Interessant sind aktuelle Zahlen, interessant ist die Entwicklung.
Dies gilt freilich auch für die GULP Umfrage, die nach einem
Jahr zum zweiten Mal den Jahresumsatz der IT-Freiberufler in das
Zentrum der Betrachtungen stellte.
150 freiberufliche IT-Experten gaben darüber Auskunft, ob
sich für sie 2004 die Selbstständigkeit im Großen
und Ganzen gerechnet hat. Unberücksichtigt blieben dabei die
Auslastung über das Jahr hinweg, die Höhe der Stundensätze
und schließlich die persönliche Beurteilung, welcher
Jahresumsatz denn nun genug ist oder auch nicht.
Welchen Jahresumsatz aus Ihrer
freiberuflichen Tätigkeit haben Sie 2004 erzielt?
Vor einem Jahr ermittelte die gleiche Umfrage
einen durchschnittlichen Jahresumsatz 2003 von 85.922 Euro. Etwas
besser sah es 2004 aus, als 86.309 Euro im Schnitt zu Buche schlugen
– die Steigerung um knapp 400 Euro ist aber weniger als ein
halbes Prozent.
Der Durchschnitt war in zwölf Monaten kaum „bewegend“;
wie sah es dagegen bei der Verteilung auf die einzelnen Umsatzgruppen
aus?
Immerhin jeder sechzehnte Teilnehmer an der Umfrage
bezifferte seinen Jahresumsatz auf über 200.000 Euro, was eine
prozentuale Verdoppelung des Vorjahreswertes (3 Prozent) entspricht.
Damit es aber in der Durchschnittssumme seine Richtigkeit hat,
muss auch ein „Gegengewicht“ zum Tragen kommen: Tatsächlich
finden sich in den Regionen von 100.000 bis 180.000 Euro prozentual
weit weniger IT-Freiberufler als noch vor einem Jahr; der Anteil
derjenigen, die 2004 unter 100.000 Euro Umsatz geblieben sind, entspricht
schließlich nahezu dem Wert von 2003.
Wie hat sich der Jahresumsatz
im Vergleich zu 2003 verändert?
Zum Vergleich die Ergebnisse der Umfrage vom Februar
2004: Damals
-
gaben 50 Prozent der Befragten an, ihr Umsatz sei gesunken;
-
blieb der Umsatz von 21 Prozent unverändert;
-
verzeichneten 29 Prozent ein Plus gegenüber 2002.
Signifikant verändert zeigt sich das Bild ein Jahr später:
Plus (insgesamt 36 Prozent) und Minus (38 Prozent) halten sich nahezu
die Waage, welcher weitere 28 Prozent beachtliche Stabilität
verleihen.
Eine Verteilung übrigens, die das Ergebnis aus der letzten
Frage untermauert.
Und welche Erwartungen haben
Sie für 2005?
Niedriger als 2004. 27 %
Gleich wie 2004. 33 %
Höher als 2004. 39 %
Unverkennbar sind die Erinnerungen an die Krise
im IT-Projektmarkt bei vielen Freiberuflern noch frisch im Gedächtnis.
Die Entspannung in der Branche wird einerseits mit Optimismus quittiert,
andererseits gibt es aber noch reichlich Skepsis.
Vor einem Jahr war die Antwortverteilung bei dieser Frage kaum
anders – was auch ein Beleg dafür ist, dass tiefer greifende
Veränderungen hinsichtlich Einstellungen ihre Zeit benötigen
und nicht unbedingt tagesaktuellen Meldungen folgen.
Erholung und Optimismus in
kleinen Portionen
So bleibt angesichts des Umfrage-Ergebnisses die nahe
liegende Vermutung, dass die vielen
neuen Projekte im vergangenen Jahr von den IT-Freiberuflern oftmals
mit niedrigeren
Stundensätzen „bezahlt“ werden mussten –
was letztlich dazu führte, dass im Durchschnitt der Jahresumsatz
bei höherer Auslastung stabil geblieben ist.
Das wiederum ist keine schlechte Bilanz, zumal 2005 Hoffnung weckt:
Erstmals sind nach mehreren Jahren die Stundensätze stabil
geblieben, erstmals rechnet die Branche sogar mehrheitlich wieder
mit steigenden
Honoraren.
Kommentare zu diesem Artikel:
"Ein Artikel der Hoffnung macht... (Mai 2005)"
"Sehr guter und hilfreicher Artikel.
Solche Infos fand ich bisher nirgens. (Mai 2005)"
"Sowohl die geringe Teilnehmerzahl bei der Umfrage als auch der niedrige durchschnittliche Umsatz sind sehr enttäuschend. Vielleicht kann Gulp diese Umfrage künfitg an einer mehr prominenten Stelle platzieren? Die auffällige Häufung über 200T Euro beinhaltet vielleicht einige Scherzangaben - aber selbst wenn man sie mit einbezieht, liegt der Median(!) der Angaben bei nur ca. 80T Euro. Bei üblichen Kosten beiben da bei der Hälfte aller Freiberufler weniger als ca. 60-70T Euro Gewinn. Offensichtlich verkaufen viele Kollegen zu wenig, zu billig oder sogar beides. (April 2005)"
"sehr übersichtlich dargestellt. ergibt mit den anderen umfragen zum thema stundensatz einen guten einblick in die momentane situation. es geht wieder voran!! (April 2005)"
Über GULP: Mehr als 3.000 Kunden, 75.000 eingetragene IT-Experten, davon 10.500 mit Schwerpunkt Engineering, und über 1.000.000 abgewickelte Projektanfragen: GULP ist die wichtigste Quelle für die Besetzung von IT-/Engineering-Projekten mit externen Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Zusätzlich zu den Dienstleistungen einer modernen Personalagentur bietet GULP ein umfassendes Online-Portal mit Informationen und Services für die Teilnehmer im Markt.