GULP >> GULP Knowledge Base >> Produkte & Technologien >> Squid-Caches

Der Tintenfisch speichert zwischen

Installation und Konfiguration des Squid-Caches

(Mai 2005)

Inhalt dieses Artikels:
Betriebssystem und Installation vorbereiten | Installation | Konfiguration | Test | Autostart | Browserkonfiguration | Logdateien | Ausblick

Ihre Meinung zum Artikel
sehr gut
1
2
3
4
5
6
schlecht
 

Die Installation eines Webcaches und Proxyservers kann sich schnell bezahlt machen. Der Open-Source-Web-Proxy-Cache Squid speichert besuchte Seiten auf der Festplatte und lädt beim nächsten Aufruf nur den geänderten Inhalt vom Webserver. Zudem ist eine ausgefeilte Zugriffskontrolle Bestandteil des Programms. Der IT-Administrator, das professionelle Fachmagazin für System- und Netzwerkadministration, hat GULP einen Workshop zur Verfügung gestellt, der die Installation und Konfiguration vom Squid-Quellcode aus unter Suse Linux 9.1. zeigt:

Squid läuft auf jedem Posix-kompatiblen Betriebssystem, unter anderem also unter Solaris, AIX, Linux und Windows.

Bevor Sie mit der Softwareinstallation loslegen, sollten Sie sich über die Funktionsweise eines Cachesystems bewusst sein und eine Hardwareplattform wählen, die am besten dessen Anforderungen gerecht wird. Denn nichts ist schlimmer als ein Webcache, der zu langsam für seine Benutzer ist. Da einzelne Webseiten aus vielen kleineren Text-HTML-Dateien und Grafiken bestehen, sollte der zu Grunde liegende Rechner mit Festplatten bestückt sein, die sich durch eine sehr schnelle Zugriffszeit auszeichnen. Das ist sogar wichtiger als eine hohe Datentransferrate. Ein RAID-System macht nach Angaben der Squid-Entwickler sogar weniger Sinn als viele einzelne Festplatten.

Als weiteren wichtigen Punkt sollten Sie sich überlegen, wie viel RAM Sie dem System spendieren. Squid behält eine Tabelle aller Dateien, die sich im Festplattencache aufhalten, im Arbeitsspeicher. Aus diesem Grund trifft hier die Faustregel “viel hilft viel” zu, denn falls unser System Teile dieser Tabelle auf die Festplatte auslagert, verwandelt sich Ihr Squid zu einer langsamen Schnecke.

Als Letztes sollten Sie die Prozessorgeschwindigkeit des Systems prüfen. Squid liest nach seinem Start die Cachetabelle von der Festplatte aus und behält diese danach im Arbeitsspeicher. Deswegen sollten Sie nur Geld für einen modernen Prozessor ausgeben, falls ein schneller Programmstart für Sie wichtig ist. Ansonsten ist auch ein paar Jahre altes Pentium-2-Modell mit 300 MHz vollkommen ausreichend.

 

Betriebssystem und Installation vorbereiten
nach oben
   
IT-Administrator
Nachdem Sie nun einen Rechner mit vernünftiger Hardware vor sich haben, können Sie mit der Installation des Betriebssystems beginnen. Hier sollten Sie sich überlegen, ob Sie den Rechner ausschließlich als Cachemaschine verwenden wollen, oder ob er noch andere Serverfunktionen in Ihrem Netzwerk übernehmen soll. Für den ersten Fall reicht es aus, ein nur minimales Suse-System zu installieren. Vermeiden Sie unnötigen Ballast wie zum Beispiel die X-Windows- und KDE-Installation.

 

Um Squid vom Quellcode zu kompilieren und installieren, benötigen Sie lediglich einen ANSI-C-Compiler wie gcc, das “binutils”-RPM-Paket und Perl. Zum einfacheren Download des Quellcodes aus dem Internet werden wir das “wget”-Programm verwenden. Wir setzen voraus, dass Sie sich mit einem Texteditor unter Linux (vi, emacs) auskennen. Nachdem Sie das Betriebssystem installiert haben, sollten Sie sicherstellen, dass das System Zugang zum Internet und zu Ihrem Firmennetzwerk hat. Danach melden Sie sich am Rechner als Benutzer “root” an und erstellen die Squid-Verzeichnisstruktur:
 
  mkdir -p /usr/local/squid  
Dies ist das Hauptverzeichnis für Squid, alle weiteren Verzeichnisse legen Sie unter diesem Ordner an:  
  cd /usr/local/squid
mkdir src (für den Quellcode)
mkdir bin (für das Programm und seine Utilities)
mkdir etc (für die Konfigurationsdatei)
mkdir var (Für variable Daten wie Cache- und Logdateien)
cd var
mkdir cache (für die Cache-Dateien)
mkdir logs (für die Logdateien)
 
