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Umfrage-Ergebnis

Honorarentwicklung 2003

(März 2003)

Die von Projektanbietern in Deutschland kontaktierten IT-Freiberufler forderten 2002 durchschnittlich 74 Euro, heute verlangt diese Gruppe durchschnittlich nur noch 70 Euro. Die durchschnittliche Stundensatzforderung der IT-Freiberufler ist damit im vergangenen halben Jahr um vier Euro gesunken. Ist jetzt der Boden erreicht oder gibt es darunter noch einen Keller?

Zwischen dem 10.02. und dem 10.03.2003 gaben insgesamt 357 Nutzer des GULP-o-meters ihre Einschätzung ab.

 

Die Stundensätze werden in 2003...
wieder steigen (Sonnenterrasse) 8%
sich etwas heben (Obergeschoss) 17%
stagnieren (Erdgeschoss) 39%
leicht sinken (Untergeschoss) 21%
weiter fallen (Keller) 16%

 

Wenn die Honorarentwicklung ein Gebäude wäre, dann hätte sich die relative Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer (39 Prozent) auf absehbare Zeit im monetären Erdgeschoss eingerichtet. Sie glaubt nämlich nicht, dass sich die Stundensätze in 2003 nennenswert ändern werden.

Ihren Umzug in das Obergeschoss bereiten 17 Prozent der Befragten vor. Sie glauben, der Abstieg der Stundensätze hat ein Ende, das Honorar wird sich 2003 wieder leicht anheben.

Noch optimistischer sind 8 Prozent der Teilnehmer, die deutlich steigende Stundensätze erwarten und bereits den Liegestuhl für die Projekt-Sonnenterrasse ausgesucht haben.

21 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind vom Ende der Kostenreduktions-Spirale noch nicht überzeugt. Ihrer Auffassung nach führt an der Treppe ins Untergeschoss kein Weg vorbei.

Kellerkinder: Es wird noch dunkler bei den Stundensätzen - dieser Meinung sind schließlich 16 Prozent der Befragten, die hinter der derzeitigen Stundensatz-Entwicklung gar eine Fallgrube sehen, die die Honorare in die Tiefe abstürzen lässt.

Unabhängig von den Prognosen: Es liegt an den Vermietern, ob in den oberen Stockwerken reichlich zufriedene Mieter wohnen.

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Wie bereits der Kollege sagte macht es keinen Sinn unter 65 Eur Stundensatz zu arbeiten. Da hänge ich lieber ab lebe von Ersparnissen oder Sozialhilfe und schreibe ein eigenes Produkt, als mich abzurackern und dabei noch die blöden Sprüche zu hören, wie viel Geld meine Leistung kostet. Zudem sind die Vermittler auch nicht gerade  Zahlungsfreudig. Ein Verzug von 1 Monat ist nichts außergewöhnliches, und das kann richtig ins Geld gehen wenn dieser dann Pleite geht. Wie soll man dieses Risiko denn abdecken mit einem Stundensatz  von beispielsweise 50 Eur? (September 2003)"

"Ich war bis April 03 eineinhalb Jahre im SAP-Projekt und habe UHD betreut mit einem Satz von 70,- Eur. Insgesamt bin acht Jahre im SAP-Trainingsgeschäft.  Verstärkt muß ich feststellen, das es daß es nur noch Angebote gibt die fließend Mehrsprachigkeit voraussetzen.  Mindestens zwei bis drei. So war es auch beim letzten Angebot Anfang Mai. Derzeit heißt es für jeden 'ehemaligen SAP-Trainer' such dir ein zwetes Standbein denn SAP hat seine Schulungsphilosophie rigoros angezogen und die Kursgebühren werden nicht billiger. Ebenfalls wurde die die Zertifizierung schwieriger und aufwendiger. Wer 2003 als SAP-Trainer überlebt hat 2004 gute Chancen muß aber viel Geld ausgeben um up to date zu sein. Nur wie soll er das machen wenn er kaum was verdient. Vielleicht ist alles nur in den Wind gesprochen aber such dir was Zweites!! (September 2003)"

"Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel Leider trifft die Annahme zu dass die Preise für gute Beratung ins bodenlose fallen. Gestern (2002) hatte ich noch einen Std-Satz von 75 Eur für meine SAP-Beratung(alle Logistikmodule). Heute kräht kein Hahn mehr nach meiner Dienstleistung. Wäre froh wenn ich etwas tun könnte, aber sorry bei unter 50 Eur all in hört letztendlich dann der Spaß auf. Denn Qualität hat ihren Preis. Die SAP weißt auch was Sie für Ihre Kurse verlangt und da kann ein Unternehmen ja auch nicht feilschen wie auf dem Basar. Aber so monetär wie heute die Unternehmensentscheidungen in Sache Auswahl an IT-Kräften gefällt wird, sehe ich auf kurz oder lang einen Wissenscrash in den Unternehmen zukommen. Und wehe er tritt ein, dann wird wieder Lauthals gejammert und die Schuld bei Politik und Ausbildung gesucht. (Juli 2003)"

"Vollkommen klar daß die Endkunden die Situation zusätzlich ausnutzen. Es gibt zu viele Freiberufler die händeringend suchen. Ich habe (noch) Glück, letztes Jahr 73 dieses Jahr 72 Euro die Stunde. Aber sehe die Aufträge schwinden - deshalb immer gut ein Polster zu haben - irgendwann gehts wieder bergauf, geht ja gar nicht anders... (Juni 2003)"

"Die Preise nivellieren sich und das ist in Teilen gut so. Trotz Wirtschaftsflaute habe ich es geschafft, meine Projekte zu wahren, bzw. neue Projekte zu erhalten. Ich war urspruenglich bei 75 Eur + Reise/Hotel. Heute bin ich bei 60 Eur allin. Ich arbeite als Projektmanager und in der Regel mit Budget im Mio Bereich. Dieses Jahr mache ich diesen Schrott mit den Preisen noch mit. Aber ich bin fuer 2004 optimistisch und rechne mit mehr Projektmoeglichkeiten. Am schlimmsten sind in meinen Augen auch die Dienstleister, welche nur Vermittlung machen. Frueher wurden die Geschaefte zum Teil per Handschlag gemacht und ich hatte eine gewisse Fairness bei Verhandlungen. Jetzt tun die Unternehmen so, als ob Sie fuer meine Dienstleistung nur 50 Eur pro Stunde kriegen, aber nachher stellt sich ein wesentlich hoeherer Betrag heraus. Liebe Leute, die Zeiten werden sich auch hier wieder aendern! SO geht es nicht weiter mit dieser unkommunikativen und unfreundlichen Art! Gesetz der Fairness ist und bleibt fuer mich ein entscheidendes Argument! (Juni 2003)"

"Interessant wird es wenn die Stundensätze von Freiberuflern unter die Kosten für Festangestellte sinken. Rechnen wir doch mal durch: Vergleichbarer Festangestellter: Brutto ca. 60000 Euro/Jahr + Nebenkosten ca. 70%  = 102000 Euro pro Jahr. Arbeitsstunden ca. 1600 / Jahr = ca. 64 Euro / Stunde. (Juni 2003)"

"Ich denke man muss verstärkt nach der Projektdauer unterscheiden wenn es um die Stundensätze geht. Bei längeren Projekten/Zusammenarbeit kann ich momenten kaum mehr als 60 Euro bei Unternehmen bzw. 40 Euro bei privater Kundschaft verlangen. Bei kurzfristigen geht es dagegen schon noch 80 bzw. 50 Euro zu verlangen. Aber insgesamt gibt es leider auch weniger Aufträge... (Juni 2003)"

"Nun ja, irgendeiner muss die Arbeit ja machen und da das Personal mit steigendem Alter des Equipment abnimmt, muss ja irgendwann wieder da sein, der den alten S****** gegen was neues auswechselt und dabei noch den Betrieb sicherstellen kann. Ich habe es schon mehrfach gesehen, dass (kleinere) Kunden 'rostiges' Material haben und absolut kein Geld haben (ausgeben wollen). Das dieser Schuss irgendwann nach hinten losgeht, werden sich die meisten ja denken können. Aber in der nächsten Zeit sehe ich noch kein Licht am Ende des Tunnels - erst wenn die alten Maschinen anfangen zu rauchen, werden es manche Begreifen. (Juni 2003)"

