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Vieles anders: Technische Implementierung von "SAP NetWeaver"

(Mai 2005)

Inhalt dieses Artikels:
Aspekt "Unterstützung Unicode" | Wichtig: Verfügbarkeit und Sicherheit | IT-Management unabdingbar | Architektur-Workshops helfen

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Gegenüber etwa "SAP R/3" weist die technische Implementierung der Integrations- und Applikationsplattform SAP NetWeaver mehrere Unterschiede auf, die zu berücksichtigen sind. Um welche Kernpunkte es sich dabei handelt, erläutert Wilfried Matzerath in der aktuellen Ausgabe des Spezial-Magazins S@PPORT:

Hat man sich für die Einführung neuer oder veränderter Geschäftsprozesse entschieden, die die Verwendung von SAP NetWeaver unabdingbar machen, so hat man sich zwangsläufig auch mit der technischen Implementierung der SAP-Technologieplattform eingehend zu befassen. Dabei werden SAP-Anwender schnell Zweierlei feststellen: Zum einen werden – verglichen etwa mit der Implementierung eines klassischen SAP R/3-Systems – alle mit der Verwendung von SAP NetWeaver verbundenen IT-Themen grundsätzlich anspruchsvoller. Und zum anderen hat man es mit zum Teil völlig neuen Themen zu tun, die es zu beherrschen gilt.

Wer die SAP NetWeaver-Bühne betritt, für den wird die SAP NetWeaver-Komponente "SAP Web Application Server" (SAP WAS) ein bedeutsamer Wegbegleiter. Hierbei haben sich SAP-Experten mit der Entwicklungsumgebung ABAP und gleichzeitig mit der Programmierplattform Java intensiv zu befassen. Wobei zu beachten ist, dass ABAP keineswegs mit Java gleichzusetzen ist.

Zudem: Es ist nicht nur evident, sich profunde Java-Kenntnisse anzueignen, sondern insbesondere die Kombination und das Zusammenspiel von ABAP und Java zu beherrschen – will man eine hohe SAP NetWeaver-Einführungsprojektsicherheit gewährleisten. Welche Elemente sowohl bei den SAP-Anwendungen als auch beim SAP WAS auf Java oder auf ABAP basieren, wird von SAP vorgegeben. Auch weist SAP aus, ob und in welcher Art und Weise der SAP WAS in Verbindung mit beispielsweise einer sich im Einsatz befindlichen bestimmten SAP R/3-Version genutzt werden kann.

SAP NetWeaver und sein Potenzial. (Quelle: SAP)
SAP NetWeaver und sein Potenzial. (Quelle: SAP)

 

 

Aspekt "Unterstützung Unicode"
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Ein weiterer Aspekt, der bei einer technischen SAP NetWeaver-Implementierung zu beachten ist, betrifft den Doppel-Byte-Character- und Internet-Standard Unicode: SAP unterstützt heute den Standard Unicode in vollem Umfang, was heißt: Auch SAP NetWeaver unterstützt Unicode.

SAP-Anwender, die bislang noch nicht "Unicode prepared" sind, sind automatisch mit der SAP NetWeaver-Installation dafür gerüstet. Wichtig hier: Unicode setzt die Verfügbarkeit von entsprechenden Memory-Ressourcen voraus. In aller Regel ist es für SAP-Anwender erforderlich, existierende Hauptspeicher aufzurüsten – in aller Regel in Richtung 64-Bit, beispielsweise durch die Verwendung von "Itanium 2-Server" wie die Integrity-Server von HP. Hierbei werden im Gegensatz zu möglicherweise limitierenden 32-Bit-Hauptspeicher die Grenzen in punkto Memory faktisch aufgehoben.

 

 

Wichtig: Verfügbarkeit und Sicherheit
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Beim Betrieb jeder SAP-Lösung ist der Aspekt Durchsatz/Performance seit jeher von großer Relevanz. Bei der Verwendung von SAP NetWeaver spielen daneben jedoch Systemverfügbarkeit und Systemsicherheit sowie technische Integration eine noch größere Rolle als bislang.

Was den Durchsatz respektive die Performance anbelangt, so ist es nicht möglich, sich auf klassische SAP-Benchmarks zu stützen. Denn: Für die Nutzung von SAP NetWeaver stehen keine Benchmarks zur Verfügung.

Alle verwendbaren SAP NetWeaver-Komponenten sind in ihrer Betriebs- und Wirkungsweise in Verbindung mit unterschiedlichen Geschäftsprozessen sehr verschieden – und zudem in ihrer kombinierten Nutzung. Außerdem: Werden zum Beispiel ABAP und Java auf derselben Hardware betrieben, weichen die Leistungsdaten voneinander mitunter stark ab.

Unabhängig davon, welche SAP-Lösungen der Produktfamilie "mySAP Business Suite" sich bei Unternehmen im Einsatz befinden, haben die beiden Aspekte Verfügbarkeit und Sicherheit für SAP-Anwender einen sehr hohen Stellenwert. Können SAP-Systeme in einem Unternehmen längere Zeit nicht genutzt werden, steht möglicherweise Geschäftskontinuität auf dem Spiel. Fällt beispielsweise eine integrierte Systemlandschaft mit SAP NetWeaver aus, so ist die Verfügbarkeit der gesamten Systemlandschaft gefährdet. Mit anderen Worten: Integrierte Geschäftsprozesse, die mit SAP NetWeaver unterstützt werden, können unter Umständen nicht (mehr) genutzt werden. Insofern sind Mechanismen/Verfahren oder Konzepte bereitzustellen, die die Verfügbarkeit der SAP-Technologieplattform praktisch zu jeder Zeit gewährleisten.