Das Cacheverzeichnis kann auch auf einer anderen Festplatte liegen, die Sie nur für die Speicherung der Cachedateien eingeplant haben. In diesem Fall können Sie diese Festplatte direkt auf das Verzeichnis mounten, zum Beispiel:  
  mount /dev/hdb1 /usr/local/
squid/cache
 
Nachdem Sie die Verzeichnisstruktur für das Programm angelegt haben, laden Sie den Quellcode aus dem Internet. Dazu sollten Sie einen der Mirrorserver besuchen, der in Ihrer geographischen Nähe liegt. Wir haben uns für diesen Workshop den Server der Uni Wien ausgesucht und werden uns die neueste STABLE-Version herunterladen. Die DEVEL-Versionen sind nur zum Testen empfohlen, ein Live-Server sollte immer nur STABLE-Code installiert haben. Den Quellcode von Squid laden Sie mit dem Befehl
 
  cd /usr/local/squid/src
wget ftp://gd.tuwien.ac.at/infosys/
servers/squid/squid2/STABLE/
squid-2.5.STABLE6.tar.gz
 

 

Installation
nach oben
   
Nun müssen Sie den Quellcode in zwei Schritten auspacken:  
  gunzip squid-2.5.STABLE6.tar.gz
tar -xvf squid-2.5.STABLE6.tar
 
Das letzte Kommando legt ein Unterverzeichnis squid-2.5.STABLE6 an, in dem sich alle weiteren Dateien des Pakets befinden. Wechseln Sie in diesen Ordner mit:
 
  cd squid-2.5.STABLE6  
Im nächsten Schritt bestimmen Sie, mit welchen Optionen Sie das Programm kompilieren wollen. Sie können dabei bestimmte Funktionen des Programms aktivieren oder deaktivieren. Im Kasten 1 finden Sie eine Erklärung der gängigsten Optionen, und mit  
  ./configure --help  

sehen Sie eine komplette Liste. Viele dieser Parameter sind nur für sehr erfahrene Benutzer vorgesehen und werden in diesem Workshop nicht benötigt.

Die gewünschten Optionen aktivieren Sie mit dem “configure”-Programm, wobei Sie diese einfach mit einem Leerzeichen (“Space”) aneinanderreihen. Für unseren Squid rufen Sie also die folgende Kommandozeile auf:

 
  ./configure --prefix=/usr/local/squid (wichtig: kein “/” am Ende hier!)  
Configure schreibt die so genannten Makefiles, die Anweisungen für den Compiler enthalten. Die Quelldateien kompilieren Sie nun mit
 
  make  
Nach ein paar Minuten und einer Tasse Kaffee sind die Programmdateien fertig kompiliert, liegen aber immer noch in den Verzeichnissen des Quellcodes. Der Befehl
 
  make install  

kopiert sie in die richtigen Verzeichnisse. Falls Sie die Quelldateien erneut übersetzen, überschreibt das “make install”-Kommando zum Glück keine Konfigurationsdateien, sondern nur die Programmdateien. Es legt außerdem eine Kopie der originalen Konfigurationsdatei an, um es Ihnen später leichter zu machen, eventuelle Fehler in Ihrer eigenen Konfigurationsdatei aufzuspüren. Ihr Squid ist nun fertig installiert, und Sie können mit der Anpassung an Ihr System fortfahren.

 

 

Konfiguration
nach oben
   
Zunächst müssen Sie sich überlegen, welche Mitarbeiter Zugriff auf die Squid-Konfiguration erhalten sollen. Für alle diese Benutzer legen Sie am besten eine neue Benutzergruppe an, wir nennen sie “squiadm”:
  groupadd squidadm
Um einzelne Benutzer in diese Gruppe aufzunehmen, benutzen Sie das Kommando:
  usermod -G squidadm BENUTZERACCOUNT

Mitglieder der Squidadm-Gruppe sollten erfahrene Benutzer sein, die bereits Root-Zugriff auf Ihr System haben. Die Mitgliedschaft in der Squidadm-Gruppe vereinfacht die Administration, da Sie nicht in den Root-Kontext wechseln müssen, um die Konfigurationsdateien zu verändern.

