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| SAP Landscape Optimization
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(April 2005)
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| Inhalt dieses Artikels:
Mehraufwand
vermeiden | Schnittstellen
beachten | Reorganisation
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| Landscape Optimization Projekten haftet oft ein
Manko an: Die beiden Phasen Konzeption und technische Umsetzung
verlaufen häufig organisatorisch und ablauftechnisch nahezu
unabhängig voneinander – und Prozess-Spezialisten skizzieren
ein Übergangsszenario bis hin zu einem Sollkonzept, das im
Konflikt steht mit einer technisch optimalen Umsetzung. Wie man
einen solchen Bruch vermeiden kann, dies erläutern Heinz-Jürgen
Klatte und Harald Kreutzer in der aktuellen Ausgabe des Spezial-Magazins
S@PPORT:
Fusionieren zwei Unternehmen, sollen durch eine Verschmelzung der
beiden SAP-Systeme in der Regel Synergien im Bereich Infrastruktur
sowie in der Abwicklung gemeinsamer Prozesse genutzt werden. Eine
solche Systemverschmelzung ist ein tiefer Eingriff in bestehende
Systeme und Prozesse, so dass neben der IT potenziell auch alle
Fachabteilungen betroffen sind. Die Aufwände für Konzeption,
Test und System Downtime für die Zusammenführung sind
erheblich – eine verlässliche Planung und Einschätzung
der Machbarkeit wird essenziell.
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| Mehraufwand
vermeiden |
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Durch die frühzeitige Einbeziehung
des für die Umsetzung notwendigen technischen Know-hows können
ungeplante Mehraufwände vermieden werden, die durch zeitliche
Verzögerungen, Zusatz- bzw. Eigenentwicklungen, Tool-Anpassungen,
Mehrfacharbeiten sowie manuelle Arbeiten entstehen. Nicht zuletzt
muss die Revisionssicherheit gewährleistet sein.
Andernfalls tauchen oft folgende Probleme auf:
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Für Analysezwecke werden unnötig Eigenentwicklungen
produziert, obwohl verlässliche Tools existieren. So kennt
nicht jeder das SAP-Standard-Tool „Cross System Viewer“.
Mit ihm können zum Beispiel die Tabellen zweier Systeme
verglichen werden, um unterschiedliche Objekte mit gleichen
Schlüsseln aufzufinden. Ebenfalls eher unbekannt ist ein
Tool, das alle Programme und Formulare auffindet, die von einer
Datenumstellung bzw. -umbenennung betroffen sind. |
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Berechtigungskonzepte werden bereits in der Analysephase eingehend
untersucht. Eine Arbeit, die auch später erfolgen kann,
da kein Werkzeug für deren automatische Übertragung
existiert. |
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Datenmigrationen werden per Batch-Input eingeplant, obwohl
Tools zur Verfügung stehen, bei denen ein eigentlich gewünschter
Erhalt von Historien- bzw. Altdaten möglich ist. |
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Analyseergebnisse werden nicht in der spezifischen, vom später
eingesetzten Tool benötigten Form, dokumentiert. Die Folge
sind Mehrfacharbeiten. |
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Die Entscheidung, ob die Systemzusammenführung mit Eigenentwicklungen
oder mit professionellen Tools vorgenommen werden soll, erfolgt
ohne ausreichende fachliche Grundlage. Häufig wird "mit
Kanonen auf Spatzen geschossen". Beispielsweise benötigt
die Ausgliederung einer Vertriebsgesellschaft nicht per se ein
mächtiges Tool. Je nach Ausgangslage reichen dafür
die relativ einfachen Standardkopierfunktionen von SAP aus.
Anders herum erkennt man oft zu spät, dass ein Tool-Einsatz
unumgänglich ist. |
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Das Zielsystem wird primär aufgrund des zu bewegenden
Datenvolumens gewählt. Vor dem Hintergrund kostenintensiver
Laufzeit – die Datenmigration soll möglichst nur
ein Wochenende beanspruchen – wird vielfach die Überführung
des kleineren Datenbestandes (A) in den großen (B) eingeplant.
Angesichts mehrerer technischer Aspekte muss diese Wahl aber
nicht die beste sein. Umnummerierungen beispielsweise lassen
sich einfacher während des Datentransfers als später
im Zielsystem durchführen. Müssen die Daten in B also
später umnummeriert werden, könnte der Datenweg von
B nach A günstiger sein. Handelt es sich bei A zum Beispiel
um ein Finanzsystem und bei B um ein Logistiksystem, empfiehlt
sich die Datenmigration von B nach A aufgrund der sensiblen
Finanzdaten, bei denen die Beziehung Buchung-Beleg erhalten
bleiben muss. Ein Erhalt dieser Beziehung in B als Zielsystem
wäre zudem nur mit sehr komplexen Datenumsetzungen möglich
und würde letztlich die Revisionssicherheit gefährden.
