Umfrage-Ergebnis

Stundensatz Teil 8

(April 2008)
Die positive Entwicklung im IT-Projektmarkt ist nicht zu bremsen: Die halbjährliche GULP Stundensatz-Auswertung im Februar 2008 ergab mit einem Durchschnittswert von 71 Euro eine erneut höhere Honorarforderung der IT-Freiberufler. Die neue Mitte formiert sich bei 70 bis 80 Euro, wobei immer mehr IT-Spezialisten dreistellige Honorare fordern. Die geforderten Stundensätze scheinen weiterhin vom Großteil der Projektanbieter akzeptiert zu werden.

Auch die Anzahl der Projektanfragen, die die aktuelle Nachfrage im IT-Projektmarkt widerspiegelt, setzt ihren Höhenflug fort: In 2007 wurden pro Arbeitstag mehr als 500 Projektanfragen, insgesamt über 125.000, über GULP zugestellt, was einer Steigerung von 50 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Kann das so weitergehen? Werden sich die Nachfrage und damit auch das Einkommen weiter zugunsten der hochqualifizierten Selbstständigen entwickeln oder ist das Ende der Fahnenstange bald erreicht? 100 IT-Selbstständige und 113 Projektanbieter haben bei der diesjährigen GULP Stundensatz-Umfrage ihre Prognose abgegeben.

Beachten Sie auch die Umfrage-Ergebnisse aus den Jahren 1999, 2000, 2001, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009 und 2010.
Wie werden sich die Stundensätze in absehbarer Zeit entwickeln?
Wie werden sich die Stundensätze in absehbarer Zeit entwickeln? Wie werden sich die Stundensätze in absehbarer Zeit entwickeln?
  IT-Freiberufler
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Sinken. 17% 16% 30% 24% 18% 17% 8% 14%
Steigen. 44% 57% 29% 44% 48% 50% 74% 64%
Keine Änderung. 39% 27% 41% 32% 33% 33% 18% 22%
  Projektanbieter
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Sinken. 50% 26% 53% 32% 17% 15% 6% 15%
Steigen. 41% 52% 28% 39% 51% 50% 77% 58%
Keine Änderung. 9% 22% 19% 29% 32% 35% 17% 27%
Bestand über die letzten drei Jahre hinweg ungewohnte Eintracht zwischen Projektanbietern und IT-Freiberuflern über die Entwicklung der Stundensätze, gehen die Meinungen aktuell etwas auseinander: Während 64 % der Selbstständigen davon überzeugt sind, dass die Stundensätze vorerst weiterhin steigen, sehen das "nur noch" 58 % der Projektanbieter so.

Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass - auch wenn ein nicht mehr ganz so hoher Prozentsatz wie im Ausnahmejahr 2007 an einen Anstieg der Stundensätze glaubt - dieser Wert noch immer der zweithöchste in der mittlerweile achtjährigen GULP Stundensatzumfrage-Geschichte ist.
Bevorzugen Sie nach Festpreis oder Aufwand bezahlte Projekte?
Bevorzugen Sie nach Festpreis oder nach Aufwand bezahlte Projekte? Bevorzugen Sie nach Festpreis oder nach Aufwand bezahlte Projekte?
  IT-Freiberufler
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Festpreis. 9% 14% 12% 13% 13% 12% 9% 10%
Aufwand. 76% 76% 81% 80% 78% 79% 83% 83%
Egal. 15% 10% 7% 7% 9% 9% 8% 7%
  Projektanbieter
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Festpreis. 10% 3% 32% 16% 23% 17% 11% 20%
Aufwand. 57% 91% 64% 74% 57% 80% 81% 73%
Egal. 33% 6% 4% 10% 19% 3% 8% 7%
Die Bezahlung nach Aufwand ist und bleibt des Freiberuflers bevorzugte Variante. Das ist zwar auch bei den Projektanbietern so, interessant ist jedoch die Verschiebung zugunsten der Festpreisprojekte. Zwei mögliche Gründe: Endkunden wünschen sich sowohl in Zeiten hoher Stundensätze mit Festpreisprojekten eine sichere Kalkulationsgrundlage als auch eine rechtlich sichere Basis für Compliance-Themen.
Wie hoch liegen durchschnittlich die Margen?
(Stundensatz des Endkunden minus Stundensatz des Freiberuflers)
Wie hoch liegen durchschnittlich die Margen? Wie hoch liegen durchschnittlich die Margen?
  IT-Freiberufler
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Euro 19,4 19,4 24,7 26,5 25,2 25,8 24,7 24,2
  Projektanbieter
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Euro 15,9 17,4 22,3 24,2 21,5 20,8 20,2 21,4
Bestand im letzten Jahr noch eine Differenz von 4,50 Euro zwischen den Angaben von Freiberuflern und Projektanbietern, hat sich diese aktuell auf 2,80 EUR angenähert. Während die Projektanbieter angeben, dass sich ihre Marge erhöht, gehen die Freiberufler davon aus, dass die Projektanbieter weniger verdienen - weil sie sich selbst gerechter bezahlt fühlen?
Verdienen Freiberufler zu viel im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen?
Verdienen Freiberufler zu viel im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen? Verdienen Freiberufler zu viel im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen?
  IT-Freiberufler
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Ja, zu viel. 4% 5% 7% 2% 3% 4% 4% 2%
Nein, zu wenig. 33% 38% 28% 46% 44% 46% 47% 37%
Passt so. 63% 57% 65% 52% 53% 50% 49% 61%
  Projektanbieter
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Ja, zu viel. 38% 34% 34% 15% 26% 20% 25% 41%
Nein, zu wenig. 6% 16% 6% 30% 19% 32% 19% 20%
Passt so. 56% 50% 60% 55% 55% 48% 56% 39%
Ein bemerkenswertes Ergebnis: Trotz historisch hoher Stundensätze ist so gut wie kein Freiberufler der Ansicht, dass er im Vergleich zu seinen festangestellten Kollegen zu viel verdient. Unzufrieden sind die Freiberufler allerdings auch nicht, denn die Mehrheit sieht sich im Vergleich relativ gerecht entlohnt. Auf der anderen Seite gab es jedoch auch noch nie so viele Projektanbieter wie aktuell, die der Meinung sind, dass Freiberufler genau das tun, nämlich zu viel verdienen.
Nennen Projektanbieter einem Freiberufler auf Anfrage, wieviel Sie für ihn beim Endkunden fakturieren?
Nennen Projektanbieter einem Freiberufler auf Anfrage, wieviel Sie für ihn beim Endkunden fakturieren? Nennen Projektanbieter einem Freiberufler auf Anfrage, wieviel Sie für ihn beim Endkunden fakturieren?
  IT-Freiberufler
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Ja. 36% 23% 34% 31% 33% 31% 33% 36%
Nein. 64% 77% 66% 69% 67% 69% 67% 64%
  Projektanbieter
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Ja. 45% 42% 45% 38% 47% 53% 58% 54%
Nein. 55% 58% 55% 62% 53% 47% 42% 46%
Zurück zu alten Zeiten: Wie seit 1999 nicht mehr, sind so viele Freiberufler so aufgeklärt, denn 36 % wissen, wie viel der Projektanbieter beim Endkunden für sie berechnet. Diejenigen Freiberufler, die genau das immer mal wissen wollten, sollten nachfragen, denn mehr als die Hälfte der Projektanbieter geben an, dass sie diesen Wert offenlegen.
Wie liegen Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen?
Wie liegen Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen? Wie liegen Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen?
  IT-Freiberufler
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Eher zu hoch. 13% 7% 11% 10% 14% 15% 12% 19%
Eher zu niedrig. 34% 50% 35% 36% 30% 31% 34% 31%
Meist richtig. 53% 43% 54% 54% 56% 54% 54% 50%
  Projektanbieter
1999 2000 2001 2004 2005 2006 2007 2008
Eher zu hoch. 69% 49% 64% 35% 47% 37% 42% 56%
Eher zu niedrig. 10% 15% 9% 20% 17% 15% 14% 10%
Meist richtig. 21% 36% 28% 45% 36% 48% 44% 34%
Das lässt auf spannende Stundensatzverhandlungen schließen: Während 81 % der Freiberufler der Ansicht sind, dass sie mit ihren Stundensatzforderungen eher zu niedrig oder meist richtig liegen, sehen das nur 44 % der Projektanbieter so. Zudem sind die Projektanbieter wieder verstärkt der Meinung (56 % im Vergleich zu 42 % im Vorjahr), dass die Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen zu hoch liegen. Allerdings sehen dass auch 19 % der Freiberufler so - so viele wie noch nie.
Umfrage-Ergebnisse 1999, 2000, 2001, 2004, 2005, 2006 und 2007, 2009 und 2010.