Der Squid-Prozess selbst erhält auch einen neuen Benutzeraccount mit “/usr/local/squid” als Home-Verzeichnis und seine eigene Benutzergruppe, beides mit dem Namen “squid”. Außerdem wird er Mitglied der Gruppe squid:

  groupadd squid
useradd -d /usr/local/squid/ -s /bin/false -g squid -G squidadm squid
Im Augenblick ist der Benutzer “root” der Eigentümer aller Dateien und Verzeichnisse des Squid-Programms. Um sicherzustellen, dass kein normaler Benutzer beispielsweise die Squid-Binaries auswechselt, löscht oder die Konfigurationsdateien verändert, passen Sie die Berechtigungen folgendermaßen an:
  chown root:root /usr/local/squid/
chmod 755 /usr/local/squid/
Das Squid Hauptverzeichnis sollte nur vom Benutzer root bearbeitet werden können, ebenso der Bin-Ordner:
  cd /usr/local/squid/bin
chown root:root .
chown root:root *
chmod 755 . *
Im “etc”-Verzeichnis speichert das Programm seine Konfigurationsdateien, auf die die Squidadm-Gruppe Zugriff haben soll. Außerdem setzen Sie auf diesen Ordner das Sticky-Bit um sicherzustellen, dass alle neu angelegten Dateien auch der Squidadm-Gruppe gehören:
  cd /usr/local/squid/etc
chmod 2775 .
chown root:squidadm . *
Die Logdateien des Caches sollten nur von den Squid-Administratoren gelesen und vom Benutzer squid geschrieben werden:
  chown squid:squidadm /usr/local/squid/var/logs
chmod 770 /usr/local/squid/var/logs
Dasselbe trifft für die Cache-Dateien zu:
  chown squid:squidadm /usr/local/squid/var/cache/
chmod 770 /usr/local/squid/
var/cache/

Nun fehlt uns nur noch ein letzter großer Schritt, um den Squid starten zu können: das Anpassen der Konfigurationsdatei /usr/local/etc/squid.conf. Wenn Sie das erste Mal diese Datei mit einem Texteditor öffnen, werden Sie wahrscheinlich von den vielen Optionen erschlagen sein. Zum Glück ist sie allerdings sehr gut dokumentiert, und jede Option hat einen Kommentar über ihre Funktionsweise. Zum anderen müssen Sie nur ein paar Optionen anpassen, um den Cache in einer Grundkonfiguration zum Laufen zu bringen.

Bitte beachten Sie, dass alle Standardwerte in dieser Datei mit dem “#”-Zeichen auskommentiert sind. Wenn Sie also diese Werte verändern, ist es notwendig, das Kommentarzeichen zu entfernen.

Die erste Option “http_port” bestimmt den Port, auf dem Squid auf eingehende Verbindungen wartet. Der Standardwert 3128 ist nicht so leicht zu merken wie 8080. Squid erlaubt es Ihnen jedoch, mehrerer Ports zu definieren, deswegen ändern wir den Eintrag auf:

  http_port 3128 8080
Die “cache_dir”-Option legt das oder die eigentlichen Cacheverzeichnisse fest. In unserem Fall haben wir nur einen Cacheordner unter /usr/local/squid/var/cache. Sie können jedoch beliebig viele Cacheordner definieren. Den Standardwert müssen Sie nur dann anpassen, falls Ihre Konfiguration etwas anders aussieht:
  cache_dir /usr/local/squid/
var/cache/ 100 16 256

Der erste Wert ist der Cacheordner. Der Wert 100 bestimmt, dass der Cache nicht mehr als 100 MByte Speicherplatz belegt. Die letzten beiden Zahlen verwendet der Cache, um eine bestimmte Anzahl von Unterverzeichnissen in dem jeweiligen Cacheordner anzulegen. Squid hat seine eigenen Algorithmen, nach denen das Programm die einzelnen Cachedateien speichert, um somit einen schnelleren Zugriff auf den Cache zu ermöglichen.

