Stundensatz-Forderung der IT-/Engineering-Freiberufler nach Positionen

GULP Stundensatz-Auswertung August 2012

(September 2012)

 

Lesen Sie auch die Auswertungen nach: Forderung & Angebot | Lebensalter & Berufserfahrung

Zu Beginn dieser GULP Stundensatz-Auswertung haben wir den allgemeinen durchschnittlichen Stundensatz der IT-/Engineering-Freiberufler beschrieben. Nun werfen wir einen Blick auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Positionen Projektleiter, Ingenieure, Berater, Admins & Co. Wie steht es um die Honorare in den einzelnen Projektpositionen?

Stundensatzforderung der IT-/Engineering-Freiberufler nach Position (Halbjahres-Vergleich)

Wer führt? Natürlich die Projektleiter. Sie fordern im August 2012 einen durchschnittlichen Stundensatz von 82 Euro. Das sind erstens ein Euro mehr als vor einem halben Jahr, zweitens 8 Euro mehr als der Durchschnitt und drittens 22 Euro mehr als die Admins fordern, die das Schlusslicht dieser Tabelle bilden. Aber immerhin: Die Administratoren haben erstmals die 60-Euro-Hürde genommen.

Ebenfalls überdurchschnittliche Stundensätze verlangen die Berater, die im Schnitt 78 Euro in ihr Profil eingetragen haben.

Seit Februar 2012 haben sechs der acht Positionen ihre Honorarvorstellungen angehoben – die beiden Ausnahmen sind die Qualitätssicherungs-Experten (67 Euro) und die Hardware-Entwickler (62 Euro), deren Forderungen stagnierten.

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Bei den in der Auswertung angegebenen Stundensätzen handelt es sich um Netto-Beträge, das heißt ohne Mehrwertsteuer.

Mehr zur Methodik…
Analysiert werden von den bei GULP eingetragenen Profilen jeweils die, die in den vergangenen sechs Monaten aktualisiert wurden, weil nur so auch kurzfristige Veränderungen sichtbar werden. Die Angabe des Stundensatzes im Profil ist kein Pflichtfeld. Profile ohne Honorarangabe oder mit einer, die offensichtlich falsch ist (z.B. Einträge wie „1 Euro“ oder „999 Euro“), werden nicht in die Analyse einbezogen. Grundlage für diese Stundensatz-Auswertung waren daher mehr als 25.000 Freiberufler-Profile. Für die Bestimmung der nachgefragten (kontaktierten) Stundensätze wurden mehr als 20.000 Profile derjenigen Freiberufler ausgewertet, die in den letzten sechs Monaten mindestens eine konkrete Projektanfrage erhalten haben.

Die Stundensatz-Auswertung wird halbjährlich durchgeführt. Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, die die mehr als 80.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler in ihrem Profil angeben. Die Auswertung greift somit auf die Profile von über 90 Prozent der in Deutschland tätigen IT-Freiberufler zurück (Berechnung basierend auf Mikrozensus 2010, Stat. Bundesamt, Wiesbaden). Die Forderungen sind die Basis für die Stundensatzverhandlungen mit den Projektanbietern und stellen in der Regel einen guten Mittelwert dar.

Sie haben höhere oder niedrigere Stundensätze erzielt? Andere Erfahrungen mit den Stundensätzen gemacht? Tragen Sie die Daten Ihres aktuellen oder abgeschlossenen Projekts in die Liste "Stundensätze in der Praxis" ein. Dort sehen Sie, welche Stundensätze im Portmonee der Freelancer landen – je nach Skill und Art des Projektes.

Lesen Sie auch die Auswertungen nach: Forderung & Angebot | Lebensalter & Berufserfahrung

Die GULP Stundensatz-Auswertung gibt es seit August 1998. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit können wir leider nicht alle Kommentare unbegrenzt veröffentlicht lassen, sondern müssen uns auf die aktuellsten und relevantesten beschränken.