Kommentare zu diesem Artikel:

"Werte KollegInnen, ich bin 25 Jahre freiberuflich als Projektleiter/-Trainer/-Coach/-Controller tätig und habe z.B. 2008 ein Tageshonorar von 1500€ all-in für ca. 120 Tw erzielt - ohne Vermittler. Ich rate Euch: akquiriert selbst, verlasst auf nicht auf Vermittler. (März 2009)"

"Hier schreibt jemand: "Vertrieb bedeutet unter Umständen viel Arbeit -" diese arbeit machen sich die vermittler aber doch NUR, um gegen Konkurrenz anderer Vermittler zu bestehen, und nicht, um mir eine schönes Projekt zu besorgen!!! Die Arbeit würde die Freiberufler auch ohne die Vermittler erreichen und das ohne satte abschläge von 25-30%! (November 2008)"

"Die Faustformel "Vertragliches Jahresgehalt (= brutto ohne AG-Anteile bei 40h-Woche, also meistens hochrechnen) eines Festangestellten durch 1000 dividieren ergibt grob den minimalen Stundensatz des Selbstständigen" kann ich nach meiner Excel-Kalkulation bestätigen. Das ist aber nur der Break-Even-Point, also eben der minimal tragbare Stundensatz. Am besten macht sich aber jeder seine eigene Tabelle mit Anteilen von Weiterbildung, Reisezeit + Reisekosten, durchschnittlicher Krankenfehltage in der IT-Branche, Urlaubstage, Feiertage je nach Bundesland, Zeit für Akquise inkl. Reisen, und andere Betriebskosten. Das gilt natürlich nur für Zeiten völliger (Über-) Auslastung, da sind noch keine Risiken für Flauten u.ä. eingearbeitet, etc. (November 2008)"

"Mich erstaunen die angeblich 15-20 Euro Margen je Stunde. Für den Bereich Engineering dürften die kaum stimmen, denke ich. D asehe ich eher 5 - 10 euro, lasse mich aber gerne belehren. (Oktober 2008)"

"Die Diskrepanz der Meinungen über zu hohe Umsätze der Freiberufler ist bemerkenswert. Sie zeigt, daß beide Seiten offenbar nicht rechnen können. Das ist insbesondere aus den Reihen der Projektanbieter deswegen völlig unverständlich, weil sie in der Regel ein gut funktionierendes Controlling haben und die Kosten für Interne eigentlich kennen sollten. Insofern lässt die Antwort der Projektanbieter Zweifel an deren Ernsthaftigkeit aufkommen. Das eigentliche Problem aber sind die Freiberufler, die zuhauf von wirtschaftlichen Kalkulationen offenbar nichts verstehen. Es gibt eine Faustformel für mich die heißt, Jahresgehalt eines Festangestellten durch 1000 dividieren ergibt grob den Stundensatz des Festangestellten. Darauf sind 30-40% Marge draufzuschlagen. Man kommt sonst als Freiberufler in die Nähe des wirtschaftlichen Gegners der Festangestellten. Das kann nicht in unserem Sinne sein. (September 2008)"

"Wer Brutto Freiberufler mit Brutto Angestellten vergleicht, muß auch richtig rechnen, dass die z.B. AG-Hälfte für KV u. RV nicht im Bruttogehalt eines Angestellten miteingerechnet sind (-> Mai 2008). Der Freiberufler bekommt auch kein Krankheitsgeld und trägt das Risiko. Und ich habe noch keinen Vermittler kennengelernt, der nach Vertragsabschluß auch nur einen Finger krumm macht! (August 2008)"