"Bei all den Kosten ist bei mir bei 45,- Eur die Deadline, dann gehe ich entweder ins Ausland oder hänge die Selbständigkeit an den Nagel - als kleines Unternehmen muss man sich schließlich noch fortbilden können bzw. Investitionen tätigen, sollen die preis- und nicht qualitätsorientierten Kunden doch die vermeintliche Konkurrenz aus Indien oder sonstwo beschäftigen, die kurzfristige Sichweise in vielen Unternehmen ist die Ursache der Probleme in Deutschland das zieht sich wie ein Krebsgeschwür durch alle Bereiche - wer nichts investiert bekommt auch längerfristig keine Leistung bzw. bringt seine Produkte verkauft. Ich z.B. habe schon über 40 Client Server Applikationen mit SAP, Microsoft, WEB entwickelt von der Datenbank bis zur Client Applikation, mit meiner Software arbeiten schätzungsweise mehr als 2000 User in verschiedenen Unternehmen, soll ich jetzt für 10,- Eur die Stunde arbeiten? Da lach ich mich ja tot und den Billiganbieter aus Indien oder sonstwo mit dieser Projekterfahrung und Qualifikation für angebliche 20,- Eur will ich erst mal sehen.... (Juni 2003)"

"Als Beratungshaus kann ich nur sagen, daß die Endkunden im Moment und auch auf absehbare Zeit für gute Berater nicht mehr als 100 Eur/Stunde all in bereit sind zu bezahlen. In 2001/02 bekamen wir noch Eur175. (Mai 2003)"

"Stundensatz hin und Stundensatz her. Es werden keine Projekte angeboten. Die Lebenshaltungs- und Nebenkosten sind für Inländer horrend und die Konkurrenz aus Indien schläft nicht. (Mai 2003)"

"Meine Kunden (Großkonzerne in München) haben die Stundensätze bereits drastisch reduziert und die Talfahrt setzt sich ungebremst fort. Ein Abschluß mit EUR 70 ab 1.7.03 ist schon absolute Sahne. Für langjährige externe MAs, für die ursprünglich +/- EUR 100 /Std gezahlt wurde, werden teilweise nur noch EUR 45 bis 55 geboten - oder 'tschüss'. Und das Systemhaus will dann auch noch davon leben! Leider wissen die Kunden wieviele Leute dringene einen Job suchen. (April 2003)"

"Der Artikel ist ok, da er mehr Informationen bietet als die eigene Froschperspektive. Die Preise werden automatisch nach oben gehen wenn die Nachfrage steigt und umgekehrt. Es bleibt spannend. (April 2003)"

"Ich glaube, dass die Stundensätze sich weiter nach unten bewegen (Überangebot, Konjunkturlage). Ich selber habe mit Headhuntern zu tun, die in dieser Beziehung knallhart sind. Letzes Projekt bei einem großen Telekommunikationsunter-nehmen brachten noch 60 EUR. (April 2003)"

"Die Forderungen der IT Freberufler geben meiner Meinung nach ein falsches Bild vom Markt ab. Meine Forderung (IT Support bei Frankfurter Bank) lag bis vor kurzem noch bei über 70 EUR (nach 80 EUR Vergütung im Projekt in 2002). Projektanbieter, die sich bisher meldeten waren aber maximal bereit noch 60 EUR zu zahlen. (März 2003)"

"Schnell weg aus diesem Gewerbe. Woanders kann man von seiner Arbeit leben! Gute Arbeit kostet richtig Geld. Für diese Stndensätze kann man hier nicht mehr arbeiten, da gibt es in anderen Bereichen Besseres. Dorthin richten wir unseren Blick. Tschüss. (März 2003)"

"Ihren Artikel finde ich gut, nur glaube ich, dass die Stundensatzvorstellung von 70 Euro eine Mogelpackung ist. Wenn die geforderten, mit den tatsächlich gezahlten Stundensätzen verglichen werden würde, käme da wohl ein DEUTLICH niedriger Wert heraus. Ich z.B. biete mich momentan mit 55 - 60 Euro bei meinen Geschäftspartnern an, um gegen viele große UB`s einen Preisvorteil und somit einen Projektzuschlag zu bekommen.  Viele Grüße  Rüdiger (März 2003)"

"Ich arbeite seit 2000 im Raum Frankfurt mit einem Stundensatz von Eur 46,- Wenn ich nun beobachte, das für die gleiche Arbeit, aber auch bei höheren Anforderungen teilweise nur noch Eur 20,- geboten werden, dann frage ich mich wirklich was manche Kunden erwarten. Meine Ausführungen beziehen sich auf den Bereich Systemadministration u. 2nd Level Support. (März 2003)"

"ich bin hin und hergerissen, wie ich meinen Stundensatz definieren soll. Auf der einen Seite kostet gute Arbeit gutes Geld, aber mein Schwerpunkt soll bei privater Kundschaft liegen, und die sind nicht bereit 60 Euronen zu zahlen! grüße Boris bfp@gmx.de (März 2003)"


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