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Umfrage-Ergebnis

Stundensatz Teil 3

(Januar 2002)

Wie verändern sich im Lauf der Zeit die Meinungen zu den Honorarsätzen im IT-Projektmarkt? Die Umfrage zum Thema Stundensätze gibt die Antwort. GULP befragt die IT-Freiberufler und Projektanbieter jährlich nach ihrer Einschätzung der Situation. Die Ergebnisse verdeutlichen Trends und machen längerfristige Veränderungen transparent.

Vorliegende Umfrage wurde zwischen dem 20. November 2001 und 14. Januar 2002 durchgeführt. In dieser Zeit gingen insgesamt 5.274 Antworten von IT-Freiberuflern und 282 Antworten von Projektanbietern ein. GULP bedankt sich an dieser Stelle für die rege Teilnahme.
Beachten Sie auch die Umfrage-Ergebnisse 1999, 2000, 2004, 2005, 2006, 2007 und 2008, 2009 und 2010.

 

Werden die Stundensätze in absehbarer Zeit sinken? nach oben
   
 
IT-Freiberufler
Projektanbieter
1999
2000
2001
 
1999
2000
2001
 
Ja schon
17%
16%
30%
1999
2000
2001
50%
26%
53%
1999
2000
2001
Nein, eher steigen
44%
57%
29%
1999
2000
2001
41%
52%
28%
1999
2000
2001
Keine Änderung
39%
27%
41%
1999
2000
2001
9%
22%
19%
1999
2000
2001
 

Die Konjunkturdelle der Branche im Jahr 2001 wirkt sich sehr deutlich auf die Prognose der Honorar-Entwicklung aus, die Einschätzungen sind denn auch wesentlich pessimistischer als in den Vorjahren. Doch immerhin zeigen sich 29 Prozent der Freiberufler und 28 Prozent der Projektanbieter von den Rezessionsängsten unbeirrt und gehen von weiterhin steigenden Stundensätzen aus. Verglichen mit den Vorjahreswerten glauben damit jedoch nur noch in etwa halb so viele Befragte daran, dass die Honorare in absehbarer Zeit steigen werden. Demgegenüber sind satte 41 Prozent der Freiberufler der Meinung, dass die Honorare auf dem gegenwärtigen Niveau verbleiben. Eine Ansicht, die sie mit immerhin 19 Prozent der Projektanbieter teilen.

Besonders bemerkenswert: Gegenüber 2000 verdoppelte sich der prozentuale Anteil der Projektanbieter, die von künftig sinkenden Honorarsätzen ausgehen, von 26 Prozent (2000) auf 53 Prozent (2001). Dazu passt denn auch, dass sich 2001 unter den Freiberuflern die Pessimisten langsam breit machten: 30 Prozent der Freiberufler waren der Ansicht, dass die Stundensätze in absehbarer Zeit fallen werden - fast doppelt so viele als im Jahr 2000 (16 Prozent).

 

 

Bevorzugen Sie nach Festpreis oder nach Aufwand bezahlte Projekte? nach oben
   
 
IT-Freiberufler
Projektanbieter
1999
2000
2001
 
1999
2000
2001
 
Festpreis
9%
14%
12%
1999
2000
2001
10%
3%
32%
1999
2000
2001
Aufwand
76%
76%
81%
1999
2000
2001
57%
91%
64%
1999
2000
2001
Egal
15%
10%
7%
1999
2000
2001
33%
6%
4%
1999
2000
2001
 

Wie bereits in den Vorjahren bevorzugt die Mehrheit der Projektanbieter (64 Prozent) und IT-Freiberufler (81 Prozent) nach Aufwand bezahlte Projekte. Doch zeigt sich bei den Projektanbietern einen starken Umschwung in Richtung Festpreis-Projekt. Favorisierten im Jahr 2000 nur drei Prozent der Anbieter diese Form der Bezahlung, stieg der Anteil 2001 auf 32 Prozent. Möglicherweise kann hier wieder die angespannte Lage im IT-Markt eine Erklärung liefern: Festpreis-Projekte sind sicherer zu kalkulieren und verschaffen daher dem Endkunden in Zeiten eingeschränkter Budgets eine gewisse Planungssicherheit.

