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Schwere Zeiten für IT-Dienstleister. IT-Budgets werden
eingefroren, Projekte auf unbestimmte Zeit verschoben, externe Mitarbeiter
en gros freigestellt, interne entlassen. Die Anzahl der über
GULP vermittelten Projekte ist im Jahr 2002 um 45 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr gesunken. Angebot und Nachfrage diktieren den Markt.
Um an eines der begehrten Projekte zu kommen, heißt es also,
den Gürtel enger zu schnallen. Deutliche Zugeständnisse
im geforderten Stundensatz sind gefragt! So weit die Theorie. In
der Praxis sieht es anders aus...
Die Stundensatzauswertung
Über 30.000 IT-Freiberufler aus dem deutschsprachigen Raum
haben ihre Profile bei www.gulp.de eingetragen, täglich aktualisieren
ca. 400 davon ihre Daten. Neben dem eigentlichen Zweck - der Suche
nach Projektmitarbeitern - können aufgrund dieser Aktualität
und der Marktabdeckung von 88 Prozent zeitnahe und fundierte Aussagen
zu Trends, Qualifikationen und eben auch zu Stundensätzen getroffen
werden.
Welchen Stundensatz fordern also Freiberufler derzeit in Deutschland?
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Entwicklung der Stundensatzforderungen
in Deutschland.
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Der rasante Anstieg aus den Boomzeiten (speziell August 98 und
August 2000) ist vorbei, aber von einem Einbruch bei den Stundensatzforderungen
kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Im Februar 2002 forderten Freiberufler
um 1 EUR mehr als vor 6 Monaten. Die in den Profilen angegebenen
Stundensätze, auf denen diese Auswertung beruht, stellen die
Forderungen der Freiberufler dar. Welche Stundensätze werden
tatsächlich in der Praxis erzielt? Lassen die Freiberufler
in punkto Honorarforderung mit sich handeln?
Die Umfrage
"Wie ist Ihr aktueller Stundensatz im Vergleich zu dem vor
12 Monaten?" Im März 2002 haben wir diese Frage 807 Freiberuflern
gestellt. Gleichzeitig wollten wir wissen, wie die Freiberufler
die Lage bei ihren Kollegen einschätzen. Hier das Ergebnis:
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Umfrage "Wie liegt Ihr
Stundensatz im Vergleich zu dem vor 12 Monaten?
Wie schätzen Sie das bei anderen Freiberuflern ein?"
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Bei 40% der Freiberufler ist der Stundensatz identisch geblieben.
Der Anzahl derer, bei denen der Stundensatz gesunken ist, steht
praktisch die gleiche Anzahl gegenüber, bei denen der Stundensatz
gestiegen ist. Im statistischen Mittel ist der realisierte Stundensatz
demnach seit einem Jahr um 32 Cent gefallen, also defacto gleich
geblieben.
Offenbar schätzen die Freiberufler die Lage ihrer Kollegen
zu unrecht zu pessimistisch ein. 52% glauben, dass alle Freiberufler
insgesamt weniger verdienen als vor einem Jahr, tatsächlich
ist dies aber nur in 30% der Fälle so.
Einen bestimmten Stundensatz zu fordern und darauf zu beharren,
beweist zumindest Rückgrat. Aber was sind die Konsequenzen
dieses Verhaltens? Steht man dann letztlich ohne Projekt da, weil
immer diejenigen den Zuschlag erhalten, die sich am günstigsten
anbieten?
Wem werden Projekte angeboten?
Wie viele Freiberufler fordern welche Stundensätze und wie
viele Projektanfragen erhalten Sie?
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Freiberufler mit welchen Stundensatzforderungen
erhalten wie viele Angebote?
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IT-Freiberufler, die bereit sind, für einen Stundensatz bis
69 EUR zu arbeiten, werden von Projektanbietern nicht so häufig
kontaktiert. 37 Prozent der IT-Freiberufler verlangen Honorare bis
69 EUR, doch entfallen im Februar 2002 nur 29 Prozent der Projektanfragen
auf diese Gruppe. Wer dagegen zwischen 70 und 79 EUR verlangt, der
kann recht leicht ein passendes Projekt finden, denn hier übertrifft
der Anteil der Projektanfragen deutlich die Anzahl der Freiberufler.
Die besten Chancen haben Freiberufler mit Honoraren zwischen 80
und 89 EUR.
60 Prozent der Projektanfragen gingen an Freiberufler mit einem
Stundensatz zwischen 70 und 99 EUR, doch auf Freiberufler-Seite
finden sich nur 51 Prozent, die hier ihr Honorar ansetzen. Ab einem
Stundensatz von 100 EUR wird das Verhältnis wieder ungünstiger
- den 11 Prozent Projektanfragen stehen 12 Prozent Freiberufler
gegenüber.
Hat es eine Verschiebung seit Anfang 2001 gegeben? Werden vermehrt
günstigere Freiberufler kontaktiert?
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Projektangebote je Stundensatz
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Das Gegenteil ist richtig. Freiberufler mit einem Stundensatz bis
79 EUR werden jetzt weniger kontaktiert als vor einem Jahr, während
Freiberufler ab 80 EUR deutlich mehr Angebote erhalten. Wie ist
diese Entwicklung zu erklären? Sollte ein Freiberufler seinen
Stundensatz erhöhen, um an Projektangebote zu kommen?
Interpretation und Fazit
Sucht ein Unternehmen eine rare Spezialqualifikation, über
die die eigenen Mitarbeiter nicht verfügen, dann ist es auch
zu einer angemessenen Entlohnung bereit. Qualität hat ihren
Preis. In diesem Marktsegment steigen die Stundensätze auch
weiterhin an, Angebot und Nachfrage diktieren den Markt.
Gängige Anforderungen werden jedoch hauptsächlich mit
internen Mitarbeitern abgedeckt. Früher kamen Dienstleister
in diesen Projekten zum Einsatz, weil der Kunde nicht über
genügend interne Mitarbeiter verfügte, um alle geplanten
Projekte umzusetzen. Bedingt durch die Projektbremse stehen nun
mehr als genug eigene Kapazitäten bereit. Egal welchen Dumping-Stundensatz
ein externer Dienstleister auch immer anbietet, mit den internen
Mitarbeitern des Kunden kann er nicht konkurrieren.
Fazit: Der in den letzten Jahren konstante Anstieg der Stundensätze
von externen IT-Dienstleistern ist gebremst und hat sich auf einem
konstanten Niveau eingependelt. Das Anbieten von IT-Dienstleistungen
zu Dumpingpreisen ist kein geeignetes Mittel, um an neue Aufträge
zu kommen.
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