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| Schnittstellen
beachten |
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Ein weiterer Aspekt bei der Wahl der
Datenmigrationsrichtung ist die Anzahl der Schnittstellen, mit denen
die Systeme nach außen kommunizieren. Findet bei den zu transferierenden
Daten eine Umnummerierung statt, muss diese auch in den dazugehörigen
Schnittstellen durch ein temporäres Mapping nachvollzogen werden.
Nur so bleibt gesichert, dass zum Beispiel eine eingehende Bestellbestätigung
eines Lieferanten der Bestellung zugeordnet werden kann, die vor
der Umstellung versendet wurde.
Verfügt nun ein System über sehr viele Schnittstellen,
so kann deren Anpassung aufwändiger sein als die gesamte Datenmigration.
Das eigentlich zu transferierende System sollte dann eher zum Zielsystem
werden, bei dem keine Umnummerierung stattfindet.
Schließlich wird die Übertragungsrichtung der Daten
vom Regelwerk des eingesetzten Tools sowie seiner für die spezielle
Datenmigration benötigte Anpassung beeinflusst. Wurde zum Beispiel
der Materialstamm in A um eigene Felder erweitert, bedarf deren
Übertragung in der Regel einer individuellen Tool-Anpassung.
Der Aufwand dafür ist abzuwägen gegen den Aufwand der
umgekehrten Datenübertragungsrichtung.
Die Frage der Umsetzung wird mit dem Verweis auf mächtige
Tools beantwortet, ohne dass die nicht maschinell umstellbaren Objekte
bekannt sind. Deren Umstellung sollte aber parallel zur maschinellen
Umstellung eingeplant werden, um zeitliche Verzögerungen und
Mehraufwände zu vermeiden. Maschinell nicht umsetzbar sind
der Umbau von Schnittstellen, die Umorganisation von Jobs bzw. Programmen,
die im Hintergrund oder nachts laufen oder auch der Wegfall von
Jobs, die zwischen den Systemen Daten austauschen, zum Beispiel
für eine Kalkulation über bisherige Systemgrenzen hinweg.
Ohne Kenntnis der Tools wird schließlich der Zeitbedarf einer
Umstellung oft falsch eingeschätzt, da die genauen Zeiten für
Tests, manuelle Vorgänge und Nachlaufprogramme fehlen. |
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| Reorganisation |
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| Auch bei der Umstellung der Organisationsstruktur
innerhalb eines SAP-Systems führt der frühzeitige Blick
auf die konkrete Datenmigration sowie die dafür benötigten
Landscape Optimization Tools zur Minimierung von Projektkosten und
Zeitaufwand. Der oftmals wichtigste Aspekt, der sich aus der technischen
Sicht ergibt, ist die Entscheidung, ein neues Zielkonzept in zwei
oder mehr Schritten statt in nur einem zu erreichen.
Der Grund hierfür liegt in folgendem Konflikt: Je größer
die Veränderungen zwischen Ausgangs- und Zielsituation sind,
desto aufwändiger ist die Anpassung von Stamm- und Bewegungsdaten
und umso komplexer muss dies in einem Tool abgebildet werden. Deshalb
kann der Weg über einen Zwischenschritt günstiger sein,
weil dann die aufwändige Tool-Anpassung entfällt. Vielmehr
führen einfache Datenumsetzungsregeln und geringer manueller
Aufwand zu schnellem Erfolg. Beispielsweise kann die bei einer Reorganisation
gleichzeitig eingeplante Einführung neuer Funktionen in der
Regel einfacher erreicht werden, wenn sie in einem extra Schritt
hinzugenommen werden. Und bei genauer Kenntnis der Landscape Optimization
Tools ist eine Datenvorbereitung im Produktivsystem bereits im Vorfeld
der eigentlichen Umstellung möglich, was zu verkürzter
System Downtime führt.
Manchmal eröffnet der Blick auf die Technik auch neue Alternativen.
Soll zum Beispiel eine bestehende Gesellschaft in eine Produktions-
und eine Vertriebsgesellschaft aufgetrennt werden, so besteht nicht
nur die Möglichkeit, die Gesellschaften nacheinander auszugliedern.
Man kann einfach einen Schritt sparen und die bestehende Gesellschaft
jeweils abspecken – hin zu einer Vertriebs- bzw. zu einer
Produktionsgesellschaft.
Landscape Optimization Projekte werden umso erfolgreicher, je frühzeitiger
diejenigen, die Konzepte und Übergansszenarien unter einem
betriebswirtschaftlichen Blickwinkel erstellen, in die stete Diskussion
mit den Verantwortlichen der technischen Datenmigration treten.
So werden die Projektphasen organisatorisch und ablauftechnisch
miteinander verzahnt und der Projektablauf optimiert. |
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Nähere Informationen in der neuesten Ausgabe von S@PPORT
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