Kommentare zu diesem Artikel:

"Sehr informativ, danke! Als Business Analyst war es für mich schwierig in Deutschland an Projekte zu kommen. Daher der Entscheid mich auf die Schweiz zu konzentrieren. Nach 6 Jahren in der Schweiz kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war (finanziell und auch von der Lebensqualität) und so teuer wie viele glauben ist das Leben hier in der Schweiz auch nicht und steuerlich lohnt sich das alle mal. (September 2011)"

"Vermittlerfirmen stehen im harten Konkurrenzkampf. Hier werden Kampfangebote rausgeschickt, die sich auf Sicht nicht lohnen. Denn wenn ein erfahrener Freiberufler für 420 EUR am Tag arbeiten soll, so schafft er das auf Dauer nicht! Es sei denn er lebt in einer Mansarde und kann zu Fuß zum Kunden gehen. Vermittler oder auch Endkunden verstehen oft nicht, dass außer der Steuer in diesem Tagessatz die volle Rente, die Rücklagen für Übergangszeiten ohne Verdienst, die Weiterbildung (die gerne gesehen wird), das eigene Büro und oft längere Anfahrten enthalten sind. Noch nicht einmal erwähnt die zusätzlichen Versicherungen die man abschließen muss. Wenn ein Urlaub oder Seminar überhaupt denkbar ist, dann verdient man an diesen Tagen gar nichts. So ist es auch bei Krankheit. Eine anspruchsvolle PMO-Stelle in einem IT-Projekt (nicht einmal Lead) sollte m.E. bei mindestens 600,00 EUR am Tag liegen. (August 2011)"

"Sehr informativ. Interessant wäre auch der Durchschnitt der Stundensätze von mitbietenden IT-Firmen. (März 2011)"

"Das bestätigt meine Erfahrungen. Der Stundensatz steigt wieder seit etwa einem halben Jahr, und insbesondere seit August nimmt die Anzahl der Projektanfragen enorm zu. Wichtig sind - neben den entsprechenden Erfahrungen - auch immer mehr konkrete Nachweise der Skills, also Zertifizierungen. Das hängt auch damit zusammen, dass große Firmen nur noch über die Einkaufaabteilungen Freelancer suchen, diese wiederum haben Preferred Supplier, und beide zusammen müssen so effizient wie möglich die Richtigen finden. Dann wird eben nach Buzz Words und insbesondere nach Zertifikaten geschaut. Gut für mich! Ausserdem wird es in den nächsten 2-3 Jahren zu einem eklatanten Mangel an hoch qualifizierten IT-Beratern und Projektleitern kommen - und dann werden die Preise für die wirklich Guten weiter steigen. (September 2010)"

"Meine Erfahrungen liegen da (noch) ganz wo anders. Ich sehe derzeit bei Kunden, die Projektdruck haben folgende Honorarsätze: Projektmanagement 150 bis 170 € je H, SAP Consultants 130 bis 155 € je H, Systemberater 110 bis 130 € je H, Systemtechniker 75 bis 95 € je H. Interessanter Weise stelle ich aber fest, dass die großen Berater sehr agressiv im Markt SAP-Projekte akquirieren und mit Tagessätzen für Senior Manager in Höhe von 1.350 € je Tag anbieten. Partner-Leistungen werden häufig kostenlos obendrein gegeben. Dort scheint man also Überkapazitäten zu haben, so dass dieser Druck sich auch auf die Sätze der Freiberufler auswirken wird. (September 2009)"

"Eine Orientierung wie diese ist sehr wichtig und hilft die eigene (Preis-) Position zu finden. Stundensätze von 77,-e sind mittel- und langfristig nicht durchzuhalten. Meine KfZ Werkstatt berechnet z.B. für Karrosseriearbeiten mehr. Geiz mag Geil sein, im Projektmanagement führt das unweigerlich zu mangelhafter Qualifizierung der Kandidaten. Und wir alle wissen: nichts ist teurer als ein billiger Projektleiter! (September 2009)"