Falls Ihr Squid einmal abstürzen sollte, sendet das Programm eine E-Mail mit dem Grund des Absturzes an den Cacheadministrator, dessen E-Mailadresse im Wert “cache_mgr” einzustellen ist. Danach stellen Sie mit den Werten “cache_effective_user” und “cache_effective_group” ein, unter welchem Benutzeraccount der Squid-Prozess laufen soll. Sie werden Squid später so konfigurieren, dass er normalerweise beim Booten des Betriebssystems automatisch startet. Demnach wird der Squid-Prozess immer erst unter dem Root-Benutzerkontext gestartet. Sobald Squid anfängt, Daten über das Netzwerk zu schicken, ändert er seinen Kontext zu den hier eingetragenen Werten.

Sie haben in einem der vorherigen Schritte den Benutzer Squid angelegt, der hier nun effektiv eingesetzt wird:

  cache_effective_user squid
cache_effective_group squid
Squid kann auch Dateien cachen, die per FTP übertragen werden. Dazu muss sich das Programm allerdings mit einem Benutzernamen und einem Passwort an den jeweiligen FTP-Servern anmelden. Der Benutzer ist bei anonymen Verbindungen meistens “anonymous”, und der FTP-Server verlangt eine gültige E-Mailadresse vom Benutzer. Sie sollten also den Wert “ftp_user” anpassen:
  ftp_user squid@computer.domain
Zu guter Letzt beinhaltet die “squid.conf”-Datei die komplette Zugriffskontrolle. Bei einer frischen Installation ist jeglicher Zugriff auf den Cache verboten. Zum Einstieg gewähren Sie allen Rechnern in Ihrem Netzwerk folgendermaßen Zugriff (wir gehen davon aus, dass Ihr internes Netwerk ein 10.0.0.0/255.0.0.0-Netz ist). Tragen Sie also diese Zeilen gleich unter der Zeile ein, wo es heißt “# INSERT YOUR OWN RULE(S) HERE TO ALLOW ACCESS FROM YOUR CLIENTS”:
  acl mynetwork src 10.0.0.0/255.0.0.0
http_access allow mynetwork
icp_access allow mynetwork
Die erste Zeile definiert eine so genannte Access Control List (ACL), also eine Liste von bestimmten Rechnern. Falls Sie einigen Rechnern in Ihrem Netzwerk (zum Beispiel 10.0.1.0/255.255.255.0) den Zugriff auf den Cache verbieten wollen, so definieren Sie eine weiter ACL mit diesen Rechnern und benutzen ein “deny” anstatt “allow”:
  acl mynetwork src 10.0.0.0/255.0.0.0
acl denynetwork src 10.0.1.0/255.255.255.0
http_access allow mynetwork
http_access deny mynetwork
icp_access allow denynetwork
icp_access deny denynetwork
Nun wollen Sie den Cache aber bestimmt das erste Mal starten. Weiter oben haben Sie die Anzahl der internen Unterverzeichnisse, die im Cache-Verzeichnis benutzt werden, angegeben. Nun legen Sie mit dem Befehl
  /usr/local/squid/sbin/squid -z
die Ordnerstruktur an. Sie erhalten folgende Meldung:
  2004/08/22 13:07:22| Creating Swap Directories
Im Anschluss daran können Sie Squid starten. Squid läuft, wie jeder andere Netzwerkdienst, nach dem Start sofort im Hintergrund, und normalerweise sehen Sie nach dem Start den Prompt sofort wieder. Um zu prüfen, dass unser Cache auch ohne Fehlermeldungen startet, benutzen wir die Option -N, um den Cache im Vordergrund zu starten. Gleichzeitig setzen wir die Debug-Funktion mit -d 1 ein. Das sieht dann so aus:
  usr/local/squid/sbin/squid -N -d 1

Zunächst liest das Programm unsere DNS-Serverkonfiguration ein. Danach definiert es seinen Speicherbedarf und sucht nach dem Cacheordner. Die Meldung “Ready to serve requests” zeigt uns einen erfolgreichen Start des Programms. Im Anschluss daran durchsucht Squid den Cacheordner und legt, wie schon in der Planungsphase erwähnt, eine Tabelle dessen Inhalts in seinem Speicher an.

Da dies der erste Start des Programms ist, findet Squid natürlich hier noch keine Daten.

