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Microsoft wird sein neues Betriebssystem, bisher unter dem vorläufigen
Namen "Whistler" gehandelt, unter der Bezeichnung "Windows
XP" auf den Markt bringen. Gleichzeitig wird aus Office 2000
in Zukunft "Office XP" werden. Und der neue Kopierschutz
- in Microsoft-Terminologie "Produktaktivierungs-technologie"
genannt - wird nun doch überall eingeführt, auch in Deutschland.
"Microsoft verstärkt sein Engagement gegen Software-Piraterie
durch die weltweite Integration von Aktivierungstechnologien in
die nächsten Versionen von Office und Windows", heißt
es in einer Presseerklärung.
Der Widerstand der Anwender (Microsoft
Kopierschutz) setzt sich indessen fort. Sie wollen die Registrierung
mit allen Mitteln umgehen, berichtet die PC-WELT
:
"Sollte Microsoft trotz drohender Proteste aus der Anwender-Gemeinde
Whistler mit dem umstrittenen Kopierschutz ausliefern, müsse
der Software-Gigant sich offenbar warm anziehen."
Die Zeitschrift beruft sich dabei auf eine Umfrage unter 1.200
Nutzern von PC-Welt
.
Demnach will sich eine klare Mehrheit der Teilnehmer nicht zur Registrierung
eines käuflich erworbenen Betriebs-systems zwingen lassen.
50 Prozent der Befragten wollen versuchen, Whistler über Umwege
ohne Registrierung zu nutzen. Bereits vor Veröffentlichung
des neuen Betriebssystems kursieren im Internet Anleitungen, wie
der Kopierschutz umgangen werden kann.
41 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, sich Whistler aufgrund
des Kopierschutzes überhaupt nicht kaufen zu wollen, sondern
weiterhin mit Windows 2000 oder ME zu arbeiten. Drei Prozent der
Befragten würden sich aus geschäftlichen oder privaten
Gründen registrieren lassen, obwohl sie mit dem Verfahren nicht
grundsätzlich einverstanden sind. Lediglich jeder zwanzigste
User hat nichts gegen eine Registrierung seiner Hardware bei Microsoft.
Warum sollte er auch? Laut Microsoft-Presseerklärung hat er
nur Vorteile: "Durch den Einsatz von Technologien wie der Produktaktivierung
wird sicher gestellt, dass Kunden von den Vorteilen legaler Microsoft
Software profitieren können. Zum Beispiel haben sie nur mit
rechtmäßig erworbenen Produkten Anspruch auf technischen
Support und Upgrade-Angebote."
Microsofts Lizenzbedingungen auf sandigem Fundament
Auch von Seiten des Computerhandels bekommt Microsoft Gegenwind.
Der PC-Distributor Waibel hat einen Internet-Marktplatz für
Windows-Lizenzen eröffnet. Nicht mehr benötigte Kopien
werden gekauft, Rechner mit Lizenzen aus zweiter Hand verkauft.
Schweres Geschütz fährt Andreas Waibel, Geschäfts-führer
des gleichnamigen Computerdistributors, gegen Microsoft auf: "In
Deutschland gibt es etwa zehn Millionen verwertbare Betriebssysteme,
die in den nächsten Jahren wertlos werden, weil der Lizenznehmer
seinen nächsten PC wieder mit einem Betriebssystem kauft und
seinen alten Rechner mit Betriebssystem entsorgt." Laut Waibel
stellen diese Lizenzen einen Wert von rund 2 Milliarden Mark dar.
Um diese Gebrauchtlizenzen nutzen zu können, hat der badische
Computerhändler eine Internet-Seite freigeschaltet, mit deren
Hilfe alte Windows-Lizenzen für 65 und 135 Mark erstanden werden.
Im Gegenzug verkauft Waibel neue Rechner mit diesen Altlizenzen.
Microsoft ist bereits alarmiert: "Wir kennen den Fall und prüfen
ihn." Allerdings dürfte Waibel die besseren Karten haben.
Der Bundes-gerichtshof (BGH) hat den Verkauf von Betriebssystemlizenzen
legalisiert, die nicht an die Hardware gebunden sind.
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