"Wenn Projektanbieter der Meinung sind, die Selbstständigen seien zu gut bezahlt, dann sollen sie mal bitte eine Rechnung für einen angemessenen Vergleich mit Angestellten vorlegen. Als langjähriger Freiberufler (19+ Jahre) sehe ich die derzeitigen Stundensätze als immer noch zu niedrig an. (August 2008)"

"Die Auswertung ist wie immer sehr aufschluss- und hilfreich. Dass die Vermittler über ihren enormen Arbeitsaufwand klagen, ist eine Frechheit. Ebenso bodenlos unverschämt wie der berühmte Satz "Mehr kann der Kunde auf keine Fall zahlen", wo mittlerweile allen nur halbwegs aufmerksamen Freelancern die Tagessätze (vor Vermittler) aller relevanten DAX-Unternehmen bekannt sind. Genau diese Tagessätze sind es, die ein auskömmliches (inkl. Reise, Rente, Reihenhaus) Leben als Freelancer problemlos ermöglichen. Also kann das Ziel vor wie nach nur heissen: Direktverträge! (Juli 2008)"

"Eine interessante Auswertung die aber leider nicht meine Erfahrungen wiederspiegeln. Nur noch bei kurzen Projekten (ca. 1 Monat), wo der Vermittler auf die schnelle niemanden bekommen hat und kein weiterer dazwischen ist sind mehr als 75 EUR möglich. Ansonsten lediglich max. 60 EUR (mit "jammern" des Vermittler), wobei die Reise-/Hotelkosten schon alleine über 20 EUR verschlingen. Da ich meist die Preise des Endkunden kenne (plus > 40% sind da keine Selteneait) kann ich das auch verstehen, dass es aus deren Sicht die Freien viel zuviel verdienen, was leider nicht stimmt! (Mai 2008)"

"Ich habe bereits für Vermittler gearbeitet, die zwischen 30 und 50 % pro Stunde einbehalten haben. Vorallem im Clientsupport und Rollouts werden Freiberufler ausgenommen. Leider kommt man als Einzelner nicht direkt an die großen Unternehmen und somit nicht an bessere Stundensätze. (Mai 2008)"

"Warum fehlt der das Honorare für Projekte mit 12 Monaten und mehr Laufzeit? Ob ich nun 1 Monat oder xx Jahre beim Kunden bin, dadurch ändere ich doch nicht meinen Preis. Für den Kunden ist der Umgang mit anderen Menschen, Teamarbeit, Leistung und Fachwissen wichtig. (Mai 2008)"