 

 

Test
nach oben
   
Die Entwickler von Squid haben dem Paket unter /usr/local/squid/bin/ ein Programm “squidclient” beigelegt, das sich sehr gut zum Test unseres Caches eignet. Squidclient benutzt per Standard den Port 3128, den Sie auch in der Konfigurationsdatei als gültig definiert haben. Sie können mit der Option -p jedoch auch einen anderen Port, wie in unserem Fall 8080, angeben. Zunächst testen Sie den Zugang zu einer Webseite, ohne den Cache zu benutzen:
 
  /usr/local/squid/bin/squidclient http://www.it-administrator.de  
Sie sollten unsere Webseite im HTML-Format sehen. Zum Testen des Caches benutzen Sie die -h-Option:  
  /usr/local/squid/bin/squidclient -h ihr.squid.server -p 8080 http://www.it-administrator.de  
Dieser Befehl beauftragt den Cache, via Port 8080 unsere Webseite zu laden. Falls Sie den gleichen Text wie beim vorherigen Kommando erhalten, ist Ihr Squid-Server voll funktionsfähig.  

 

Autostart
nach oben
   

Um den Squid-Server beim nächsten Booten Ihres Rechners automatisch zu starten, finden Sie unter /usr/local/squid/src/contrib/squid.rc ein Skript, das diese Aufgabe erledigen soll. Leider ist dieses Skript unter Suse 9.1 nicht funktionsfähig. Eine lauffähige Datei finden sie unter www.it-administrator.de/download/redaktion/squid script.txt.

Sie speichern diese Datei unter dem Namen “squid”. Mit diesem Kommando kopiert sie das System an die richtige Stelle und verändert die notwendigen Konfigurationsdateien:

 
  chkconfig squid 3  

 

Browserkonfiguration
nach oben
   

Nachdem Sie Ihren Squid-Cache erfolgreich installiert und getestet haben, können Sie damit beginnen, Ihre Benutzer auf den Cacheserver umzuziehen. Hierbei bieten sich zwei Möglichkeiten an: Sie können jeden Rechner einzeln konfigurieren oder eine automatische Konfiguration aufsetzen. Da Internet Explorer 6 der meistverbreitete Browser ist, zeigen wir Ihnen die Konfiguration anhand dieses Browsers.

Wählen Sie im Internet Explorer im Menü “Extras” den Punkt “Internetoptionen” und dort den Reiter “Verbindungen”. Dort finden Sie den Knopf “Einstellungen” im Bereich “LAN-Einstellungen” und gelangen zu der Seite, auf der Sie den Proxyserver und dessen Port definieren:

 
Einstellungen für lokales Netzwerk
 
Einige Ihrer Benutzer werden durch diese manuelle Konfiguration überfordert sein, und falls Sie über eine große Anzahl von Rechnern verfügen, kann sich dies zu einem Großprojekt ausweiten. Zum Glück können Sie alle diese Schritte auch automatisieren. Dazu erstellen Sie eine so genannte Auto-config-Datei, die die Adresse und den Port Ihres Caches beinhaltet. Eine sehr einfache Datei sieht folgendermaßen aus:  
  function FindProxyForURL(url, host)
{
if (isInNet(myIpAddress(), "10.0.0.0", "255.255.255.0"))
return "PROXY 10.0.0.1:8080";
else
return "DIRECT";
}
 
Falls der Proxy in diesem Beispiel nicht antwortet, versucht der Browser im nächsten Schritt eine direkte Verbindung zur gewünschten Seite aufzubauen. Speichern Sie diese Datei nun unter dem Namen proxy.pac. Sie können diese Datei entweder auf Ihrem Firmenwebserver zugänglich machen oder auf jedem Rechner speichern. Unserem Beispiel folgend, haben wir die Datei unter c:\proxy.pac gespeichert. In den Einstellungen des Internet Explorers wählen Sie nun die Seite “LAN-Einstellungen” aus, und unter der Option “Automatisches Konfigurationsskript verwenden” tragen Sie Folgendes ein:
 
  file://c:/proxy.pac  
Falls Sie die Datei auf Ihrem Webserver veröffentlichen, ändern Sie den Wert einfach auf die korrekte URL, also zum Beispiel auf  
  http://webserver.domain.com/proxy.pac  
Noch einfacher funktioniert die Autokonfiguration, wenn Sie zusätzlich einen DNS-Server im lokalen Netzwerk laufen lassen. Um die Option “Automatische Suche der Einstellungen” im Internet Explorer benutzen zu können, führen Sie folgende Schritte aus:
Konfigurieren Sie in Ihren DNS-Server einen “A”-Eintrag zum Rechner mit dem Namen WPAD.ihredomain.com. Auf diesem Rechner muss ein Webserver laufen und unter http://WPAD.ihredomain.com/WPAD.DAT muss er den Inhalt Ihrer Proxy.pac-Datei ausgeben. Sie können diese Konfiguration recht einfach testen, indem Sie folgende Zeilen in Ihrer WPAD.DAT-Datei speichern, Ihren Squid-Cache nicht starten und dann ein paar Seiten anfordern:
 
  function FindProxyForURL(url, host)
{
return "PROXY 10.0.0.1:8080";
}
 

Falls Sie die Antwort “Seite nicht gefunden” erhalten, ist alles korrekt konfiguriert.

