindung zu anderen Geräten herstellen,
so wird es zum "Busmaster". Der Master sendet an die Slaves
eine Inquiry Nachricht und - falls er das Gerät noch nicht
kennt - eine zusätzliche Page Nachricht. Über diese Nachrichten
werden unter anderem die Adresse und der Hop-Algorithmus abgefragt.
Danach sendet der Master auf 16 Frequenzen eine Nachricht, welche
die Datenübertragung initialisiert. Im Durchschnitt dauert
eine solche Verbindungsaufnahme 0.64 Sekunden. Der Verbindungsmaster
bestimmt dabei, welche Verbindungsarten auf den angeschlossenen
Geräten jeweils aktiv sind und wie schnell ein Interface kommunizieren
kann. Derzeit basteln die BT-Entwickler an weiteren Möglichkeiten,
den Stromverbrauch noch mehr zu drosseln.
|
|
| Das
Sicherheitssystem |
 |
|
Für die Identifizierung der Geräte bei Kontaktaufnahme
wird auf der Hardware-Ebene ein Beglaubigungsprotokoll aktiviert.
Dieses beruht auf einem Challenge-Response-Algorithmus, bei dem
sich die Geräte mittels eines geheimen Passworts gegenseitig
erkennen. Damit soll gewährleistet werden, dass etwa nur das
Handy des Anwenders mit seinem persönlichen Notebook kommunizieren
kann. Zur Sicherung des Datenverkehrs werden außerdem die
Daten bereits auf der Hardware-Ebene mit bis zu 64 Bit verschlüsselt.
Anwender mit noch größerem Sicherheitsbedürfnis
können auf BT abgestimmte Netzwerkprotokolle und zusätzliche
Verschlüsselungs-Applikationen einsetzen. Diese Sicherheitsfunktionen
bieten immerhin mehr als der direkte Konkurrent IrDA , der nur eine
Verschlüsselung auf Softwareebene erlaubt.
|
|
| Learning
by doing |
 |
|
Linux-Anhänger wird´s freuen, dass der Hardware-Anbieter
Axis Communications die Betaversion seines in "C" programmierten
Bluetooth-Stack "Open BT" der Allgemeinheit zur Verfügung
stellt. Der via http://www.axis.com/products/dev/index.htm
downloadbare Stack unterstützt auch SDP, L2CAP und RFCOMM.
Er enthält zwar noch nicht alle definierten BT-Profile, doch
dürften damit zumindest die Chancen steigen, dass mit zunehmender
BT-Verbreitung entsprechende Linux-Anwendungen erscheinen
|
|
| Der
Bluetooth-TÜV |
 |
|
Bevor ein Produkt das offizielle Bluetooth-Logo bekommt, muss es
erst einen komplizierten Qualifizierungsprozess durchlaufen. Dort
werden vor allem die Testberichte und Dokumentationen des jeweiligen
Geräts von einer sehr wichtigen Person, dem sogenannten "Bluetooth
Qualification Body" (BQB) genau unter die Lupe genommen. Momentan
gibt es in Deutschland ganze zehn Personen, die zu offiziellen BQBs
ernannt wurden. Eine der wichtigsten Voraussetzungen hierfür
ist, dass Sie entweder die offizielle Unterstützung einer Firma
erhalten, die bereits mit SIG kooperiert, oder aber Sie werden selbst
Mitglied in besagter BT-Initiative. SIG stellt außerdem erhebliche
Anforderungen an die Berufserfahrung, die technischen Kenntnisse
und das BT-Wissen des Bewerbers, der zudem auch noch Nachweise seiner
organisatorischen Unabhängigkeit erbringen und eine Jahresgebühr
berappen muss. Genauere Informationen sowie sämtliche Bewerbungsunterlagen
für den BQB-Job können Sie via E-Mail direkt auf der oben
genannten Website anfordern.
|
|
| Quo
vadis Bluetooth |
 |
|
Nach den Vorstellungen von S.I.G. soll BT zunächst andere
schnurlose Techniken im Nahbereich ergänzen um sie dann mittelfristig
zu ersetzen. Ein Kandidat für diese Wachablösung ist sicherlich
IrDA, denn eine Datenverbindung über ein per IrDA am Notebook
angeschlossenes Handy benötigt eine Sichtverbindung auf kurze
Entfernung. BT hat da die Nase vorn, weil das Handy halt in der
Tasche verbleiben kann. Beim vor allem im Heimbereich etablierten
DECT dürfte eine Ablösung hingegen schwerer fallen: Die
DECT-Reichweite liegt bei maximal 300 Meter, zudem erlaubt auch
DECT inzwischen die Übertragung von Daten. Das ist aber vorerst
nur Zukunftsmusik, denn bislang kämpft BT noch mit einigen
Problemen. Insbesondere kann BT derzeit aufgrund der Nutzung desselben
Frequenzbereichs drahtlose, lokale Netzwerke (WLANs) empfindlich
stören. Nachbesserungen der bisherigen Standardisierungsvereinbarungen
scheinen damit unumgänglich zu sein. Die Sicherheitsbedenken
konnten auch noch nicht völlig ausgeräumt werden, denn
schließlich erlaubt BT ohne Bestätigung des jeweiligen
Benutzers den Zugriff auf seine Geräte. Sorgen bereiten auch
die Betriebssystem-Hersteller, die zu BT inzwischen eine eher abwartende
Haltung einnehmen. So gab Microsoft im April bekannt, dass die zuvor
versprochene BT-Kompatibilität von Windows XP höchstens
per nachgeschobenem Upgrade hergestellt werden kann. Wohl als Trost
soll dafür die neue Windows CE-Version mit einer BT-kompatiblen
Architektur ausgestattet werden. Ähnlich zurückhaltend
verhielt sich Microsoft ja bekanntlich auch bei der Einführung
des Internet-Explorers und des kabellosen Systems IrDA. Apple zeigt
BT bislang die kalte Schulter und sogar Motorola kommt inzwischen
schwer ins Grübeln: "Im Endkunden-Markt ist Bluetooth
sicher cool und raffiniert, aber irgendwie fehlen uns noch die überzeugenden
Argumente", meint Vizepräsident Jorge Magalhaes. Intel
dagegen geht mit der (BT-)Zeit und entwickelt derzeit eine integrierte
Hardware- und Software-Plattform für mobile PCs, die aktuellen
BT-Spezifikationen entspricht.
In Anbetracht der ambivalenten Haltung der Hersteller darf man
also gespannt sein, ob und vor allem wann BT der Durchbruch auf
dem Massenmarkt gelingt. Um dort Erfolg zu haben, müssten zumindest
mal die Preise sinken, denn derzeit verteuert die BT-Komponente
einen Drucker um runde 200 Mark. Das erinnert verdächtig an
die einst hochgelobte, aber jetzt in Agonie dahinsiechende WAP-Technologie:
Toll, aber zu teuer.
|
|
Das Bluetooth-Funkmodul von Ericsson ist 33 x 17x 3,65 Millimeter
groß und kostet zur Zeit etwa 20 bis 30 Dollar. Demnächst
soll ein Chipdesign zum Einsatz kommen, bei dem die gesamte Schaltlogik
sowie die Sender/Empfänger-Komponenten auf einem einzigen Chip
mit der Kantenlänge von 9 mm Platz findet. Die bisherigen Ausführungen
verwenden noch Zwei- oder Dreichip-Kombinationen. |
Kommentare zu diesem Artikel:
|