Zumindest steht fest, dass die Frage "Festpreis oder Aufwand" an Bedeutung gewinnt. Der Anteil sowohl von IT-Freiberuflern als auch von Projektanbietern denen dies egal ist sinkt seit Jahren kontinuierlich.

 

 

Wie hoch liegen durchschnittlich die Margen?
(Stundensatz des Endkunden minus Stundensatz des Freiberuflers)
nach oben
   
 
IT-Freiberufler
Projektanbieter
1999
2000
2001
 
1999
2000
2001
 
EURO
19,4
19,4
24,7
1999
2000
2001
15,9
17,4
22,3
1999
2000
2001
 
Trotz Konjunktureintrübung herrscht bei Projektanbietern und IT-Freiberuflern die einhellige Meinung, dass die marktüblichen Margen gestiegen sind - und zwar gleich um durchschnittliche 27,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Demnach pendeln sich die derzeitigen Vermittler-Margen auf etwa 23 Euro pro Stunde ein.  

 

Verdienen Freiberufler zu viel im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen? nach oben
   
 
IT-Freiberufler
Projektanbieter
1999
2000
2001
 
1999
2000
2001
 
Ja zu viel
4%
5%
7%
1999
2000
2001
38%
34%
34%
1999
2000
2001
Nein, zu wenig
33%
38%
28%
1999
2000
2001
6%
16%
6%
1999
2000
2001
Passt so
63%
57%
65%
1999
2000
2001
56%
50%
60%
1999
2000
2001
 
60 Prozent der Projektanbieter und 65 Prozent der Freiberufler sind sich einig: Die Stundensätze der freiberuflichen IT-Profis sind im Vergleich zu ihren festangestellen Kollegen angemessen. Dies bedeutet eine Zunahme von 8 Prozent (Freiberufler) respektive 10 Prozent (Projektanbieter) verglichen mit den Vorjahreswerten. Demgegenüber sind nur noch 28 Prozent der Freiberufler und sechs Prozent der Projektanbieter der Ansicht, dass die Honorarsätze verglichen mit den Gehältern festangestellter IT-Fachkräfte zu niedrig sind. Auf beiden Seiten verliert dieser Wert gegenüber dem Vorjahr 10 Prozentpunkte. Kaum überraschen dürfte dagegen, dass - wie auch in den Vorjahren - nur eine verschwindend geringe Anzahl der Freiberufler (7 Prozent) die Ansicht vertritt, sie würden verglichen mit ihren festangestellten Kollegen zu viel verdienen. Genau davon ist aber ein gutes Drittel der Projektanbieter überzeugt - und das relativ unverändert seit 1999.  

 

Nennen Projektanbieter einem Freiberufler auf Anfrage, wieviel Sie für ihn beim Endkunden fakturieren? nach oben
   
 
IT-Freiberufler
Projektanbieter
1999
2000
2001
 
1999
2000
2001
 
Ja
36%
23%
34%
1999
2000
2001
45%
42%
45%
1999
2000
2001
Nein
64%
77%
66%
1999
2000
2001
55%
58%
55%
1999
2000
2001
 
Die Situation hat sich 2001 gegenüber dem Vorjahr verbessert. 2001 sind etwa ein Drittel der Freiberufler (34 Prozent) und fast die Hälfte der Projektanbieter (45 Prozent) der Ansicht, dass die Projektanbieter ihre Margen offen legen. Eine Steigerung von immerhin 11 Prozent (Freiberufler) respektive 3 Prozent (Projektanbieter) verglichen mit den Vorjahreswerten. Doch täuschen diese Zahlen nicht darüber hinweg, dass die Mehrheit der Projektanbieter nach wie vor aus ihren Margen ein Amtsgeheimnis macht. Wenn man bedenkt, dass ein vor Ort beim Kunden tätiger Freiberufler dort fast immer den für ihn fakturierten Stundensatz erfahren kann, ist diesbezüglicher Ärger auch weiterhin vorprogrammiert.  

