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Wenn der Mainframe die Arbeit taktet

Beispiel VW: Zentraler Scheduler steuert die Batch-Verarbeitung dezentraler „SAP R/3“-Systeme

(Oktober 2004)

Inhalt dieses Artikels:
Reibungsloser Hintergrundprozess | Fehlerquellen ausschließen | Lückenlose Archivierung

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Eine komplexe Informationslogistik ist zentraler Bestandteil der PKW-Produktion der Marke Volkswagen. Damit alle Informationen zur rechten Zeit zusammenfließen, werden täglich mehr als 70.000 IT-Jobs verarbeitet – VW hat dies aus Performancegründen und nicht zuletzt wegen der Betriebssicherheit zentral auf dem Mainframe realisiert. In der November-Ausgabe des Spezial-Magazins S@PPORT wird beschrieben, wie ein zentraler Scheduler die Batch-Verarbeitung dezentraler „SAP R/3“-Systeme steuert – den Artikel hat das Magazin bereits heute GULP zur Verfügung gestellt:

Volkswagen betreibt in Wolfsburg ein zentrales Mainframe-Rechenzentrum, zählt aber gleichzeitig zu den Großkunden von SAP. 96 SAP R/3-Systeme sorgen an verschiedenen Standorten insbesondere in den Bereichen Disposition und Logistik dafür, dass alle Teile und Komponenten rechtzeitig gefertigt werden und just-in-time am Montageband zur Verfügung stehen. Diese Systeme übernehmen einen Teil der täglichen Batch-Verarbeitung. Rund 17.000 der insgesamt 70.000 IT-Jobs werden heute dezentral bearbeitet. Damit diese nicht als isolierte Inseln laufen, sondern tief in die zentrale Batch-Verarbeitung integriert werden, betreibt VW eine professionelle Scheduling-Infrastrukur. Über den zentralen Scheduler „Tivoli Workload Scheduler“ (TWS) werden alle IT-Jobs zentral geplant und gesteuert. Die Kommunikation zwischen zentralem Mainframe und dezentraler IT-Welt übernimmt eine so genannte Batchbridge, „Beta 48“. Diese initiiert Jobläufe auf den SAP-Systemen, überträgt Ergebnisse, liefert Returncodes und verwaltet Listen und Jobprotokolle.

 

Reibungsloser Hintergrundprozess
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Von dieser im Hintergrund laufenden Verarbeitung bekommt bei VW kaum einer etwas mit. Weder Disponent noch Werker ahnen, was eigentlich hinter der reibungsfreien Informationslogistik steckt. Wofür auch. Dafür sorgt ein Team von Systemadministratoren – die Experten kümmern sich im zentralen Rechenzentrum darum, dass das Dreigestirn aus Mainframe, Scheduler und Batchbridge nahtlos zusammenspielt und leisten damit ihren Anteil dafür, dass die Bänder bei VW nicht stillstehen. Ebenfalls beteiligt ist der Hersteller der Batchbridge, die in enger Abstimmung mit dem Rechenzentrum die Standardsoftware kontinuierlich weiter entwickeln.

Dass dabei VW ihre Bedürfnisse zeitnah erfüllt bekommt, liegt an der Entwicklungskooperation, die den Automobilproduzenten und den Hersteller miteinander verbindet. Dabei gehört VW zu den Nutzern dieser Standardsoftware, die am meisten Last auf das System geben.

TWS sendet im Durchschnitt alle sechs Sekunden Jobaufträge an Beta 48. In Stoßzeiten können das aber auch gut bis zu hundert IT-Jobs pro Sekunde sein. Die Batchbrigde steuert die Kommunikation zwischen Scheduler und den mehr als 200 dezentralen Zielsystemen, die nicht nur in Wolfsburg, sondern etwa auch im Originalteilevertrieb in Kassel oder bei der Volkswagen Financial Services in Braunschweig stehen.

Die Batchbridge identifiziert jeden einzelnen Job und erkennt, auf welchem Zielsystem dieser bearbeitet werden muss. Dass Beta 48 dabei konsequent den Überblick behält und zudem auch noch hilft, für die Administration die Übersicht zu wahren, hat die leistungsfähige Software einmal für den Einsatz bei VW empfohlen. Die Batchbridge bleibt auch bei der Verarbeitung vieler Jobs auf zahlreichen Zielsystemen transparent, da sie alle Jobs fest im Griff hat. Dazu erhält das System Jobs über einen Exit, eine offene Schnittstelle des TWS-Systems. Diese Jobs gibt Beta 48 über die XBP-Schnittstelle an SAP R/3 weiter. Dabei läuft die gesamte Verarbeitung asynchron; während der eigentlichen Jobverarbeitung werden keine zusätzlichen Ressourcen verbraucht.