"Zu den Bemerkungen über Projektvermittler: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Vertrieb bedeutet unter Umständen viel Arbeit - und dann ist ein gut laufendes Dauerbrenner-Projekt zwar "leicht verdientes Geld", aber eben auch eine Kompensation. Ich sehe den Nachteil eher darin, nicht direkt mit dem Kunden über Vertragsvarianten (Festpreis, Umsatzbeteiligung etc.) verhandeln zu können. Das größte Problem ist hier das Geschäftsmodell des klassischen Einzelkämpfers: Zeit = Geld. Wer dagegen ein tolles Produkt (billiger, besser oder genialer Nutzwert etc.) auf den Markt bringen kann, der hat einen echten Wettbewerbsvorteil. Wer nur "putzen geht" - egal wie qualifiziert - konkurriert automatisch mit zu vielen anderen Anbietern. Da liegt der Haken. Auch für mich. Die Vergleiche mit Festangestellten-Gehältern hinken. 1. Vorsichtig Formuliert: Es gibt nicht allzu viele feste ITler die 90.000 Brutto Fixgehalt verdienen - und die 100.000er-Schwelle ist auch für erstklassige Festangestellte eine harte Nuss. 60-70.000 Euro sind in Stuttgart, Frankfurt oder München aber sicher nicht allzu exotisch! Fragt aber mal bei der Telekom nach, da sind zwar die Stundensätze relativ normal, aber die Jungs haben oft nur 32-34 bezahlte Stunden pro Woche - da wird auch niemand reich. Oder bei einem 50-Mann-Unternehmen in wettbewerbsintensiven Branchen. Und die Rechnung mit 53% Lohnnebenkosten ist im üblichen IT-Umfeld schlicht falsch! Kaum eine Firma zahlt so üppige Betriebsrenten, Firmenwagen, Wellness-Zuschüsse etc. Und wenn hier Überbrückungsgelder, Beschäftigungsgesellschaften und Umzüge mitgerechnet werden, dann sollte man diesen Kosten auch die Katastrophe im Lebenslauf gegenüberstellen. Wer als Angestellter Arbeitslos wurde oder in eine Beschäftigungsgesellschaft wechseln musste, der hat harte Zeiten vor sich. Und kann dann immerhin noch Freelancer werden! 2. Als Freelancer hat man die Umsätze als freie Verfügungsmasse für Fortbildung etc. - und kann, wenn man mag - ein "echtes" Geschäft machen und nicht nur Mannstunden verkaufen. Welcher Festangestellte kann das? Wie viele haben die Erlaubnis, nebenbei ein Geschäft zu betreiben? Wieviel Fortbildung hat ein typischer Festangestellter? Da siehts eher übersichtlich aus. Die Freiheitsgrade bei der Verwendung der Einnahmen sind höher als bei Festangestellten - Sozialabgaben sind einem von der Politik gelegentlich neu festgelegtem Zweck zugeordnet, der nicht zwingend den eigenen Bedürfnissen oder Wünschen entsprechen muss. 3. Krankheitstage beim Freelancer werden nicht bezahlt, stimmt. Wer häufig Krank ist hat aber auch als Angestellter ein Problem! 4. Freelancer wird man nicht zuletzt auch, weil man sich damit viele Freiheiten schafft. Ich kenne eine IT-PRO, die einen Verlag aufgemacht hat und überwiegend zu Hause arbeitet. Das bedeutet auch, keine Nachtdienste (wie bei manche festangestellten Supporter). Und ausserhalb der Konzern-Hierarchie zu stehen hat auch seine Vorteile: Man ist z.B. kein Konkurrent im Karrierekarussell und wird zumindest deswegen nicht gemobbt. 5. Ein Freelancer kann ein unangenehmes Projekt verlassen, ohne sich um seinen Lebenslauf große Sorgen machen zu müssen - vorausgesetzt, das Konto ist voll oder es gibt ein alternatives Projekt. Wenn ein Angestellter nach 2 Jahren bei Firma A und nur 2 Monaten bei Firma B wieder kündigt, dann empfiehlt sich der Verbleib bei Firma C für mindestens 4-5 Jahre - sonst wird der Lebenslauf zum Flickenteppich. Das Problem kennen Freelancer nicht! 6. Wer nach einem Projekt ein Sabbatical einlegen will, kann das tun und muss nur seinen Kontostand befragen. Das ist kein Karriere-Knick (Karriere machen Freelancer eh nur, wenn Sie keine mehr sind). 7. Ich lege mir meine Arbeitszeit z.B. gerne ins Wochenende, denn manche Mig (Mai 2008)"

"Leider nicht verwendbar als Grundlage bei Langzeitprojekten. ES fehlt dazu immer noch der Wert der wirklich gezahlten Honorare für Projekte mit 12 Monaten und mehr Laufzeit. (Mai 2008)"

"Die Auswertung spiegelt, wie nicht anders zu erwarten, beide Seiten Anbieter/Freiberufler wider. Der Trend für Stundensätze, dass sagen meine Projekte, geht seit Ende 05 stetig nach oben, ich hatte bereits 2x in einem Projekt nachverhandelt und die (höheren) Stundensätze durchdrücken können. Deshalb: nach abgelieferter Leistung Mut beweisen und nachfragen! (Mai 2008)"

"Prima Artikel, gefällt mir gut. Allerdings möchte ich folgendes anmerken: Wer Familie hat und aufgrund dessen einen regionalen Bezug schätzt, allerdings in einer Gegend Deutschlands wohnt, wo es nicht so viele Nachfrager nach IT-Dienstleistungen gibt, hingegen etliche Dienstleister, der wird einfach große Schwierigkeiten haben, seine 70 - 80 Euro pro Stunde durchzusetzen. Vielfach können sich kleinere Firmen insbesondere in diesem "ruinösen" Multimedia-Umfeld kein in ihren Augen teures IT-Fachpersonal leisten. Dafür sind die Projekte einfach zu klein und der Aquiseaufwand zu groß. Auch hier regeln sich Angebot und Nachfrage. Wer in SH oder MV wohnt und 80 Euro verdienen will, der sollte in die Nähe eines Flughafens ziehen. Es nutzt alles nichts. (Mai 2008)"