 

Wie liegen Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen? nach oben
   
 
IT-Freiberufler
Projektanbieter
1999
2000
2001
 
1999
2000
2001
 
Eher zu hoch
13%
7%
11%
rot 19991999
blau 20002000
grün 20012001
69%
49%
64%
1999
2000
2001
Eher zu niedrig
34%
50%
35%
1999
2000
2001
10%
15%
9%
1999
2000
2001
Meist richtig
53%
43%
54%
1999
2000
2001
21%
36%
28%
1999
2000
2001
 

Inzwischen stufen 64 Prozent der Projektanbieter die Stundensatzforderungen der Freiberufler als eher zu hoch ein. Damit steigt diese Einschätzung bei den Projektanbietern wieder an, nachdem ihr Anteil von 69 Prozent in 1999 auf 49 Prozent in 2000 sank. Weiterhin gestehen 2001 nur noch neun Prozent der Projektanbieter den IT-Freiberuflern höhere Honorarforderungen zu und nur 28 Prozent der Projektanbieter halten die Stundensatzforderungen der Freiberufler für angemessen. In beiden Fällen gingen hier die Werte gegenüber dem Vorjahr zurück.

Ebenso hat sich bei den Freiberuflern einiges getan: Anders als noch im Vorjahr gibt jetzt die Mehrheit (54 Prozent) zu Protokoll, meist die richtigen Stundensätze zu fordern. Das berichteten im Jahr 2000 nur 43 Prozent der Freiberufler und die Mehrzahl (50 Prozent) war zu dieser Zeit sogar der Meinung, sich zu billig zu verkaufen. Letzteres meinen 2001 nur noch 35 Prozent und 11 Prozent liegen laut Selbsteinschätzung mit ihren Honorarforderungen sogar zu hoch. Ein wichtiger - wenn nicht der wichtigste - Einflussfaktor für diese Meinungsveränderungen ist mit Sicherheit die angespannte Marktlage im Jahr 2001.

 

 

Umfrage-Ergebnisse 1999, 2000, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010.

 


Kommentar zum Artikel

"Hallo zusammen, auch in der derzeit so 'angespannten' Marktsituation können IT Freiberuflerauf Senior Level noch immer mit ordentlichen Honoraren rechnen. Sofern man sich über seine Skills wirklich im Klaren ist und diese auch durch mehrfache Vertragsverlängerungen, Anstellungsangebote und Weiterempfehlungen zubelegen im Stande ist, kann ich das Gejammere einiger Projektanbieter und Kollegen nicht nachvollziehen. Realistisch bleiben, aber nicht zu Dumping Preisen verschleudern lassen! (Juli 2002)."

"Hallo liebe GULPer,
auch diesen Artikel habe ich aufmerksam gelesen. Die Beurteilung fällt mir nicht leicht: Einerseits ist die Historie sehr aufschlußreich und somit für das allgemeine Einschätzen nicht unerheblich. Ich würde dafür eine (2) erteilen. Da der Freiberuflermarkt jedoch Schwankungen unterliegt, den man durchaus mit den Aktienmarkt vergleichen kann, vermisse ich aktuelle Zahlen für Stundensätze, aufgeteilt in Fachrichtungen, sowie in Regionen etc. Aus dieser Sicht müßte ich ein ungenügent (6) erteilen. Wenn Sie 30.000 Freiberufler in Ihrer Datenbank als Gespeichert feiern, mache ich mir sorgen hinsichtlich Angebot und Nachfrage. Wärend Sie im obrigen Artikel von +/- 70 EUR sprechen -Zeiten die ich auch kenne-, wurden mir seit Januar 2002 zwei Projekte mit 40 EUR angeboten. Von zwei Consulten hörte ich bereits, das Endkunden den Preis nachträglich (!!!) nach unten korrigieren. Nun, was bringt mir also der obrige Arktiel - Erinnerungen an Zeiten die ich selbst erlebt habe - Hoffnung wie es wieder werden könnte, oder habe ich einfach das falsche Know-How, ..."

"Sehr gute Untersuchung des Markt-Zustandes und des Trends"




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