 

 

Fehlerquellen ausschließen
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Fehler im Produktionsablauf haben weitreichende Konsequenzen. So kann durch einen einzigen Fehler die IT-Produktion ins Stocken geraten. Das könnte fatale Folgen haben: Arbeitet etwa ein Roboter mit nicht aktuellen Daten im Bestand, können eng terminierte Bestellungen an das Lager nicht ausgeführt werden. Fehlt die Ware dann am Band, müssen Produktionspläne umgeworfen und ad hoc geplant werden. Um mögliche wirtschaftliche Schäden zu vermeiden, nutzen die Verantwortlichen bei VW zusätzlich zur Batchbridge die Softwarelösung „Beta 92 Process History Manager“. Mit dieser kann die Abarbeitung der Jobs und Jobketten lückenlos verfolgt und kontrolliert werden.

Dabei orientiert sich die Kontrolle an den Log-Dateien, die von den SAP-Systemen über die BAPI-Schnittstelle zusammen mit der Rückmeldung in das Beta 92 übersendet werden. Beta 48 übergibt den Return Code via Exit-Schnittstelle an den zentralen Scheduler. Daraufhin scannt und prüft Beta 92 die Logs. Damit kann jederzeit der aktuelle Status der IT-Produktion wiedergegeben werden.

Diesen Status der Batch-Verarbeitung überwachen die Mitarbeiter an ihren Monitoren. Auch hier trägt die garantierte Automatisierung entscheidend zur hohen Performance und Stabilität der IT-Produktion bei. Bei Fehlermeldungen in den Log-Dateien eskaliert Beta 92 sofort an die Verantwortlichen.

Um Unterbrechungen zwischen Beta 48 und den Zielsystemen auszuschließen, wurde ein redundantes System installiert. Sobald die Kommunikation zu einem System gestört ist, wählt die Softwarelösung automatisch den anderen Weg. Laufen während dieser Störung Jobs auf, werden diese so lange vorgehalten, bis die Verbindung wieder steht. Bei langfristigen Ausfällen wird eskaliert und der Verantwortliche informiert. Nach der Fehlerbehebung setzt Beta 48 den Prozess an der abgebrochenen Stelle wieder auf. Die IT-Produktion geht so effizient und reibungsfrei ihren Weg.

 

 

Lückenlose Archivierung
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Performance, Effizienz und Stabilität sind VW ebenso wichtig wie eine lückenlose Archivierung der Vorgangsdaten. So werden heute alle Protokoll- und Log-Dateien in Beta 92 und Druck- beziehungsweise Ergebnislisten in „Beta 93“ auf dem Mainframe archiviert. Dabei sind die Softwarelösungen so leistungsstark, dass die Archivierung für die kommenden Jahre gesichert ist. Darüber hinaus dokumentiert dieses Archiv betriebsinterne Prozesse und bewahrt diese über die Jahre revisionssicher auf. Damit gibt der Mainframe den Takt vor und steuert die Batch-Verarbeitung dezentraler SAP R/3-Systeme.

 


Nähere Informationen in der neuesten Ausgabe von S@PPORT extern.
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Kommentare zu diesem Artikel:

"Als jemand, der mit diesem System arbeitet, möchte ich noch hinzufügen, daß neben R/3 inzwischen auch etliche andere Anwendungen, Dateitransfers, Datensicherungen, etc. auf Unix, Linux und Windows darüber angesteuert werden und es werden mehr und mehr. Natürlich konnte das System am ersten Tag nur in den Marketingunterlagen den oben dargestellten Grad an Fehlertoleranz und Hochverfügbarkeit bieten und es war einiges an Arbeit notwendig, um es so klasse hinzubekommen wie es jetzt ist. (Dezember 2004)"

"Teile in keinster Weise die Meinung des Kollegen, der im Feedback nur noch Beiträge mit Fokus Projekt/Stundensatz will. Interessiert uns Freelancer überhaupt nichts mehr anderes? Armer Projektmarkt ... Der Artikel ist überigens nicht berauschend, aber ganz okay. (Oktober 2004)"

"eine Werbeartikel mit gerade noch ausreichenden fachlichen Informationen (Oktober 2004)"

"Das Thema kennt wohl jeder, der sich mit IT im Allgemeinen und mit SAP im speziellen Beschaftigt. Meines Erachtens sollte an dieser Stelle keine fachlich / inhaltlichen Artikel publiziert werden, da hier nur ein mittelbarer Mehrwert entsteht. Lieber weniger Newsletter, ab diese dann mit mehr Substanz Qualität und letztendlich auf das Ziel ausgerichtet. Auslastung nach Belieben mit möglichst hohen Stunden-/Tagessätzen. (Oktober 2004)"

"mir scheint die lösung von vw sehr vernünftig, wann ich auch bezweifle, dass der ablauf dann wirklich so reibungslos sich gestaltet wie beschrieben. zum geschäft des itlers gehört es nämlich auch, sich damit abzufinden, dass es eben niemals störungsfrei läuft. (Oktober 2004)"

"Interessanter Beitrag aus der Praxis! (Oktober 2004)"


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