 

 

IT-Management unabdingbar
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Um die Kontinuität integrierter Geschäftsprozesse sicherzustellen, die auf der Technologieplattform SAP NetWeaver und einer erweiterten IT-Infrastruktur basieren, ist der Einsatz geeigneter System- und Netzwerksoftware sehr empfehlenswert (neben Hochverfügbarkeitskonzepten/-umgebungen). Ein automatisiertes Monitoring ist eine Grundlage, um Geschäftsprozesse und SAP-IT-Systemlandschaften effizient verwalten und managen zu können.

Geschäftsprozesse werden im Sinne eines vorteilhaften Systemmanagements (IT-Managements) mit der SAP-Lösung "SAP Solution Manager" unterstützt. Für das Managen der IT-Infrastruktur (Server, Netzwerkzonen/Netzwerkkomponenten und andere Hardwaresysteme) steht beispielsweise "HP OpenView" zur Verfügung. Übrigens gibt es bereits eine Lösung im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft von SAP und HP, die vorteilhaft beide IT-Systemmanagement-Produkte integriert.

Daneben ist beim SAP NetWeaver-Einsatz der Punkt Security noch stärker zu berücksichtigen als bislang. Weil: Durch die Verwendung der SAP-Technologieplattform kommen neue, veränderte integrierte Geschäftsprozesse zum Tragen, die auch über Unternehmensgrenzen hinweg Verwendung finden. Das wiederum heißt Nutzung des Internet beziehungsweise von Web-Technologien – mit der Einhaltung bekannter Sicherheits-Level, beziehungsweise dem Entgegenwirken möglicher Sicherheitsrisiken.

SAP NetWeaver zeichnet sich unter anderem durch Offenheit und Integration aus. Offenheit bedeutet, dass die Technologieplattform darauf ausgelegt ist, nicht nur SAP-Systeme, sondern auch Non-SAP-Systeme einzubinden. Und Integration sieht insbesondere vor, dass neue, integrierte Geschäftsprozesse (etwa das strategische Beschaffungsmanagement oder spezielle Geschäftsprozesse auf "SAP xApps"-Basis) unter Verwendung mehrerer SAP-Lösungen (etwa "SAP R/3" oder "mySAP ERP" mit "mySAP SCM" und "mySAP CRM") und Non-SAP-Lösungen zum Tragen kommen können. Das aber setzt wiederum erweiterte beziehungsweise veränderte IT-Infrastrukturen voraus.

In aller Regel werden IT-Infrastrukturen mit SAP NetWeaver umfangreicher respektive komplexer. Mehr oder weniger standardmäßig kommen bei einer SAP NetWeaver-Installation die Komponenten "SAP WAS", "SAP EP" (Enterprise Portal) und "SAP XI" (Exchange Infrastructure) zum Einsatz. Der SAP Web Application Server wird stets an dem Ort betrieben, wo sich auch die Anwendungen befinden. Die Komponenten SAP XI und SAP EP beispielsweise werden auf eigenständigen Umgebungen laufen – und zwar aus Gründen des IT-Systemmanagements sowie aus Sicherheitsgründen. Entweder es werden hierfür mehrere Server (Windows, Linux) oder ein größerer Unix-Server (mit Partitionierungen) eingesetzt. Es liegt auf der Hand, dass die unterschiedlichen Komponenten reibungslos miteinander kommunizieren müssen und damit an die nahtlose Integration der Systeme hohe Anforderungen gestellt werden.

Ferner ist es so, dass mit SAP NetWeaver zusammen sehr viel mehr Non-SAP-Softwareelemente in einer integrierten IT-Infrastruktur betrieben werden müssen – man denke nur an die Ein- und Anbindung beispielsweise von Appache Web Server und anderes mehr.

Obendrein ist sicherzustellen, dass sich mögliche betriebswirtschaftliche Änderungsanforderungen direkt auf die vorhandene IT-Infrastruktur, in der SAP NetWeaver betrieben wird, auswirken. Damit sind integrative SAP-Betriebskonzepte (bei der Implementierung eines integrativen Projektmanagements) von großem Vorteil.

 

 

Architektur-Workshops helfen
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SAP-Anwenderunternehmen, die für den SAP NetWeaver-Einsatz votiert haben, werden bei der Implementierung/Einführung der SAP-Technologieplattform in aller Regel auf externe IT-Dienstleister zurückgreifen. Das haben die bisherigen Erfahrungen eindeutig gezeigt. Herauskristallisiert hat sich aber auch, dass die technische Implementierung von SAP NetWeaver – verglichen etwa mit SAP R/3 – mitunter gravierende Unterschiede aufweist – und das bereits von Anfang an.

Als sehr effizient herausgestellt haben sich Architektur-Workshops. Ein solcher ist eine stabile Grundlage für alle weiteren Phasen einer SAP NetWeaver-Implementierung. In einem Architektur-Workshop werden von Anwenderunternehmen und IT-Dienstleister beziehungsweise dem Hardwarelieferanten sowohl die betriebswirtschaftlichen Anforderungen als auch die technischen Notwendigkeiten abgeklärt, ein Design der veränderten SAP-IT-Infrastruktur konzipiert, mögliche Kapazitäts- und Ressourcenerfordernisse (Sizing) arrondiert, ein integriertes Projektmanagement definiert oder gangbare Projektmeilensteine bis hin zum Produktivbetrieb aufgezeigt.

Damit ist ein wichtiger Grundstock für Projektsicherheit bei einer technischen SAP NetWeaver-Implementierung gelegt, auf dem man aufbauen kann und der zu einem erfolgreichen SAP NetWeaver-Betrieb führt.

 

 

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