"Die Stundensätze in der Schweiz sind nur in Einzelfällen interessant. In letzter Zeit zeichnet sich immer mehr ein Trend ab, der zumindest mich von einem Einsatz in der Schweiz abhält. Klar, auf den ersten Blick mag so manches Angebot super sein, doch rechnet man mal von CHF in EUR um ( 1 € ~ 1.6 CHF )und rechnet noch die höheren Kosten in der Schweiz mit ein ( ca. 30% ), dann bleiben von 120 CHF nach Umrechnung € 75,-- abzüglich 30% also € 52,50 welche ich in der BRD deutlich übertreffe. Zieht man nun auch noch die Reisekosten, sowie die verlorene Zeit in Betracht und hält sich vor Augen, daß man die Familie nur noch am Wochenende sieht, ... (September 2009)"

"Eine Gegenüberstellung der angefragten zu den geforderten zu den tatsächlich realisierten Stundensätzen UND aus welchem Grund! wäre mal ganz interessant. Es entscheidet ja nicht nur die "Zahl" selbst, sondern die Leistung, die dafür gegeben wird und das eigene Verhandlungsgeschick. Zudem würde ich mir - wenn man dieser Statistik wirklich glauben kann - mal deutlich mehr Selbstbewußtsein und Marktrecherche mancher Dienstleister (Berater, Entwickler, Trainer etc.) wünschen. Kann nur bestätigen, daß auch ich mich zunehmend um Angebote im Ausland bemühe. (März 2009)"

"Von solchen Preisen kann ich nur träumen, besonders als Einsteiger hat man es schwer überhaupt an Aufträge zu kommen. Und ohne Aufträge - keine Erfahrung. Welch ein Dilemma ... (August 2008)"

"Der Stundensatz als Projektleiter erscheint mir im Durchschnitt als zu gering. Ein Stundensatz von 150 EUR ist durchaus durchzusetzen. Anscheinend gibt es immer noch Kollegen die sich unter Wert verkaufen resp. nicht wissen, welche Preise am Markt erzielbar sind. Für 70 EUR/h arbeite ich nicht. Gerade habe ich meinem derzeitigen Kunden eine Verlängerung abgesagt, da er a) mit der Verlängerung nicht in die Pötte gekommen ist und ich b) ein Angebot für 1.500 EUR Tagessatz für 6 Monate bekommen habe. Sicherlich eine Ausnahme, aber zeigt sie doch die Not an guten Fachkräften derzeit. (August 2007)"

"Sehr informativ und tendenzweisend. Danke! (April 2006)"

"Ich hatte die Tage einen Fermeldetechniker der Telekom/Post im Hause, der mit einen ISDN- Anschluss gelegt hat, da ich dies aus Ermangelung von Zeit leider nicht selbst habe durchführen können. Ich musste hier die Anfahrt mit über 40 Euro bezahlen. Und den Viertelsundensatz (15 Min.) von immerhin 19.98 Euro. Macht - wenn ich richtig gerechnet habe, nach Adam Riese und Eva Zwerg ca. 80 Euro. Dies sollte deutschen Firmen zum Thema Stundensatz in der IT-Branche, einmal bewusst gemacht werden. (Dezember 2004)"

"Ich bin als Entwickler mit den aktuellen Stundensätzen in Deutschland nicht mehr einverstanden. Aus diesem Grund habe ich mich auf Einsätze im Ausland spezialisiert. Hier kann man (Flug- und andere Kosten exclusive) mal eben 20-30 Euro mehr verlangen. (August 2004)"

"Alles ist relativ: Die Qualität des Projektes und natürlich auch die Qualität des Freiberuflers: Alles hat seinen Preis. Was bringt der Freiberufler mit? Welche Skills hat er? Hat er die passenden Softskills? Ein nicht zu unterschätzender Faktor. (März 2004)"

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Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, die die mehr als 80.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler in ihrem Profil angeben. Die Auswertung greift somit auf die Profile von über 90 Prozent der in Deutschland tätigen IT-Freiberufler zurück (Berechnung basierend auf Mikrozensus 2010, Stat. Bundesamt, Wiesbaden).

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