Stundensatzforderung der IT-Freiberufler nach Alter und Berufserfahrung
GULP Stundensatz-Auswertung August 2011
(August 2011)
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Inhalt dieses Artikels:
Stundensatz nach Alter
In den letzten fünf Jahren konnte sich jede Altersgruppe steigern, was die Stundensätze betrifft, die die IT-Freelancer in ihr GULP Profil eingetragen haben. Besonders gut lief es für die jüngeren IT-Selbstständigen:
IT-/Engineering-Freiberufler unter 45 Jahren fordern derzeit einen durchschnittlichen Stundensatz von 69 Euro. Das sind zwei Euro mehr als noch im Februar 2011 – und sogar fünf Euro mehr als vor fünf Jahren. IT-Selbstständige jenseits der 45 haben im Vergleich dazu im August 2011 eine durchschnittliche Stundensatzvorstellung von 72 Euro eingetragen – unverändert zu Februar 2011 (in der Grafik ist der Übersichtlichkeit halber der Wert der über 65-Jährigen nicht eingefügt).
Doch zu welchen Stundensätzen kontaktieren die Projektanbieter? IT-Freiberufler bis 45 Jahre werden durchschnittlich zu einem Satz von 68 Euro kontaktiert (also ein Euro niedriger als ihre Forderung, siehe oben). Dieser kontaktierte Stundensatz hat sich im letzten halben Jahr nicht verändert – aber ist immerhin seit August 2006 um zwei Euro gestiegen.
IT-Selbstständige über 45 werden aktuell zu einem durchschnittlichen Honorar von 70 Euro angefragt (also zwei Euro niedriger als ihre Forderung). Im Februar 2011 waren es noch 69 Euro, genauso viel wie im August 2006 (in der Grafik ist der Übersichtlichkeit halber der Wert der über 65-Jährigen nicht eingefügt). Projektanbieter können bei der Suche nach einem Selbstständigen im GULP Kandidatenpool das Alter und die Berufserfahrung nicht einschränken.
IT-Freiberufler werden immer älter
Es ist nichts Neues, dass der Anteil der älteren IT-Freelancer seit Jahren immer weiter zunimmt. Im August 2011 sind 27,3 Prozent der IT-/Engineering-Selbstständigen älter als 50 Jahre. Im August 2006 waren es nur 15,8 Prozent – das ist beinahe halb so viel.
Kontinuierlich nahm Jahr für Jahr natürlich ebenso der Anteil der Jüngeren ab. Aber – und das ist die wirkliche Neuigkeit – dieser Trend ist jetzt erst einmal gestoppt. Im Februar waren 24,1 Prozent der IT-Freiberufler jünger als 40 – und im August 2011 sind es 24,9 Prozent. Bei der nächsten Stundensatz-Auswertung im Februar 2012 wird sich herausstellen, ob das nur ein Ausreißer ist oder ob Hoffnung besteht, dass sich die Altersstruktur der IT-Freelancer zumindest stabilisiert.
Stundensatz nach Berufserfahrung
Erfahrung zahlt sich aus: IT-Selbstständige mit weniger als zehn Jahren Berufserfahrung fordern derzeit einen durchschnittlichen Stundensatz von 63 Euro. Ihre Kollegen mit mehr als zehn Jahren Expertise verlangen im Schnitt 74 Euro – das sind ganze 11 Euro mehr. Doch es gibt gute Nachrichten: Im Februar betrug die Differenz noch 13 Euro (unter zehn Jahren Erfahrung: 60 Euro, darüber: 73 Euro).
Die IT-Freelancer mit weniger als zehn Jahren Erfahrung konnten ihre Forderungen nicht nur in den letzten fünf Jahren um insgesamt fünf Euro steigern – sondern so hoch wie derzeit (63 Euro) lagen ihre Forderungen schon seit 2003 nicht mehr (August 2003: 66 Euro). Es gibt also Hoffnung für die weniger Erfahrenen.
Spielraum nach oben bei IT-Selbstständigen mit weniger Erfahrung
Im letzten halben Jahr ist auch der Stundensatz gestiegen, zu dem die IT-Freelancer mit weniger als zehn Jahren Berufserfahrung kontaktiert werden – um ganze vier auf nun 62 Euro (bei einer Forderung von 60 Euro). Bei ihren Kollegen jenseits der 10-Jahres-Grenze liegen die Forderungen (74 Euro) jedoch zwei Euro über dem Budget der Projektanbieter (72 Euro). Dennoch: Auch hier ist der kontaktierte Stundensatz seit Februar 2011 gestiegen – immerhin um einen Euro. Es gibt eindeutig weiterhin Spielraum nach oben für die weniger erfahrenen IT-/Engineering-Freiberufler. Die 10-Jahres-Grenze in der Berufserfahrung, die bis vor kurzem noch so deutlich war, beginnt aufzuweichen.
In den letzten fünf Jahren ist der Anteil der IT-Freiberufler mit weniger als zehn Jahren Berufserfahrung von 41,9 auf 25,9 Prozent geschrumpft. Aber auch hier gibt es Neuigkeiten: Im Februar 2001 zählten nur 24,8 Prozent der Freelancer zu den weniger Erfahrenen jenseits der magischen Zehn. Im August aber sind es 25,9 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte mehr. Ist der Alterungs-Trend wirklich gestoppt?
Bei den in der Auswertung angegebenen Stundensätzen handelt es sich um Netto-Beträge, das heißt ohne Mehrwertsteuer.
Mehr zur Methodik…
Die Stundensatz-Auswertung wird halbjährlich durchgeführt. Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, die die mehr als 80.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler in ihrem Profil angeben. Die Auswertung greift somit auf die Profile von über 90 Prozent der in Deutschland tätigen IT-Freiberufler zurück (Berechnung basierend auf Mikrozensus 2009, Stat. Bundesamt, Wiesbaden). Die Forderungen sind die Basis für die Stundensatzverhandlungen mit den Projektanbietern und stellen in der Regel einen guten Mittelwert dar.
Sie haben höhere oder niedrigere Stundensätze erzielt? Andere Erfahrungen mit den Stundensätzen gemacht? Tragen Sie die Daten Ihres aktuellen oder abgeschlossenen Projekts in die Liste "Stundensätze in der Praxis" ein. Dort sehen Sie, welche Stundensätze im Portmonee der Freelancer landen – je nach Skill und Art des Projektes.
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Die GULP Stundensatz-Auswertung gibt es seit August 1998. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit können wir leider nicht alle Kommentare unbegrenzt veröffentlicht lassen, sondern müssen uns auf die aktuellsten und relevantesten beschränken.