 

 

Logdateien
nach oben
   

Wie bereits erwähnt, schreibt Squid alle Zugriffe in eine Logdatei. Diese ist bei unserer Installation unter /usr/local/squid/var/logs/access.log gespeichert. Um zu überprüfen, ob der Cache auch wirklich korrekt funktioniert, sollten Sie eine Webseite von zwei verschiedenen Rechnern aufrufen, die beide den Cache benutzen. Danach werfen Sie einen Blick in die Access.log-Datei.

Wie Sie sehen, erhalten wir bei allen Dateien vom Aufruf des ersten Rechners (10.0.0.2) nur TCP_MISS-Meldungen. Beim zweiten Aufruf sehen wir für die gleichen Dateien jedoch ein paar TCP_MEM_HIT- und TCP_HIT-Meldungen. Ein Cache-HIT bedeutet, dass der Cache die Datei nicht aus dem Internet laden musste, sondern direkt von seiner Festplatte (TCP_HIT), oder aus seinem eigenen Speicher (TCP_MEM_HIT) zum Clientrechner überträgt.

 

 

Ausblick
nach oben
   

Mit der Hilfe unseres Workshops sollte es Ihnen gelungen sein, ein einfaches Cachesystem für Ihr Unternehmen aufzubauen. Squid bietet jedoch noch viel mehr, wie zum Beispiel SSL, transparentes Surfen (ohne einen Proxyserver im Browser definieren zu müssen), eine extrem umfangreiche Zugriffskontrolle mit ACLs und die Möglichkeit, Load-Balancing über mehrere Squid-Proxies zu verteilen oder eine Hierarchie von Cacherechnern aufzubauen. Ein weiteres Nachlesen im Internet ist deshalb in jedem Falle empfehlenswert. Die Squid-Homepageextern oder Google sind ein guter Ausgangspunkt.

 

 

Nähere Informationen im IT-Administratorextern.
Der Verlag behält sich alle Rechte am Artikel vor. © 2005 Heinemann & Howen Verlag GmbH

 

 

GULP Membership Area
GULP Member

Mehr professionelle Fachinformationen gefällig? GULP Member erhalten das IT-Administrator-Probeabo mit 60% Rabatt im Vergleich zum Preis der Einzelausgaben.

GULP Member
Weitere Informationen zur GULP Membership

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Zwar sind die anfänglichen Hinwise gut, das RAM und Zugriffsgeschwindigkeit die eigentlichen Kriterien sind, allerdings fehlt der Zusammenhang Cachegrösse zu RAM-Bedarf, Hier gibt es eine einfache Faustformel. Ausserdem wird bei der Konfiguration nur auf einfaches Auskommentieren eingegangen. Tipps für di Definition der Cache-Grösse (auch hier gibt es eine Faustformel), sowie zur Absicherung (ICP und SNMP-Ports sollten aus Sicherheitsgründen deaktiviert werden) fehlen. Nicht immer reichen die 100MB Cachegrösse aus und das System wird trotz RAM langsam bzw. können 160GB Plattencache den RAM-Ausbau überfordern. Sehr gut sind allerdings die Hinweise auf die Client-Autokonfiguration. (Mai 2005)"


Seite drucken Seiten drucken
Zum Seitenanfang nach oben

Für die Teilnahme an den mit diesem Icon gekennzeichneten Diensten melden Sie sich mit den Zugangsdaten an.
Zugangsdaten vergessen? | Noch kein GULP Profil?
Über GULP: Mehr als 3.000 Kunden, 75.000 eingetragene IT-Experten, davon 10.500 mit Schwerpunkt Engineering, und über 1.000.000 abgewickelte Projektanfragen: GULP ist die wichtigste Quelle für die Besetzung von IT-/Engineering-Projekten mit externen Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Zusätzlich zu den Dienstleistungen einer modernen Personalagentur bietet GULP ein umfassendes Online-Portal mit Informationen und Services für die Teilnehmer im Markt.