"Wer meint, er könne es auch ohne "Zuhälter" zu Projekteinsätzen bringen, der soll es doch einfach versuchen! Es ist doch niemand verpflichtet, einen Projektvermittler einzuschalten - warum also weinen? Oder Gesetzesänderungen fordern? Vollkommener Unfug. Zudem ist es doch relativ unerheblich, wie hoch die Marge des Zuhälters ist - ich verhandle meinen Tages/Stundensatz mit dem Zuhälter, so gut, wie ich es kann bzw. wie es aus meiner Sicht der Markt zulässt. Und er tut dasselbe dann mit dem Kunden. Wenn ich 900 EUR am Tag verlange, ist mir doch (relativ) egal, ob der Vermittler tatsächlich 1500Eur beim Kunden verlangt. Allerhöchstens weiß ich dann, dass ich beim nächsten mal vielleicht etwas aggressiver verhandeln kann. Aus diesem Grund schadet uns Freiberufler am ehesten noch die eigene Konkurrenz, die irrtümlich schon bei niedrigen Sätzen das große Geld wittert und sich mit zu schlechten Stundensätzen zufrieden gibt. (Mai 2008)"

"Was den Zuhälter anbelangt kann ich nur sagen - es ist schön, wenn einmal ein Auftrag auf Zuruf zustande kommt, daneben gibt es aber auch die, wo der Vertriebszeitraum 18 Monate und mehr beträgt -> Die Marge ist projektbezogen angepasst. Daneben benötige ich wirklich Mitarbeiter von 30 Euro/Stunde im Homeoffice für einfachste bis zu ~150 Euro (evtl. zzgl. RK) für anspruchsvolle Themen beim Kunden vor Ort. Der Endkundenpreis kann aber durchaus auch über 1.500 Euro pro Tag liegen -> der Aufgabe und Verantwortung angemessen. (Mai 2008)"

"Wenn die Stundensätze anfangen zu steigen, dann finde ich das eine schon fast überfällige Anpassung. Als ich im Jahr 2004 in einem Projekt in München anfing, da kostete mich der Liter Treibstoff noch 0,89 EUR, heute ca. 1,45 EUR. Da man ja auch als Freiberufler eine Familie haben darf, geht die Wochenendheimfahrt ziemlich ins Geld. Die Übernachtung kostete 30 EUR/Tag heute muss ich für das gleiche Zimmer 55 EUR/Tag bezahlen. Gemessen an der Kostensteigerung der letzten Jahre müßte die Steigerung der Stundensätze noch viel stärker ausfallen. (Mai 2008)"

"Stundensatz ist wichtig, aber nicht alles: ich bin seit 1 1/2 Jahren im selben Projekt (kein Ende in Sicht), der Job ist locker (kann oft Home Office machen und muss mich nicht tot arbeiten), die Reisekosten und Zeiten halten sich in Grenzen (< 700 Euro im Monat) und mein "Zuhälter" tut tatsächlich was für das viele Geld das er bekommt. Deswegen gebe ich mich auch weiterhin mit einem mittlerweile bescheidenen Stundensatz von 68 Euro zufrieden. Habe schon mehr bekommen und weniger davon gehabt ... (Mai 2008)"

"Projektvermittler kassieren in den mir bekannten und erlebten Fällen nur, eine Leistung kam nie, Verlängerungen verursache ich. Noch nicht mal irgendein Anruf nach Ende des Projektes - für was wollen die Geld? Deshalb gebe ich auch nichts auf die Meinungen der Projektvermittler, ob sie zuwenig Marge bekommen. Der Kunde wird doch immer nur für dumm verkauft, da er nicht einschätzen kann, welche Erfahrung der Freiberufler hat. (Mai 2008)"